Begrifferklärung
Gesundheitsvorsorge
Leitbild Gesundheit des Kantons St. Gallen (Auszug Seite 19 und 21)
Seite 19: Der Gesundheitsvorsorge kommt im Rahmen einer umfassenden Gesundheitspolitik ein bedeutender Stellenwert zu. In Übereinstimmung mit dem in den letzten Jahren erweiterten Gesundheitsbegriff beschränkt sie sich nicht auf die Verhütung von Krankheiten, sondern setzt sich als zusätzliches Ziel die aktive Förderung der Gesundheit. (....) Entsprechend umfassend sind auch die Ansätze der Prävention.
Entsprechend den Ursachen für die Entstehung von Krankheit, die sowohl beim einzelnen wie auch in der Umwelt liegen können, unterscheidet sie zwischen personenbezogenen und Struktur bezogenen Ansätzen:Die Ansätze der PräventionAuf die Person bezogen (Individuum oder Gruppe)Auf die Struktur bezogen (ökologische, technische und soziale Umwelt)Mit dem Ziel: Förderung der Gesundheit“ Förderung der allgemeinen HandlungskompetenzVerbesserung der allgemeinen LebensbedingungenMit dem Ziel: „Vermeidung von Krankheiten“Information über spezifische GesundheitsrisikenPolitische und gesetzgeberische MassnahmenSeite 21: Das Gesundheitswesen steht nicht in der alleinigen Zuständigkeit des Kantons. Gemeinde und Private werden in der Leistungserbringung miteinbezogen. Die Aufgabenteilung zwischen dem Kanton und den Gemeinden stützt sich ab auf gesetzliche Bestimmungen.
Sexuelle Gesundheit
(siehe auch Definition auf der Titelseite des Leitbildes)
Sexuelle Gesundheit (Sexual Health) ist im engeren Sinn zuerst einmal Vermeidung von sexuell übertragbaren Krankheiten, doch sexuelle Gesundheit bedeutet mehr.
Wir leiten unser Verständnis von „sexueller Gesundheit“ ab von der allgemeinen Definition „Gesundheit“, wie sie im Leitbild Gesundheit des Kantons St. Gallen umschrieben ist.
Sexualität ist ein essentieller Ausdruck des Menschen. Sexuelle Gesundheit beinhaltet auch die Aussage „Sexualität gesund leben zu können“. Dies wiederum bedeutet, dass uns die sexuellen Bedürfnisse und Wünsche bewusst sind und wir sie souverän und selbstverantwortlich im Einverständnis mit einer anderen Person geniessen können.
Sexuell übertragbare Krankheiten (STD’s)
Sexuell übertragbare Krankheiten sind Krankheiten, die durch ungeschützen Geschlechtsverkehr übertragen werden. Sie werden in der Fachwelt meist mit dem Kürzel „STD“ bezeichnet. Es gibt rund ein Dutzend mehr oder weniger ernsthafte sexuell übertragbare Krankheiten. Bei allen Übertragungen sollte der Arzt konsultiert werden. Die meisten STD’s können sehr wirksam medikamentös behandelt werden. Die HIV-Infektion ist die schwerwiegendste Krankheit. Sie ist heute zwar behandelbar, jedoch nicht heilbar.
Agogisch handeln
Agogisch handeln bedeutet methodisch-didaktisch geschicktes Handeln in allen Lebensbereichen, in denen es um Wissens- und Kenntnisvermittlung geht mit dem Ziel, die soziale Kompetenz zu verbessern.
Agogik
Der griechische Begriff ist seit langem in der Musiklehre gebräuchlich und meint dort das richtige Tempo bei Musikstücken. Verwandt mit dieser ursprünglichen Bedeutung des richtigen Tempos ist die heutige Begriffsanwendung in den Sozialwissenschaften.
Agogik ist ein Sammelbegriff für die Lehre über das professionelle Leiten und Begleiten von Menschen mit dem Ziel, ihre soziale Kompetenz zu erhöhen. Soziale Kompetenz beinhaltet verschiedene Aspekte wie Entscheidungsfähigkeit, Realisierungsfähigkeit, Führungsfähigkeit, Kontaktfreudigkeit, Kommunikation, Anpassungsfähigkeit, Stressbewältigung und Konfliktbewältigung.
Populäre Begriffe in Verbindung mit dem Wort Agogik sind beispielsweise Pädagogik (bei Kindern und Jugendlichen), Andragogik (Erwachsenenbildung) oder Gerontagogik (bei älteren Menschen).
multiplikatorisch
Das Wort leitet sich vom mathematischen Begriff der Multiplikation ab. Mulitplikatorisch handeln, bedeutet, bei Aktionen und Projekten sich auf Menschen konzentrieren, die als MultiplikatorInnen in der Lage sind, die erworbenen Kenntnisse und Informationen wiederum an eine grössere Gruppe weiterzugeben. Auf diese Weise wird eine multiplikatorische Wirkung erzielt. Ein klassisches Beispiel für solche MultiplikatorInnen sind die Lehrkräfte auf allen Stufen.
vulnerabel
Der vor allem in der Medizin häufig gebrauchte Begriff bedeutet „verletzlich“ oder „verwundbar“. In der präventiv tätigen Facharbeit wird vor allem von „vulnerablen Gruppen“ gesprochen. Dies sind Gruppierungen, die besonders gefährdet sind, sich im Bereich der sexuell übertragbaren Krankheiten riskant zu verhalten.