Du hast Fragen zu Liebe, Sex und Freundschaft?

Auf dieser Seite findest du Informationen zur Sexualität, zu Verhütungsmethoden, zur Gestaltung von Beziehungen und Freundschaften sowie zur sexuellen Orientierung und Identität. Parallel kannst du dich hier auch über deine sexuellen Rechte erkundigen und mehr über den Umgang mit Pornos, Sexting oder sexualisierter Gewalt erfahren.


Häufige Fragen und Antworten

In Gesprächen, Sendungen, Musikclips und in der Werbung geht es oft um Sex. Nicht immer ist klar, was damit gemeint ist.

Unter Sex verstehen die Menschen meistens den vaginalen Geschlechtsverkehr: Ein Mann (oder ein junger Erwachsener) dringt mit seinem erigierten Penis in die Scheide einer Frau (oder einer jungen Frau) ein. Doch Sex bedeutet viel mehr. Sex bezieht sich auf verschiedene sexuelle Handlungen wie:

  • Selbstbefriedigung
  • Petting (gegenseitiges Streicheln)
  • Oralsex (reizen der Geschlechtsorgane mit dem Mund und der Zunge)
  • weitere Praktiken, die erregende Körperempfindungen hervorrufen

Entscheidend dabei sind die sexuellen Vorstellungen. Diese werden durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät mitbestimmt und wirken erregend und lustvoll auf das sexuelle Erleben.

 

Mach nur das, was du möchtest

Sex haben können ein Mann und eine Frau (Heterosexualität), aber auch zwei Männer oder zwei Frauen (Homosexualität). Wichtig ist, dass beide Personen den sexuellen Kontakt möchten und dazu ihre Zustimmung geben. Lass dich nie zu Sex drängen. Wenn du dich noch nicht bereit fühlst, kannst du deine Meinung auch jederzeit ändern. Mach nur das, was du möchtest: Wenn du auf Grenzen stösst, respektiere diese.

Hast du einen neuen Freund oder eine neue Freundin, gibt es verschiedene Möglichkeiten, eure Körper zu entdecken. Viele warten mit dem ersten Mal, bis sie die andere bzw. den anderen besser kennen. Dabei könnt ihr ganz in Ruhe herausfinden, was ihr mögt.

Verhütung und Schutz sind wichtig: Wenn ihr nicht richtig oder gar nicht verhütet, kann es beim Sex zu einer Schwangerschaft kommen oder ihr könnt einander mit sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) anstecken. Denkt deshalb immer daran.

Weitere Infos findest du hier:

«Hey Girls!»: Infobroschüre für Mädchen ab 12 Jahren

«Hey Jungs!»: Infobroschüre für Jungs ab 12 Jahren

Im Zusammenhang mit der Sexualität gibt es Rechte, die für alle gelten. Zusätzlich gibt es besondere Regelungen für Kinder und Jugendliche: Die Schweiz hat dazu das UNO-Übereinkommen über die Rechte des Kindes 1997 in Kraft gesetzt. Diesem Übereinkommen nach ist der Staat für den Schutz und das Wohl Minderjähriger bis 18 Jahren verantwortlich. Diese Rechte sollen dich und deine Sexualität schützen und dir einen sicheren Rahmen geben. Selber kannst du diese Rechte umsetzen und musst sie bei anderen respektieren.

Als Jugendliche*r hast du das Recht auf selbstbestimmte Sexualität. Dazu gehören:

  • das Recht, Sexualität zu leben
  • das Recht auf umfassende Informationen und Nutzung von Verhütungsmitteln
  • das Recht auf Schutz vor sexueller Gewalt und vor sexueller Belästigung
  • das Recht auf vertrauliche Beratung und Behandlung
  • die Rechte von Mädchen, sich im Falle einer (ungewollten) Schwangerschaft und bei einem Schwangerschaftsabbruch beraten und behandeln zu lassen
  • das Recht auf Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI)
  • das Recht, zu heiraten oder nicht zu heiraten
  • das Recht auf körperliche Unversehrtheit
  • das Recht auf Gleichstellung und auf gleichen Schutz gegen jegliche Form der Diskriminierung

Weitere Infos findest du hier:

Du interessierst dich für eigene Musik oder einen besonderen Sport. Du triffst dich gerne mit deine*n Kolleg*innen. Du widersprichst deinen Eltern, bist wählerischer beim Essen und fühlst dich von Lehrpersonen gestresst. Manchmal ziehst du dich zu Hause auch in dein Zimmer zurück und möchtest nur deine Ruhe haben.

Das sind typische Gefühle für die Pubertät: Dein Leben verändert sich gerade von Kopf bis Fuss.

 

Körperliche Veränderungen

Die Pubertät ist eine entscheidende Entwicklungsphase. Sie beginnt im Allgemeinen zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr und dauert bis zum 18. oder 21. Lebensjahr. Durch die hormonelle Veränderung wirst du geschlechtsreif und bist kein Kind mehr. Ein Junge kann ab diesem Zeitpunkt Vater und ein Mädchen Mutter werden, sofern du die körperlichen Merkmale dafür bereits besitzt. Dein Körper bekommt weibliche oder männliche Formen. Der Körper schwitzt stärker und riecht anders. Damit wird die tägliche Körperpflege wichtiger. Auch dein Denken und deine Gefühle, deine Interessen und Bedürfnisse verändern sich.

Weitere Fragen und Antworten rundum die körperlichen Veränderungen findest du hier:

 

Psychische Veränderungen

Neben dem Körper verändern sich auch dein Denken und Fühlen. In der Pubertät treten Stimmungsschwankungen stärker auf. Die Pubertät ist geprägt von intensiven Gefühlen sowie von Auf und Abs. Plötzlich entwickelst du Gefühle für eine andere Person. Oder es beschäftigen dich andere starke Emotionen wie:

  • Unsicherheit und Selbstzweifel
  • Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung
  • Eifersucht
  • Aggression
  • Liebeskummer
  • Konflikte mit Eltern, Lehrpersonen oder mit anderen erwachsenen Bezugspersonen
  • Wunsch nach Selbstbestimmung

Ob Krach mit den Eltern oder schlechte Stimmung – auf diesen Seiten findest du wertvolle Tipps, die dir in schwierigen Situationen helfen:

Ist mein Busen zu klein? Mein Hintern zu dick? Habe ich genug Muskeln?

Viele Jugendliche sind mit ihrem Körper unzufrieden. Netflix, Instagram oder TikTok sind voll mit aussergewöhnlich schönen und perfekt inszenierten Menschen. Viele Jugendliche versuchen, diesen bearbeiteten und unwirklichen Bildern nachzueifern.

Das erzeugt Druck: Dieser Druck verursacht zum einen, dass du dich noch weiter von deinem eigenen Körper entfernst. Zum anderen begünstigt er auch psychische Veränderungen (Magersucht, Anabolikamissbrauch), bei denen du Hilfe brauchst. Viele junge Menschen denken sogar über Schönheitsoperationen nach – wie Brust- und Penisvergrösserungen, Muskelimplantate oder Schamlippenkorrekturen. Und das nur, um so auszusehen, wie das die Stars und Influencer im Netz vorleben.

 

Attraktivität geht über den Körper hinaus

Wenn sich der eigene Körper verändert, ist es ganz normal, dass du dich mit anderen vergleichst. Mit dieser Unsicherheit leben viele Jugendliche. Den eigenen Körper kennenzulernen, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen sowie Stärken und Schwächen anzunehmen, stärkt dein Selbstbewusstsein.

Je mehr du die Veränderungen deines Körpers akzeptierst, desto authentischer und attraktiver wirkst du. Denn Attraktivität definiert sich nicht nur über Körpermasse oder Aussehen, sondern hat auch mit Selbstbewusstsein und deiner inneren Welt zu tun.

Mehr zum Thema Körper, Körpergefühl und Körperpflege liest du auf diesen Seiten:

Möglicherweise hast du schon länger ein Ziehen im Unterbauch verspürt oder einen verstärkten weissen Ausfluss bemerkt. Das sind erste Anzeichen dafür, dass sich dein Körper auf die Menstruation – auch Mens, Periode oder Tage genannt – vorbereitet.

Wenn du dann ein bisschen Blut in deiner Unterhose entdeckst, hast du deine Mens bekommen. Diese kann am Anfang noch sehr unregelmässig und unterschiedlich sein, sogar länger wieder aussetzen. Das gehört dazu. Mit der Zeit kannst du einschätzen, wann die monatliche Regelblutung einsetzt. Ab der Pubertät bis zu den Wechseljahren (zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr) bekommst du deine Periode ungefähr 500 Mal.

 

Ablauf der Periode

In den Eierstöcken bildet sich abwechselnd links oder rechts eine Eizelle. Nach dem Eisprung wandert die Eizelle durch den Eileiter zur Gebärmutter. Inzwischen hat sich dort eine Schleimhaut aufgebaut, damit sich die Eizelle einnisten kann. Das Einnisten der Eizelle geschieht nur, wenn sie mit einer männlichen Samenzelle verschmilzt.

Wird die Eizelle nicht befruchtet, löst sich die oberste Schicht der Schleimhaut ab und die Menstruation setzt ein. Dabei nimmt das Menstruationsblut die Schleimhautteilchen mit. Ob du Binden oder Tampons benutzen willst, ist deine Entscheidung. Du kannst während der Periode wie gewohnt deinen Aktivitäten nachgehen, die du sonst auch tust.

Weiterführende Informationen zur Menstruation kannst du hier nachlesen:

Wenn du als junger Mann die sexuelle Erregung bei der Selbstbefriedigung steigerst, kommt es zum Samenerguss. Die Fachsprache nennt den Samenerguss auch Ejakulation. Dabei kommt eine weissliche Substanz aus Spermien (= Samenzellen) und Drüsenflüssigkeit aus der Harnröhre herausgeschleudert. Diese weisse Samenflüssigkeit wird auch als Ejakulat oder als Sperma bezeichnet. Die Menge entspricht dem Inhalt von etwa einem bis zwei Teelöffeln.

Ab diesem Zeitpunkt bist du geschlechtsreif. Das heisst, du kannst jetzt Vater werden. Jungen erleben den ersten Samenerguss meistens zwischen dem 11. und dem 15. Lebensjahr. Ein Samenerguss kann dir auch nachts passieren, wenn du schläfst. Ein solches Ereignis ist ganz normal und unter dem Begriff «feuchte Träume» bekannt.

Die Menge, die Farbe oder der Geruch des Spermas unterscheiden sich von Mann zu Mann. Weil Jungen und Männer Selbstbefriedigung als sehr lustvoll empfinden, befriedigen sich etwa 85 % von ihnen mindestens einmal wöchentlich.

Zusätzliche Infos zur Ejakulation findest du hier.

Selbstbefriedigung ist völlig normal und gehört zur menschlichen Sexualität dazu. Wie oft du dich selbst befriedigst, hängt von deiner Lust ab: Es gibt Mädchen und Frauen bzw. Jungs und Männer, die täglich Lust darauf haben. Es gibt aber auch Menschen, für die einmal in der Woche, einmal im Monat oder noch seltener ausreicht.

Es gibt also keinen Richtwert, der als normal bezeichnet werden kann. Alles ist normal, was dir guttut. Denn genussvoller Sex – und dazu gehört auch die Selbstbefriedigung – ist für dein Körpergefühl, dein Immunsystem und deine Seele gesund.

Wenn du noch mehr über Selbstbefriedigung erfahren willst, helfen dir diese Links weiter:

 

Liebeskummer ist schmerzhaft. Du fühlst dich einsam, und dein Selbstwertgefühl leidet. Du meinst, nie wieder glücklich sein zu können. Vielleicht bist du ungewollt verlassen worden, oder du hast die Beziehung beendet.

Das Ende einer Beziehung ist immer mit Veränderungen verbunden: Gemeinsame Rituale finden nicht mehr statt. Du musst vielleicht deine Zeit neu planen. Und du brauchst Zeit, deine Gefühle zu verarbeiten.

Suche während dieser schwierigen Zeit das Gespräch mit guten Freund*innen oder deinen Eltern. Das kann dir helfen, einen anderen Standpunkt zu gewinnen. Unternimm auch etwas mit deinen Freund*innen, das dich aufmuntert. Vergiss nicht: Es gibt noch andere wichtige Menschen in deinem Leben.

Natürlich darfst du auch traurig sein – es braucht Zeit, sich von jemandem zu verabschieden. Nimm dir diese Zeit. Manchen hilft es, die eigenen Gedanken und Gefühle in ein Tagebuch zu schreiben. Manche greifen zum Malkasten oder machen Sport, um neue Energie zu tanken.

Wichtig ist: Hole dir auf jeden Fall professionelle Hilfe unter https://www.143.ch/, wenn:

  • du in eine Krise rutschst
  • du das Gefühl bekommst, dir wächst alles über den Kopf
  • du sogar Gedanken an Selbstmord (Suizid) hast

Zögere in einem solchen Fall nicht, dir Hilfe zu holen. Denn es gibt Menschen, die dir rund um die Uhr gerne und kompetent helfen. Wähle im Krisenfall die Nummer 143.

Hilfreiche Infos und Tipps zum Liebeskummer findest du ausserdem auf diesen Seiten:

Beim ungeschützten Sex lassen sich Geschlechtskrankheiten übertragen. Du bist vermutlich der Abkürzung «STI» schon begegnet: Sie steht für den englischen Fachausdruck «sexually transmitted infections» und bedeutet auf Deutsch «sexuell übertragbare Infektionen». Die meisten STI übertragen sich häufiger als HIV.

STI sind eine Gruppe unterschiedlicher Infektionen, verursacht durch verschiedene Erreger und Parasiten wie:

  • Bakterien: zum Beispiel Chlamydien, Gardnerellen, Gonorrhoe (Tripper), Syphilis (Lues)
  • Viren: zum Beispiel HIV, Hepatitis A, B, C, Herpes-simplex-Viren, HPV (Humane Papillomaviren)
  • Pilze und Parasiten

STI verursachen unter anderem Symptome wie Ausfluss, Jucken oder Hautveränderungen an den Genitalien und am After. Einige bleiben symptomlos und werden darum unbemerkt weitergegeben. Auch im Rachenbereich kann es zu Infektionen kommen, z. B. durch Oralsex oder Küssen.

Durch Bakterien, Parasiten und Pilze verursachte STI lassen sich in der Regel mit Antibiotika oder spezifischen Medikamenten gut behandeln.

Gegen Hepatitis A und B kannst du dich impfen lassen, ebenso gegen HPV (bis zum 27. Altersjahr empfohlen). Eine HIV-Infektion lässt sich nicht heilen, sondern erfordert eine lebenslange und ärztlich begleitete Therapie mit HIV-Medikamenten. Erst eine regelmässige HIV-Therapie kann die Virusmenge im Körper so tief wie möglich halten. Ohne Behandlung führt eine HIV-Infektion zur Immunschwächekrankheit Aids.

 

Übertragung von HIV und STI

Sexuell übertragbare Infektionen (STI) werden durch ungeschützte sexuelle Kontakte übertragen, z. B. beiim Vaginal-, Anal- und Oralverkehr oder beim gemeinsamen Gebrauch von Sexspielzeug. Die Ansteckung erfolgt vor allem durch den Kontakt mit infizierten Schleimhäuten oder von Haut zu Haut. Die HIV-Übertragung findet hauptsächlich durch ungeschützten Vaginal- oder Analsex statt.

 

Safer-Sex-Regeln: So schützt du dich und deine*n Partner*in

Mit Safer Sex schützt du nicht nur dich, sondern auch deine*n Partner*in am besten vor einer Ansteckung mit HIV oder vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen.

Als Safer-Sex-Regeln gelten dabei:

  1. Vaginal- und Analverkehr mit Kondom
  2. Persönlicher Safer-Sex-Check

Wenn du in einer neuen, festen Beziehung bist und ihr beide vorher schon sexuell aktiv wart, dann ist ein HIV-/STI-Test zu empfehlen. So könnt ihr allfällige Infektionen rechtzeitig erkennen und behandeln lassen. Wer häufige Partner*innenwechsel hat, sollte sich ebenfalls testen lassen.

Weitere Details zu Geschlechtskrankheiten sowie zum Safer-Sex-Check findest du hier:

Du hast das Recht, selber zu entscheiden, welche Verhütungsmethoden du wählst. Du darfst auch eine medizinische Behandlung und Beratung in Anspruch nehmen, ohne deine Eltern informieren zu müssen. Es gibt nicht «das» sicherste Verhütungsmittel. Vielmehr musst du dich fragen, welches der dir angebotenen Verhütungsmittel am besten zu dir passt. Das heisst: Bei welchem kannst du die seriöseste Anwendung garantieren. Die meisten Jugendlichen verhüten mit Kondom und Pille.

Auch bei korrekter Anwendung kann es zu einer ungeplanten Schwangerschaft kommen. Auf dieser Seite kannst du dich eingehend über Schwangerschaftsverhütungsmethoden informieren.

Die «Pille danach» ist eine Notfallverhütung. Die Wirksamkeit ist innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Verhütungspanne am höchsten. Du kannst sie innerhalb von drei bis fünf Tagen einnehmen. Die «Pille danach» unterdrückt den Eisprung und verhindert so eine Schwangerschaft.

Sind Mädchen bzw. junge Frauen urteilsfähig, erhalten sie die Notfallverhütung, auch wenn sie unter 16 Jahre alt sind. Die Voraussetzung dafür ist das Beratungsgespräch in der Apotheke oder bei Gynäkolog*innen. Als Notfallverhütung lässt sich auch die Kupferspirale bis zu fünf Tage nach der Verhütungspanne einlegen und anschliessend während fünf Jahren zur Verhütung tragen.

Auf diesen beiden Seiten findest du weitere Informationen zur Notfallverhütung bzw. zur «Pille danach»:

Eine Schwangerschaft lässt sich durch einen Schwangerschaftstest frühestens zwei Wochen nach dem Geschlechtsverkehr feststellen. Sie wird ab Beginn der letzten Menstruation berechnet.

Auf einen positiven Schwangerschaftstest reagieren Jugendliche unterschiedlich: Für einige junge Frauen steht schon zu Beginn fest, ob sie die Schwangerschaft austragen oder einen Schwangerschaftsabbruch machen möchten. Andere benötigen für ihre Entscheidung Zeit und Unterstützung.

Darum ist eine ärztliche Untersuchung bei einem positiven Schwangerschaftstest immer wichtig, um die genaue Schwangerschaftswoche zu bestimmen und Komplikationen auszuschliessen. Jugendliche, die sich für das Austragen ihrer Schwangerschaft entscheiden, stehen vor vielen Herausforderungen. Hierzu brauchen sie Unterstützung.

 

Wie lange ist ein Schwangerschaftsabbruch möglich?

Ein Schwangerschaftsabbruch ist nach Gesetz in den ersten zwölf Wochen ab Beginn der letzten Menstruation straflos. Die Entscheidung für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch liegt bei der Jugendlichen bzw. bei der Frau.

Jugendliche unter 16 Jahren müssen sich zusätzlich an eine spezialisierte Beratungsstelle wenden. Im Kanton St.Gallen sind dies die kantonale Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität (Fapla) oder die Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienste (KJPD).

Ein Schwangerschaftsabbruch nach der zwölften Schwangerschaftswoche ist nur dann möglich, wenn die körperliche oder psychische Gesundheit der Jugendlichen oder der Frau gefährdet ist. Die Ärztin oder der Arzt hat die Aufgabe, diese Gefahr einzuschätzen. Eine Schwangerschaft lässt sich durch die Einnahme von Medikamenten oder durch einen chirurgischen Eingriff beenden. Die Wahl der Methode hängt von der entsprechenden Schwangerschaftswoche und dem Wunsch der Frau ab.

Ein Schwangerschaftsabbruch ist eine medizinische Pflichtleistung: Nach Abzug von Franchise und Selbstbehalt übernimmt die Krankenkasse die restlichen Kosten. Eine Frau kann nach einem Schwangerschaftsabbruch zu einem späteren Zeitpunkt wieder schwanger werden.

 

Was kann ein Schwangerschaftsabbruch bei einem auslösen?

Ein Schwangerschaftsabbruch kann unterschiedliche Empfindungen hervorrufen. Oft sind dies Gefühle der Erleichterung gemischt mit Traurigkeit. Jeder Mensch hat seine eigene Art, Lebensereignisse zu verarbeiten. Wie jemand einen Schwangerschaftsabbruch erlebt, hängt unter anderem vom psychischen Befinden und der Lebenssituation der betroffenen Person ab.

Jugendliche haben das Recht auf eine kostenlose und vertrauliche Beratung, auch ohne dass Erziehungsberechtigte ihr Einverständnis geben.

Bei einer ungeplanten Schwangerschaft erhalten Betroffene bei kantonalen Beratungsstellen diese Unterstützungsmöglichkeiten:

  • Hilfe und Beratung für die Entscheidungsfindung bei einer ungeplanten Schwangerschaft
  • Beratung und Begleitung nach dem Schwangerschaftsabbruch
  • Unterstützung beim Austragen der Schwangerschaft, Informationen über private und öffentliche Hilfen, Beratung und Begleitung nach der Geburt
  • Informationen zu verschiedenen Verhütungsmethoden und zur Prävention von sexuell übertragbaren Infektionen

Weitere Informationen und einen Leitfaden zum Schwangerschaftsabbruch kannst du hier nachlesen:

Die Menschen sind vielfältig. Sie haben unterschiedliche Voraussetzungen, Erfahrungen, Bedürfnisse, Gefühle und Vorstellungen. Wie die Menschen kennen auch deren Geschlechter und Orientierungen keinen Standard. Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind bunt und breitgefächert wie der Regenbogen, den du bestimmt schon als Symbol der LGBTIQA+ Community kennst.

Menschen entscheiden nicht selber, von welchem Geschlecht sie sich angezogen fühlen. Es gibt vielfältige sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten und keine klaren Grenzen. Die meisten Menschen erkennen ihre sexuelle Orientierung im Laufe der Pubertät. Weil vieles möglich ist, kann es eine Weile dauern, bis du dir deiner Orientierung sicher bist und sie akzeptieren kannst. Lass dir Zeit. So, wie du bist, bist du richtig. Dafür brauchst du dich weder zu schämen noch dir Vorwürfe zu machen.

 

Coming-out: Wie sage ich es den anderen?

Anderssein ist oft mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden: Wie spreche ich mit den Menschen im meinem Umfeld darüber, wie ich bin und fühle? Wie sage ich es meiner Familie, meinen Freund*innen, meiner Klasse? Die Angst vor Ablehnung, Diskriminierung oder vor Mobbing und Gewalt hindert viele LGBTIQA+ Menschen, zu ihrem Sein zu stehen und über ihr Sein im eigenen Umfeld zu sprechen. Es ist verständlich, dass du dir Sorgen machst. Hab Mut, denn viele andere Menschen haben sich geoutet und sind glücklich.

Unterstützende Gespräche mit einer Vertrauensperson können dir helfen, deine Unsicherheiten oder Ängste zu benennen und neue Perspektiven aufzuzeigen. Eine solche Vertrauensperson können deine Eltern sein oder aber auch deine beste Freundin, dein bester Kumpel oder eine Fachperson einer Beratungsstelle.

Falls du mit einer Person aus unserem Beratungsteam sprechen möchtest, kannst du uns wie folgt erreichen:

Unsere Beratungszeiten sind wie folgt:

Montag, Mittwoch und Donnerstag

9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Dienstag

9–12 Uhr

Freitag geschlossen

Weitere Infos zur bunten LGBTIQA+ Welt erfährst du auf diesen Plattformen:

Pornografie produzieren grundsätzlich Erwachsene für Erwachsene. Das pornografische Bild- und Videomaterial bildet jedoch nicht das reale Liebes- und Sexleben Jugendlicher ab.

Es kann sein, dass du in deinem Umfeld in Bezug auf Sexualität nicht auf alle deine Fragen eine Antwort bekommst. Deshalb suchst du nach Antworten im Internet, wo du auch Pornos begegnest. Die einen Menschen reagieren eher ablehnend darauf, die anderen finden Pornos überaus faszinierend – vor allem junge Männer. Junge Frauen konsumieren auch Pornografie, aber viel selektiver und nicht so oft in Kombination mit Selbstbefriedigung. Viele junge Männer befriedigen sich regelmässig nur noch in Kombination mit Pornos. Dies kann zu zwei Dingen führen: Erstens kommst du mit deinen eigenen Bedürfnissen und Fantasien viel weniger in Kontakt. Zweitens können sich dadurch deine Empfindungen beim realen Sex verändern.

Pornografie ist eine direkte Darstellung menschlicher Sexualität. Sie soll dabei die betrachtende Person sexuell erregen. Deshalb betonen Pornos die Geschlechtsorgane bewusst und übertrieben. Dagegen klammern sie liebevolle, gefühlsvolle Beziehungen meistens aus. Das erweckt den Eindruck, dass sich die Beziehungen grob und einseitig gestalten. Jugendliche fragen sich dann im realen Leben: «Ist das Sex!? Muss ich das auch machen oder über mich ergehen lassen?»

 

Wie viel Wirklichkeit steckt in einem Porno?

Pornos sind in erster Linie gestellte sexuelle Handlungen. Es gibt zum einen die Amateur-Pornos, die auf sozialen Netzwerken geteilt werden. Zum anderen die klassischen Produktionsfirmen, die alles perfekt in Szene setzen. Solche Produktionsfirmen bearbeiten Clips und Filme elektronisch nach, damit alles noch extremer wirkt. Zudem schminken Make-up-Teams die Models vor den Aufnahmen stark, während das Aufnahme-Team alles so ausleuchtet, dass alles perfekt wirkt. Gezielt gewählte Perspektiven und ausgefallene Stellungen lassen zusätzlich alles eindrucksvoller erscheinen.

Was du in einem professionell produzierten Porno zu sehen bekommst, entspricht also nicht ganz der Wirklichkeit. Du kannst das mit einem Filter auf Instagram vergleichen, das die Influencer nutzen, um ihr Selfie möglichst optimal darzustellen.

 

Pornodarsteller*innen entsprechen nicht dem Durchschnitt

Damit die sexuellen Handlungen besser zu sehen sind, rasieren sich einige Pornodarsteller*innen den Intimbereich. Die Penisse wirken dadurch gross und die Vulven (Venushügel mit äusseren und inneren Scheidenlippen) glatt und klein.

In Wirklichkeit sind die Geschlechtsorgane sehr verschieden. Menschen können sich minderwertig fühlen, wenn sie sich körperlich mit anderen vergleichen – besonders mit Pornodarsteller*innen. Denn diese entsprechen meistens nicht dem Durchschnitt oder haben bereits Schönheitsoperationen hinter sich.

Lass dich also nicht vom Aussehen der Schauspieler*innen unter Druck setzen. Jeder Körper ist einzigartig. Nimm dich so an, wie du bist: Du bist gut so.

 

Sex ist mehr als Porno

Wie du siehst: Vieles ist beim Porno übertrieben oder einfach nicht realistisch. Auch starten die Pornos sofort mit Sex. Wie es dazu kommt, erscheint dabei völlig unwichtig. In Wirklichkeit nehmen sich die meisten Menschen Zeit, bevor sie miteinander Sex haben. Sie lernen dabei sich, ihre Sexualität und den Partner oder die Partnerin kennen. Auch unmittelbar vor dem beabsichtigten Geschlechtsverkehr nehmen sich die meisten Menschen Zeit: Es kann gut sein, dass sich dann jemand das Ganze noch anders überlegt und nicht mag. Das ist in Pornos kein Thema.

Menschen verhalten sich beim «normalen» Sex anders: Sie setzen sich nicht so in Szene. Auch betrachten sie Sex nicht als Leistungssport. Zudem liegt der Fokus nicht alleine auf den Geschlechtsteilen wie im Porno, in dem zum Beispiel der Penis in die Scheide eindringt oder der Samenerguss in Slow Motion erfolgt. Bei vielen Menschen ist beim Sex auch nicht der Orgasmus das Ziel, sondern die Intimität, die zwischen zwei Menschen entsteht. Es geht um Berührungen, um Lust und um das Spiel mit der Erregung.

 

Du alleine entscheidest, was du mit deinem Körper machst

Auch sind Frauen und Männer normalerweise nicht immer zu allem bereit. Jede Person hat individuelle Vorlieben und Bedürfnisse. Den Sex beeinflussen oft die aktuelle Stimmung und Gefühle. Sag deinem Partner oder deiner Partnerin, wenn dir etwas gefällt oder nicht gefällt. Lass dich nicht drängen, etwas zu tun, das du nicht willst.

Pornodarsteller*innen tun so, wie wenn sie bei allem jetzt und gleich Lust verspüren und erleben. Was sie wirklich empfinden, zeigen sie nicht. Denn sie sind ja primär Schauspieler*innen. Oral-, Analsex oder Sex mit mehreren Personen gleichzeitig sind Praktiken, die manchen Menschen gefallen und manchen nicht. Beides ist ok. Darum gilt: Du allein entscheidest, was du mit deinem Körper machst. Finde selber heraus, was für dich stimmt, wann und mit wem.

 

Denk an Safer Sex

In Pornos benutzen Männer selten Kondome. Wie sich Pornodarsteller*innen vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) und/oder einer ungewollten Schwangerschaft schützen, bleibt unklar. Bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr lassen sich eine Vielzahl an Infektionen übertragen. Um das zu verhindern, ist es wichtig, Safer Sex zu praktizieren.

Welche Strategien zu dir passen, erfährst du in deinem persönlichen Safer-Sex-Check.

 

Legale und illegale Pornografie

Das Gesetz verbietet es, «legale Pornografie» Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren zugänglich zu machen. Dennoch ist es Realität, dass einige Jugendliche schon mit Pornos in Kontakt kommen, auch wenn sie jünger als 16 Jahre sind.

Als «illegale Pornografie» gilt die Darstellung sexueller Handlungen mit Minderjährigen oder mit Tieren oder Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen. Solche Darstellungen sind grundsätzlich verboten.

Auf den nachfolgenden Seiten findest du weitere Infos zur Pornografie und dazu, was einen guten Liebhaber ausmacht:

Sexting ist weit verbreitet. Sexting bedeutet, dass du erotische Bilder, Videos oder Textnachrichten herstellst und diese über Online-Plattformen an andere Personen verschickst. Diese Bilder oder Videos zeigen dich in eindeutig sexueller Pose, nackt oder bei sexuellen Handlungen – alleine oder mit anderen Personen.

Bein Sexting orientieren sich Jugendliche oft an Stars und Influencern, die sich in den sozialen Netzwerken inszenieren. Das Austesten der Wirkung auf sich und andere gehört zur Selbstfindung.

Doch Achtung: Der Austausch intimer Darstellungen kann freiwillig oder unter Druck stattfinden, zum Beispiel durch Erpressung oder als Liebesbeweis. Betroffene Personen können durch Sexting Blossstellung und Beschämung erfahren. Zudem lassen sich Aufnahmen im Netz nicht mehr rückgängig machen. Achte deshalb darauf, dass du nur Bilder von dir veröffentlichst, zu denen du auch vor all deinen Kolleg*innen und deiner Familie stehen kannst.

 

Wann ist Sexting rechtswidrig bzw. strafbar?

Entstehen Bilder oder Clips unter Druck, ist das eine Form von Nötigung. Dies ist ein Straftatbestand und kann angezeigt werden. Kopiert oder veröffentlicht jemand Fotos, Texte oder Webcam-Mitschnitte ohne dein Wissen, ist dies rechtswidrig und möglicherweise strafbar. Schon die Drohung, Bilder oder Clips zu veröffentlichen, ist rechtswidrig.

Die Herstellung von Bild- oder Tonaufnahmen mit sexuellem Inhalt ist unter anderem dann strafbar, wenn die Dargestellten unter 18 Jahre alt sind. Wenn du und dein*e Freund*in über 16, aber unter 18 Jahre alt seid und euch einvernehmlich beim Sex fotografiert oder filmt, bleibt ihr straffrei. Aber nur, solange ihr beiden diese Aufnahmen besitzt und konsumiert. Zeigt oder teilt ihr diese Aufnahmen mit anderen Personen, die nicht in die sexuellen Handlungen involviert waren, macht ihr euch beide strafbar.

Bist du von rechtswidrigem Sexting betroffen oder hat dich jemand zum Sexting genötigt? Dann solltest du mit einer Person deines Vertrauens sprechen, auch wenn dir das extrem peinlich ist. Das kann deine Lehrperson, ein Elternteil, deine Patin oder die Beratungsstelle Pro Juventute sein.

Pro Juventute erreichst du über die Nummer 147 oder auf der Website. Dort kannst du auch chatten oder eine SMS schreiben.

Im Pro-Juventute-Merkblatt für Kinder und Jugendliche findest du alle Infos zum Thema Sexting.

Von sexualisierter Gewalt sprechen wir, wenn eine Person versucht, eine andere Person mit Zwang, psychischem Druck oder körperlicher Gewalt zu einer sexuellen Handlung zu zwingen. Sexualisierte Gewalt kann mit oder ohne Körperkontakt auch in Liebesbeziehungen erfolgen.

Formen der sexualisierten Gewalt sind:

  • Ungewolltes Berühren, Küssen oder Auf-den-Schoss-Nehmen
  • Sexuelles Belästigen und Bedrängen
  • Drohungen für den Fall, dass sich eine Person nicht auf sexuelle Handlungen einlässt
  • Drängen oder Erzwingen von sexuellen Handlungen wie erzwungener Oral-, Anal- oder Vaginalverkehr
  • Sexuelle Handlungen an wehrlosen Personen (unter Alkohol-, Drogeneinfluss oder K.-o.-Tropfen)
  • Drängen oder Zwingen zum Anschauen von pornografischen Darstellungen oder zum Mitwirken in pornografischen Handlungen in Fotografien, Filmen oder Internet-Chats
  • Verschicken oder Verbreiten von Nacktbildern ohne Einwilligung
  • Beschimpfungen mit sexuellem Inhalt
  • Verheiratung Minderjähriger

Alle diese Formen sind strafbar. Je nach Art und Schwere ist mit Geldbussen oder Freiheitsstrafen zu rechnen.

 

Sexualisierte Gewalt und wo sie überall passiert

Sexualisierte Gewalt findet häufig innerhalb der engsten Familie sowie im weiteren Familien- und Bekanntenkreis statt. Das können Nachbar*innen oder Verwandte sowie Personen aus Einrichtungen oder Vereinen sein. Es sind meistens Personen, die die Kinder und Jugendlichen gut kennen. Zunehmend finden sexuelle Übergriffe auch im digitalen Raum statt.

Auch Kinder und Jugendliche üben gegen andere Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt aus. Gemäss einer Studie des Kantons Zürich (2015) berichten 20 % der 15-jährigen Mädchen und 7 % der gleichaltrigen Jungen über erlebte sexualisierte Gewalt in der Paarbeziehung. 6 % der Jungen und 1 % der Mädchen berichten, selber sexualisierte Gewalt angewendet zu haben. Als häufigste Gewaltform in jugendlichen Paarbeziehungen nennen Jugendliche den Versuch, Kontakte der Partner*innen einzuschränken und zu kontrollieren.

Täter*innen können drohen, erpressen und zur Geheimhaltung verpflichten. Scham und Schuldgefühle machen Betroffene oft sprachlos und handlungsunfähig. Viele Kinder und Jugendliche trauen sich lange nicht, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Wichtig für dich zu wissen: Verantwortlich für die Einhaltung von Grenzen sind allein die Täter*innen, niemals die betroffenen Kinder und Jugendlichen.

 

Sexualisierte Gewalt: Suche dir Hilfe

Solltest du von sexualisierte Gewalt betroffen sein, rede mit einer Person deines Vertrauens. Das kann die Lehrperson, ein Elternteil eines Kollegen, die Beratungsstelle Pro Juventute (Tel. 147) oder eine andere Beratungsstelle sein.

Zögere im Falle von sexualisierter Gewalt nicht, dir Hilfe zu holen. Diese findest du auf diesen Plattformen:


Infos für Mädchen und junge Frauen


Infos für Jungs und junge Männer


Infos für LGBTIQA+ Jugendliche


Events für LGBTIQA+ Jugendliche