Jahresbericht

Beratungsstelle für die LGBTIQA+-Community

Lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, queer, asexuell …? Bei uns findest du Beratung und Informationen zu LGBTIQA+-Themen.

Wir hören dir zu und informieren dich. Wir beraten dich persönlich, vertraulich und respektvoll. Themen sind sexuelle Gesundheit und Leben in der Community.

Uns ist eine Haltung wichtig, die Vielfalt zeigt. Deshalb setzen wir uns ein für mehr Akzeptanz: am Arbeitsplatz, in Schulen, in Familien, in Kirchen. Wir wollen mehr Sichtbarkeit und Gleichstellung in Gesellschaft und Politik. Und wir wollen deine Lebensqualität stärken – mit guter, ganzheitlicher Gesundheit.

Sexuelle Gesundheit

Beratung und Informationen für die LGBTIQA+-Community


LGBTIQA+: Beratung zum Coming-out

Du fragst dich, ob du lesbisch, bisexuell, schwul, asexuell, pansexuell oder queer bist? Hast du Fragen zu deiner Geschlechtsidentität? Oder möchtest du dich outen und weisst noch nicht, wie?

Auf unserer Fachstelle sind Menschen aller sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten willkommen. Dazu gehören auch queere, trans, gendervariante und gendernonkonforme Menschen sowie alle, die sich nicht oder nur teilweise mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.

Unser Team ist mit queer- und transfreundlichen Fachpersonen und Endokrinolog*innen vernetzt. Bei Bedarf vermitteln wir geeignete Fachstellen und Fachpersonen.

Darüber hinaus arbeiten wir mit anderen Fachstellen aus der Region zusammen – zum Beispiel in diesen Bereichen:

Wir beraten auch Angehörige, Freund*innen und andere Bezugspersonen, die einen Menschen beim Coming-out begleiten und unterstützen möchten.

Du erreichst uns wie folgt:

Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

Telefonzeiten
Montag
9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Dienstag bis Donnerstag
9–12 Uhr

Freitag 
geschlossen

info@ahsga.ch 071 223 68 08WhatsApp

Barrierefreiheit
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) ist nicht barrierefrei zugänglich. Gerne bieten wir dir individuelle Alternativen an – nimm einfach Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch 071 223 68 08. Gemeinsam finden wir eine für dich passende Lösung.

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermittle in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu deiner Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur dein Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls du eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschst, darfst du uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

Bei Diskriminierung sowie homo- und transfeindlicher Gewalt
In Fällen von Diskriminierungen sowie homo- und transfeindlicher Gewalt – unabhängig vom Kontext – wende dich an die LGBTIQ-Helpline: 0800 133 133hello@lgbtiq-helpline.ch.


Queeres Leben: Beratungsstellen, Events, Organisationen, Literatur und Filme

Hier findest du weitere Informationen zu «Safer Sex», «HIV-/STI-Testing» sowie «Sex und Drogen». Ausserdem haben wir Veranstaltungen, Organisationen und Möglichkeiten zur Vernetzung innerhalb der Community für dich zusammengestellt.

Allgemeine Informationen zu Safer Sex, HIV-/STI-Testing und Safer Drug Use

 

Sexuelle Gesundheit für Männer, die Sex mit Männern haben (MSM)

 

Sexuelle Gesundheit für Lesben, Bisexuelle und Queers mit Vulva

 

Beratungsstellen und Informationen zu geschlechtlicher Vielfalt

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

LGBTIQA+: Definition, Geschichte und Hilfe bei Diskriminierung

Die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten ist grösser als generell angenommen. Diese Vielfalt wird mit Kürzeln wie «LGBT», «LGBTI» oder «LGBTIQA+» beschrieben.

LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung. Sie steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender – also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Es geht also einerseits um die sexuelle Orientierung (LGB), anderseits um die Geschlechtsidentität (T).

Heute wird der Term häufig durch IQA+ erweitert, was für «inter», «queer» und «asexual» steht. Durch das Plus sind alle geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen inkludiert.

Bei Transgender und auch Intergeschlechtlichkeit handelt es sich um eine Frage der Geschlechtsidentität und nicht um eine sexuelle Orientierung.

Trans und intergeschlechtliche Menschen können sowohl eine heterosexuelle als auch eine bi- oder homosexuelle Orientierung haben.

In jüngerer Zeit wird auch das aus dem englischen Sprachraum stammende «queer» (dt. «seltsam» oder «sonderbar») als positives Synonym für LGBTIQA+ verwendet.

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Begriff «Drittes Geschlecht» als Sammelbegriff für Menschen, die von heteronormativen Regeln abweichen. Beginnend mit Magnus Hirschfeld und vor allem ab Ende der 1940er Jahre unterschied die Wissenschaft immer mehr zwischen Homosexualität und Transidentität. Der Begriff «Drittes Geschlecht» verschwand somit wieder.

Besonders seit Stonewall* verwenden progressivere Kreise die ursprünglich negativ gemeinten Begriffe gay oder schwul mit verstärktem Selbstbewusstsein.

*Stonewall, auch Stonewall-Aufstand oder Stonewall-Unruhen genannt, waren gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und schwulen, lesbischen sowie trans Menschen in New York im Jahr 1969.

«Die Strategie ‹Gesundheit2020› des Bundesrates hält fest, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben und auf eine optimale Lebenserwartung haben sollen (EDI, 2013). Welche Menschen sind gemeint? Menschen sind im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend durch Stigmatisierung ihrer Geschlechtsidentität beziehungsweise sexuellen Orientierung von gewissen Suchterkrankungen, Depressionen und Suizidversuchen deutlich mehr betroffen als gleichaltrige heterosexuelle cis Menschen.» (Gesundheitsförderung Schweiz, Faktenblatt 19).

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen setzt sich deshalb dafür ein, geschlechtliche und sexuelle Minderheiten und die damit verbundene Vielfalt in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Durch diese Sensibilisierung der Gesellschaft sollen Menschen aus der LGBTIQA+-Community mehr Akzeptanz erfahren.

Der Ausdruck «Diskriminierung» beziehungsweise «Diskriminieren» stammt vom lateinischen Verb «discriminare» ab und steht für «trennen», «Unterscheidungen treffen», «aussondern».

Soziale Diskriminierung umfasst die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie:

  • ethnische und/oder nationale Herkunft
  • Hautfarbe und/oder Sprache
  • politische und/oder religiöse Überzeugungen
  • sexuelle Orientierung und/oder Geschlecht
  • Alter
  • Behinderung

Die Basis jeder sozialen Diskriminierung bildet das Konstruieren von Unterschieden: Eine gesellschaftliche Mehrheit definiert, wie ein Mensch zu sein hat und legt damit die gesellschaftliche Norm fest – zum Beispiel «weiss, männlich, heterosexuell, christlich etc.». Gruppen, die nicht den dominanten Normen entsprechen, werden somit diskriminiert.

Es wird unterschieden zwischen rechtlicher Diskriminierung (de jure) und tatsächlicher, alltäglicher Diskriminierung (de fakto). Die rechtliche Diskriminierung beschreibt die Ungleichbehandlung durch den Staat aufgrund von geltenden Gesetzen.

Abseits der Ungleichstellung vor dem Gesetz führen gesellschaftliche Zustände zur Stigmatisierung und Diskriminierung von LGBTIQA+-Menschen. Insbesondere diese im Alltag erlebte Diskriminierung kann emotional belastend sein. LGBTIQA+-Menschen sind dieser Situation nicht durch bestimmte Handlungen ausgesetzt, sondern bereits durch das blosse Bestehen ihrer Persönlichkeit.

Erlebte Diskriminierung in Form von Ablehnung, Anfeindung, Mobbing, Bedrohung und Gewalt sind Risikofaktoren für die psychische Gesundheit von LGBTIQA+-Menschen.

Diskriminierungen von LGBITQA+-Personen können unterschiedliche Folgen für die gesamte Gesundheit nach sich ziehen:

  • Verunsicherung und Ängste
  • Scham- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Depressionen und Schlafstörungen
  • Erhöhung der Sucht- und Suizidgefahr

Massive körperliche Übergriffe wie eine Vergewaltigung oder eine schwerwiegende Prügelattacke können neben schweren körperlichen Verletzungen auch Traumata und Todesängste auslösen. Oftmals führt dies zu langjährigen Trauma-Behandlungen. Auch andauernde psychische Ausgrenzung und Gewalt über einen längeren Zeitraum können Angstzustände und Depressionen auslösen.

Bei einem körperlichen Übergriff ist es wichtig, Hilfe zu holen und Hilfe anzunehmen:

Weitere Anlaufstellen bei körperlicher, psychischer oder sexualisierter Gewalt findest du auf unserer Notfall-Seite.

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