Sexualpädagogische Elternbildung

Sexualpädagogische Elternbildung Elternbildung

Als Ergänzung zum sexualpädagogischen Unterricht führen wir Elternabende durch. Elternhaus und Schule übernehmen so gemeinsam Verantwortung für die sexuelle Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Der Abend vermittelt Grundwissen zur sexuellen Gesundheit sowie zur körperlichen und psychosexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Insgesamt unterstützt ein solcher Elternabend die Eltern in der Sexualerziehung.

Aufgebaut ist ein solcher Elternabend wie folgt:

Ziel des Angebotes

  • Vermittlung von Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit und zur psychosexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  • Unterstützung der Eltern in der Sexualerziehung
  • Ansprechen von und Umgang mit Tabuthemen
  • Information über den sexualpädagogischen Einsatz im Rahmen der Schule
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Eltern und der Schule

Zielgruppen

  • Eltern von Kindern und Jugendlichen in den Zyklen 2 und 3

Methoden

  • Vortrag mit PowerPoint-Präsentation, Anspielfilme
  • Gruppen- und Plenumsgespräche, Diskussionen
  • Interaktive Übungen
  • Beantworten von Fragen

Themenschwerpunkte

  • Sexualerziehung gestern und heute
  • Körperliche und psychosexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen
  • HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI), Safer-Sex-Regeln und Verhütung
  • Umgang mit der Sexualität in sozialen Medien
  • Umgang mit Grenzen
  • Sexuelle Orientierungen, Geschlechterrollen und Geschlechtsidentitäten
  • Kommunikation mit Kindern und Jugendlichen über Sexualität

Organisatorisches

  • Ort: Schulhaus
  • Kombinierbar mit den sexualpädagogischen Angeboten der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen
  • Frühzeitige Kontaktaufnahme wird empfohlen: info@ahsga.ch / 071 223 68 08

Kosten

  • Fr. 350.– für ca. zwei Stunden, zzgl. Spesen
Planen Sie einen Elternabend an Ihrer Schule?

Zögern Sie nicht, uns anzurufen oder uns zu schreiben. Wir unterstützen Sie gerne dabei, einen Elternabend zur sexuellen Gesundheit und zur Sexualerziehung von Kindern und Jugendlichen durchzuführen.


Weitere Angebote für Volks-, Berufs- und weiterführende Schulen sowie Kitas und Horte

Sexualpädagogisches Wissen und Unterrichtsmaterialien

Sexualpädagogische Elternbildung

Sexualpädagogik für Berufsschulen und weiterführende Schulen

Für junge Erwachsene ist Sexualität ein wichtiges Thema. Viele haben bereits erste sexuelle Erfahrungen gemacht. Obwohl die meisten sagen, sie wüssten schon alles, zeigen unsere Erfahrungen, dass ihr Wissen lückenhaft ist und oft nicht den Tatsachen entspricht.

Mit unseren sexualpädagogischen Einsätzen fördern wir ihre Selbstkompetenz, stärken ihre Ressourcen und unterstützen sie in einem verantwortungsvollen Umgang mit ihrer sexuellen Gesundheit. Wir entwickeln mit ihnen eine Sprache über Sexualität, damit sie so besser über eigene Bedürfnisse, Scham und Lust reden können. Wir vermitteln ihnen Wissen, damit sie ihre sexuellen Begegnungen aktiv und selbstbestimmt gestalten können. Und wir setzen uns mit Rollenbildern und mit den sozialen Kompetenzen auseinander, die es für eine gleichberechtigte Partnerschaft braucht.

Geschlechterunterschiede beim Zugang zur Sexualität

Junge Männer haben einen anderen Zugang zur Sexualität als junge Frauen. Junge Frauen holen sich ihr Wissen eher aus Online-Medien und gemeinsamen Gesprächen. Junge Männer hingegen nennen als Wissensquellen häufiger Internet, Pornos und eigenes Ausprobieren. Meistens konsumieren sie auch mehr pornografische Inhalte als junge Frauen und vertreten die Meinung, «von Pornos viel lernen zu können». Es ist aber wichtig, dass sie zwischen der Realität und der inszenierten Sexualität wie in der Pornografie unterscheiden können.

Junge Frauen haben ein viel negativeres Bild von ihrem Körper als ihre männlichen Gleichaltrigen. Ihr Frau Werden erleben sie nicht immer positiv. Auch sind sie bezüglich Selbstbefriedigung eher zurückhaltender eingestellt. Ein guter Zugang zur eigenen Körperlichkeit ist jedoch die Grundlage sexueller Gesundheit. Zu einem positiven Körperbild zu gelangen ist somit eine wichtige Ressource für junge Frauen. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben zudem oft noch ein starreres Rollenbild von Männlichkeit und Weiblichkeit, als dies in der hiesigen Kultur der Fall ist. Dies beeinflusst oder erschwert gar ihre Beziehungserfahrungen.

Sexualpädagogisches Angebot für Berufsschulen und weiterführende Schulen

Sexuelle Gesundheit meint den Zustand physischen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens in Bezug auf die Sexualität. Mit unseren sexualpädagogischen Einsätzen unterstützen wir junge Erwachsene in ihrer Selbstkompetenz, stärken ihre Ressourcen und fördern sie in einem verantwortungsvollen Umgang mit sexueller Gesundheit.

Im Unterricht verfolgen wir dabei diese Ziele:

  • Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit, zu HIV/STI und Verhütung
  • Wissensvermittlung im Umgang mit sexueller Gesundheit
  • Stärkung persönlicher Ressourcen und einer partnerschaftlichen Sexualität
  • Fördern eines selbstverantwortlichen Umgangs mit der eigenen Sexualität und Beziehung
  • Toleranz und Respekt im Umgang mit sexuellen Minderheiten und Tabuthemen

Konzipiert ist das Angebot für junge Erwachsene in der Ausbildung sowie für Berufsschüler*innen und Kantonsschüler*innen.

Im Unterricht kommen unterschiedliche Methoden zur Anwendung, um eine vielseitige und ganzheitliche Erfahrung mit dem Thema zu gewährleisten:

  • PowerPoint-Präsentationen, Arbeitsblätter, Filmmaterial, neue Medien
  • Plenums- und Gruppendiskussionen
  • Beantwortung von Fragen
  • Anregung zur Selbstreflexion und zur Selbstverantwortung

Unsere Themenschwerpunkte für die jungen Erwachsenen setzen wir dabei wie folgt:

  • Sexuelle und reproduktive Gesundheit
  • HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI), Verhütung, Safer-Sex-Regeln
  • Partnerschaft und sexuelle Beziehungen Körper und Sexualverhalten
  • Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität
  • Achtsamkeit im Umgang mit dem eigenen Körper, sexualisierte Gewalt

Der Unterricht erfolgt in geschlechtergetrennten Gruppen und lässt sich ideal mit dem Projekt «COMOUT» kombinieren.

Könnte unser Angebot für Ihre Schule hilfreich sein?

Dann nehmen Sie doch mit uns rechtzeitig Kontakt auf, um die Rahmenbedingungen und Bedürfnisse der Klasse zu besprechen. Im Anschluss daran kreieren wir gemeinsam ein passendes Angebot für Ihre Schule. Empfohlen sind mindestens zwei Lektionen. Die Kosten pro Lektion betragen Fr. 110.– (zzgl. Spesen).


Weitere Angebote für Volks-, Berufs- und weiterführende Schulen sowie Kitas und Horte

Sexualpädagogisches Wissen und Unterrichtsmaterialien

Sexualpädagogische Elternbildung

Sexualpädagogik für Volksschulen
(Zyklen 2 und 3)

In unseren sexualpädagogischen Einsätzen vermitteln wir Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit. Der Schwerpunkt der Sexualpädagogik für Volksschulen (Zyklen 2 und 3) liegt dabei auf der HIV- und STI Prävention. Wir initiieren entwicklungsgerechte und partnerschaftliche Lernprozesse bei Schüler*innen im Alter von 12 bis 20 Jahren und ergänzen so Eltern in ihrer Erziehungsaufgabe. Der Unterricht erfolgt geschlechtergetrennt oder durchmischt, in der Regel in Abwesenheit der Lehr-/Fachperson.

Unser Angebot beinhaltet verschiedene Bausteine und orientiert sich an den Anregungen der Lehr-/Fachpersonen, an den aktuellen Themen sowie an den Fragen der Schüler*innen:

  • Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit bezüglich HIV und STI
  • Impulse für ein sexuell verantwortliches Verhalten
  • Verständnis für die sexuelle Vielfalt entwickeln
  • Wissen zur Schwangerschaftsverhütung
  • Schutz vor sexualisierter Gewalt

Sexualpädagogisches Angebot für Zyklus 2

Dieses Angebot ist für Schüler*innen der 4. bis 6. Klasse konzipiert und verfolgt dabei diese Ziele:

  • Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit erwerben
  • Altersgerechte Förderung der sexuellen Entwicklung
  • Impulse für ein gleichberechtigtes Zusammenleben erhalten
  • Verständnis für die sexuelle Vielfalt entwickeln
  • Schutzstrategien vor sexueller Gewalt kennen

Im Unterricht kommen verschiedene Methoden zum Einsatz, um das Thema vielseitig zu erfahren:

  • Folien, Quiz, Karten, Arbeitsblätter, Anspielfilme
  • Gruppenarbeiten, Klassengespräche, Diskussionen
  • Beantwortung von Fragen

Im Zyklus 2 sind die nachfolgenden sexualpädagogischen Themenschwerpunkte zentral:

  • Psychosexuelle und körperliche Entwicklung in der Pubertät
  • Verständnis von Sexualität
  • Biologie der Geschlechtsorgane
  • Zyklus und Verhütung
  • Sensibler Umgang mit Sprache
  • Beziehung und Freundschaft
  • Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten
  • HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen

Der Unterricht erfolgt in geschlechtergetrennten und/oder durchmischten Klassen und in der Regel in Abwesenheit der Klassenlehrperson. Auch das Vorwissen und Interesse der Kinder integrieren wir in die Unterrichtseinheiten.

Sind Sie an diesem Angebot interessiert?

Die Kosten pro Lektion betragen Fr. 90.– (zzgl. Spesen). Dann nehmen Sie frühzeitig mit uns Kontakt auf.

Sexualpädagogisches Angebot für Zyklus 3

Dieses Angebot ist für Jugendliche der 1. bis 3. Klasse der Oberstufe gedacht und hat die folgenden Inhalte zum Ziel:

  • Vermitteln von Grundlagenwissen zur sexuellen Gesundheit bezüglich HIV und STI
  • Auseinandersetzung über ein sexuell verantwortliches Verhalten fördern
  • Verständnis für die sexuelle Vielfalt entwickeln
  • Umgang mit sozialen Medien und Sexualität
  • Vermitteln von Wissen zur Schwangerschaftsverhütung
  • Beziehung, Liebe, Lust und Frust
  • Schutz vor sexualisierter Gewalt

Im Unterricht sind verschiedene Methoden vorgesehen, die das Thema ganzheitlich erfahren lassen:

  • PowerPoint-Präsentationen, Arbeitsblätter, Anspielfilme
  • Gruppenarbeiten, Klassengespräche, Diskussionen
  • Beantwortung von Fragen

Für den Zyklus 3 stehen die folgenden sexualpädagogischen Themenschwerpunkte im Fokus:

  • Psychosexuelle Entwicklung
  • Biologie der Geschlechtsorgane
  • Zyklus und Verhütung
  • Männliche und weibliche Sexualität
  • Beziehung und Freundschaft
  • Sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten
  • HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen
  • Pornografie und soziale Medien

Der Unterricht lässt sich in geschlechtergetrennten und/oder durchmischten Klassen durchführen und erfolgt in der Regel in Abwesenheit der Klassenlehrperson. Das sexualpädagogische Angebot lässt sich zusätzlich mit dem Projekt «COMOUT» kombinieren.

Interessiert Sie unser Angebot?

Dann freuen wir uns über eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit uns via Telefon oder E-Mail. Die Kosten pro Lektion betragen Fr. 90.– (zzgl. Spesen).


Weitere Angebote für Volks-, Berufs- und weiterführende Schulen sowie Kitas und Horte

Sexualpädagogisches Wissen und Unterrichtsmaterialien


Sexualpädagogische Angebote
für Lehr- und Fachpersonen

Unsere sexualpädagogischen Angebote richten sich zum einen an Lehrpersonen der Volksschule (Zyklen 2 und 3) bzw. der Berufs- und weiterführenden Schulen. Zum anderen aber auch an Fachpersonen aus sozialen Institutionen, Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Sportvereinen.

Sexualpädagogische Angebote für Volks-, Berufs- und weiterführende Schulen sowie Kitas und Horte

Sexualpädagogisches Wissen und Unterrichtsmaterialien


Grundlagen zur Sexualpädagogik in der Volksschule

Was ist Sexualität?

Sexualität ist ein grundlegender Aspekt des Menschseins mit vielfältigen Dimensionen, die sehr individuell geprägt werden. Sexualität umfasst das biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität, die Geschlechterrolle und die sexuelle Orientierung. Sie ist mit Lust, Intimität und Fortpflanzung verknüpft. Bis zu einem gewissen Grad ist Sexualität das, was wir aus ihr machen.

Sexuelle Selbstbestimmung ist grundlegend mit dem eigenen Verständnis von Sexualität verbunden. Somit ist es eine Entwicklungsoption und -ressource, die jeder Mensch hat, egal wie seine Lebensvoraussetzungen sind.

Unter Sexualpädagogik verstehen wir folglich weit mehr als die biologische Aufklärung. Sexualpädagogik ist vielmehr eine ganzheitliche Gesundheitsförderung. Das Ziel dabei ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität altersgerecht, einfühlsam und kompetent zu begleiten und zu unterstützen.

Damit sie ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, selbstbestimmt, lustvoll und sinnlich entfalten und leben können.

Wie funktioniert ganzheitliche Sexualpädagogik?

Das WHO-Regionalbüro für Europa und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben ein Rahmenkonzept verfasst, das die «Standards der Sexualaufklärung in Europa» umfasst.

Das gesamte Dokument können Sie hier downloaden oder bestellen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Eine ganzheitliche Sexualpädagogik beginnt bereits mit der Geburt und fusst auf einem Ansatz, der sich an sexuellen und reproduktiven Menschenrechten orientiert. Die Basis bilden dabei wissenschaftlich korrekte Informationen, die altersgerecht hinsichtlich Entwicklungs- und Wissensstand vermittelt werden. Kulturelle, soziale und genderspezifische Gegebenheiten sind ebenso berücksichtigt wie die Lebenswirklichkeit junger Menschen.

Ferner gehört zur ganzheitlichen Sexualpädagogik auch ein ganzheitliches Konzept des Wohlbefindens, das auch die Gesundheit einschliesst. Weitere zentrale Elemente bilden die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Selbstbestimmung und Anerkennung der Vielfalt. So kann eine ganzheitliche Sexualpädagogik zu einer von Mitgefühl und Gerechtigkeit geprägten Gesellschaft beitragen, indem sie Menschen und Gemeinschaften zu einem respektvollen Umgang miteinander befähigt.

Kantonale Bestimmung

Das Kreisschreiben «Prävention in der Volksschule» betrachtet Sexualpädagogik gestützt auf den Lehrplan der Volksschule als obligatorischen Teil des Unterrichts. Alle Schüler*innen sollen am sexualkundlichen Unterricht teilnehmen. Um die Prävention und Gesundheitsförderung in der Schule zu integrieren, wird das Erstellen eines Präventionskonzepts empfohlen.

Weitere Infos hierzu finden Sie im Kreisschreiben des Kantons St.Gallen zur Prävention in der Volksschule, Februar 2019.

Des Weiteren können sexuelle Übergriffe im Kindergarten oder in der Schule Betreuungs- und Lehrpersonen stark herausfordern. Die Kriseninterventionsgruppe des Schulpsychologischen Dienstes (KIG) steht in solchen Fällen rund um die Uhr zur Verfügung: 0848 0848 48. Weitere Informationen zur KIG finden Sie hier.

Sexuelle Gesundheit und sexuelle Rechte

Laut dem WHO-Regionalbüro für Europa und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) lässt sich die sexuelle Gesundheit wie folgt definieren:

«Sexuelle Gesundheit ist der Zustand körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens bezogen auf die Sexualität und bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, Funktionsstörungen oder Schwäche.

Sexuelle Gesundheit erfordert sowohl eine positive, respektvolle Herangehensweise an Sexualität und sexuelle Beziehungen als auch die Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen, frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt.

Wenn sexuelle Gesundheit erreicht und bewahrt werden soll, müssen die sexuellen Rechte aller Menschen anerkannt, geschützt und eingehalten werden.»

Quelle: WHO-Regionalbüro für Europa und BZgA (2011:19)

Sexuelle Rechte sind Teil der Menschenrechte. Sie sind allgemeingültig, in Wechselbeziehung stehend, miteinander verflochten und unteilbar. Sie stellen eine sich stetig entwickelnde Reihe von Rechtsansprüchen dar, die zu Freiheit, Gleichstellung und Würde aller Menschen beitragen. Die Charta der IPPF (International Planned Parenthood Federation) formuliert die sexuellen und reproduktiven Rechte wie folgt:

  1. Das Recht auf Gleichstellung, gleichen Schutz durch das Gesetz und Freiheit von allen Formen von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht, Sexualität oder Gender.
  2. Das Recht auf Partizipation unabhängig von Geschlecht, Sexualität oder Gender.
  3. Die Rechte auf Leben, Freiheit, Sicherheit der Person und körperliche Unversehrtheit.
  4. Das Recht auf Privatsphäre.
  5. Das Recht auf persönliche Selbstbestimmung und Anerkennung vor dem Gesetz.
  6. Das Recht auf Gedanken- und Meinungsfreiheit, das Recht auf freie Meinungsäusserung und Versammlungsfreiheit.
  7. Das Recht auf Gesundheit und das Recht, an wissenschaftlichem Fortschritt und dessen Errungenschaften teilzuhaben.
  8. Das Recht auf Bildung und Information.
  9. Das Recht auf freie Entscheidung für oder gegen die Ehe und für oder gegen die Gründung einer Familie sowie das Recht zu entscheiden, ob, wie und wann Kinder geboren werden sollen.
  10. Das Recht auf Rechenschaftspflicht und Entschädigung.

Quelle: IPPF (2009: 11f)


Wissen zur Sexualpädagogik


Sexualpädagogisches Unterrichtsverständnis

Sexualpädagogik wird als integrierender Teil der Gesamterziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtet und ist obligatorischer Teil des Unterrichts. Die Aufgabe der Schule besteht darin, allen Kindern und Jugendlichen die vielfältigen Formen zu erläutern, in denen Menschen Sexualität, Liebe, Partnerschaft, Elternschaft und Familie leben.

Damit ermöglicht die Sexualpädagogik eine Auseinandersetzung mit Werten und Normen unserer Gesellschaft. In diesem Kontext lernen Kinder und Jugendliche verschiedene Orientierungs- und Entscheidungshilfen für verschiedene Herausforderungen kennen. Sie erfahren so eine Stärkung in ihren sozialen Kompetenzen (Bürgisser et al. 2018). Die schulische Sexualpädagogik umfasst gesellschaftliche, schulspezifische und individuelle Aspekte mit je eigenen Zielen (Bürgisser et al. 2018). Im Folgenden zeigen wir mit je einem Beispiel auf, wie sich die beschriebenen Aspekte im Unterricht umsetzen lassen.

Berücksichtigung gesellschaftlicher Aspekte

Heute gibt es kaum eine Schule mit Kindern und Jugendlichen, die

  • mit alleinerziehenden Eltern oder in Patchwork-Familien leben
  • in transnationalen Verwandtschaftsverhältnissen leben
  • mit schwulen oder lesbischen Eltern zusammenleben
  • in Wohngemeinschaften oder Institutionen wohnen
  • eventuell inter* oder trans* sind
  • eine körperliche, emotionale oder kognitive Beeinträchtigung haben

Die Heterogenität der Schule bietet für das soziale Lernen eine optimale Voraussetzung. Wenn unterschiedliche Lebensformen erkannt, benannt und als gleichwertig anerkannt werden, entsteht ein Klima von Wertschätzung und Wohlwollen. Dies trägt wesentlich zur Integration bei.

Berücksichtigung schulspezifischer Aspekte

Bei sexuellen Themen sind die Bedeutung von gruppendynamischen Prozessen sowie das Aufkommen unterschiedlicher Gefühle wie zum Beispiel Scham bei Schüler*innen und Lehrpersonen nicht zu unterschätzen. Die Erfahrung zeigt: Sexualpädagogische Themen lassen sich ab der Vorpubertät einfacher und entspannter in geschlechtshomogenen Gruppen besprechen. Dabei ist zu beachten, dass sich möglicherweise nicht alle Kinder und Jugendliche mit den zugewiesenen Geschlechtergruppen identifizieren.

Berücksichtigung individueller Aspekte

Die Rahmenbedingungen sollten so beschaffen sein, dass sich Schüler*innen wohlfühlen und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Schüler*innen untereinander und zur Lehrperson besteht. Die Lehrperson sollte darauf hinweisen, dass jede*r Schüler*in das Recht auf Intimsphäre hat und auf Fragen und Nachfragen die Antwort schuldig bleiben darf.

Ferner möchten Jugendliche erfahrungsgemäss nicht nur biologische Zusammenhänge der Sexualität erfahren, sondern sich weit darüber hinaus Wissen aneignen.

Um die persönlichen Bedürfnisse von Schüler*innen nach Lernerfahrungen zu sexuellen und partnerschaftlichen Themen zu erfassen, lassen sich diese anonym erfragen. Die Ergebnisse dieser anonymen Befragung bilden den Ausgangspunkt im sexualpädagogischen Unterricht. So wird für die Lehrperson zugleich der Wissens- und Entwicklungsstand der Schüler*innen sichtbar. Zudem nimmt der Unterricht damit auf individuelle Aspekte Rücksicht, ohne dass sich Kinder und Jugendliche exponieren müssen.

Psychosexuelle Entwicklungsschritte

Die psychosexuelle Entwicklung ist Teil unserer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung. Kindliche Sexualität unterscheidet sich grundlegend von der Sexualität Erwachsener. Kinder erleben ihre Sexualität ganzheitlich und äussern ihre Bedürfnisse spontan und unbefangen.

Dabei sind die Übergänge im Verhalten und Erleben fliessend. Und nicht alle Entwicklungsschritte werden abgeschlossen. Diese tauchen in späteren Phasen wieder auf und können sich weiterentwickeln.

Nützliche Informationen sowie Beiträge aus der Forschung finden Sie in der Broschüre «Sexualaufklärung bei Kleinkindern» der Sexuellen Gesundheit Schweiz. Für die Aufklärung von Jugendlichen empfehlen wir Ihnen die Broschüre «Peer-Education bei Jugendlichen».

Übersicht zu den psychosexuellen Entwicklungsschritten nach Altersjahren

Im 4. Altersjahr

Entwicklungsschritte

Bewegungs- und Expansionsdrang,
Verstärkte Selbstständigkeit,
Bedürfnis nach eigenen Kontakten

Verhalten und Erleben

In die Welt gehen:

  • Erfahrungen mit Angst und Verletzung
  • Konflikte (sich gegen andere durchsetzen)
  • Empathie (sich in andere einfühlen)
  • Einüben des sozialen Miteinanders, Nachahmung symbolischer Handlungen
  • Experimentieren mit Beziehungen zu anderen
  • Erfahrung mit Gefühlen (Zuneigung, Eifersucht, Sehnsucht, Enttäuschung)

Entstehung körperlich-sexueller Schamgefühle

Das Selbst betreffend:

  • Erlernen des Umgangs mit Schamhaftigkeit

Genitale Körperlichkeit

Kindlicher Forschungsdrang und sexuelle Neugier:

  • Entdecken der Sexualorgane als Quelle neuer Lustgefühle
  • Lust, Genitalien zu zeigen und zu betrachten
  • Erotisches Interesse an den Eltern
  • Erste sexualitätsbezogene Fragen

Selbststimulation

Entdecken von Körperregionen als Quelle neuer Lustgefühle:

  • Bewusstes, wiederholtes Manipulieren von Körperstellen, auch der Genitalien

Im 5. Altersjahr

Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht – Entwickeln einer Vorstellung von Geschlechterrollen

Spielerisches Erkunden von Geschlechterrollen:

  • Durch Rollenspiele mit Gleichaltrigen, wie zum Beispiel Vater-Mutter-Kind-Spiele, Familien mit zwei Müttern/zwei Vätern
  • Doktorspiele, Erkunden des anderen Körpers, Befriedigung der natürlichen Neugier

Ausdifferenzierung des emotionalen Erlebens

Emotional geprägte Beziehungswelten:

  • Fähigkeit zum Erleben erster inniger Freundschaften und Liebesbeziehungen mit Menschen des gleichen oder anderen Geschlechts
  • Aneignen von Handlungsmustern im Ausdruck tiefer Zuneigung bzw. Liebesgefühle mit Händchenhalten, Streicheln, Umarmen, Küssen – Trauer über Verlust

Im 6.–10. Altersjahr

Identitätssicherung/ Geschlechtsrollenfindung
(soziale Konzentration auf das eigene Geschlecht)

Aktivitäten mit Gleichaltrigen:

  • Abwertung bzw. Ablehnung des anderen Geschlechts
  • Geschlechtsrollentypische Verhaltensweisen (ggf. stark überzeichnet)
  • Provokatives bzw. aggressives Auftreten gegenüber dem anderen Geschlecht
  • Tabuverletzungen
  • Ggf. Interesse und erotische Anziehung durch das gleiche Geschlecht

Entwicklung eines Körperbewusstseins

Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und den eigenen sowie motorischen Fähigkeiten

Kognitiver Schub

Selbstideal des Klugseins:

  • Wissensbezogene sexuelle Neugier
  • Interesse an schriftlichen und bildlichen Informationen (Medien)
  • Fragen zur Zeugung, Empfängnis und zum Geschlechtsverkehr sowie andere beziehungs- und sexualitätsbezogene Fragen
  • Moralisches Bewusstsein

Im 9.–12. Altersjahr: Vorpubertät

Veränderung im Erleben und Empfinden des eigenen Körpers

  • Produktion von Geschlechtshormonen und Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale
  • Körper wird wichtiger (Körperwissen)
  • Zurückhaltung im Körperkontakt und bzgl. Nacktheit (Schamgefühl)

Vermehrtes Interesse an nahen Beziehungen

  • Neugier und Informationsbedürfnis
  • Wissen über Geschlechtsverkehr und Empfängnis
  • Sich verlieben in Personen des anderen oder gleichen Geschlechts

Physische Veränderungen

  • Reifung der Geschlechtsorgane
  • Erreichung der Geschlechtsreife
  • Stimmungsschwankungen
  • Erste Menstruation (zwischen 10 und 15 Jahren, im Schnitt mit 12,5 Jahren)
  • Erste Ejakulation (zwischen 11 und 15 Jahren, im Schnitt mit 12, 13 Jahren)
  • Selbstbefriedigung bei Mädchen und Jungen

Im 12.–16. Altersjahr: Pubertät

Psychische Veränderungen
(Festigung der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität)

  • Herausbildung einer erwachsenen Geschlechtsidentität
  • Vorläufige Klärung der sexuellen Orientierung
  • Sexuelles, auf andere Personen gerichtetes Interesse
  • Ambivalenz zwischen der Realisierung von Wünschen und den Ängsten vor Konsequenzen

Soziale Veränderungen (Autonomieentwicklung und Ablösung vom Elternhaus)

  • Körperscham in der Familie
  • Orientierung an Gleichaltrigen
  • Auflehnen gegen bzw. Ablehnen von Autoritäten
  • Grenzen suchen, Risiken eingehen
  • Experimentieren mit der Einzigartigkeit
  • Sich verlieben und trennen
  • Eingehen selbstbestimmter persönlicher Bindungen
  • Erste sexuelle Erfahrungen (auch gleichgeschlechtliche)
  • Zunehmendes Interesse an Detailwissen zu sexuellen Praktiken
  • Ggf. bewusste Nutzung von Pornografie

Pornografie

Pornografie ist die direkte Darstellung menschlicher Sexualität mit dem Ziel, die betrachtende Person sexuell zu erregen. Dabei betont die Pornografie häufig die Geschlechtsorgane bewusst und klammert partnerschaftliche und emotionale Aspekte aus.

Unter dem Begriff legale Pornografie fallen sexuelle Darstellungen, die nicht als Kunst oder Erotika bezeichnet werden. Das Gesetz verbietet es, legale Pornografie Kindern bzw. Jugendlichen unter 16 Jahren zugänglich zu machen (Art. 197 StGB). Unter illegaler Pornografie wird die Darstellung sexueller Handlungen mit Minderjährigen oder mit Tieren sowie die Darstellung von Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen verstanden.

Gemäss der JAMES-Studie (Suter et al.: 2018) haben 20 % der 12- bis 13-jährigen und 40 % der 14- bis 15-jährigen Schweizer Jugendlichen pornografische Darstellungen auf dem Handy oder Computer angeschaut. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen nimmt der Konsum von pornografischen Darstellungen deutlich zu.

 

Die Neugier für Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu

Für Kinder und Jugendliche bietet das Internet neben wertvollen und positiven Informationen auch faszinierende bis schockierende Inhalte. Dabei stossen sie gewollt oder ungewollt auf sexualisierte Darstellungen. Diese können negative Gefühle auslösen und zeigen ein unwirkliches Bild von Sexualität und Beziehung. Sexualisierte Medieninhalte vermitteln unrealistische Vorstellungen in Bezug auf sexuelle Anbahnung, Geschlechterrollen, sexuelle Praktiken und Körperideale. Diese können verunsichern und Leistungsdruck auslösen. Ein häufiger, regelmässiger Konsum von Internet-Pornografie kann abhängig machen.

Selten wissen Lehrpersonen oder Eltern, welche Inhalte Kinder und Jugendliche abrufen, speichern oder miteinander teilen. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern, damit sie von Erwachsenen eine Orientierung und Klärung erhalten. Denn die Neugier für Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu.

Eine angemessene Thematisierung sexueller Inhalte kann für die Lehrperson, die neben der unterstützenden auch eine bewertende Rolle hat, eine Herausforderung sein. Daher ist es sinnvoll, mit sexualpädagogischen Fachpersonen zusammenzuarbeiten. Diese haben einen neutralen Zugang zur Klasse und ermöglichen freie Gespräche über intime Fragen.

Lesen Sie dazu auch unsere sexualpädagogischen Angebote:

Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Kinder und Jugendliche können auch im Internet mit dem Gesetz in Konflikt kommen und durch unbedachtes Handeln ungewollt straffällig werden (vgl. dazu Pornografie: «Alles, was Recht ist»).

Weitere Arbeitsmaterialien für die Schule und Jugendarbeit zum Thema Jugendsexualität, Internet und Pornografie finden Sie hier.


Grundlagen einer behinderungsspezifischen Sexualpädagogik

Im Umgang mit der Sexualität von geistig und körperlich behinderten Menschen gibt es immer noch viele Unsicherheiten. Fachleute sind sich allerdings einig: Menschen, die «geistig und/oder körperlich behindert sind», haben keine «besondere» Sexualität. Die meisten von ihnen wünschen sich genau das Gleiche wie ihre nicht behinderten Altersgenoss*innen: Flirt, Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Leidenschaft. Sie haben die gleichen Grundbedürfnisse wie andere Menschen.

Bei körperlich behinderten Menschen ​kann die praktische Umsetzung von Sexualität nicht immer den Vorstellungen und Bedürfnissen entsprechen. Deshalb sind hier Feingefühl und Kreativität gefordert.

Es braucht eine Sensibilisierung im ​Begleiten der psychosexuellen Entwicklung von Menschen mit einer Beeinträchtigung – und zwar aus diesen Gründen:

  • Der Zugang zu fachlichen Informationen über Sexuelles ist für Menschen mit einer Beeinträchtigung erschwert. Es fehlt vermehrt an Informationen in leichter und oder in Bildersprache.
  • Oft haben sie auch weniger Gelegenheiten, sich mit Gleichaltrigen/Peers auszutauschen (kleine Geheimnisse, Erlebnisse, Gefühle etc.) und ihre ersten Erfahrungen zu machen.
  • Es fehlt ihnen oft die Fähigkeit, die Veränderungen ihres Körpers ​mitzuerleben oder zu verstehen. Dadurch sind die Erfahrungen, mit dem eigenen Körper umzugehen, begrenzt.
  • Menschen mit einer körperlichen Behinderung sind meistens auf die Hilfe von Dritten angewiesen, wenn es um Körperhygiene etc. geht. Das hat zur Folge, dass sie weniger die Gelegenheit haben, ihren eigenen Körper zu erkunden und Selbstbefriedigung auszuprobieren.
  • Die Vulnerabilität, ​aufgrund der Beeinträchtigungen Grenzverletzungen zu erfahren, ist höher. Deshalb ​sind Sexualpädagogik und das Befähigen, sich Hilfe zu holen und Strategien zum Schutz zu kennen, ein Teil der primären Prävention.

«Klipp und klar» ist eine hilfreiche Broschüre, die Informationen zu sexueller Gesundheit in leichter Sprache bietet. Sie eignet sich für Menschen ab 16 Jahren.

PDF-Download von «Klipp und klar»


Sexualität im Alter: Was Pflegefachkräfte wissen sollten und was sie tun können

Sexualität ist ein menschliches Grundbedürfnis und ein Menschenrecht. Sie ist ein zentraler Bereich menschlichen Erlebens und damit eine grosse und bewegende Lebenskraft, die Menschen von frühester Kindheit bis ins hohe Alter begleitet. Sexualität umfasst dabei alle Bereiche des menschlichen Zusammenlebens, Empfindens und Denkens: Dies reicht von allgemeinen menschlichen Beziehungen und Gesprächen über Gefühle und Erotik bis hin zum Petting und Geschlechtsverkehr.

Sexualität im beruflichen Alltag

Sexualität ist etwas sehr Persönliches und Intimes. Unsere Prägung und der Umgang im persönlichen Umfeld beeinflussen unser Verständnis von Sexualität. Es ist wichtig, im Pflegealltag eine professionelle Haltung von Sexualität zu entwickeln. Dies hilft, Persönliches und Professionelles zu trennen und sich abzugrenzen.

Die körperliche Nähe, die im Pflegeberuf entstehen kann, muss immer transparent kommuniziert und reflektiert werden können. Damit lassen sich Grenzüberschreitungen zwischen Patient*innen und Pflegefachpersonen früh erkennen und entsprechende Interventionen einleiten.

Der Schweizer Berufsverband der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner hat dazu einen Leitfaden entwickelt, wie sich Erwerbstätige im Gesundheitswesen vor sexueller Belästigung schützen. Im Leitfaden finden sich Erlebnisberichte aus dem Berufsalltag sowie anschauliche Methoden, sich professionell abzugrenzen und im Falle von sexueller Belästigung richtig zu schützen.

Mehr dazu im PDF-Download

Einsamkeit und sexuelle Abstinenz im Alter

Sexualität im Alter ist ein Tabu, obschon dieses Bedürfnis bei Bewohner*innen von Alters- und Pflegeheimen nach wie vor da ist. Doch die eigene Scham, das Thema anzusprechen, wächst mit dem Alter. Aber nicht nur: Alterssexualität überfordert Pflegeeinrichtungen oder entspricht nicht den Moralvorstellungen der Trägerschaft.

So kommt es, dass Langzeitpatient*innen an Einsamkeit und sexueller Abstinenz leiden. Ein unbesonnener Spruch oder eine sexuelle Anspielung können in diesem Fall auch ein Hilferuf sein. In einer solchen Situation gilt es, sich als Betreungsperson einerseits klar abzugrenzen. Andererseits aber auch auf der Gefühlsebene nach möglichen Lösungen für das Bedürfnis zu suchen – zum Beispiel mit «Berührer*innen» oder «Sexualassitent*innen».

Weitere Tabuthemen, die es aufzulösen gilt

Beim Thema Sexualität existieren weitere Tabuthemen in Alters- und Pflegeheimen, die sich teils aufgrund fehlenden Wissens hartnäckig halten. Dazu gehören:

  • Bi- und Homosexualität
  • HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI)
  • Umgang mit Pornografie und gesetzliche Bestimmungen
  • Geschlechtsidentität (Transgender)
Bi- und Homosexualität sind weder krank noch pervers

Weil die menschliche Sexualität nicht schwarz-weiss ist, gibt es auch verschiedene sexuelle Orientierungen: Hetero-, Bi- und Homosexualität. Alle Varianten sind dabei gleichwertig. Bi- und Homosexualität sind also weder eine Krankheit noch eine Perversion, sondern gehören zur menschlichen Sexualität dazu, seit es die Menschheit gibt. Dies gilt es, im beruflichen Alltag zu respektieren und Diskriminierungen diesbezüglich vorzubeugen.

Diskriminierung wegen HIV aus falscher Angst

Aus falscher Angst vor einer Ansteckung finden immer wieder Diskriminierungen gegenüber HIV-positiven Menschen durch das Pflegepersonal statt. Diese Angst basiert auf einem veralteten oder falschen Wissen: HIV-positive Menschen, die in einer erfolgreichen Therapie sind, stecken niemanden an. Auch bei ungeschütztem Sex nicht, geschweige denn im normalen Pflegealltag. Die üblichen Hygienemassnahmen der Pflege reichen also völlig aus.

HIV-Risiken bestehen daher nur auf diesen Wegen, sofern eine Person HIV-positiv und nicht behandelt ist (= keine HIV-Medikamente einnimmt):

  • Ungeschützter Anal- oder Vaginalverkehr
  • Stichverletzungen mit Injektionsnadeln bei einer Blutabnahme/Transfusion etc. oder Teilen von Spritzbesteck beim Drogenkonsum
  • Mutter-Kind-Übertragung bei Schwangerschaften, Geburt oder beim Stillen
Beratung zu STI und Tests

Andere sexuell übertragbaren Infektionen (STI) lassen sich schon beim Küssen, Streicheln oder Oralsex übertragen, nicht nur beim eindringenden Geschlechtsverkehr ohne Kondom. Weil die STI wie Chlamydien, Gonorrhö (Tripper) oder Syphilis meistens symptomlos verlaufen und sich erst zu einem späteren Zeitpunkt zeigen, kann eine professionelle Beratung samt Tests hilfreich sein. Besonders bei sexuell aktiven Bewohner*innen einer Institution.

Umgang mit Pornografie und gesetzliche Bestimmungen

Smartphones, Tablets oder persönliche Computer mit Internetzugang ermöglichen jederzeit den Zugang zur Pornografie – auch in einer Pflegeeinrichtung. Manchmal ist der Konsum von Pornografie überhaupt die einzige Möglichkeit, Sexualität noch mit anderen Sinnen zu erleben als nur mit sich selber. Es ist deshalb wichtig, dass eine Institution klare Regeln im Umgang mit Pornografie hat. Diese sollten etwas über die Nutzung, den Ort und die gesetzlichen Bestimmungen aussagen.

Laut den gesetzlichen Bestimmungen der Schweiz sind diese Formen der Pornografie illegal:

  • sexuelle Darstellungen mit Tieren
  • sexuelle Darstellungen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
  • sexuelle Darstellungen mit Gewalttätigkeiten zwischen Erwachsenen

Verstösse dagegen unterliegen dem Strafgesetz und werden von der Polizei geahndet.

Im Falle einer möglichen Pornosucht ist es ratsam, Expert*innen zu Verhaltenssüchten zu kontaktieren und weitere Massnahmen einzuleiten. Sollte eine Institution Kenntnisse haben, dass Kinderpornografie benutzt wird, muss sie aktiv etwas unternehmen, da dies den Tatbestand eines Offizialdelikts darstellt.

Geschlechtsidentität: Transgender, Transidentität

Gemäss Schätzungen leben in der Schweiz ungefähr 40’000 trans Menschen. Dies entspricht etwa einem halben Prozent der Schweizer Bevölkerung. Transgender Network Switzerland (TGNS) geht von einem halben bis drei Prozent der Bevölkerung aus.

Trans Menschen oder Transgender sind Menschen, deren inneres Wissen, welches Geschlecht sie haben (Geschlechtsidentität), nicht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt.

  • Trans Männer = bei der Geburt als Mädchen bezeichnet
  • Trans Frauen = bei der Geburt als Junge bezeichnet
  • Non-binäre trans Menschen = bei der Geburt als männlich oder weiblich bezeichnet
  • Cis-Menschen = Menschen, deren Geschlechtsidentität dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht entspricht

Trans ist weder eine Krankheit noch ein Trend. Warum jemand trans ist, ist derzeit nicht bekannt. Auch gibt es keine medizinischen Untersuchungen, die ein Trans-Sein oder Nicht-Trans-Sein beweisen können. Darum ist es für trans Menschen zentral, dass ihr Umfeld ihnen zuhört und auf ihre Empfindungen und Anliegen eingeht. Das innere Gefühl ist letztlich der einzige Beweis für eine Transidentität.

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Informationen, Materialien und Projekte zur Sexualpädagogik

Hier finden Sie weiterführende Links sowie didaktisches Material zur Sexualpädagogik.

Anfrage für weitere Informationen

Haben Sie im Bereich der Sexualpädagogik Fragen oder benötigen für ein Schulprojekt unsere Unterstützung – zum Beispiel zu Unterrichtsmethoden? Dann nehmen Sie mit uns telefonisch oder per Mail Kontakt auf.

Wie kläre ich mein Kind auf?
Ab wann und wie?

Mit Kindern über Sex zu reden ist nicht einfach. Zum einen gibt es viele Unsicherheiten, worüber genau und wie Sie mit Ihrem Kind in der Sexualerziehung sprechen. Zum anderen ist das Themenfeld sehr gross: HIV-/STI-Prävention, Fragen zur Verhütung und Schwangerschaft, Umgang mit sexualisierten Medieninhalten oder sexualisierter Gewalt. Als Fachstelle für Aids- und Sexualfragen unterstützen wir Sie hierbei gerne.

Aufklärung zu sexueller Gesundheit

Sexualerziehung nach Altersstufen

Sexuelle Vielfalt

Sexualisierte Medieninhalte

Sexualerziehung für Kinder und Jugendliche mit einer Beeinträchtigung

Sexualisierte Gewalt

Sexualität fällt uns nicht in den Schoss – wir erlernen sie

Als Erziehungsperson haben Sie sich das bestimmt auch schon gefragt: Was macht es so schwierig, mit den eigenen Kindern über Sexualität zu reden? Was braucht es alles, damit meine Sexualerziehung kinder- bzw. jugendgerecht ist? Ist die sexuelle Aufklärung zu Hause noch überhaupt notwendig, wenn die Kinder diese bereits im schulischen Aufklärungsunterricht erfahren?

Sexualität fällt uns nicht einfach so in den Schoss. Vielmehr ist sie ein kontinuierlicher Lernprozess, den wir schrittweise über Jahre hinweg entwickeln. Darum ist eine kinder- bzw. jugendgerechte Sexualerziehung auf verschiedenen psychosexuellen Entwicklungsstufen gefragt: zum einen in der Sexualerziehung zu Hause, zum anderen im Aufklärungsunterricht in der Schule.

Dabei geht es nicht um das sexuelle Verhalten aus Erwachsenensicht. Vielmehr stehen diese Aspekte im Vordergrund:

  • Geschlechterrollen
  • Erleben mit den Sinnen
  • Körpererleben
  • verlässliche Beziehungen
  • Identitätsfindung
  • Schamgefühl und Grenzen und somit auch Prävention

Sie als Eltern nehmen in der Sexualerziehung eine zentrale Rolle ein

Die emotionale Bindung zu Ihrem Kind ist eine bedeutende Voraussetzung, wenn Sie mit ihm über Körperentwicklung, Liebe und Sexualität reden sowie Wertvorstellungen vermitteln möchten (Bodmer 2013: Psychologie der Jugendsexualität).

Denn Sie als Eltern bzw. Erziehungspersonen …

  • … sind die primären Bezugspersonen und kennen Ihr Kind am besten.
  • … verfügen über die Eltern-Kind-Beziehungsebene als wertvolle Voraussetzung zur Sexualerziehung.
  • … können wichtige Grundsteine legen, weil Werte vor allem im Familienkontext geprägt werden.
  • … unterstützen als erste Sozialisationsinstanz die Schule, die einen ergänzenden Sozialisationsauftrag hat.

Sie sehen: Eltern und Erziehungspersonen nehmen eine zentrale Rolle in der Sexualerziehung der Kinder ein. Denn sie prägen ihre Kinder in der Kultur, in den Werten und vor allem in der Sprache. Dabei entwickeln die Kinder im Familienalltag einen natürlichen Umgang mit Grenzen, Körperbewusstsein, Sexualität und Gefühlen. Gleichzeitig hat die Schule als zweite Sozialisationsinstanz einen sexualpädagogischen Auftrag.

Eine enge Zusammenarbeit mit der Schule hilft Ihrem Kind

Neben dem Elternhaus ist die Schule ein sehr bedeutsamer Lernort für Ihr Kind. Darum ist es wichtig, in der Sexualerziehung auf eine enge Zusammenarbeit mit der Lehrperson zu setzen – besonders während der ersten Schuljahre. Die Erfahrung zeigt: Lehrpersonen können Eltern auch unterstützen, wenn Kinder von der Schule mit Aussagen und Fragen nach Hause kommen. Bei Bedarf lassen sich im Rahmen eines Elternabends oder in einem Einzelgespräch Fragen klären und Unsicherheiten beseitigen.

Eine solche Sorge bzw. Unsicherheit betrifft die verfrühte sexuelle Aktivität von Kindern und Jugendlichen, wenn diese in der Schule den Aufklärungsunterricht besuchen. Der Aufklärungsunterricht erfolgt auf verschiedenen Altersstufen. Doch die Besorgnis lässt sich entkräften: In den vergangenen 40 Jahren ist das Durchschnittsalter für den ersten Geschlechtsverkehr konstant bei ungefähr 17 Jahren geblieben (BZgA 2015: Jugendsexualität).

Vielmehr hilft eine frühzeitige Aufklärung Ihrem Kind: Sie unterstützt Ihr Kind von Anfang an in den wichtigen Entwicklungsschritten, sodass es im eigenen Tempo ein gesundes Selbstvertrauen, Körpergefühl und Selbstbewusstsein entwickelt. Dies wiederum ist wichtig, die eigenen Grenzen zu kennen und sich entsprechend auch zu schützen.

Elementar dabei ist es, die kindliche Sexualität nicht aus der Erwachsenenperspektive heraus zu betrachten. Sprechen Sie darum mit Ihrem Kind über Gefühle. Bestärken Sie es, wenn es ein Nein zum Ausdruck bringt. Akzeptieren Sie die Grenzen Ihres Kindes da, wo Sie es können.


Aufklärung von Kindern von der Geburt bis zum 6. Altersjahr

Ganzheitliche Sexualerziehung

Eine ganzheitliche Sexualerziehung stärkt Ihr Kind in seiner Persönlichkeitsbildung, unterstützt es in seiner psychosexuellen Entwicklung und fördert es, selbstbewusst, sprachfähig und selbstbestimmt zu werden. Sie als Erziehende können durch Ihre Haltung das Selbstbewusstsein Ihres Kindes stärken, damit es einen selbstbewussten Umgang mit seinem Körper lernt.

Kinder sind wissbegierig und haben ein Recht, auf ihre Fragen altersgemässe Antworten zu bekommen. Damit Ihr Kind auf Sie zukommt und Ihnen auch vertrauliche Fragen stellen kann, braucht es:

  • eine liebevolle und wertfreie Atmosphäre
  • einen vertrauensvollen Gesprächsrahmen, der die Experimentierfreude Ihres Kindes und seine Erlebnisse rund um den Körper bejaht

Dies stärkt das kindliche Selbstvertrauen und fördert ein positives Körpergefühl im Zusammenhang mit Lust und Erregung. Ausserdem unterstützt diese Vertrauensbasis auch die Entwicklung der eigenen Geschlechtsidentität sowie Beziehungs- und Bindungsfähigkeit.

Wenn ein Kind sich selbst, seinen Körper und seine Grenzen kennt und kommuniziert, ist es eher in der Lage, auch die Grenzen anderer zu respektieren. Deswegen ist die Aufklärung keine einmalige Sache, sondern ein mehrjähriger Lernprozess, der Kinder beim Grosswerden immer wieder alters- und entwicklungsgerecht begleitet.

Unterschiede zwischen kindlicher Sexualität und Erwachsenensexualität

Gelebt wird kindliche Sexualität im Vorschulalter häufig im Körpererleben, durch Wissensdrang sowie durch die sozialen und familiären Beziehungen. Erst im Jugend- und Erwachsenenalter werden weitere Aspekte von Sexualität bedeutsam. Jugendliche und Erwachsene führen Erregung und Lust ganz bewusst herbei und verknüpfen sexuelles Erleben damit. Kinder hingegen setzen die schönen Gefühle in Beziehung zu anderen Menschen.

Aus der Sicht des eigenen Erlebens fällt es Erwachsenen oft schwer, kindliche Ausdrucksformen von Sexualität zu begreifen und sie von Formen der Sexualität erwachsener Menschen klar zu unterscheiden. Die kindliche Ausdrucksform vom Erkunden des Körpers ist meistens absichtslos und verfolgt nicht ein Ziel. Sie entsteht aus dem Gefühl der Neugierde und der Grundlage des guten Gefühls und des Wohlbefindens.

Die nachfolgende Gegenüberstellung soll skizzenhaft verdeutlichen, inwieweit sich die kindliche Sexualität und die Sexualität von Erwachsenen unterscheiden:

Ausdrucksformen kindlicher Sexualität

  • spontan, neugierig, spielerisch
  • nicht auf zukünftige Handlungen gerichtet
  • egozentrisches Schaffen von Wohlgefühl, z. B. beim Kuscheln und Schmusen
  • Neugier und Erkundungsverhalten, «Doktorspiele»

Ausdrucksformen der Sexualität von Erwachsenen

  • zielgerichtet, hauptsächlich genital
  • Erotik durch Aufschieben der Erfüllung
  • häufig beziehungsorientiert
  • Wissen um mögliche Folgen von Sexualität

Nützliche Informationen sowie Beiträge aus der Forschung finden Sie in der Broschüre «Sexualaufklärung bei Kleinkindern» der Sexuellen Gesundheit Schweiz. Für die Aufklärung von Jugendlichen empfehlen wir Ihnen die Broschüre «Peer-Education bei Jugendlichen».

Psychosexuelle Entwicklung von Kindern im Vorschulalter bis 6 Jahre

Welches Verhalten in welchem Alter entspricht der kindlichen Entwicklung und gilt damit als «normal»? Diese zentrale Frage stellen sich Eltern sowie Erzieher*innen häufig. Die Entwicklungsphasen von Kindern werden je nach Fachbereich und Forschungsinteresse unter verschiedenen Aspekten beschrieben.

Kinder beschäftigen sich im Vorschulalter hauptsächlich mit dem eigenen Körper sowie mit der körperlichen Nähe zu anderen Menschen. Dabei gibt jedes Kind sein eigenes Tempo vor. Bei einem Drittel der Kleinkinder lassen sich sogenannte «Doktorspiele» untereinander beobachten: Dabei stehen das Zeigen und Betrachten des eigenen Körpers sowie seines Gegenübers im Fokus, aber auch das Erfahren der Sinne und der schönen Körpergefühle.

Beim Thema Doktorspiele gilt es, diese Aspekte zu beachten:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über die Art und Weise der Doktorspiele, wo und mit wem diese geschehen. Der Altersunterschied darf hierbei nicht zu gross sein.
  • Erklären Sie Ihrem Kind, was es bei den Doktorspielen machen darf und was nicht: Zum Beispiel sind die Grenzen des Gegenübers in jedem Fall zu respektieren, auch wenn die eigenen Bedürfnisse in dem Moment anders sind.
  • Reden Sie mit den Eltern des anderen Kindes über die Doktorspiele. Damit vermeiden Sie Konflikte mit den Eltern, schaffen Transparenz und bieten Ihrem und dem anderen Kind den grösstmöglichen Schutz vor Unfällen, körperlichen oder seelischen Schäden.

In dem Ganzen müssen die Kinder die Verantwortung sowie das Interesse der Eltern spüren können.

Sexualerziehung in Kindertageseinrichtungen

Erzieher*innen haben die Aufgabe, Kinder zu unterstützen, zu begleiten und zu fördern, auch im Bereich der Sexualerziehung. Da Kinder fragen, spielen und ausprobieren, findet Sexualerziehung auch in Kindertageseinrichtungen statt.

Sexualerziehung ist ein sensibles Thema, das auch Erzieher*innen herausfordern kann. Der Umgang mit der kindlichen Sexualität konfrontiert nicht nur Elternpersonen, sondern auch Erzieher*innen mit ihrer eigenen sexuellen Biografie. Sie werden auch persönlich angesprochen, wenn Kinder sie direkt fragen.

Informieren Sie sich, wie die Kindertageseinrichtung mit kindlicher Sexualität im Alltag umgeht. Pflegen Sie einen offenen Dialog mit Erzieher*innen zu den Inhalten der Sexualität. Wenn Erzieher*innen Sie als Bildungspartner*innen wahrnehmen, erhöhen Sie die Wahrscheinlichkeit, wertvolle Informationen über Ihr Kind zu erhalten.

Sexualerziehung als Schutz vor sexualisierten Übergriffen

Sexualaufklärung vermittelt Kindern, was sexuelle Übergriffe sind. Sie erreicht dies, indem sie …

  • … angemessene und nicht angemessene Verhaltensweisen unter Kindern beschreibt;
  • … eine klare Abgrenzung dieser Verhaltensweisen gegenüber Erwachsenen vornimmt;
  • … deutlich vermittelt, dass Erwachsene wissen, dass sie keine sexuellen Berührungen mit Kindern haben dürfen.

Sexualerziehung im Vorschulalter ist so eine Sozialisationshilfe. Sie unterstützt sicheres Zusammenleben, stärkt die Persönlichkeitsentwicklung und gibt Orientierung zu angemessenen Verhaltensweisen.

Eine klare Sprache über die Geschlechtsorgane hilft Kindern grundsätzlich im adäquaten Umgang mit ihren Geschlechtsorganen bzw. mit ihrem eigenen Körper. Dies ist z. B. auch später bei Arztbesuchen oder in weiteren Aufklärungssituationen von Vorteil.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Broschüre «Liebevoll begleiten …»


Aufklärung von Mädchen und Knaben zwischen 6 und 12 Jahren

Kinder im Grundschulalter

Das Grundschulalter und die Vorpubertät sind die Zeit zwischen dem Kindergarten-Alter und der Geschlechtsreife. Das sexuelle Interesse wächst individuell bei beiden Geschlechtern mit zunehmendem Alter. Mädchen und Knaben merken auch, dass Erwachsene das Thema Sexualität unangenehm berühren kann und sie deshalb nicht mehr so offen ihre Fragen beantworten. Sollte man das als Erziehungsperson bei sich wahrnehmen, lohnt es sich, die eigene Einstellung mit jemandem zu reflektieren.

Kinder möchten in diesem Alter mit ihren Gefühlen, Gedanken und Fragen ernst genommen werden. Sie fragen auch indirekt oder provozieren mit sexuellen Ausdrücken. Damit zwingen sie Erwachsene, Stellung zu beziehen. Um mehr zu erfahren, wenden sich Kinder an Gleichaltrige. Situatives und beiläufiges Nachfragen, was Kinder zu aktuellen sexuellen Themen denken oder wissen, gibt Erziehenden Feedback über die Einstellung und den Wissensstand Ihres Kindes.

Im Zuge der moralischen Entwicklung des Kindes nimmt das Schamgefühl zu. Kinder schliessen die Türe, wenn sie im Badezimmer sind. Oder es ist ihnen unwohl, wenn die Eltern sich nackt zeigen. Erziehungspersonen sollten taktvoll darauf Rücksicht nehmen.

Interessenverlagerung bei vorpubertären Kindern

Im Alter zwischen elf und etwa dreizehn Jahren verlagert sich das Interesse bei vorpubertären Kindern zunehmend auf ein detailliertes Wissen über den Körper und die Sexualorgane.

Mädchen interessieren sich für die Menstruation und die Schwangerschaft sowie für das Verliebtsein und die negativen Folgen von Sexualität. Knaben wollen wissen, wie Geschlechtsverkehr funktioniert und ob ihre körperliche Entwicklung und ihre sexuellen Fantasien normal sind.

Meistens sind Kinder bzw. Jugendliche mit kurzen und knappen Antworten, die an ihrem Wissenstand anknüpfen, zufrieden. Es geht dabei auch um das zu vermittelnde Gefühl, dass Erwachsene einen ernst nehmen.

Die Erfahrung zeigt: Ab der Vorpubertät lassen sich sexualpädagogische Themen einfacher und entspannter in geschlechtshomogenen Gruppen besprechen. Dabei ist zu beachten, dass nicht alle Kinder und Jugendlichen sich mit der bei der Geburt zugewiesenen Geschlechter-Gruppe identifizieren.

Übersicht über psychosexuelle Entwicklungsschritte

vom 6. bis 12. Lebensjahr

Identitätssicherung/ Geschlechtsrollenfindung (soziale Konzentration auf das eigene Geschlecht)

Aktivitäten mit Gleichaltrigen:

  • Abwertung bzw. Ablehnung des anderen Geschlechts
  • Geschlechtsrollentypische Verhaltensweisen (ggf. stark überzeichnet)
  • Provokatives bzw. aggressives Auftreten gegenüber dem anderen Geschlecht
  • Tabuverletzungen
  • Ggf. Interesse und erotische Anziehung durch das gleiche Geschlecht
Entwicklung eines Körperbewusstseins

Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und den eigenen motorischen Fähigkeiten

Kognitiver Schub

Selbstideal des Klugseins:

  • Wissensbezogene sexuelle Neugier
  • Interesse an schriftlichen und bildlichen Informationen (Medien)
  • Fragen zur Zeugung/Empfängnis und zum Geschlechtsverkehr sowie zu anderen beziehungs- und sexualitätsbezogenen Fragen
  • Moralisches Bewusstsein
Veränderung im Erleben und Empfinden des eigenen Körpers
  • Produktion von Geschlechtshormonen und Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale
  • Körper wird wichtiger (Körperwissen)
  • Zurückhaltung im Körperkontakt und bzgl. Nacktheit (Schamgefühl)
Vermehrtes Interesse an nahen Beziehungen
  • Neugier und Informationsbedürfnis
  • Wissen über Geschlechtsverkehr und Empfängnis
  • Sich in Personen des anderen oder gleichen Geschlechts verlieben
Physische Veränderungen
  • Reifung der Geschlechtsorgane
  • Erreichung der Geschlechtsreife
  • Stimmungsschwankungen
  • Erste Menstruation (zwischen 10 und 15 Jahren, im Schnitt mit 12,5 Jahren)
  • Erste Ejakulation (zwischen 11 und 15 Jahren, im Schnitt mit 12, 13 Jahren)
  • Selbstbefriedigung bei Mädchen und Knaben

Aufklärung von Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren

12. bis 16. Lebensjahr: Pubertät

Kennzeichnend für die Pubertät ist das Auseinanderklaffen von körperlicher und psychischer Entwicklung. Der kindliche Körper wird auf die Fortpflanzungsfunktion der Sexualität vorbereitet. Die Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen treten deutlicher hervor. Die auf die Sexualität bezogenen Wahrnehmungen und das Einbringen eigener sexueller Wünsche nehmen zu.

Teenager orientieren sich zeitweise an berühmten Persönlichkeiten aus dem Showbusiness, aus dem Sport oder aus der Mode. Sie ahmen diese nach, imitieren deren Art, sich zu kleiden oder zu sprechen. Dies kann zu Konflikten mit den Erziehungspersonen führen, da solche Imitationen im Gegensatz zum eigenen Geschmack stehen können.

Idole ergänzen erwünschte Aspekte im eigenen Charakter und sind für den persönlichen Reifeprozess von Jugendlichen wichtig. Manchmal haben sie auch die Funktion von Kontra-Modellen gegenüber dem Elternhaus. Wenn sich zum Beispiel eine vom Jugendlichen verehrte Musikgruppe trennt, wird diese Trennung als eigene Erfahrung erlebt. Wenn Erziehungspersonen am Idol Interesse zeigen oder gar einmal über eigene Idole von früher sprechen, kann das Verbundenheit schaffen.

In der Frühphase der Pubertät werden Peers des gleichen Geschlechts als Gesprächspartner*innen immer wichtiger, und es gibt die ersten Annäherungsversuche. Ab der Pubertät entwickeln Jugendliche ihre sexuelle Orientierung, sexuellen Präferenzen und moralischen Wertmassstäbe. Hauptinformationsquelle, um subjektive Wissenslücken im sexuellen Bereichen zu schliessen, ist für alle Geschlechter das Internet. Hier gibt es je nach Thema übersichtlich und informativ aufbereitete Plattformen.

Umfragen zeigen, dass mit etwa 17 Jahren gut die Hälfte der Jugendlichen Erfahrungen mit Geschlechtsverkehr hat. Zur Verhütung nutzen sie mit Abstand vor allem das Kondom und die Pille. Die überwiegende Mehrheit erlebt den ersten Sexualverkehr im Rahmen fester Partnerschaften, auch wenn diese von kurzer Dauer sind. Bei Jugendlichen, die zum Beispiel emotional vernachlässigt wurden, kann der Geschlechtsverkehr deutlich früher auftreten.

Mit gelebter Sexualität nehmen Jugendliche Verantwortung für sich selber und für andere wahr. Erziehungspersonen können in dieser Phase Hinweise zu Verhütungsmittel geben, wo Jugendliche ärztliche Hilfe bekommen und Ansprechpartner in Krisen finden. Alles Weitere ist Aufgabe der Jugendlichen, die sie beim Erwachsenwerden selber in Angriff nehmen sollten. Diese Abgrenzung hilft Jugendlichen, ihren Weg eigenständig zu gehen.

Übersicht über psychosexuelle Entwicklungsschritte

vom 12. bis 16. Lebensjahr

Psychische Veränderungen (Festigung der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität)
  • Herausbildung einer erwachsenen Geschlechtsidentität
  • Vorläufige Klärung der sexuellen Orientierung
  • Sexuelles, auf andere Personen gerichtetes Interesse
  • Ambivalenz zwischen der Realisierung von Wünschen und den Ängsten vor Konsequenzen
Soziale Veränderungen (Autonomieentwicklung und Ablösung vom Elternhaus)
  • Körperscham in der Familie
  • Orientierung an Gleichaltrigen
  • Auflehnen gegen bzw. Ablehnen von Autoritäten
  • Grenzen suchen, Risiken eingehen
  • Experimentieren mit der Einzigartigkeit
  • Sich verlieben und trennen
  • Eingehen selbstbestimmter persönlicher Bindungen
  • Erste sexuelle Erfahrungen (auch gleichgeschlechtliche)
  • Zunehmendes Interesse an Detailwissen zu sexuellen Praktiken
  • Ggf. bewusste Nutzung von Pornografie

Sexuelle Vielfalt

Die Menschen sind vielfältig – in ihren Voraussetzungen und Erfahrungen, ihren Bedürfnissen und Gefühlen sowie in ihren Vorstellungen. Wie die Menschen kennen auch deren Geschlechter und sexuelle Orientierungen keinen Standard. Vielmehr entsprechen sie einem bunten Regenbogen: Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind nämlich breitgefächert. Und alle Formen sind gleichwertig.


Mein Kind ist lesbisch, bi oder schwul

In unserer heteronormativen Gesellschaft gehen viele Eltern davon aus, dass ihr Kind eines Tages einen Menschen des jeweils anderen Geschlechts lieben wird. Doch dies ist nicht immer so.

 

Ihr Kind liebt anders, als Sie es erwartet haben? Damit sind Sie nicht alleine.

Kein Mensch sucht sich die sexuelle Orientierung aus. Sie ist gegeben. So hat auch Ihr Kind nicht entschieden, in welches Geschlecht es sich verliebt. Wenn Ihr Kind feststellt, dass seine sexuelle Orientierung nicht den gesellschaftlichen Erwartungen entspricht, steht es wahrscheinlich vor einer grossen Herausforderung. Ihr Kind braucht in dieser Zeit ganz besonders Ihre Unterstützung. Essentiell dabei ist, dass Sie Homo-, Bi- und Heterosexualität als gleichwertige Varianten der sexuellen Orientierung anerkennen.

Manchmal reagieren Eltern auf das Coming-out ihres Kindes schockiert oder enttäuscht, vielleicht sogar abweisend. Meistens brauchen sie einfach nur Zeit, um die Nachricht zu verarbeiten. Auch Eltern machen jetzt nämlich eine Art Coming-out durch. Sie machen sich Gedanken darüber, wie die Umgebung darauf reagieren wird. Manche Eltern brauchen zu diesem Zeitpunkt eine Beratung oder zumindest Informationen. Manchen Eltern hilft es, wenn sie sich mit anderen Eltern austauschen können.

 

Beratungsangebote für Eltern

Wenn Sie als Eltern oder Angehörige Rat und Hilfe brauchen, dürfen Sie gerne unsere Fachstelle telefonisch, per Chat oder E-Mail kontaktieren.

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Mein Kind ist trans

Von trans ist die Rede, wenn das innere Wissen einer Person, welches Geschlecht sie hat (Geschlechtsidentität), nicht mit dem bei der Geburt zugewiesen Geschlecht übereinstimmt. Begriffe, die ebenfalls dafür verwendet werden, sind z. B. Transgender oder Transidentität.

Nicht alle Kinder, die mit Geschlechterrollen experimentieren und andere Dinge mögen als ihre gleichaltrigen «Gspändli», sind trans. Kinder können ganz gut ausdrücken, wie sie sich fühlen und was für sie richtig ist – oder was nicht. Die Aufgabe der Erwachsenen ist es, hinzuhören und ihre Kinder ernst zu nehmen.

 

Informationen und Beratung zum Thema Trans

Viele Eltern und Angehörige sind dankbar, Informationen und Beratung rund um das komplexe und emotionale Thema der Geschlechtsidentität zu erhalten. Die Fachstellen im Checkpoint Zürich, Checkpoint Bern und im Checkpoint Vaud sind die persönlichen Anlaufstellen für alle Fragen und Informationen zum Thema Trans.

Spezialisiert auf Fragen von Familien sind die Menschen bei TGNS (Transgender Network Switzerland): Weitere Informationen dazu finden Sie auf der TGNS-Beratungsseite.

 

Film und Literatur
  • Ein Kinderbuch zum Thema Transidentität: «Es war einmal ein wunderschöner Prinz, der war so glücklich, dass er nach den Sternen greifen wollte. Er hatte nur ein Problem: Alle dachten, er sei eine Prinzessin.» (Usling, Rabea Jasmin, Weiss, Linette: Prinz_essin? 2017: chiliverlag.)
  • Filmtipp zum Thema Transidentität: Robin Harsch begleitet Söan, Logan und Effie Alexandra – 3 trans Teenager – auf einem Wegstück ihrer Transition. Es entstand ein sehr berührendes Porträt von den jungen Leuten und ihrem Umfeld, auf der Suche nach der eigenen Identität. (Sous La Peau. 2020: Alva Film Production.)

Sexualisierte Medieninhalte

Mit dem Internet kommen Kinder und Jugendliche oft mit Inhalten in Kontakt, die nicht für sie bestimmt sind: sexualisierte Medieninhalte. Für Erwachsene ist es wichtig, den Kindern und Jugendlichen den richtigen Umgang mit den digitalen Medien zu zeigen. Aber auch, hinzusehen und hinzuhören, wenn Kinder und Jugendliche im Internet – gewollt oder ungewollt – mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

In den folgenden Abschnitten finden Sie Infoblätter und Ratschläge, wie Sie das Thema sexualisierte Medieninhalte mit Ihren Kindern ansprechen und Gefahren vorbeugen können.


Pornografie

Pornografie ist die direkte Darstellung menschlicher Sexualität mit dem Ziel, die betrachtende Person sexuell zu erregen. Dabei betont die Pornografie häufig die Geschlechtsorgane bewusst und klammert partnerschaftliche und emotionale Aspekte aus.

Unter dem Begriff legale Pornografie fallen sexuelle Darstellungen, die nicht als Kunst oder Erotika bezeichnet werden. Das Gesetz verbietet es, legale Pornografie Kindern bzw. Jugendlichen unter 16 Jahren zugänglich zu machen (Art. 197 StGB). Unter illegaler Pornografie wird die Darstellung sexueller Handlungen mit Minderjährigen oder mit Tieren oder Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen verstanden.

Gemäss der JAMES-Studie 2018 haben 20 % der 12- bis 13-jährigen und 40 % der 14- bis 15-jährigen Schweizer Jugendlichen pornografische Darstellungen auf dem Handy oder Computer angeschaut. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen nimmt der Konsum von pornografischen Darstellungen deutlich zu.

Die Neugier auf die Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu

Für Kinder und Jugendliche bietet das Internet neben wertvollen und positiven Informationen auch faszinierende bis schockierende Inhalte. Dabei stossen sie gewollt oder ungewollt auf sexualisierte Darstellungen. Diese können negative Gefühle auslösen und zeigen ein unwirkliches Bild von Sexualität und Beziehung. Sexualisierte Medieninhalte vermitteln unrealistische Vorstellungen in Bezug auf sexuelle Anbahnung, Geschlechterrollen, sexuelle Praktiken und Körperideale. Diese können verunsichern und Leistungsdruck auslösen. Ein häufiger, regelmässiger Konsum von Internetpornografie kann abhängig machen.

Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Kinder und Jugendliche können auch im Internet mit dem Gesetz in Konflikt kommen und durch unbedachtes Handeln ungewollt straffällig werden.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Illegale Pornografie, Pornosucht, Sexting, Beratungsstellen

Gewaltvideos und illegale Pornografie auf Smartphones

Sexualaufklärung – Bildung und Information zu Beziehung und Sexualität


Sexting

Sexting steht für erotische Selbstdarstellungen durch Bilder, Videoclips mit Nachrichten, die über Plattformen verschickt werden. Dabei orientieren sich Jugendliche oft an Stars, die sich in sozialen Netzwerken inszenieren. Das Austesten der Wirkung auf sich und andere ist Bestandteil der entwicklungsbedingten Identitätsfindung.

Der Austausch intimer Darstellungen kann freiwillig oder unter Druck erfolgen – zum Beispiel durch Erpressung oder als Liebesbeweis. Betroffene Personen können durch Sexting Blossstellung und Beschämung erfahren. Zudem lassen sich Aufnahmen im Netz nicht mehr rückgängig machen. Gemäss der JAMES-Studie (2018) geben 5 % der 14- bis 15-Jährigen und 23 % der 18- bis 19-Jährigen an, dass sie schon mal aufreizende Bilder von sich verschickt hätten.

Entstehen Bilder oder Clips unter Druck, handelt es sich um eine Form von Nötigung. Dies ist ein Straftatbestand und kann angezeigt werden. Werden Fotos, Texte oder Webcam-Mitschnitte ohne Wissen kopiert und veröffentlicht, ist dies rechtswidrig und möglicherweise strafbar. Schon die Drohung, Bilder zu veröffentlichen, ist rechtswidrig.

Die Herstellung einer visuellen oder auditiven Aufnahme mit sexuellem Kontext ist unter anderem dann strafbar, wenn die Dargestellten unter 18 Jahre alt sind. Das einvernehmliche Fotografieren und Filmen von sexuellen Handlungen unter Minderjährigen von mehr als 16 Jahren bleibt straffrei. Aber nur, solange diese Aufnahme voneinander ausschliesslich im Besitz der beteiligten Personen ist und nur von ihnen konsumiert wird. Erhält jedoch eine nicht in die sexuellen Handlungen involvierte Person davon Kenntnis, werden die an den sexuellen Handlungen beteiligten Jugendlichen strafbar (Schweizerische Kriminalprävention 2018).

Weitere Informationen finden Sie hier:

Ratgeber zu Sexting von Pro Juventute


Sextortion

Sextortion (Wortkombination aus Sex und Extortion) bezeichnet eine Erpressung im Internet: Bei einer solchen fordern vermeintlich attraktive und interessierte Unbekannte Internetnutzer*innen dazu auf, in Videochats wie Skype nackt zu posieren oder sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen.

Die Betrüger*innen zeichnen das Material heimlich auf und versuchen dann, vom Opfer Geld zu erpressen, indem sie mit der Veröffentlichung der Aufnahmen drohen. In einer anderen Variante von Sextortion, die aus Sexting erwächst, werden in Vertrautheit aufgenommene private Sex-Clips dazu verwendet, das Opfer zu weiteren sexuellen Handlungen zu zwingen (Schweizerische Kriminalprävention 2019).


Begleiten und Befähigen von Menschen mit einer Beeinträchtigung in ihrer Sexualität

Im Umgang mit der Sexualität von Menschen mit einer geistigen bzw. körperlichen Behinderung gibt es immer noch viele Unsicherheiten. Fachleute sind sich allerdings einig: Menschen mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung haben keine «besondere» Sexualität. Die meisten von ihnen wünschen sich genau das Gleiche wie ihre nicht behinderten Altersgenoss*innen: Flirt, Freundschaft, Liebe, Partnerschaft, Zärtlichkeit, Geborgenheit, Leidenschaft. Sie haben die gleichen Grundbedürfnisse wie andere Menschen.

Bei Menschen mit körperlichen Behinderungen ​kann die praktische Umsetzung von Sexualität nicht immer den Vorstellungen und Bedürfnissen entsprechen. Deshalb sind hier Feingefühl und Kreativität gefordert.

Es braucht eine Sensibilisierung im ​Begleiten der psychosexuellen Entwicklung von Menschen mit einer Beeinträchtigung – und zwar aus diesen Gründen:

  • Der Zugang zu fachlichen Informationen über Sexuelles ist für Menschen mit einer Beeinträchtigung erschwert. Es fehlt vermehrt an Informationen in leichter und oder in Bildersprache.
  • Oft haben sie auch weniger Gelegenheiten, sich mit Gleichaltrigen/ Peers auszutauschen (kleine Geheimnisse, Erlebnisse, Gefühle etc.) und ihre ersten Erfahrungen zu machen.
  • Es fehlt ihnen oft die Fähigkeit, die Veränderungen ihres Körpers ​mitzuerleben oder zu verstehen. Dadurch sind die Erfahrungen, mit dem eigenen Körper umzugehen, begrenzt.
  • Menschen mit einer körperlichen Behinderung sind meistens auf die Hilfe von Dritten angewiesen, wenn es um Körperhygiene etc. geht. Das hat zur Folge, dass sie weniger die Gelegenheit haben, ihren eigenen Körper zu erkunden und Selbstbefriedigung auszuprobieren.
  • Die Vulnerabilität, ​aufgrund der Beeinträchtigungen Grenzverletzungen zu erfahren, ist höher. Deshalb ​sind Sexualpädagogik und das Befähigen, sich Hilfe zu holen und Strategien zum Schutz zu kennen, ein Teil der primären Prävention.

«Klipp und klar» ist eine hilfreiche Broschüre, die Informationen zu sexueller Gesundheit in leichter Sprache bietet. Sie eignet sich für Menschen ab 16 Jahren.

PDF-Download von «Klipp und klar»

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Sexualisierte Gewalt

Von sexualisierter Gewalt wird gesprochen, wenn eine Person versucht, eine andere Person mit Zwang, psychischem Druck oder körperlicher Gewalt zu einer sexuellen Handlung zu zwingen. Sexualisierte Gewalt kann mit oder ohne Körperkontakt auch in Liebesbeziehungen erfolgen.


Formen sexualisierter Gewalt

Formen sexualisierter Gewalt sind:

  • Ungewolltes Berühren, Küssen oder Auf-den-Schoss-Nehmen
  • Sexuelles Belästigen und Bedrängen
  • Drohungen für den Fall, dass sich eine Person nicht auf sexuelle Handlungen einlässt
  • Drängen oder Erzwingen von sexuellen Handlungen, erzwungener Oral-, Anal- oder Vaginalverkehr
  • Sexuelle Handlungen an wehrlosen Personen (Alkohol-, Drogeneinfluss, K.o.-Tropfen)
  • Drängen oder Zwingen zum Anschauen von pornografischen Darstellungen oder Mitwirken in pornografischen Handlungen in Fotografie, Film oder Internetchat
  • Verschicken oder Verbreiten von Nacktbildern ohne Einwilligung
  • Beschimpfungen mit sexuellem Inhalt
  • Verheiratung Minderjähriger

Alle diese Formen sind strafbar. Je nach Art und Schwere werden sie mit Geldbussen oder Freiheitsstrafen bestraft.

Sexualisierte Gewalt verletzt Kinder und Jugendliche in ihrer sexuellen, körperlichen und seelischen Integrität. Die Persönlichkeitsentwicklung kann dadurch bis ins Erwachsenenalter tiefgreifend beeinträchtigt werden. Sexualisierte Gewalt betrifft Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrem Geschlecht und Alter. Mädchen und weibliche Jugendliche sind häufiger betroffen, ebenso Kinder und Jugendliche mit einer kognitiven oder körperlichen Beeinträchtigung. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 1 bis 2 Schüler*innen pro Schulklasse im Schulalter von sexualisierter Gewalt durch Erwachsene betroffen sind.

Sexualisierte Gewalt findet am häufigsten innerhalb der engsten Familie sowie im weiteren Familien- und Bekanntenkreis statt. Das können Nachbar*innen oder Personen aus Einrichtungen oder Vereinen sein, die die Kinder und Jugendlichen gut kennen. Ab der Pubertät gehen die Übergriffe vor allem von Gleichaltrigen aus. Zunehmend finden sexuelle Übergriffe auch im digitalen Raum statt.

Sexualisierte Gewalt üben in etwa 85 % der Fälle Männer und männliche Jugendliche aus und zu etwa 15 % Frauen und weibliche Jugendliche. Täter als auch Täterinnen missbrauchen sowohl Mädchen als auch Jungen. Über missbrauchende Frauen wurde bislang wenig geforscht. Es ist davon auszugehen, dass sexualisierte Gewalt durch Frauen seltener entdeckt wird. Frauen üben sexualisierte Gewalt alleine oder zusammen mit einem männlichen Partner aus.

Tatpersonen können drohen, erpressen und zur Geheimhaltung verpflichten. Scham und Schuldgefühle machen Betroffene oft sprachlos und handlungsunfähig. Viele Kinder und Jugendliche trauen sich lange nicht, von ihren Erfahrungen zu erzählen. Verantwortlich für die Einhaltung von Grenzen sind allein die Tatpersonen, niemals die betroffenen Kinder und Jugendlichen. Ein wesentliches Motiv der Tatpersonen ist der Wunsch, Macht auszuüben und durch die Tat das Gefühl von Überlegenheit zu erleben. Bei einigen Tatpersonen kommt eine sexuelle Fixierung auf Kinder hinzu (Pädosexualität). Kinder und Jugendliche können die Konsequenzen einer Einwilligung in eine sexuelle Handlung mit einer erwachsenen Person nicht abschätzen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Ratgeber zu sexuellen Übergriffen


Kinder und Jugendliche als Täter*in

Auch Kinder und Jugendliche üben gegen andere Kinder und Jugendliche sexualisierte Gewalt aus. Sind bei Vorschulkindern die Täter*innen grösstenteils männliche Erwachsene, nimmt gemäss Kinderschutz Schweiz (2019) im Verlauf des Primarschulalters der Anteil der gleichaltrigen Täter*innen kontinuierlich zu. Häufig werden die Übergriffe durch Gleichaltrige im Rahmen erster Liebesbeziehungen verübt.

Gemäss einer Studie des Kantons Zürich (Ribeaud 2015), berichten 19 % der 15- jährigen Mädchen und 7 % der gleichaltrigen Jungen über erlebte sexualisierte Gewalt in der Paarbeziehung. 6 % der Jungen und 1 % der Mädchen berichten, selber sexualisierte Gewalt angewendet zu haben. Als häufigste Gewalt in jugendlichen Paarbeziehungen werden Versuche genannt, Kontakte der Partner*innen einzuschränken und zu kontrollieren.


Übergriffe durch Erwachsene

Personen mit einer Präferenzbesonderheit «Pädophilie» fühlen sich überwiegend oder ausschliesslich sexuell zu Kindern (meist 13 Jahre oder jünger) hingezogen. Ein bis fünf Prozent aller Männer haben gemäss Studien auf Kinder gerichtete sexuelle Phantasien. Über Frauen mit dieser sexuellen Präferenz ist fast nichts bekannt. Wissenschaftlichen Studien zufolge begehen weniger als die Hälfte aller Betroffenen sexuelle Delikte (sexueller Kindesmissbrauch, Konsum von Missbrauchsabbildungen). Über die Hälfte aller Täter sexuellen Kindsmissbrauchs sind nicht pädophil. Viele Betroffene sind sehr offen für Psychotherapie, um zukünftig weiterhin keine Delikte zu begehen oder straffrei zu werden.

Die WHO listet Pädophilie als psychische Störung auf. Die Behandlung geht mit einer langfristigen Psychotherapie und gegebenenfalls Medikamenten einher. Für Personen mit pädosexuellen Neigungen gibt es spezifische Beratungs- und Therapieangebote (z. B. das Forensische Institut Ostschweiz forio).


Zwangsheirat

Die freie Wahl des Ehepartners oder der Ehepartnerin ist ein Menschenrecht. Das Ehefähigkeitsalter beträgt in der Schweiz 18 Jahre (Art. 94 ZGB). Von einer Zwangsheirat oder erzwungenen eingetragenen Partnerschaft wird gesprochen, wenn die Verheiratung gegen den Willen mindestens einer der beiden Beteiligten geschieht. In der Schweiz wird von jährlich bis zu 340 Fällen von Zwangsheirat ausgegangen (Bundesamt für Migration 2012). Die Dunkelziffer ist hoch. Auch Jugendliche können davon betroffen sein. Rechtsgültig geschlossene Ehen von Minderjährigen werden nicht toleriert. Eine im Ausland geschlossene Ehe von 16- und 17-Jährigen kann in der Schweiz unter Vorbehalt anerkannt werden (Fachstelle Zwangsheirat).


Genitalverstümmelung bei Mädchen

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) bezeichnet die teilweise oder vollständige Entfernung der äusseren weiblichen Geschlechtsorgane. Folgende vier Typen von FGM werden unterschieden:

  • Typ I (Inzision): Teilweise oder komplette Entfernung der äusseren Klitoris
  • Typ 2 (Exzision): Teilweise oder vollständige Entfernung der äusseren Klitoris und der kleinen Scheidenlippen
  • Typ 3 (Infibulation oder «pharaonische Beschneidung»): Die vaginale Öffnung wird durch das Beschneiden und Zusammennähen der äusseren oder inneren Scheidenlippen verengt. Eventuell Entfernung der äusseren Klitoris.
  • Typ 4: Alle anderen Praktiken, die die weiblichen Genitalien verletzen. Wie zum Beispiel das Einstechen oder Durchbohren der inneren und äusseren Genitale.

Die verschiedenen Formen werden durch die Region und die Gemeinschaft, in welcher Frauen und Mädchen leben, bestimmt (Bisang 2019).

FGM wird an Mädchen und Frauen ab dem Säuglingsalter oft unter unhygienischen Verhältnissen durchgeführt. Sie kann schwere gesundheitliche, körperliche oder psychische Schäden verursachen und zum Tod führen. Das Netzwerk Mädchenbeschneidung Schweiz (2017) schätzt die Anzahl der in der Schweiz von FGM betroffenen oder gefährdeten Mädchen und Frauen auf 15’000. FGM gilt als Eingriff in die körperliche Integrität des Kindes und ist als Körperverletzung strafbar (Art. 124 StGB), auch wenn sie im Ausland vorgenommen wurde. Der Staat muss Massnahmen ergreifen, um Kinder vor Gewalt zu schützen und überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen (Art. 24, Ab. 3 des Übereinkommens über die Rechte des Kindes).

Bestraft werden nicht nur Beschneider*innen, sondern auch Eltern oder Verwandte, die ein Mädchen beschneiden lassen. Bestraft wird auch, wer die Beschneidung im Ausland durchgeführt oder ermöglicht hat. Wer gegen das Verbot verstösst, wird mit Gefängnis oder Geldstrafe bestraft. Das gilt für alle Formen der Beschneidung. Die Eltern sind für den Schutz ihrer Mädchen verantwortlich. Falls sie diese Verantwortung nicht wahrnehmen, sollte die zuständige Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) mittels Gefährdungsmeldung eingeschaltet werden. Der Umgang mit tatsächlicher oder vermuteter Gefährdung hinsichtlich FGM verlangt hohe Sensibilität, da eine Gefährdungsmeldung das gesamte Familiensystem betrifft. Nationale Anlaufstellen zur Prävention von Mädchenbeschneidung (Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung Schweiz) bieten Fachberatungen an.

FGM wird heute vor allem als kulturelles Phänomen betrachtet. Dabei wird vergessen, dass bis ins 20. Jahrhundert auch in Europa und in den USA weibliche Genitalverstümmelung als chirurgische Behandlung durchgeführt wurde. So wurden zum Beispiel zur Therapie von Masturbation die Entfernung von Klitoris oder Scheidenlippen empfohlen. In der heutigen Zeit wurde im Zuge zunehmender Selbstoptimierung die chirurgische Kürzung der Scheidenlippen oder die Verengung der Scheide zum Trend in der Schönheitschirurgie.


Knabenbeschneidung

Bei der männlichen Beschneidung (Zirkumzision) wird die Vorhaut im Bereich der Eichel ganz oder teilweise chirurgisch entfernt. Der Eingriff ist irreversibel. Die Entfernung der Vorhaut mit den darin befindlichen Nervenendungen und die folgende Verhornung der Eicheloberfläche führt zu einem Sensibilitätsverlust.

Die männliche Beschneidung wird meist an Säuglingen oder Kindern ohne deren Einverständnis durchgeführt und verletzt damit das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Für diese Eingriffe werden religiöse, kulturelle, medizinische und präventive Gründe aufgeführt. Für jüdische und muslimische Gemeinschaften gilt die Beschneidung als Aufnahme in die Glaubensgemeinschaft. In anderen Ländern (zum Beispiel USA) werden oft hygienische Gründe angegeben.

Auch die Beschneidung von Jungen gilt als Eingriff in die körperliche Integrität (Art. 11 Bundesverfassung). Staat und Eltern sind verpflichtet, die Meinung des Kindes (im Sinne der Urteilsfähigkeit) gemäss dem Alter und der Reife entsprechend zu berücksichtigen (Art. 12 Übereinkommen über die Rechte des Kindes). Wird die Beschneidung nicht aus einer medizinischen Notwendigkeit heraus durchgeführt, wird sie zunehmend von ärztlicher, menschenrechtlicher und psychologischer Seite kontrovers diskutiert.

Medien: News, Medienmitteilungen, Anfragen

Arbeiten Sie in den Medien? Oder möchten Sie sich über unsere Arbeit in der Öffentlichkeit informieren? Auf unserer Medienseite finden Sie dazu interne und externe Publikationen sowie Mitteilungen.


Aktuelle Medienmitteilungen der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Ob HIV-/STI-Testaktionen, Podiumsdiskussionen oder Open-Air-Teilnahmen – hier informieren wir Sie laufend über unsere Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit.

Living Library: Eintauchen in queere Lebenswelten mit anschliessender Vielfalt-Party
PDF zur Medienmitteilung (16.11.2022)

Living Library: Lernen Sie Menschen aus der LGBTIQA+ Community kennen
PDF zur Medienmitteilung (01.11.2021)

Transgender Day of Visibility (TDoV): Tag der Sichtbarkeit von trans Menschen 2021
PDF zur Medienmitteilung (29.03.2021)

Living Library: LGBTIQA+ Begegnung im Zeichen des Regenbogens
PDF zur Medienmitteilung (21.09.2020)

Anti-Rassismus-Strafnorm: Ein Ja stärkt die Schweizer Demokratie
PDF zur Medienmitteilung (04.02.2020)

 


News-Blog zur sexuellen Gesundheit und zur sexuellen Bildung

Wir veröffentlichen regelmässig Beiträge in unserem News-Blog. Unter anderem berichten wir über diese Themen und Anlässe:

  • Kampagnen zur HIV-/STI-Prävention
  • Anlässe zur HIV-/STI-Prävention, z. B. in Form von Open-Air-Teilnahmen, Podiumsdiskussionen oder Tagungen
  • Schulprojekte
  • Interviews mit Expert*innen zu den Themen HIV, Aids und STI
  • Persönliche Geschichten von Betroffenen
  • Öffentlichkeitsarbeit, die die LGBTIQA+ Community stärkt
  • Fachbeiträge zu relevanten Themen aus der sexuellen Gesundheit und sexuellen Bildung
Für weitere Auskünfte nehmen Sie mit uns Kontakt auf

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Medienberichte über die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Hier finden Sie sämtliche Artikel, Interviews und Beiträge, die Medien über die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen publiziert haben.

Im Kampf gegen Chlamydien und Syphilis: St.Galler Regierung lehnt Gratistests für sexuell übertragbare Krankheiten ab
Tagblatt (08.11.2023)

Kennenlernen im Zeitraffer: Queeres Speedfriending im St.Gallen Libre
MANNSCHAFT (08.11.2023)

Podiumdiskussion für ein inklusives St.Gallen
Pride Month (30.10.2023)

St. Galler Regierung gegen Gratis-Test für Tripper & Co
toggenburg24.ch (29.10.2023)

Queeres Speedfriending
Pink Cross (04.10.2023)
St.Gallen-Bodensee Tourismus (04.10.2023)

Eintauchen in die queere Geschichte der Stadt
St.Galler Tagblatt (12.07.2023)

«Ideologisch», «moralisierend», «bevormundend»: Der Genderstern als böser Feind im Kreuzlinger Gemeinderat
Thurgauer Zeitung (12.05.2023)

«Gemeinsam unterwegs» – ein Elternbildungsmodul zum Umgang mit Vielfalt in Geschlechtsidentität
Kanton St.Gallen (30.03.2023)

Erste Pride Parade in St.Gallen – Mitveranstalter Andi Giger: «Ich möchte gefahrlos zum Bahnhof spazieren können – ohne oder mit Freund»
St.Galler Tagblatt (11.03.2023)

Geschlechterklischees überwinden
Pfarrei Forum (28.11.2022)

Braucht die Stadt St.Gallen ein LGBTI-Label? Das sagen Betroffene und Verbände
Luzerner Zeitung (25.11.2022)

SEX DAYS: DAY 2 ORGASMS & STIS
Square HSG St.Gallen (04.10.2022)

«Chemsex – mehr als Sex unter Drogen»: Ein unerforschtes Phänomen im Gesundheitswesen
Swiss Medical Forum (22.06.2022)

Männlichkeit matters
Saiten (17.06.2022)

LGBTQIA+-Community: «Schulen müssen Aufklärungsarbeit leisten»
FM1 Today (15.06.2022)

Mächtig ohnmächtige Männer
MANNSCHAFT (15.06.2022)

Das musst du über den Pride Month wissen.
FM1 Today (03.06.2022)

Kern als Ratsschreiber gewählt
stgallen24.ch (06.05.2022)

Pink Cross Co-Präsident aus dem Thurgau​
Kreuzlinger Nachrichten (04.04.2022)

Fragen zur sexuellen Orientierung? Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen gibt anonym Auskunft.
St.Galler Tagblatt (24.03.2022)

«Von einem Idealzustand sind wir noch weit entfernt»
Die Ostschweiz (28.02.2022)

Frische Energie für die Zukunft
Pink Cross (24.02.2022)

St.Gallen möchte mehr Schutz für nicht heterosexuelle Menschen
Radio Liechtenstein (26.01.2022)

Kanton will LGBTIQ*-Beratung ausbauen
Saiten (26.01.2022)

Schikanen für queere Community beseitigen: Zwei Politisierende aus der Region setzen sich ein
Werdenberger und Obertoggenburger (19.01.2022)

Tabus brechen: Queers erzählen von Liebe, Outing und Hass
TVO (07.11.2021)

Living Library in St.Gallen
Queer Lake (07.11.2021)

«Für viele war es die erste Begegnung mit einem Bisexuellen»
Die Ostschweiz (05.11.2021)

Begegnungen mit queeren Menschen
stgallen24 (04.11.2021)

Klischees hinterfragen und Vorurteile abbauen: Queere Personen laden am Sonntag zum Tischgespräch ein
St.Galler Tagblatt Live-Ticker (04.11.2021, 16:05)

Living Library: Begegnungen mit queeren Menschen
Kanton St.Gallen (04.11.2021)

The winner takes it all! 25hours feiert “Ehe für alle” mit B.U.T.C.H.E.S. & F.A.G.S.
25hours Hotels Zürich (17.09.2021)

Eine Zeltstadt für Respekt und Frieden in St. Gallen
SRF (16.09.2021)

Eine filmische Begegnung mit trans Jugendlichen
Die Ostschweiz (02.09.2021)

Filmische Begegnung mit Transjugendlichen
stgallen24.ch (02.09.2021)

«Meine Mutter hatte das Gefühl, eine Tochter zu verlieren»: Ein 21-jähriger Transmann erzählt von seinem Coming-out und seiner Transition.
St.Galler Tagblatt (08.09.2021)

Ein soziales pornografisches Netzwerk
Gastbeitrag in den Swiss Aids News (SAN: S. 16–18) (09.08.2021)

Homophobie: Wer hilft bei Hate Crimes?
rheintal24 (10.06.2021)

Hass gegen Schwule: Wer hilft bei Hate Crimes?
stgallen24 (10.06.2021)

Ein respektvoller Umgang dient allen
Forum 2/2021 (01.06.2021)

Referendum eingereicht: Ehe für Alle kommt an die Urne
TVO (12.04.2021)

Kinderzimmer in Rosa und Hellblau? DAS ist Gender-Gaga!
MANNSCHAFT (10.04.2021)

Coming-out im Neckertal – eine Zeitreise
DISPLAY (01.04.2021)

Wenn das Aussen nicht mit dem Innen übereinstimmt
hallowil.ch (31.03.2021)

Gemeinsam für mehr Trans-Sichtbarkeit
stgallen24 (31.03.2021)

Gemeinsam für mehr Trans-Sichtbarkeit
linth24.ch (31.03.2021)

Trans Menschen zeigen sich
Queer-Lake.net (31.03.2021)

Am Mittwoch sollen Probleme von Transgender-Menschen sichtbar gemacht werden: Aufruf für mehr Toleranz und Akzeptanz
Grenchner Tagblatt (29.03.2021)

Vatikan: Kein Segen für homosexuelle Paare
TVO (16.03.2021)

Liebe dich wie deinen Nächsten – Selbstbefriedigung ist gesund!
MANNSCHAFT (26.02.2021)

«In der Coronakrise könnte die Arbeit rund um Aids zusammenbrechen»
FM 1 Today (01.12.2020)

HIV im Jahr 2020: Die Bevölkerung braucht dringend ein Update
MANNSCHAFT (01.12.2020)

«Living Library»: Regenbogenvielfalt in St.Gallen
MANNSCHAFT (10.10.2020)

HIV-Tests und Gespräche mit queeren Menschen
FM 1 Today (06.10.2020)

«Jeden Sonntag musste ich mich zurückverwandeln»
MANNSCHAFT (03.10.2020)

Die LGBTIQ Community hat viel erreicht, aber auch noch viel vor
MANNSCHAFT (21.09.2020)

Vertraut anders. Ein Porträt über eine polyamouröse Regenbogenfamilie aus der Ostschweiz:
MANNSCHAFT (13.07.2020)

Interview-Reihe zum Coming-out mit «Die Ostschweiz»:
Joel Müller (30.06.2020)

Predrag Jurisic (13.07.2020)

Pascal Rotach (19.07.2020)

Fritz Rufer (22.07.2020)

Coming-out: Es braucht mehr Vorbilder wie Curdin Orlik
MANNSCHAFT (13.03.2020)

So sieht der Sexualunterricht von heute aus
stgallen24.ch (04.03.2020)

«Let’s Talk About Sex» – Sexualaufklärung und Gleichstellung
Kanton St.Gallen (02.03.2020)

Aufklärung und Gleichstellung
linth24.ch (02.03.2020)

«Ein Ja am 9. Februar stärkt die Aufklärung an Schulen»
MANNSCHAFT (31.01.2020)

 

Aids-Hilfe St.Gallen / Appenzell sucht einen MSM-Mitarbeiter (80%)
Queer Lake (15.08.2019)

«Die Schweiz hinkt bei Transmenschen hinterher»
Radio FM1 (15.07.2019)

Otherside – die andere Seite der Queers
kanti live (29.03.2019)

«Frau Meier? In Ihrer Krankenakte steht aber Herr Meier!»
Swiss Aids News SAN (Juli 2018, S. 6–9)

AIDS: Was taugt der HIV-Test für zu Hause?
Der Beobachter (28.06.2018)

«Es ist wichtig, über Pornos zu reden»
FM1 Today (17.01.2018)

Akzeptanz von Homosexuellen – mehr Schein als Sein?
MANNSCHAFT (18.12.2017)

«Ich hatte lange Zeit Angst, dass mich die Frauen von der Bettkante stossen»
Saiten (30.11.2017)

Belastung statt Betreuung
VSAO Journal Nr. 4 (August 2017)

«Schwul sein ist keine Qualifikation»
Südostschweiz (27.05.2017)

Ein kritischer Rückblick auf die Podiumsdiskussion «Vielfalt im Alter» in St.Gallen
hab queer bern (21.05.2017)

Führungswechsel bei der Aidshilfe
Limmattaler Zeitung (13.05.2017)
Appenzeller Zeitung (13.05.2017)
Grenchner Tagblatt (13.05.2023)

Aids-Hilfe St.Gallen mit neuer Führung
Südostschweiz (12.05.2017)

«Natürlichkeit – das ist das A und O»
MANNSCHAFT (02.04.2017)

Sprechstunde Gendervarianz in St.Gallen
Queer Lake (14.03.2017)

OSTSCHWEIZ: Wenn man anders liebt
St.Galler Tagblatt (22.02.2017)

Ein kritischer Rückblick auf die Podiumsdiskussion «Vielfalt im Alter» in St.Gallen
hab queer bern (21.01.2017)

Vielfalt im Alter: wenig Wissen vorhanden
Queer Lake (16.01.2017)

Schwul und lesbisch: doch nicht so cool?
Queer Lake (20.12.2016)

Impressionen der 2. Aids Charity, St. Gallen
Queer Lake (02.12.2016)

Aids und HIV-Positiv auch in Liechtenstein ein Thema
Radio Liechtenstein (01.12.2016)

«Vergessen ist ansteckend»
Saiten (29.11.2016)

Bi üs im Thurgau gits das nöd …
Queer Lake (23.11.2016)

«Ich möchte als eine der unendlich vielen Varianten von Frausein akzeptiert werden»
Franziska Schutzbach/LOS-INFO 3/2016 (23.11.2016)

«Die Schweiz hinkt bei Transmenschen hinterher» (dreiteilige Serie «Gott und d Wält» zu Trans- und Intermenschen zum Nachhören)
Radio FM1 (22.11.2016)

1. Dezember: Aids-Charity in St.Gallen
Queer Lake (21.11.2016)

Bei Sack&Pack sich testen lassen
Queer Lake (04.11.2016)

«Sich testen lassen bringt’s»
Queer Lake (25.10.2016)

Auf zum gratis Syphilis-Test
Queer Lake (28.09.2016)

LGBTI und HIV+/aidskranke Menschen in Alters- und Pflegestrukturen
hab queer bern (24.09.2016)

Lesben, Schwule und Transsexuelle auf der Flucht
Saiten (19.09.2016)

«Wir wollen alle Gruppen erreichen – egal, ob lesbisch, schwul, bi oder trans»
Saiten (02.09.2016)

Queer Refugees – Auch rund um den Bodensee!
Queer Lake (31.08.2016)

Anonyme HIV-Tests im Mann-o-Mann
Queer Lake (24.08.2016)

«I just started to change my mind»
Queer Lake (09.08.2016)

Sex ohne Gummi? Geht das nun?
Queer Lake (03.08.2016)

Der Weg für Trans-Personen ist steinig
Queer Lake (19.07.2016)

Internalisierte Homophobie
Queer Lake (04.07.2106)

Beherzter Aufklärer und kritischer Antreiber
Zuger Zeitung (28.06.2016)
St.Galler Tagblatt (28.06.2016)
BZ Basler Zeitung (28.06.2016)

Kinder kriegen – klar doch!
magazin.hiv (17.06.2016)

«Kennt ihr euren Testosteronspiegel?»
Network Schweiz (01.06.2016)

IDAHOT EVENTS 2016: SWITZERLAND
may17.org (17.05.2016)

Gründe für Transphobie in der lesbischen Community
LOS Info Nr. 3 (Mai 2016)

Queering Psychotherapie: Geschlechtervarianz, Geschlechtsidentität und die Ideologie der Zweigeschlechtlichkeit
Arbeit erschienen in Psychotherapie-Wissenschaft Band 6 / Heft 2 (26.01.2016)
Ganzes Heft 2 hier als Download

 

Keine Erfassung antischwuler Gewalt
St.Galler Nachrichten (09.07.2015)

Der Wert der Vielfalt auch in der Sexualität
St.Galler Nachrichten (28.06.2015)

Der Wert der Vielfalt auch in der Sexualität
Herisauer Nachrichten (28.06.2015)

«Ein Präventionshaus für die Ostschweiz»
SRF (17.03.2015)

Sexualpädagogischer Leerplan
Saiten (27.01.2015)

 

Rastplatz-Sex bleibt gefährlich
Südostschweiz (19.06.2014)

Im Einsatz für sexuelle Gesundheit
St.Galler Nachrichten (10.10.2013)

Schläpfer übergibt Amt an Baeriswyl
St.Galler Tagblatt (09.03.2013)
Nidwaldner Zeitung (09.03.2023)

 

«Aids nicht banalisieren»
Luzerner Zeitung (02.12.2012)

Detektivisch gegen HIV
Limmattaler Zeitung (27.10.2012)

«Rastlos-Mobil» gegen HIV
St.Galler Tagblatt (26.10.2012)

Zum Feierabendbier ein HIV-Test
Thurgauer Zeitung (18.10.2012)

Zweiter St. Galler Kreuzweg
Bistum St.Gallen (03.08.2012)

«Vorsichtiger als Heterosexuelle»
St.Galler Tagblatt (29.02.2012)

Sexualität im Leben der Kinder
Teufener Post (01.02.2012)

Aids
WOZ – Die Wochenzeitung (01.12.2011)

«Im Minimum en Gummi drum»
St.Galler Tagblatt (25.11.2011)

Lernen, wie Sexualität funktioniert
St.Galler Tagblatt (11.07.2011)

Schüler sprechen ungehemmt über Sex, Liebe und Aids
Südostschweiz (19.05.2011)

Wissenswertes zu Liebe und Erotik
St.Galler Tagblatt (08.02.2011)

Solidaritäts-Tisch für Aidskranke
St.Galler Tagblatt (15.11.2010)

Theater um Sex und Aids
St.Galler Tagblatt (24.08.2010)

Theater als Prävention
Appenzeller Zeitung (24.08.2010)

«Aids ist immer noch tödlich»
St.Galler Tagblatt (12.07.2010)

HIV und Aids auch am Kathi ein Thema
St.Galler Tagblatt (17.05.2010)

Sicher im Verkehr
St.Galler Tagblatt (07.05.2010)

SchutzFaktor6
St.Galler Tagblatt (07.05.2010)

Gabriela Jaegge
NZZ (02.12.2007)

Welt-Aids-Tag 2007 :«Work Place Policy» für Menschen mit HIV
RAOnline (01.11.2007)

Sauna, Sex and Piercing – und die «innocent bystander»
infekt.ch Blog (25.03.2007)

Aids-Präventionskampagne wird international
persoenlich.com (02.05.2006)

Mit Kondomdose und Selbstbewusstsein: Aids-Hilfen wenden sich an «Frauen unterwegs»
PRESSEPORTAL (21.10.2003)


Offizielle Bilder, Logos und Videos

Unsere Präventionsarbeit in Bildern finden Sie in unserem Bildarchiv. Alle unsere Videos befinden sich auf unserem YouTube-Kanal.

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