Jahresbericht

St.Gallen Pride – wir reden über Vielfalt

12. August 2023
aktualisiert: 29. November 2023

Reden über Vielfalt: tun wir! 

Text: Predrag Jurisic/Adrian Knecht
Beitragsbild: St.Gallen Pride

 

Anlässlich der ersten Pride in St.Gallen portraitierten wir Menschen, die für Vielfalt stehen. Hetero, homo, lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, trans, intergeschlechtlich, queer, cis, nonbinär und viele mehr, die alle Teil der Menschheit sind.

 

Ginger

Als nicht-binäre Person ist Ginger weder Mann noch Frau und auch nichts dazwischen. Non-Binarität ist nämlich eine ganz eigene Identität, die eben nicht in das zweiseitige Bild von Mann und Frau reinpasst. Ginger lebt und liebt polyamor. Das bedeutet, dass Ginger und die Partner*innen mehrere Beziehungen pflegen können und dies oft auch tun. Diese Beziehungen sind ganz unterschiedlich – manchmal eher romantisch, manchmal eher körperlich.

 

Maria

Nicht-monogame – also polyamore – Menschen sind auf der sexuellen sowie auf der romantischen Ebene für mehr als eine Person offen. Maria erzählt dazu von ihren Erfahrungen und auch davon, was sie sich künftig von der Gesellschaft wünscht.

 

Gioey

Drag ist eine Kunstform, die non-binäre und binäre Formen von sozialem und sichtbarem Geschlecht darstellt, überzeichnet und zelebriert. Drag spielt bewusst mit Vorurteilen und Übersteigerungen, um Menschen in ihren Herzen und Gedanken von Selbst- und Fremdenhass zu befreien.

 

Fabienne

Fabienne wurde bei ihrer Geburt das männliche Geschlecht zugeteilt. Doch sie wusste bereits mit vier Jahren: «Ich bin ein Mädchen.» Im Video erzählt sie von ihren Erfahrungen und Zukunftswünschen.

 

Sari

Sari lebt und liebt heterosexuell. Sie wünscht sich von heterosexuellen Menschen mehr Unterstützung für alle möglichen Formen von Liebe und Partnerschaft.

 

Sylvie

Sylvie identifiziert sich als lesbisch. Sie liebt also Menschen, die sich als Frauen identifizieren. Im Video erzählt sie, wie sie ihren eigenen Weg fand und was sie sich für die zukünftige Jugend wünscht.

 

Lola

Pansexuelle Menschen fühlen sich zu verschiedenen Menschen hingezogen – unabhängig von Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung. Lola identifiziert sich als pansexuell und spricht darüber. Auch hat sie einen Wunsch an die Gesellschaft, wenn es um Vielfalt geht.

 

Wir reden darüber

Wenn du Fragen zur Vielfalt hast oder eine Beratung wünschst, kontaktiere uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp

«Ich habe nichts gegen Schwule, aber …»

20. September 2021

Vom 14. bis 17. September 2021 hielt das «Respect Camp» Einzug auf dem Klosterplatz St.Gallen. Dabei bot eine bunte Zeltstadt jungen Menschen verschiedene «Trainingspoints» zum respektvollen Zusammenleben. Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen war ebenfalls mit von der Partie und informierte die Jugendlichen über die LGBTIQA+ Community.

Text: Predrag Jurisic
Bilder: Predrag Jurisic

Trainingspoint LGBTIQA+ am Respect Camp 2021

Rund 900 Schüler*innen von der 6. Klasse bis zur 3. Oberstufe besuchten das Respect Camp auf dem Klosterplatz St.Gallen. Verschiedene «Trainingspoints» boten den Schüler*innen einen spielerischen Rahmen, sich mit Themen des respektvollen Zusammenlebens und der Friedensförderung auseinanderzusetzen. Auf «lustvolle und kreative Art» sprachen sie über Beziehungen, Glück, Frustabbau, Frieden stiften, respektvolle Kommunikation und andere Religionen. Der Rundgang dauerte rund zwei Stunden. Organisiert hat das Respect Camp die kirchliche Jugendarbeit Yesprit in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen. Auch das Team der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (Aids-Hilfe St.Gallen-Appenzell) war mit von der Partie.

 

«Schwule, die sich schminken, machen mich wütend»

«Ich habe nichts gegen Schwule, aber warum müssen sie sich schminken? Das macht mich wütend!» Solchen und ähnlichen Aussagen begegnet Adrian Knecht während seines Einsatzes am diesjährigen Respect Camp. Adrian Knecht ist Projektleiter MSM/LGBTIQA+ bei der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen. Am Respect Camp steht er zum ersten Mal im Einsatz. Mit Oberstufenschüler*innen diskutiert er über die LGBTIQA+ Community und will ihre Ansichten und Vorurteile gegenüber der LGBTIQA+ Community näher erfahren. «Was stört euch daran, dass sich Männer schminken?», fragt er in die Gruppe zurück. Es sei halt nicht normal, antwortet ein Schüler. Dem stimmt eine weitere Schülerin zu: «Ein Mann ist ein Mann, eine Frau eine Frau.»

Die Oberstufenschüler*innen beziehen sich auf ihre Erfahrungen im Netz: «Da kommen immer wieder Videos auf TikTok oder Snapchat mit Männern, die sich schminken. Und das nervt.» Adrian Knecht wendet ein, dass diese Kanäle eine Bühne seien und sich die Leute bewusst inszenieren würden. «Dies entspricht jedoch nicht der Realität, schon gar nicht pauschal», ergänzt er seinen Einwand. Für ihn ist nach dem Respect Camp klar: «Es braucht an den Schulen eine vertiefte und kritische Auseinandersetzung mit Medieninhalten und Quellen, damit sich die Jugendlichen ein differenzierteres Bild machen können. Nur so können sie später als mündige Erwachsene Inhalte kritisch einordnen, Pauschalisierungen entgegentreten und sich besser in andere Menschen hineinversetzen.»

 

«Ich finde es ok, unterstütze es aber nicht»

Neben der Diskussion spielen die Oberstufenschüler*innen ein Memory zur sexuellen Vielfalt. Dabei ordnen sie Symbole verschiedenen Begriffen zu und klären die verschiedenen sexuellen Orientierungen: heterosexuell, lesbisch, schwul, bisexuell, pansexuell, asexuell … Oder verschiedene Geschlechter und Geschlechtsidentitäten wie trans, intergeschlechtlich, non-binär, genderfluid, binär …

Bei diesem Spiel merken einige Schüler*innen, dass die Menschen vielfältiger sind, als sie dies bisher selbst erlebt haben. Das Fazit eines Schülers: «Ich finde es ok. Es hat ja was mit dem eigenen Körper zu tun. Die Menschen können es sich nicht aussuchen – wie die Augen- oder Hautfarbe. Aber ich unterstütze jetzt nicht die LGTBIQA+ Community.»

Die Berührungsängste bleiben trotz rationalen Argumenten und Einsichten haften. Die Begriffe «normal–nicht normal» beschäftigen die Oberstufenschüler*innen. Es scheint so, als hätten sie Angst: Angst davor, nicht der Norm zu entsprechen und damit keine Akzeptanz zu erfahren, wenn sie oder andere anders sind. Auf die Frage, warum sie die LGBTIQA+ Community nicht unterstützen würden, obwohl sie das Anderssein ok finden, gibt es oft keine Begründung ausser Schulterzucken.

 

«Unbekanntes sorgt für Unwissen und Unbehagen»

Das Respect Camp zeigt: Jugendliche wissen, dass es verschiedene sexuelle Orientierungen und verschiedene Geschlechtsidentitäten gibt und diese nicht wählbar sind. Dennoch sind einige von ihnen demgegenüber kritisch oder ablehnend eingestellt. Dazu Simone Dos Santos, Geschäftsleiterin der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen: «Einige Jugendliche, oftmals Jungs, betrachten das Thema «LGBTIQA+» entweder als Witz, bei dem sie sich gegenseitig mit Sprüchen zu übertrumpfen versuchen. Oder sie zeigen homo- und transphobe Tendenzen auf, die sie in ihrem Umfeld so erlernt haben.» Bei den Mädchen und jungen Frauen hingegen beobachtet Simone Dos Santos allgemein mehr Offenheit.

Die Fähigkeit, sich respektvoll mit dem Thema auseinanderzusetzen, hänge von verschiedenen Voraussetzungen ab: «Einerseits spielt das persönliche Umfeld eine grosse Rolle: Elternhaus, Freundeskreis, Lehr- und Vertrauenspersonen, Vorbilder etc. Von all diesen Personen übernehmen die Jugendlichen bestimmte Werthaltungen, aber auch Vorurteile», erklärt Simone Dos Santos. «Andererseits sind die Vorbehalte dort am grössten, wo der direkte Kontakt zur LGBTIQA+ Community fehlt. Das ist wie bei der Fremdenfeindlichkeit: Diese ist immer dort am grössten, wo wenig bis kein Austausch mit ausländischen Personen besteht. Und Unbekanntes sorgt für Unwissen und damit oftmals für Unbehagen.»

 

Abbau von Vorurteilen dank Präventionsarbeit an Schulen

Vorurteile lassen sich am besten dadurch abbauen, indem die Sichtbarkeit der LGBTIQA+ Community und der Austausch mit ihr in allen Bevölkerungsschichten zunimmt. Dazu Simone Dos Santos: «Darum führen wir im Rahmen der Sexualpädagogik jährlich über 100 Schuleinsätze mit unserem COMOUT-Schulprojekt durch.»

Bei diesem Projekt besuchen lesbische, bi- oder homosexuelle Personen als COMOUT-Mitarbeitende Schulklassen und Jugendgruppen. Dort vermitteln sie grundlegendes Wissen zur sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt sowie zu Fakten rund um die Homo- und Bisexualität. Besonders im Vordergrund steht die persönliche Begegnung mit einer homo- oder bisexuellen Person. Die Jugendlichen erfahren durch das autobiografische Erzählen der COMOUT-Mitarbeitenden, wie deren Coming-out abgelaufen ist, welche Schwierigkeiten damit verbunden waren und auch, was sich dadurch im Leben dieser Person verändert hat. «Solche Besuche fördern das Reflektieren über Vorurteile, Diskriminierung und Klischees und letztlich einen respektvollen Umgang mit der Community», ergänzt Simone Dos Santos.

 

Impressionen vom Respect Camp

Schulprojekt COMOUT

25 Jahre Zurich Pride

19. Juni 2019

25 Jahre Zurich Pride – und das Team vom COMOUT-Schulprojekt war mitten drin an der Jubiläums-Pride in Zürich. Gemeinsam mit den beiden anderen Schulprojekten «GLL» und «ABQ» demonstrierten wir für mehr Diversität in unserer Gesellschaft.

Text/Bild: Andra Dörig

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

Am 14. und 15. Juni 2019 stand in Zürich alles auf BUNT und REGENBOGENFARBEN. An der diesjährigen Jubiläums-Pride (25 Jahre Zurich Pride) feierten ca. 55’000 Menschen friedlich und setzten sich für das Motto «Strong in Diversity» ein. Einer der Höhepunkte war die riesige Pride-Demonstration am Samstagnachmittag. Über 70 Organisationen und Firmen zogen mit Bannern, Wagen und Musik durch die Strassen von Zürich – vom Helvetia- bis zum Bürkli- und Sechseläuteplatz. Dort fand das offizielle Rahmenprogramm statt – mit unzählig bunten Bühnen, Info-Ständen, ganz viel Kulinarischem und Musik. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön an alle Organisator*innen und Unterstützer*innen der Zurich Pride – es war ein grossartiges Festival!

 

«Damit Akzeptanz Schule macht»

Auch wir vom COMOUT-Schulprojekt waren anwesend – und das wieder in guter Tradition mit den beiden anderen Schulprojekten der Deutschschweiz: «GLL» und «ABQ». «Damit Akzeptanz Schule macht» – mit diesem Slogan führten wir unseren gemeinsamen Info-Stand sowie nahmen zusammen am Umzug teil. Wie immer war auch dieses Mal die Zusammenarbeit toll und wertvoll – herzlichen Dank!

Unsere Schulprojekte machen die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten in Schulen sichtbar und setzen so ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz. Dazu besuchen lesbische, bisexuelle oder schwule Personen eine Schulklasse oder eine Jugendgruppe und vermitteln Basiswissen zur sexuellen Orientierung. Ebenfalls berichten sie aus ihrem eigenen Leben und schaffen so einen Raum für eine offene Begegnung – mit diesen Zielen:

  • Klischees, Vorurteile und Geschlechterrollen reflektieren
  • Einblick in queere Lebenswelten geben
  • Verständnis für einen Coming-out-Prozess und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefühle fördern
  • Fragen in einer respektvollen Atmosphäre beantworten

Homosexualität in der Gesellschaft: Scheintoleranz und Ausgrenzung

Coming-out-Beratung: offenes Ohr für Männer, die Männer lieben.

29. Mai 2017

Jürg Bläuer ist MSM-Verantwortlicher der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen und hat ein offenes Ohr für Männer, die heimlich Männer lieben. Im Interview erzählt er über das Leid der Männer, den Schmerz der Frauen und eine immer noch konservative Gesellschaft.

Interview: Susanne Holz
Beitragsbild: pixabay.com

Homosexualität in der Gesellschaft: Scheintoleranz und Ausgrenzung

Homosexualität in der Gesellschaft: Nach wie vor leiden bi- und homosexuelle Männer unter Scheintoleranz und Ausgrenzung.

Jürg Bläuer ist als MSM-Verantwortlicher (MSM = Männer, die auf Männer stehen) angestellt von drei kantonalen Fachstellen im Bereich sexuelle Gesundheit – dies in St.Gallen (50 %), Luzern (10 %) und Schwyz (10 %). In St.Gallen leitet der frühere Theologe, Gymnasiallehrer und Kulturschaffende auch das Schulprojekt «Comout». Jürg Bläuer berät im Themenbereich Homo- und Bisexualität.

Jürg Bläuer, wie sieht Ihre Arbeit als MSM-Verantwortlicher aus?
Ich berate betroffene Männer, Jugendliche, aber auch Lehrpersonen, die ja immer wieder mit betroffenen Jugendlichen zu tun haben. Ich informiere Schulen genauso wie Sozialarbeitende oder Psychologen. Was ich noch gerne erklären möchte: MSM ist eigentlich ein epidemiologischer Begriff, der ganz wertneutral «Männer, die Sex mit Männern haben» meint. Er umfasst also geoutete Homosexuelle genauso wie Bisexuelle und solche, die sich nicht als schwul bezeichnen und trotzdem Sex mit Männern haben. Wird der Begriff hauptsächlich für nicht geoutete Männer verwendet, ist das im Prinzip falsch. Es ist bezeichnend, dass es kein Wort für Männer gibt, die nicht offen homosexuell sind – etwas Unsichtbares wird nicht benannt.

Was unterscheidet denn eigentlich einen bisexuellen Mann von jenem, der mit einer Frau zusammen ist, aber heimlich Sex mit Männern hat?
Nicht so viel, würde ich sagen. Beides ist gesellschaftlich nicht anerkannt. Unter den sogenannten MSM gibt es sowohl Bisexuelle als auch Homosexuelle, die geheiratet haben, um der Konvention zu folgen. So oder so, die Betroffenen leiden, weil sie ein Tabu leben.

Wie viele Männer haben Sex mit anderen Männern?
Wir gehen von 5 bis 10 Prozent der männlichen sexuell aktiven Bevölkerung aus. Regelmässig aktive MSM gibt es in der Schweiz wohl 80’000.

Welche Probleme und Sorgen haben diese Männer?
Sie leiden generell unter der Stigmatisierung der Homosexualität in der Gesellschaft, unter Scheintoleranz und Ausgrenzung – immer noch, hier und weltweit. Verheiratete MSM leiden zusätzlich unter der belasteten Ehesituation, dem zusätzlichen Tabu … Homosexuelle sind zudem eine sehr heterogene Gruppe. Teilweise werden mit Frauen verheiratete MSM auch unter anderen Homosexuellen ausgegrenzt oder grenzen sich selber aus: Sie trauen sich nicht an Treffs. Diese Männer haben es schwer im Vergleich zu anderen Homosexuellen, weil sie nur ihre sexuellen Wünsche befriedigen, sonst aber isoliert sind. In meiner Beratung teilen die meisten MSM die gleichen Sorgen: Sie leben auf dem Land mit wenig Möglichkeit zur Offenheit.

Wie schwer fällt es den Männern, Beratung in Anspruch zu nehmen?
Speziell für verheiratete MSM gilt: Ist das Eis einmal gebrochen, schätzen sie den Kontakt zu mir als Fachperson, da sie sonst häufig nur auf Sexualität basierte Kontakte haben. Ich bin dann einer der Ersten, der sie akzeptiert, wie sie sind. Sie können Druck ablassen, ihre Situation schildern, sich angenommen fühlen. Die Beratung ist ein Baustein in einem Gefüge kleiner Schritte. Sie ist auch wichtig, weil sie dazu führen kann, sich auf Krankheiten testen zu lassen und medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, was bei geouteten Homosexuellen zum guten Ton gehört. Führen MSM ein geheimes Sexualleben, entfällt die Prävention oft. Hier sind auch die Hausärzte gefordert, ein offenes Ohr zu haben.

An wen können sich die betroffenen Partnerinnen wenden, für die ja auch eine Welt zusammenbricht?
Auch betroffene Partnerinnen können sich an die Fachstellen für sexuelle Gesundheit wenden. An die Paar- oder Eheberatung – hier verfüge ich über gute Kontakte zu Fachpersonen. Dann gibt es eine Organisation namens Hetera, die wohl gerade einen Dienstagsklub zum Thema «Frauen von schwulen Männern» plant. Einzelne Frauen wissen seit Beginn der Beziehung von der Homosexualität ihres Partners, andere schauen weg und leiden still. Manche arrangieren sich, andere haben keine Ahnung von der Neigung ihres Mannes. Für alle betroffenen Frauen ist es eine grosse Herausforderung.

Worin sehen Sie die Lösung für diese Männer, Frauen, Paare?
Es braucht eine Begleitung durch Ehe- und Familienberatungen, psychologische Unterstützung aller Beteiligten, Klärung der sexuellen Orientierung. Es braucht die Enttabuisierung des Themas. Nur wenn die Gesellschaft tolerant ist und die Menschen ehrlich zu sich selber sind, gehen junge homosexuelle Männer und Frauen keine Ehe mehr ein in der Annahme, «schon noch auf die richtige Bahn zu kommen», oder beugen sich nicht mehr dem religiösem Druck, um den Schein zu wahren. Junge Menschen müssen sich mit ihrer sexuellen Orientierung beschäftigen können. Sie haben nach wie vor Angst, sich zu outen. Unsere Gesellschaft ist immer noch konservativ – das wurde mir bei der Leitung des Schulprojekts «Comout» bewusst. Es ist noch ein weiter Weg bis zur vollständigen Akzeptanz von Homosexualität.

Wie finden Betroffene zu Ihnen?
Oft übers Internet, teils erhalte ich telefonische Anfragen via Homepage.

Dieses Interview erschien in der Ostschweiz am Sonntag, 28. Mai 2017, und in der Zentralschweiz am Sonntag, 26. März 2017.

Beratung zum Coming-out und zur Männergesundheit über E-Mail, Telefon oder Chat

Telefonzeiten
Mo, Mi, Do: 9–12Uhr | 14–17 Uhr
Di: 9–12Uhr
Fr: geschlossen

info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp

Schulprojekt COMOUT

25 Jahre Zurich Pride

19. Juni 2019

25 Jahre Zurich Pride – und das Team vom COMOUT-Schulprojekt war mitten drin an der Jubiläums-Pride in Zürich. Gemeinsam mit den beiden anderen Schulprojekten «GLL» und «ABQ» demonstrierten wir für mehr Diversität in unserer Gesellschaft.

Text/Bild: Andra Dörig

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

Am 14. und 15. Juni 2019 stand in Zürich alles auf BUNT und REGENBOGENFARBEN. An der diesjährigen Jubiläums-Pride (25 Jahre Zurich Pride) feierten ca. 55’000 Menschen friedlich und setzten sich für das Motto «Strong in Diversity» ein. Einer der Höhepunkte war die riesige Pride-Demonstration am Samstagnachmittag. Über 70 Organisationen und Firmen zogen mit Bannern, Wagen und Musik durch die Strassen von Zürich – vom Helvetia- bis zum Bürkli- und Sechseläuteplatz. Dort fand das offizielle Rahmenprogramm statt – mit unzählig bunten Bühnen, Info-Ständen, ganz viel Kulinarischem und Musik. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön an alle Organisator*innen und Unterstützer*innen der Zurich Pride – es war ein grossartiges Festival!

 

«Damit Akzeptanz Schule macht»

Auch wir vom COMOUT-Schulprojekt waren anwesend – und das wieder in guter Tradition mit den beiden anderen Schulprojekten der Deutschschweiz: «GLL» und «ABQ». «Damit Akzeptanz Schule macht» – mit diesem Slogan führten wir unseren gemeinsamen Info-Stand sowie nahmen zusammen am Umzug teil. Wie immer war auch dieses Mal die Zusammenarbeit toll und wertvoll – herzlichen Dank!

Unsere Schulprojekte machen die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten in Schulen sichtbar und setzen so ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz. Dazu besuchen lesbische, bisexuelle oder schwule Personen eine Schulklasse oder eine Jugendgruppe und vermitteln Basiswissen zur sexuellen Orientierung. Ebenfalls berichten sie aus ihrem eigenen Leben und schaffen so einen Raum für eine offene Begegnung – mit diesen Zielen:

  • Klischees, Vorurteile und Geschlechterrollen reflektieren
  • Einblick in queere Lebenswelten geben
  • Verständnis für einen Coming-out-Prozess und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefühle fördern
  • Fragen in einer respektvollen Atmosphäre beantworten
Schulprojekt COMOUT

25 Jahre Zurich Pride

19. Juni 2019

25 Jahre Zurich Pride – und das Team vom COMOUT-Schulprojekt war mitten drin an der Jubiläums-Pride in Zürich. Gemeinsam mit den beiden anderen Schulprojekten «GLL» und «ABQ» demonstrierten wir für mehr Diversität in unserer Gesellschaft.

Text/Bild: Andra Dörig

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

Am 14. und 15. Juni 2019 stand in Zürich alles auf BUNT und REGENBOGENFARBEN. An der diesjährigen Jubiläums-Pride (25 Jahre Zurich Pride) feierten ca. 55’000 Menschen friedlich und setzten sich für das Motto «Strong in Diversity» ein. Einer der Höhepunkte war die riesige Pride-Demonstration am Samstagnachmittag. Über 70 Organisationen und Firmen zogen mit Bannern, Wagen und Musik durch die Strassen von Zürich – vom Helvetia- bis zum Bürkli- und Sechseläuteplatz. Dort fand das offizielle Rahmenprogramm statt – mit unzählig bunten Bühnen, Info-Ständen, ganz viel Kulinarischem und Musik. An dieser Stelle ein ganz grosses Dankeschön an alle Organisator*innen und Unterstützer*innen der Zurich Pride – es war ein grossartiges Festival!

 

«Damit Akzeptanz Schule macht»

Auch wir vom COMOUT-Schulprojekt waren anwesend – und das wieder in guter Tradition mit den beiden anderen Schulprojekten der Deutschschweiz: «GLL» und «ABQ». «Damit Akzeptanz Schule macht» – mit diesem Slogan führten wir unseren gemeinsamen Info-Stand sowie nahmen zusammen am Umzug teil. Wie immer war auch dieses Mal die Zusammenarbeit toll und wertvoll – herzlichen Dank!

Unsere Schulprojekte machen die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten in Schulen sichtbar und setzen so ein Zeichen für Toleranz und Akzeptanz. Dazu besuchen lesbische, bisexuelle oder schwule Personen eine Schulklasse oder eine Jugendgruppe und vermitteln Basiswissen zur sexuellen Orientierung. Ebenfalls berichten sie aus ihrem eigenen Leben und schaffen so einen Raum für eine offene Begegnung – mit diesen Zielen:

  • Klischees, Vorurteile und Geschlechterrollen reflektieren
  • Einblick in queere Lebenswelten geben
  • Verständnis für einen Coming-out-Prozess und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefühle fördern
  • Fragen in einer respektvollen Atmosphäre beantworten
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