COMOUT-Schulprojekt an der Züri Pride 2019

Schulprojekt COMOUT

Mit unserer Arbeit an Schulen machen wir die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten sichtbar und setzen so ein Zeichen für Akzeptanz. Homo- und/oder bisexuelle Mitarbeiter*innen des Projektes besuchen Schulklassen oder Jugendgruppen.

Bei diesen Begegnungen geht es zum einen um grundlegende Wissensvermittlung im Bereich der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt sowie um Fakten rund um die Homo- und Bisexualität. Zum anderen steht vor allem die persönliche Begegnung mit einer homo- oder bisexuellen Person im Fokus.

Die Schüler*innen erfahren durch das autobiografische Erzählen der Mitarbeitenden, wie deren Coming-out abgelaufen ist, welche Schwierigkeiten damit verbunden waren und auch, was sich dadurch im Leben dieser Person verändert hat.

Das Projekt COMOUT verbindet sachliches Grundlagenwissen mit der emotionalen Seite persönlicher Coming-out-Geschichten. Dazu kommen verschiedene didaktische Herangehensweisen zum Einsatz.


Ziele des Schulprojekts

Die Schule kann ein diskriminierender und damit prägender Ort für junge LGBTIQA+ Menschen sein. Denn zusätzlich zur alterstypischen Identitätsentwicklung müssen sie sich mit dem Thema der sexuellen Orientierung/Geschlechtsidentität und dem Coming-out auseinandersetzen.

Dieser Prozess ist oft mit Angst vor vermeintlicher oder tatsächlicher Ablehnung, Diskriminierung und Gewalt verbunden. Junge LGBTIQA+ Menschen fühlen sich in dieser Entwicklungsphase häufig allein gelassen. Um die mentale Gesundheit betroffener Schüler*innen zu schützen und Jugendliche im Allgemeinen zu sensibilisieren, ist die Schule eine prädestinierte Umgebung für Präventionsmassnahmen. Das COMOUT-Schulprojekt fördert eine persönliche Auseinandersetzung der Schüler*innen mit dem Thema der sexuellen Vielfalt und trägt somit zu einem besseren Verständnis für verschiedene sexuelle Orientierungen bei.

Mit den Schulbesuchen verfolgen wir konkret diese Ziele:

  • Thematisieren von Klischees, Geschlechterrollen und Geschlechtsstereotypen
  • Auseinandersetzen mit Vorurteilen und Anregen zur Reflexion
  • Ermöglichen von Einblicken in homosexuelle Lebenswelten
  • Fördern eines Verständnisses für ein Coming-out und die damit verbundenen Schwierigkeiten und Gefühle sowie die Chancen
  • Schaffen eines Bewusstseins für das Reden über die Sexualität ganz allgemein und über die Homosexualität im Besonderen
  • Beantworten von Fragen der Schüler*innen in einer offenen Weise und respektvollen Atmosphäre

Informationen zum Angebot

Aktuell leisten rund ein Dutzend bi- oder homosexuelle Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren jährlich rund 100 COMOUT-Einsätze in den Kantonen St.Gallen und beiden Appenzell. Nachfolgend erhalten Sie Informationen zu den Rahmenbedingungen für unsere Schulbesuche.

Grundsätzliches

Lesbische oder bisexuelle Frauen und schwule oder bisexuelle Männer besuchen Schulklassen in den Kantonen St.Gallen und Appenzell. Sie gestalten eine Unterrichtseinheit (60- oder 90-minütig) zur sexuellen Orientierung im Allgemeinen und zu ihrem Coming-out im Besonderen. So fördern sie eine persönliche Auseinandersetzung der Schüler*innen mit dem Thema Homo- und Bisexualität.

Dazu gibt es verschiedene Methoden und Spiele. Die gestaltete Unterrichtseinheit wird teilweise in der gesamten Klasse oder auch getrenntgeschlechtlich durchgeführt – abhängig von der Dauer der Einheit und den Anforderungen der Schule. Im Zentrum steht die Gleichwertigkeit verschiedener Ausprägungen sexueller Orientierung. Bei den Einsätzen ist die Lehrperson grundsätzlich nicht anwesend.

Zielgruppen

Die Zielgruppe des Projekts sind vor allem Jugendliche der Volksschule ab der ersten Oberstufe und junge Erwachsene in Berufsschulen, Kantonsschulen oder Jugendtreffs. Bei den jüngeren Schüler*innen wird das Thema Homosexualität nicht im Rahmen des COMOUT-Projekts, sondern im Angebot der Sexualpädagogik stufengerecht thematisiert.

COMOUT spricht auch Lehrpersonen, Schulsozialarbeitende und Sozialpädagog*innen in entsprechenden Weiterbildungen an. Für folgende Gruppen können unsere Schulbesuche gebucht werden:

  • Klassen der Volksschulen (ab 1. Oberstufe), Kantonsschulen, Berufsschulen
  • Vereine, Jugendtreffs (ab 12 Jahren)
  • Aus- und Weiterbildungen von Lehrpersonen, Schulsozialarbeitenden und Sozialpädagog*innen

Ablauf

Ein Besuch kann aus den folgenden Modulen bestehen:

  • Spielerische Einführung ins Thema
  • Infoblock: Begriffe, Fakten, Zahlen, Rechtliches, Gesellschaftliches
  • Coming-out-Geschichten
  • Persönliche Frage- und Diskussionsrunde (in geschlechtergetrennten Gruppen)

Unsere Mitarbeitenden stellen aus den vorhandenen Modulen ein für die Zielgruppe und den Rahmen passendes Programm zusammen.

Organisation

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen übernimmt die Planung, Organisation und Kommunikation rund um die Einsätze. Wir empfehlen Ihnen eine frühzeitige Kontaktaufnahme (spätestens vier Wochen vor dem geplanten Einsatz). Die Veranstaltung findet im Schulzimmer oder Vereinslokal statt.

Kosten

Die Schulen oder Vereine beteiligen sich an den Kosten für einen COMOUT-Schulbesuch. Die Ansätze für einen Einsatz berechnen sich wie folgt:

  • 60 Minuten pro Mitarbeiter*in: Fr. 100.– (zzgl. Fahrspesen, ohne Ermässigung)
  • 90 Minuten pro Mitarbeiter*in: Fr. 130.– (zzgl. Fahrspesen, ohne Ermässigung)
Möchten Sie das Schulprojekt «COMOUT» buchen?

Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht oder Ihren Anruf. Gemeinsam klären wir einen möglichen Termin sowie die  Rahmenbedingungen ab.


Medienberichte, Links und Informationsmaterialien

Medienberichte

Unser ehemaliger Mitarbeiter Markus Stehle (links im Video) berichtet über das Schulprojekt und seine Erfahrung im Video-Interview  (09/2015)

Informationsmaterialien

Hier finden Sie weitere Informationsmaterialien rund um das Projekt COMOUT.

  • Das Karten-Set «Coming-out» beinhaltet Informationen zu sexuellen Orientierungen, zu Geschlechtsidentitäten und zum Coming-out. Das Set kann hier kostenlos heruntergeladen oder in gedruckter Form gratis bestellt werden.
  • DIVERSITY EXISTS ist ein Schweizer Kurzfilm. Er thematisiert die Schwierigkeiten in der Schule bei einem Coming-out. Dazugehörige Unterrichtsmaterialien erleichtern die Einbettung in den Schulunterricht.

Befreundete Organisationen

COMOUT ist in den Kantonen St.Gallen und Appenzell tätig. Für Schulbesuche in den anderen Deutschschweizer Kantonen sind folgende Organisationen zuständig:

Möchten Sie das Schulprojekt «COMOUT» buchen?

Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht oder Ihren Anruf. Gemeinsam klären wir einen möglichen Termin sowie die  Rahmenbedingungen ab.


Weitere Angebote für Volks-, Berufs- und weiterführende Schulen sowie Kitas und Horte

Sexualpädagogisches Wissen und Unterrichtsmaterialien