Jahresbericht

Safer Sex bei weiteren Praktiken

Sexualpraktiken wie Berühren und Küssen, Lecken, Blasen oder Masturbieren gehören auch zum Safer Sex. Ebenso wie das Rimming (Anuslecken), Natursekt (Urinspiele) oder Scat (Kot). Wer also keinen eindringenden Anal- oder Vaginalverkehr praktiziert, hat Safer Sex und ist damit vor HIV geschützt.

Wichtig zu wissen: Die anderen STI lassen sich trotz Safer-Sex-Praktiken übertragen. Darum gilt es, sich regelmässig zu testen. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz führt dazu eine eigene HIV-/STI-Sprechstunde, die Sie auch anonym aufsuchen können.

 

Wo ausserdem Vorsicht geboten ist

 

Sextoys/BDSM-Instrumente

Bei der gemeinsamen Benützung von Sextoys können HIV und STI übertragen werden. Ein Kondom kann hierbei schützen. Ausserdem ist es wichtig, die Sextoys nach dem Benutzen zu desinfizieren und nicht nur mit Seife abzuwaschen. Das gilt auch für BDSM-Instrumente.

Es gibt viele verschiedene BDSM-Spielarten

BDSM steht für «Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism», zu Deutsch: Fessel- und Disziplinierungsspiele, Lustgewinn durch Dominanz oder Unterwerfung bzw. durch Sadismus und Masochismus. Neben den Safer-Sex-Regeln sind hier noch andere Gefahren zu beachten: Atem- und Durchblutungsprobleme (bei Fesselspielen) oder Verletzungen, Quetschungen oder Verbrennungen. Darum sind klare Absprachen und das Akzeptieren von Grenzen bzw. des «Stopps» der Spielgefährt*innen elementar.

Fisten/Fisting

Beim Fisten werden die Hand bzw. Faust oder der ganze Unterarm in den Anus oder in die Vagina eingeführt. Als HIV-/STI-Schutz helfen jeweils saubere Handschuhe je Fist-Vorgang bzw. je Sexualpartner*in. Folgt anschliessend Anal- oder Vaginalsex, so schützen nur Kondome aus Polyurethan vor HIV, da beim Fisten häufig fetthaltige Gleitmittel zum Einsatz kommen. Sind bei mehreren Sexualpartner*innen auch Sextoys im Spiel, gilt es, diese nach dem Gebrauch gründlich abzuwaschen und zu desinfizieren, ehe sie eine andere Person verwendet. Besser noch: Jede Person hat eigene Sextoys. Das gilt auch für Gleitmittel: Jede Person sollte ein eigenes dabeihaben, da sonst ein hohes Risiko bezüglich einer Infektion mit Hepatitis C besteht. Denn das Hepatitis C-Virus ist besonders überlebensfähig. Das Rimming nach dem Fisten birgt ebenfalls ein hohes Risiko für eine STI-Übertragung.

Chemsex

Chemsex meint den Konsum von Drogen beim Sex. Jeder Drogenkonsum ist mit Risiken verbunden. Darum ist es wichtig zu wissen, welche Substanzen wie wirken, sich gegenseitig verstärken oder im Mischkonsum gar lebensgefährlich sind. Ausserdem ist der Erwerb, Besitz, Konsum oder Handel mit Drogen in den meisten Fällen strafbar. Auf know-drugs.ch finden Sie mehr Informationen zu Substanzen sowie aktuelle Warnungen zu bestimmten Produkten. In einigen Schweizer Städten können Sie Ihre Substanzen auch auf deren Inhalte testen lassen (Drug Checking).

Wenn Sie Drogen beim Sex konsumieren, achten Sie auf die folgenden Empfehlungen:

  • Substanzwirkungen im Kontext zum eigenen Wohlbefinden kennen: z. B. nicht konsumieren, wenn Sie sich körperlich oder psychisch nicht wohlfühlen.
  • Denken Sie an die eigenen Medikamente: z. B. PrEP nicht vergessen, Timer stellen.
  • Essen und trinken Sie genügend. Legen Sie Pausen für Erholungen ein.
  • Benutzen Sie beim Sniffen ein eigenes Röhrchen und eine eigene Unterlage.
  • Verwenden Sie beim Slammen (= intravenöse Injektion von Drogen) ein eigenes Spritzenbesteck.
  • Lassen Sie bei einem Bad Trip nie jemanden alleine, sondern bringen Sie diese Person an die frische Luft, reden Sie ihr gut zu, lassen Sie sie Wasser trinken und etwas Zuckerhaltiges essen.
  • Bei Verdacht auf eine Überdosis wählen Sie den Notruf (144). Eine Überdosis kann diese Symptome aufzeigen: Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Orientierungslosigkeit, komatöser Zustand, Herzrasen, Hitzewallungen, Paranoia oder blaue Lippen/Fingerspitzen.

Weitere Informationen zu Chemsex finden Sie hier.

Safer Sex mit Kondomen: So geht's richtig

Safer Sex mit Kondomen: So geht’s richtig

Beim Analsex, Vaginalsex sowie bei Sextoys schützen Kondome vor HIV. Wichtig: Beachten Sie die Kondomgrösse und das Ablaufdatum. Benutzen Sie keine alten, bereits benutzten oder porösen Kondome. Achten Sie dabei auf kondomverträgliche Gleitmittel, die das Kondom nicht beschädigen oder durchlässig machen.

Ausserdem: Verwenden Sie das Kondom richtig:

  • Öffnen: Kondomverpackung an der Einreisskerbe vorsichtig öffnen (= ohne Zähne bzw. ohne scharfe Gegenstände) und das Kondom herausnehmen
  • Aufsetzen: mit der einen Hand die Penisvorhaut ganz zurückziehen, mit der anderen das Reservoir des Kondoms mit Daumen und Zeigefinger festhalten (= keine Luft mehr drin) und auf die Eichel setzen
  • Abrollen: Kondom nun bis zum Schaft abrollen (falls das nicht mühelos geht, ist das Kondom zu eng oder zu weit)
  • Gleitmittel: zur besseren Gleitfähigkeit das Kondom grosszügig mit einem wasserlöslichen oder silikonbasierten Gleitmittel (keine fetthaltigen Mittel wie Öle, Cremes, Vaseline etc.) einschmieren
  • Geschlechtsverkehr: zwischendurch kontrollieren, ob das Kondom gut sitzt und mit Gleitmittel nachschmieren
  • Abnehmen: nach dem Geschlechtsverkehr Kondom am Schaft festhalten, Penis rausziehen und das gebrauchte Kondom im Abfall und nicht in der Toilette entsorgen

Ein Kondom ist der günstigste Schutz vor HIV. Richtig verwendet schützt es zuverlässig vor einer HIV-Infektion. Bitte bedenken Sie: Das Kondom schützt nicht zuverlässig gegen andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Syphilis, Chlamydien, Tripper, Hepatitis A/B oder HPV. Hier erreichen Sie den besten Schutz durch regelmässiges Testen und gezieltes Impfen.

Allerdings können oder wollen nicht alle ein Kondom benutzen – zum Beispiel wegen Erektionsproblemen, Alkohol, Drogen oder Liebe. Deshalb gibt es noch andere Schutzmöglichkeiten wie die PrEP. Sollten Sie das Kondom vergessen oder sollte das Kondom reissen, gibt es die ärztliche Notfallbehandlung mit der PEP (= Postexpositionsprophylaxe). Diese muss innert 48 Stunden nach dem Risikokontakt erfolgen.

Mehr zur PEP lesen Sie hier.

Safer Sex in einer Partnerschaft

Für Paare in einer festen Beziehung sind die Kommunikation und Transparenz über das eigene sexuelle Verhalten der erste Schritt zum Safer Sex: Vertrauen ist gut, Reden ist besser – egal, ob beim monogamen Partnerschaftsmodell oder bei einer offenen Beziehung. Über Sexualität zu sprechen ist für viele Menschen eine Herausforderung. Deshalb liegt es in der Verantwortung von jeder Person, die Thematik immer wieder aufzunehmen. Gerade bei Paaren – ob monogam oder offen lebend – kommt es nicht zuletzt zu einer unwissentlichen HIV-Ansteckung, weil es an offener Kommunikation fehlt.

 

HIV-Status von beiden kennen

Bevor Sie Sex ohne Kondom oder ohne PrEP haben, müssen Sie den HIV-Status Ihrer besseren Hälfte kennen. Dazu ist es wichtig, während mindestens sechs Wochen kein HIV-Risiko einzugehen und sich danach gemeinsam testen zu lassen – auch auf die anderen STI.

Danach gilt es, auszuhandeln, wie die Partnerschaft gestaltet sein soll: sexuelle Exklusivität bzw. Treue (= Monogamie) oder offene Partnerschaft. Ebenso gilt es, die Safer-Sex-Regeln festzulegen – besonders in einer offenen Partnerschaft bzw. im Falle eines Seitensprungs in einer monogamen Beziehung.

Für Frauen, die Sex mit Frauen haben (FSF), empfehlen wir die Broschüre «Safer Sex zwischen Frauen» zu lesen.

 

Ob monogam oder offen – Hauptsache ehrlich

Monogamie schützt vor Ansteckungen nicht: Selbst in einer liebevollen und langjährigen Partnerschaft, in der sich beide Personen die sexuelle Treue geschworen haben, können Ausrutscher passieren. Sollte es dabei zu einem Risiko gekommen sein: Seien Sie ehrlich zu Ihrer Partnerin bzw. zu Ihrem Partner. Denn damit schützen Sie sie*ihn vor einer möglichen HIV-Infektion.

Ferner empfiehlt es sich, einen STI-Test zu machen: Bei einem positiven Ergebnis gilt es, seine*n Partner*in zu informieren, damit er*sie sich ebenfalls testen und behandeln lassen kann. Auch bei Paaren in einer offenen Beziehung sind eine ehrliche Kommunikation sowie regelmässige HIV- und STI-Tests wichtig. So lassen sich allfällige Infektionen früh erkennen und behandeln. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz bietet hierzu eine STI-Sprechstunde an.

 

Jemand ist HIV-positiv, jemand HIV-negativ: Was nun?

Sofern die betroffene Person unter einer wirksamen HIV-Therapie ist, braucht es keinen zusätzlichen HIV-Schutz wie das Kondom oder die PrEP. Dies gilt auch, wenn beide Personen in einer Partnerschaft HIV-positiv und in Behandlung sind. Ein STI-Test sollte hingegen trotzdem gemacht werden, um Infektionen mit anderen Geschlechtskrankheiten auszuschliessen.

 

Neue Safer-Sex-Regeln

Seit der Aids-Epidemie in den 1980er Jahren gab es mehrere medizinische Durchbrüche in der Behandlung von HIV und Aids, ebenso in der Prophylaxe. Verschwunden sind die Ansteckungsrisiken aber nicht. Nach heutigem Wissensstand sind HIV und Aids behandelbar, jedoch nicht heilbar. Darum sind drei Dinge nach wie vor wichtig: die Risiken kennen, sich eigenverantwortlich schützen und wissen, was bei einer Risikosituation zu tun ist.

 

Neue Safer-Sex-Regeln

Dank medizinischer Fortschritte haben sich auch die Safer-Sex-Regeln weiterentwickelt, die über die Benützung von Kondomen hinausgehen. Diese Safer-Sex-Regeln helfen Ihnen, sich vor HIV zu schützen:

 

Kondome bei Analsex, Vaginalsex und Sextoys

Die Kondome müssen intakt sein. Das heisst, sie dürfen nicht alt, abgelaufen, benutzt oder porös sein. Zudem müssen Sie Kondome richtig anwenden, um einen zuverlässigen Schutz zu erreichen.

Mehr zum Schutz mit Kondomen

 

PrEP (= Prä-Expositions-Prophylaxe) als zuverlässiger Schutz vor HIV

Die PrEP ist ein vorbeugendes Medikament, das HIV-negative Personen zum Schutz vor HIV einnehmen. Die PrEP schützt wie das Kondom vor HIV. Allerdings muss die Einnahme unter ärztlicher Kontrolle und nach einem festgelegten Schema erfolgen. Achtung: Nehmen Sie keine PrEP ohne ärztliche Begleitung.

Mehr zur PrEP

 

TasP bzw. #undetectable

Beide Begriffe meinen den Schutz vor HIV dank wirksamer HIV-Therapie. TasP ist die Abkürzung für «treatment as prevention», auf Deutsch: Therapie als Prävention. Der Begriff «undetectable» bedeutet, dass die Virenlast von HIV-Betroffenen unter der Nachweisgrenze liegt. Das heisst, es lassen sich keine HI-Viren nachweisen (= undetectable). HIV-positive Menschen unter der Nachweisgrenze sind somit nicht mehr ansteckbar, auch nicht beim Sex ohne Kondom.

Mehr zum Schutz durch Therapie

 

Wann besteht ein HIV-Risiko?

Zu HIV-Risiken zählen:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr (auch nur kurzes «Dipping» bzw. Eintauchen)
  • geteilte Utensilien beim Drogenkonsum (z. B. Spritzen)
  • Geburt und Stillen

Kein HIV-Risiko besteht in diesen Fällen:

  • Händedruck, Umarmungen
  • Arbeiten und Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Anhusten, Anniesen
  • gemeinsames Benutzen von Geschirr, Besteck, Handtüchern, Bettwäsche, Zahnbürsten, Rasierklingen, Toiletten
  • Betreuen und Pflegen von HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Erste-Hilfe-Massnahmen, medizinische und kosmetische Behandlungen, sofern die hygienischen Vorschriften eingehalten werden: Dazu zählen Zahnbehandlungen, Maniküre, Pediküre, Haareschneiden, Barbierbesuche, Piercen und Tätowieren (fragen Sie hier nach dem Hygiene-Protokoll und Einwegnadeln, da beim Tätowieren ein Hepatitis-C-Risiko besteht).
  • Sauna-, Fitness- und Schwimmbadbesuche
  • Küssen, Streicheln und Oralsex
  • Insektenstiche
  • Schweiss, Speichel und Tränen
  • Wunde, Aphte im Mund
  • Kot, Urin (bei Kontakt mit Kot besteht ein Hepatitis-A-Risiko; dagegen können Sie sich impfen lassen)
  • herumliegende Spritzen (HI-Viren sind an der Luft nicht mehr infektiös; bislang ist weltweit noch nie eine Infektion über herumliegende Spritzen nachgewiesen worden)

Zum Oralsex erhalten wir in Beratungen häufig Fragen zum HIV-Risiko: Beim Lutschen oder Lecken des Penis, der Scheide oder des Afters gibt es praktisch kein HIV-Risiko, sogar wenn Sperma, Vaginalflüssigkeit oder Menstruationsblut in den Mund gelangen. Denn die Mundschleimhaut ist sehr stabil und bildet so eine natürliche Barriere gegen HI-Viren. Weltweit sind nur wenige Fälle beschrieben, in denen es auf diesem Weg zu einer HIV-Infektion kam.

 

Safer Sex schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI)

Wichtig zu wissen: Andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Chlamydien, Genitalherpes, Syphilis oder Gonorrhö (Tripper) lassen sich trotz Safer-Sex-Regeln übertragen. Denn Kondome schützen nur ausreichend bei Anal- und Vaginalsex vor HIV und anderen STI.

Bei anderen Praktiken sieht die Situation anders aus: Bei Oralsex, Petting, Fingern oder Küssen sind STI-Infektionen möglich. Ausschlaggebend ist dabei der Kontakt mit den Schleimhäuten. Den besten Schutz gegen HIV und STI bieten nur regelmässige Tests und gezielte Impfungen wie gegen Hepatitis A und Hepatitis B oder HPV (= humane Papillomaviren).

Welcher Schutz für Sie am besten geeignet ist, erfahren Sie im Safer-Sex-Check auf lovelife.ch. 

 

Wie häufig soll ich mich testen lassen?

Regelmässige HIV-/STI-Tests sind in diesen Situationen empfohlen: beim Partnerwechsel, beim Beginn einer neuen Beziehung oder bei sexuellen Risikosituationen. So lassen sich allfällige Infektionen früh erkennen und behandeln, aber auch Ansteckungsketten unterbrechen.

Darum empfehlen wir: Je häufiger jemand seine Partner*innen wechselt, umso häufiger sollte er*sie sich auf HIV und STI testen. Und das unabhängig von Symptomen. Dabei gibt es eine Faustregel zur Orientierung:

  • Wer Sex hat: alle zwölf Monate.
  • Wer Sex mit etwa zehn Personen pro Jahr hat: alle sechs Monate.
  • Wer Sex mit mehr als zwanzig Personen pro Jahr hat: alle drei Monate.
  • Wer die PrEP nimmt: alle drei Monate im Rahmen der PrEP-Untersuchung.
  • Wer HIV-positiv ist: im Rahmen der ärztlichen Routinekontrolle.

Zusätzlich sollten Sie sich auf Hepatitis C testen lassen, wenn Sie:

  • HIV-positiv sind: im Rahmen der ärztlichen Routinekontrolle, mindestens einmal pro Jahr.
  • die PrEP nehmen: im Rahmen der PrEP-Untersuchung, mindestens einmal pro Jahr.
  • Sex haben, wo Blut im Spiel ist (Fisting): mindestens einmal pro Jahr.
  • Drogen sniffen oder spritzen: ebenfalls einmal pro Jahr.

Wann, wie und wo Sie sich testen bzw. impfen lassen können, erfahren Sie hier.

Beratung für Sexworker*innen

Sexwork: Beratung und Infos zu HIV, STI und Safer Sex

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen informiert und berät mit ihrer Partnerorganisation MariaMagdalena:

  • Menschen, die im Sexgewerbe arbeiten
  • Menschen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen
  • Menschen, die Erotik- und Sexlokale betreiben

Wir sprechen über HIV und sexuell übertragbare Infektionen (STI), Test- und Schutzstrategien sowie Safer Sex.

Angebote und Infos zur sexuellen Gesundheit


Beratung für Männer, die als Male Sexworker arbeiten

Bietest du als Mann sexuelle Dienstleistungen für Männer an – regelmässig oder gelegentlich? Dann ist es wichtig, deine sexuelle Gesundheit zu schützen und die Safer-Sex-Regeln zu kennen.

Wir beraten dich kostenlos und diskret zu HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI), Tests, Impfungen sowie zu gesundheitlichen Fragen rund um Sexwork.

Zur Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

Folge uns auch auf Instagram. Dort informieren wir regelmässig über HIV-/STI-Testaktionen in der Region. Weitere Informationen zu Sexwork in der Schweiz findest du bei MariaMagdalena.

  • Lass dich regelmässig auf HIV und STI testen – mindestens einmal pro Jahr, bei häufig wechselnden Partnern mindestens zweimal. 
  • Lass dich gegen Hepatitis A und B sowie HPV impfen. Die HPV-Impfung wird für Personen unter 27 Jahren von der Krankenkasse übernommen, Hepatitis B unabhängig vom Alter (jeweils abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Hepatitis A zahlst du selbst; bei Kombiimpfungen wird der Hepatitis-B-Anteil übernommen. 
  • Suche bei Jucken, Brennen, Ausschlag, Bläschen oder anderen Veränderungen frühzeitig ärztliche Hilfe. 
  • Verzichte bei einer STI bis zur Ausheilung auf Sex und informiere deine Sexualpartner, damit sie sich testen und behandeln lassen können.

 

Nutze die regelmässigen HIV-/STI-Testangebote unserer Fachstelle. Ausserhalb unserer Testangebote bietet dir die anonyme Sprechstunde für sexuell übertragbare Krankheiten (STI) von HOCH Health Ostschweiz Tests und Beratungen an.


Maria Magdalena: Beratung für Personen im Sexgewerbe

Arbeitest du im Sexgewerbe und hast Fragen zur sexuellen Gesundheit? Oder hast du Fragen zu Sozialversicherungen, Krankenkasse, Steuern oder Saloneröffnung? Maria Magdalena bietet dir dazu anonyme und kostenlose Beratungen und Informationen.

Maria Magdalena …

  • setzt sich zum Ziel, die Gesundheit und Lebensqualität der Personen im Sexgewerbe zu optimieren. Und zwar durch die Förderung der Sozialkompetenz und den Zugang zu Angeboten im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Rechtssystem.  
  • führt Prävention und Gesundheitsförderung in den Angeboten des Sexgewerbes im Kanton St.Gallen mittels der aufsuchenden Sozialarbeit durch. 
  • vermittelt Informationen über HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare Infektionen. 
  • ist Mitglied der Aids-Hilfe Schweiz und verantwortlich für die Umsetzung des nationalen Präventionsangebotes «Aidsprävention im Sexgewerbe » (APiS) im Kanton St.Gallen. 
  • unterstützt Einzelpersonen und Gruppen im Sexgewerbe durch Information, Beratung und Begleitung. 
  • bietet in der Beratung Informationen zum Gesundheits-, Sozial- und Rechtssystem in der Schweiz und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Dabei werden die spezifischen Gegebenheiten des Sexgewerbes und insbesondere die migrationsspezifischen Aspekte berücksichtigt. Die Beratung und Begleitung von Personen im Sexgewerbe und/oder deren Umfeld ist als ein komplexer, integrativer und interdisziplinärer Prozess mit systemischem Verständnis und sozialarbeiterischen Handlungskompetenzen zu verstehen. 

Die Angebote sind anonym und kostenlos; die Mitarbeitenden stehen unter der beruflichen Schweigepflicht.

Quelle: Maria Magdalena

Kontakt

Maria Magdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen

mariamagdalena.sg.ch
+41 058 229 21 67
info.mariamagdalena@sg.ch

Maria Magdalena in verschiedenen Sprachen

Möchtest du dich regelmässig und anonym auf HIV und STI testen lassen? Dann wende dich an die anonyme Sprechstunde bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.


Beratung für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen

 

Nimmst du sexuelle Dienstleistungen in Anspruch? Dann lohnt es sich, deine sexuelle Gesundheit im Blick zu behalten. So kannst du dich und andere vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen. 

  • Handle respektvoll und fair gegenüber Sexarbeitenden. 

 

Ein HIV-Risiko besteht bei: 

  • ungeschütztem Anal- und Vaginalverkehr 
  • gemeinsam benutztem Drogenkonsummaterial 
  • Gemeinsame Benutzung von Sextoys ohne Kondom 

Kein HIV-Risiko besteht durch: 

  • Küssen  
  • Oralsex 
  • Gegenseitiges Befriedigen mit der Hand oder mit Fingern 
  • Schweiss, Speichel oder Tränen 

Kondome schützen zuverlässig vor HIV, jedoch nicht vor allen anderen STI wie Syphilis (Lues), Chlamydien oder Tripper (Gonorrhö). Diese können auch beim Küssen, Fingern oder Oralsex übertragen werden. 

Maria Magdalena unterstützt Menschen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Das Angebot hilft dabei, HIV und STI vorzubeugen und einen verantwortungsvollen Umgang mit Sexarbeit zu fördern. 

Die Beratung kann unter anderem helfen bei: 

  • Fragen zu Safer Sex sowie HIV und STI 
  • emotionalen Belastungen oder Konflikten 
  • finanziellen Problemen durch häufige Besuche 
  • regelmässigem oder zwanghaftem Konsum sexueller Dienstleistungen 

 

Kontakt

Maria Magdalena
Beratungsangebot für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen

mariamagdalena.sg.ch
+41 058 229 21 67
info.mariamagdalena@sg.ch

 

Möchtest du dich regelmässig und anonym auf HIV und STI testen lassen? Dann wende dich an die anonyme Sprechstunde bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.


Beratung und Information für Betreiber*innen von Erotik- und Sexlokalen

Wenn du ein Erotik- oder Sexlokal betreibst, kannst du einen grossen Beitrag an die Gesundheit von Sexarbeiter*innen sowie deren Kundschaft leisten.

Maria Magdalena unterstützt dich gerne mit:

  • Beratung und Informationen vor Ort
  • Vermittlung weiterer Fachstellen bei gesundheitlichen, rechtlichen oder sozialen Fragen

 

Kontakt

Maria Magdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen

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HIV/STI, Sexualität und Rechte: Infos und Beratung für Migrant*innen

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen informiert und berät Menschen mit MigrationshintergrundWir sprechen über HIV/STI, Sexualität, Beziehungen, Schwangerschaft und Gesetze zu Sexualität und Pornografie in der Schweiz. 

Angebote und Infos für Migrant*innen

 

Hier findest du verständliche Informationen zu deinem Körper, zu deiner Sexualität und zu deiner sexuellen Gesundheit. Zudem erfährst du mehr über Familienplanung und Schwangerschaft, Beziehungen sowie Rechte und Gesetze. 

Für weitere Informationen empfehlen wir die Plattform «Zanzu». Sie bietet leicht verständliche Inhalte in mehreren Sprachen – mit Bildern sowie Texten zum Lesen und Anhören. 

Ebenfalls hilfreich ist die Broschüre «Klipp und klar» der Stadt Zürich. Sie erklärt das Thema sexuelle Gesundheit in leichter Sprache und richtet sich an Menschen ab 16 Jahren. 

 


Gesundheits-TISCHE für Migrant*innen

Gesundheits-TISCHE ist ein Angebot der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen mit moderierten Gesprächsrunden zur sexuellen Gesundheit. Es richtet sich an Frauen und Männer aus Ländern wie Eritrea, Somalia und Ukraine. 

Gesundheits-TISCHE ist ein Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm in verschiedenen Sprachen. Es basiert auf dem bewährten Programm «Femmes-Tische» und wird seit vielen Jahren in der Schweiz und weiteren Ländern erfolgreich umgesetzt.

In kleinen Gesprächsgruppen sprechen die Teilnehmenden über Themen wie:  

  • HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) 
  • sexuelle Gesundheit 
  • Homosexualität 
  • Diskriminierung  
  • weibliche Genitalverstümmelung

Die Treffen finden in einem geschützten Rahmen statt – privat oder in einer Institution. Geschulte Moderator*innen leiten die Gespräche. Gemeinsam tauschen sich die Teilnehmenden über Gesundheit, Familie und das Leben in der Schweiz aus. 

Bist du interessiert? Dann ruf uns an oder schreib uns: 071 223 68 08 | info@ahsga.ch

Weitere Treffpunkte und Angebote der Caritas Schweiz 


Schutz vor HIV und STI

Bei ungeschütztem Anal- oder Vaginalsex lassen sich HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) übertragen. Welche Schutzmöglichkeiten es gibt und wo du dich testen lassen kannst, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Vor HIV schützt du dich am besten mit einem Kondom beim Anal- oder Vaginalsex. Verwende auch ein Kondom, wenn du Sexspielzeuge (Sextoys) mit anderen Personen teilst. 

Kondome senken zudem das Risiko, sich beim Anal- oder Vaginalsex mit anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) anzustecken. Einen vollständigen Schutz bieten sie jedoch nicht. Denn einige STI können auch auf anderen Wegen übertragen werden: 

  • beim Oralsex 
  • beim Küssen 
  • durch direkten Hautkontakt, zum Beispiel mit Herpesbläschen, Geschwüren bei Syphilis, Genitalwarzen oder Hautveränderungen bei Mpox

Gegen einige STI gibt es Impfungen, die wir dir empfehlen:

  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • HPV (Humane Papillomaviren)

Die HPV-Impfung wird für Personen unter 27 Jahren von der Krankenkasse übernommen, Hepatitis B unabhängig vom Alter (jeweils abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Hepatitis A zahlst du selbst; bei Kombiimpfungen wird der Hepatitis-B-Anteil übernommen. 

Möchtest du dich auf HIV oder andere STI testen lassen? Oder möchtest du dich beraten oder impfen lassen? 

Gemeinsam mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz bieten wir dir eine unkomplizierte Anlaufstelle. Du kannst dich anonym testen lassen und direkt einen Termin vereinbaren. 

Sprechstunde für sexuell übertragbare Krankheiten (STI) von HOCH Health Ostschweiz: 

Kantonsspital St.Gallen, Haus 20, 2. Stock
Tel +41 71 494 10 28
E-Mail infektiologie@h-och.ch  

Montag bis Freitag
8–12 und 14–17 Uhr
Online Termin vereinbaren

Offene Sprechstunde ohne Termin:
Freitag, 14:30–16:00 Uhr 

Folgende Tests stehen zur Verfügung – einzeln oder als kombinierter HIV-/STI-Test: 

  • HIV-Test (Blutprobe) 
  • Syphilis-Test (Blutprobe) 
  • Chlamydien-Test (Abstrich im Mund-, Genital- und/oder Analbereich) 
  • Tripper-Test (Abstrich im Mund-, Genital- und/oder Analbereich) 

Körper und Körperhygiene

Jeder Körper ist einzigartig. Dein Körper gehört nur dir. Wie du gut und achtsam mit deinem Körper umgehst, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

Frauen unterscheiden sich zum Beispiel in ihrer Grösse, ihrer Körperform, ihrem Gewicht oder ihrer Hautfarbe. Auch Brüste, Vulva sowie die Körper- und Schambehaarung sehen bei jeder Frau anders aus. 

Manche Frauen rasieren ihren Intimbereich, andere nicht. Beides ist normal und hat keinen Einfluss auf die Körperhygiene. Ob du dich rasierst, entscheidest du selbst. 

Hier findest du weitere Informationen zum Körper der Frau: 

Männer unterscheiden sich in ihrer Grösse, ihrer Körperform, ihrem Gewicht oder ihrer Hautfarbe. Penis sowie Körper- und Schambehaarung sehen bei jedem Mann anders aus. 

Manche Männer rasieren ihren Körper oder den Intimbereich, andere nicht. Beides ist normal und hat keinen Einfluss auf die Körperhygiene. Ob du dich rasierst, entscheidest du selbst. 

Hier findest du weitere Informationen zum Körper des Mannes: 


Sexualität und ihre vielfältigen Formen

Sex bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Sexualität ist vielfältig und persönlich. Sie kann Freude, Nähe, Vertrauen und Intimität schenken. Viele Menschen geniessen dabei Berührungen, Gefühle und gemeinsame Erlebnisse. 

Menschen haben aus unterschiedlichen Gründen Sex. Zum Beispiel, um: 

  • sexuelle Lust zu erleben – allein oder mit einer anderen Person 
  • Liebe und Nähe auszudrücken 
  • sich zu entspannen 
  • sich einen Kinderwunsch zu erfüllen 

So vielfältig die Gründe sind, aus denen Menschen Sex haben, so vielfältig sind auch die Formen von Sexualität. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • Selbstbefriedigung = Sex mit sich selbst 
  • Küssen und Streicheln 
  • Oralsex 
  • Vaginal- oder Analsex 
  • Sex zwischen Menschen, egal welches Geschlecht sie haben 
  • weitere Sexualpraktiken 

Wichtig ist: Sex soll immer freiwillig sein. Alle beteiligten Personen müssen damit einverstanden sein. Lass dich nicht zu Sex drängen. Entscheide selbst, was sich für dich richtig anfühlt. Respektiere auch die Grenzen anderer Menschen. 

Ebenso wichtig sind Verhütung und Schutz. Ohne Verhütung kann es zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Zudem können beim Sex HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) übertragen werden. Wie du dich schützen kannst, erfährst du im Kapitel Schutz vor HIV und STI.


Rechtslage zu Sexualität und Pornografie

Was ist in der Schweiz erlaubt, was verboten? Hier findest du die wichtigsten Informationen zur Rechtslage zu Sexualität und Pornografie.

In der Schweiz ist Folgendes erlaubt: 

  • Sex ab 16 Jahren (Schutzalter) 
  • Sex zwischen Jugendlichen unter 16 Jahren, wenn beide urteilsfähig sind, ihre Rechte geschützt werden und der Altersunterschied höchstens drei Jahre beträgt 
  • Sex zwischen Menschen unterschiedlichen oder gleichen Geschlechts 
  • Freiwillige Sexarbeit (Prostitution) ab 18 Jahren 
  • Freiwilliges Mitwirken in pornografischen Fotos, Filmen oder anderen sexuellen Darstellungen ab 18 Jahren 
  • Ab 16 Jahren: legale Pornografie ansehen, besitzen und weitergeben* 

* Legale Pornografie zeigt nur Personen ab 18 Jahren, die freiwillig mitwirken. 

Folgendes ist verboten und strafbar: 

* Wichtig: Vielen Jugendlichen ist nicht bewusst, dass auch selbst erstellte Nackt- oder Sexbilder strafbar sein können. Das gilt zum Beispiel, wenn Bilder oder Videos von Personen unter 18 Jahren aufgenommen, verschickt, gespeichert oder weitergegeben werden. Solche Inhalte gelten grundsätzlich als illegale Pornografie. Es gibt Ausnahmen. Diese sind im Strafgesetzbuch (Art. 197 Abs. 8 und 8bis) geregelt. 

Mehr über Pornografie und die rechtliche Situation in der Schweiz erfahren


Beziehungen und Gefühle

Beziehungen und Gefühle sind so vielfältig wie die Menschen selbst. Deshalb leben Menschen ihre Beziehungen unterschiedlich. Wichtig dabei: Jede Beziehungsform beruht auf gegenseitigem Einverständnis.

Menschen leben ihre Beziehungen unterschiedlich. Zum Beispiel:

  • in einer festen Partnerschaft – mit oder ohne Heirat 
  • mit oder ohne Kinder 
  • zusammen oder getrennt 
  • ohne feste Beziehung 
  • mit gelegentlichen Sexualpartner*innen  
  • mit einer Person, egal welches Geschlecht sie hat 
  • mit mehreren Partner*innen, wenn alle damit einverstanden sind 

Mehr über verschiedene Beziehungsformen 

In der Schweiz entscheidest du selbst, 

  • mit wem du eine Beziehung führst, 
  • mit wem du Sex hast, 
  • und wen du heiraten möchtest. 

Niemand darf dich dazu zwingen. Das gilt auch für Eltern, Geschwister oder andere Familienmitglieder. 

Niemand darf dich zwingen, 

  • zu heiraten, 
  • eine Beziehung zu führen, 
  • oder Sex zu haben. 

Wer dich dazu zwingt, macht sich strafbar. 

Wenn du bedroht oder gezwungen wirst, hole dir Hilfe. Ruf im Notfall die Polizei (112) an. Auch diese Beratungsstellen unterstützen dich dabei: 

In einer guten Beziehung sprechen beide Menschen offen miteinander. Sprich über deine Gedanken, Gefühle, Wünsche und Grenzen. Offene Gespräche schaffen Vertrauen und helfen, Missverständnisse zu vermeiden. 

Tipps für gute Gespräche in der Beziehung

Nicht jede Beziehung verläuft ohne Schwierigkeiten. Manchmal gibt es Probleme beim Sex, Streit oder Gewalt. 

Du musst damit nicht allein bleiben. Fachpersonen beraten dich vertraulich. Sie unterstehen der Schweigepflicht. 

Je nach Situation helfen dir verschiedene Fachpersonen und Fachstellen: 

In der Schweiz sind alle Menschen gleichberechtigt. Niemand darf wegen des Geschlechts oder der sexuellen Orientierung benachteiligt werden. 

Das gilt zum Beispiel für: 

  • heterosexuelle Menschen 
  • lesbische und schwule Menschen 
  • bisexuelle Menschen 
  • trans Menschen 
  • intergeschlechtliche Menschen 
  • queere Menschen 
  • asexuelle Menschen 

Du entscheidest selbst, ob du anderen von deiner sexuellen Orientierung oder deiner Geschlechtsidentität erzählen möchtest. 

Wenn du wegen deiner sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität bedroht oder diskriminiert wirst, bekommst du Unterstützung bei der LGBT-Helpline. 

Manche Familien oder Gemeinschaften stellen bestimmte Regeln auf. Zum Beispiel: 

  • kein Sex vor der Ehe 
  • nur Beziehungen zwischen Frau und Mann 
  • Heirat mit einer von der Familie ausgewählten Person 

Wer diese Regeln nicht befolgt, wird manchmal bedroht oder mit Gewalt bestraft. Das nennt man ehrbezogene Gewalt. 

Ehrbezogene Gewalt ist in der Schweiz verboten.  

Dazu zählen: 

  • Kontrolle und Überwachung von Mädchen und Frauen seitens der Familienmitglieder bezüglich Kleidung, Sport und Kontakt zu Menschen ausserhalb der Familie 
  • Zwangsheirat 
  • Psychische Gewalt in Form von Drohungen, Beleidigungen oder durch Verachtung 
  • Körperliche Bestrafung durch Schläge und Tritte 
  • Anstiftung zum Selbstmord oder Mord 
  • Häusliche Gewalt und Unterdrückung in der Ehe oder Partnerschaft 

In der Schweiz darfst du: 

  • Sex und/oder Beziehungen vor der Ehe/Heirat haben 
  • Schwangerschaften abbrechen 
  • dich scheiden lassen 
  • gleichgeschlechtlichen Sex und/oder gleichgeschlechtliche Beziehungen haben (Homo- und Bisexualität ist erlaubt) 
  • Kleidung, Frisuren und Köperschmuck wie Piercings und Tattoos tragen, die dir gefallen 

Bei ehrbezogener Gewalt helfen dir diese Fachstellen: 

Vergewaltigungen sind in der Schweiz gesetzlich verboten. Sie sind keine Ehrverletzung: Denn das Opfer hat sich nichts zuschulden kommen lassen und damit niemanden entehrt. Die Schuld liegt allein bei den Tatpersonen, die dafür strafrechtlich verfolgt werden. 

Ebenfalls verboten ist die Zwangsverheiratung – sowohl bei minder- als auch bei volljährigen Personen: In der Schweiz dürfen ausschliesslich Personen ab 18 Jahren heiraten und das nur, wenn sie dies selbst bestimmen. Personen dürfen sich in der Schweiz gegen eine arrangierte Ehe wehren. Du darfst somit die Person ablehnen, die dir die Familie als Ehepartner*in vorschlägt.  

Wenn eines oder mehrere Familienmitglieder eine Zwangsheirat dennoch durchsetzen, droht diesen Personen eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren. Zudem wird eine solche Ehe sofort annulliert, auch wenn sie im Heimatland erfolgt ist. 

Wurdest du oder wirst du gezwungen, eine Zwangsheirat einzugehen, und suchst nun Hilfe, um dem zu entkommen?

Bei der Fachstelle Zwangsheirat findest du eine Helpline sowie eine vertrauliche Beratungsmöglichkeit:
0800 800 007 / www.zwangsheirat.ch

Weitere Informationen zu rechtlichen Fragen in Bezug auf die Zwangsheirat findest du in diesem Dossier.


Familienplanung und Schwangerschaft

Möchtest du eine Familie gründen? Hast du Fragen zu einer Schwangerschaft, zur Geburt oder zur Verhütung? Oder möchtest du dich über einen Schwangerschaftsabbruch informieren? 

Ein Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz ist in den ersten 12 Wochen der Schwangerschaft gesetzlich erlaubt.

Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind persönlich wie zum Beispiel: 

  • eine Frau ist ungewollt schwanger geworden 
  • durch das Austragen der Schwangerschaft ist das Leben der Mutter bedroht 

Weitere Informationen zum Schwangerschaftsabbruch findest du hier: 

Alles zum Safer Sex: Mach den Safer-Sex-Check!

Alles zu Safer Sex

Sex ist eine der schönsten Begegnungs- und Kommunikationsformen zwischen Menschen. Und weil wir Menschen so unterschiedlich sind, gibt es auch unterschiedliche Spielarten der Sexualität und somit auch unterschiedliche Schutzmöglichkeiten.

Wichtig dabei: Mach nur das, was du auch möchtest. Respektiere die Bedürfnisse und Grenzen deiner Sexualpartner*innen: Erlaubt ist, was gefällt – solange alle Beteiligten ausdrücklich einverstanden sind und keine rechtlichen Grenzen überschreiten. Und informiere dich über sexuell übertragbare Infektionen (STI; sexually transmitted infections): Im Safer-Sex-Check erfährst du in wenigen Minuten, was der passende Schutz für dich ist!

 

Alles zum Safer Sex: Mach den Safer-Sex-Check!
Mach den Safer-Sex-Check und lerne deine individuelle Schutzstrategie kennen!

Safer Sex: Was möchtest du genau wissen?

Wer Sex hat, kann sich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) anstecken. Auslöser solcher STI sind verschiedene Bakterien, Viren, Pilze und Parasiten.

STI können mit oder ohne Symptome verlaufen. Ausserdem schützen Kondome nur zuverlässig vor HIV, nicht jedoch vor anderen STI. Diese lassen sich auch über Küssen, Oralsex, Petting, Fingern etc. übertragen.

Darum bietet dir nur ein HIV-/STI-Test Klarheit über eine vorliegende STI. Bei Veränderungen oder Schmerzen im Anal- und Genitalbereich besuche eine ärztliche Fachperson deines Vertrauens. Die meisten STI sind heilbar oder gut behandelbar.

Zu den häufigen STI zählen:

(für Symptome, Übertragungswege, Behandlung und Schutz auf jeweiligen Link klicken)

Beim Testen der STI ist es wichtig, den korrekten Test zu verwenden. Die richtigen STI-Testmethoden findest du auf dieser Seite. Lass dich von spezialisierten Fachpersonen beraten, zum Beispiel in der STI-Sprechstunde des Kantonsspitals St.Gallen.

Hier findest du weitere Test- und Beratungsstellen.

Je nach Situation sind die Risiken für eine HIV- oder STI-Infektion unterschiedlich. Die drei wichtigsten Risikofaktoren sind:

  • wechselnde sexuelle Kontakte
  • Sex mit Personen aus Gruppen, in denen HIV und andere STI überdurchschnittlich verbreitet sind
  • bestimmte sexuelle Praktiken

Ausführliche Informationen zu den einzelnen Risikofaktoren erfährst du hier.

Du kannst dich vor HIV- und STI-Risiken mit Impfungen, Tests und weiteren Schutzmöglichkeiten schützen.

 

Was tun nach einer HIV-Risikosituation?

Nach einer HIV-Risikosituation solltest du die Notfallstation eines Spitals aufsuchen und erfahren, ob die HIV-Notfallbehandlung PEP angezeigt ist. Die PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) ist ein Notfallmedikament, deren Einnahme du innerhalb von 48 Stunden nach der HIV-Risiko starten solltest. Am besten also so schnell wie möglich, da die Wirksamkeit bereits nach 6 bis 8 Stunden abnimmt.

Hattest du eine HIV-Risikosituation? Dann wende dich an die Zentrale Notfallaufnahme des Kantonsspitals St.Gallen (Nummer 071 494 11 11). Dort kannst du jederzeit vorbeigehen und dich beraten lassen. Auch bekommst du dort die PEP, wenn dies angezeigt ist.

Hier findest du weitere Test- und Beratungsstellen.

 

Das sind HIV-Risiken
  • jede Vergewaltigung
  • Analsex unter Männern ohne Kondom oder PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe = medikamentöser Schutz vor einer HIV-Infektion)
  • Anal- und Vaginalsex ohne Kondom oder PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe = medikamentöser Schutz vor einer HIV-Infektion) mit Menschen aus oder in Ländern, in denen HIV besonders häufig ist
  • gemeinsames Benutzen von Sexspielzeug ohne Kondom und Desinfektion

Ausnahme: HIV-positive Menschen mit wirksamer Therapie (TasP: Therapie als Prävention) übertragen das HI-Virus nicht mehr, auch nicht beim Anal- oder Vaginalsex.

Wie du Sex hast, entscheidest du. Wichtig ist, dass du dabei die Grenzen deines Gegenübers respektierst und auf deine sexuelle Gesundheit achtest.

Weil du deine Sexualität individuell gestaltest und sich diese im Laufe des Lebens immer wieder ändern kann, gibt es dafür individuelle Schutzmöglichkeiten. Im Safer-Sex-Check erfährst du, welcher Schutz zu dir passt.

 

Verschiedene Schutzstrategien im Überblick

Je nach Risiken hast du verschiedene Schutzmöglichkeiten zur Auswahl. Informiere dich über mögliche Risiken und passende Schutzstrategien. Denk daran: Gewisse Schutzstrategien brauchen Zeit, bis sie wirken – wie Impfungen oder die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe = medikamentöser Schutz vor einer HIV-Infektion).

Zu den Schutzstrategien zählen:

Du weisst nicht, welche Schutzstrategie für dich infrage kommt? Finde es heraus im Safer-Sex-Check.

Die Symptome für HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) können ganz unterschiedlich sein. Wenn du einige Tage oder mehrere Wochen nach dem Sex Symptome hast, lohnen sich eine Beratung und ein Test. Oft verlaufen STI auch symptomlos, weshalb dir im Zweifelsfall nur ein Test Klarheit gibt.

 

Häufige Symptome bei einer HIV-Infektion
  • Fieber, Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Nachtschweiss
  • Stark geschwollene Lymphknoten auch ausserhalb des Halsbereichs
  • Halsschmerzen
  • Hautausschlag

Seltener auch:

  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Durchfall, Übelkeit und Erbrechen
  • Schleimhautdefekte im Mund und am Sexualorgan

 

Häufige Symptome bei einer STI-Infektion
  • Juckreiz und Reizung am Sexualorgan oder Anus
  • Schmerzen am Sexualorgan oder Anus
  • Schmerzen beim Sex oder beim Wasserlassen
  • eitriger Ausfluss aus Sexualorgan oder Anus
  • Hautausschlag, Knoten und Geschwüre sowie Verletzungen an/auf der Schleimhaut
  • Schwellungen der Lymphknoten
  • unregelmässige Blutungen ausserhalb der Menstruation

 

Lass dich beraten und testen

Allgemein gilt: Beim Sex kannst du dich mit HIV oder einer anderen STI anstecken. Du kannst dabei Symptome haben oder auch nicht. Lass dich deshalb beraten und bei Bedarf testen, wenn du nach Sex mit erhöhten Risiken keine Symptome hast. Bei Symptomen gehe zu einer ärztlichen Fachperson. Bist du dir unsicher, ob du eine STI haben könntest, lass dich in der STI-Sprechstunde des Kantonsspitals St.Gallen beraten.

Beim Sex kannst du nicht alle Infektionsrisiken vermeiden. Deshalb ist das Testen auf HIV und STI nach Risikosituationen wichtig, aber auch für Personen aus Gruppen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko. Mit einem Test lassen sich Infektionen frühzeitig erkennen und behandeln und so Folgeschäden vermeiden.

 

Wann testen?

Mach deinen persönlichen Safer-Sex-Check und erfahre, ob und wann ein Test für dich sinnvoll ist. Dort erfährst du auch, welche Schutzmöglichkeiten für dich infrage kommen. Lasse dich ausserdem bei einer ärztlichen Fachperson oder einer Beratungs- und Teststelle beraten.

Beim Testen der STI ist es wichtig, den korrekten Test zu verwenden. Die richtigen STI-Testmethoden findest du auf dieser Seite. Lass dich von spezialisierten Fachpersonen beraten, zum Beispiel in der STI-Sprechstunde des Kantonsspitals St.Gallen.

Bist du unsicher, ob du dich mit HIV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion (STI) angesteckt hast? Willst du wissen, wie du dich vor einer Ansteckung schützen kannst? Dann lass dich von einer Fachperson beraten. Diese kann einschätzen, ob und welche Tests in deiner Situation nötig sind.

In der Region St.Gallen-Appenzell darfst du dich an die STI-Sprechstunde des Kantonsspitals St.Gallen wenden. Weitere Test- und Beratungsstellen in der Schweiz findest du hier.

Beratung zu anderen Themen findest du auf der Plattform findhelp.ch.


Wenn eine Safer-Sex-Fee aufklärt


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