Workshops für Schulen buchen
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: info@ahsga.ch / 071 223 68 08.
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Sexualpädagogik ist heute fester Bestandteil des Lehrplans. Im Unterricht zur sexuellen Bildung geht es um mehr als Fakten: Kinder und Jugendliche brauchen Orientierung in einem sensiblen und zugleich zentralen Lebensbereich. Damit dies altersgerecht und fachlich fundiert gelingt, empfehlen wir die Begleitung durch erfahrene Fachpersonen unserer Fachstelle.
Unsere Sexualpädagog*innen vermitteln nicht nur Wissen. Sie stärken Kinder und Jugendliche darin, ein positives, selbstbestimmtes und respektvolles Verhältnis zur eigenen Sexualität und zu anderen Menschen zu entwickeln.
Sexualität verstehen wir als einen lebenslangen Lern- und Entwicklungsprozess – geprägt von biologischen, emotionalen und sozialen Faktoren. Deshalb setzen unsere sexualpädagogischen Workshops auf mehr als reine Wissensvermittlung: Sie verbinden sachliche Informationen mit der Förderung von Beziehungskompetenz, Selbstreflexion und sozialer Verantwortung.
Unsere Angebote der Sexualpädagogik richten sich an folgende Zielgruppen der Kantone St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden:
Die Schüler*innen des Zyklus 2 (4. bis 6. Klasse) …
Die Schüler*innen des Zyklus 3 (1. bis 3. Oberstufe) …
Die Schüler*innen weiterführender Schulen – wie Gymnasien oder Berufsschulen …
Ein sexualpädagogischer Einsatz dauert zwei bis vier Lektionen. Zwei Fachpersonen führen den Workshop parallel durch – in geschlechtergetrennten oder gemischten Gruppen, abgestimmt auf den Lehrplan 21.
Wir arbeiten in der Regel in zwei Räumen und ohne Anwesenheit der Lehr- oder Fachperson. Dies ermöglicht es den Jugendlichen, ihre Fragen offen zu stellen.
Unsere Workshops sind modular konzipiert und richten sich nach den Zielen und Kompetenzen für die jeweilige Altersgruppe. Dabei orientieren sie sich an den Anliegen der Lehr- und Fachpersonen, an aktuellen Themen sowie an den Fragen der Schüler*innen.
Ein Merkblatt mit Hintergrundwissen für Lehr- und Fachpersonen – etwa zu psychosexueller Entwicklung, Themen und Haltung – steht zum Download bereit.
Für sexualpädagogische Workshops betragen die Kosten pro Klasse und Lektion CHF 180.– an der Volksschule und CHF 220.– an weiterführenden Schulen, jeweils zuzüglich Spesen. Die Durchführung erfolgt mit zwei Fachpersonen der Sexualpädagogik.
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden übernimmt 50 Prozent der Kosten für Angebote zur sexuellen Bildung. Die Kostengutsprache ist von der Lehrperson vor der Buchung beim Kanton einzuholen.
Bei Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: info@ahsga.ch / 071 223 68 08.
19. Februar 2024
Ein neuer Forschungsbericht zur Situation von LGBTIQA+ Jugendlichen an Deutschschweizer Schulen zeigt: Über die Hälfte fühlt sich in der Schule unwohl oder nicht sicher. Dies aufgrund von Abwertungen, homo-, bi- und transfeindlichen Sprüchen und Ausgrenzung.
Text: Predrag Jurisic/SOGUS-Projekt
Beitragsbild: Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG)

«SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule» (2022–2024): ein Projekt der Universität Bern, der Pädagogischen Hochschule Zürich und der Pädagogischen Hochschule Bern.
«Wie geht es LGBTQ+ Jugendlichen in Deutschschweizer Schulen?» Dieser Leitfrage ist der Forschungsbericht des Projektes «SOGUS – Sexuelle Orientierung, Geschlecht und Schule» nachgegangen – mit Ergebnissen, die aufhorchen lassen: 58,4 % der befragten LGBTIQA+ Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren fühlen sich in der Schule unwohl oder nicht sicher. Dies aufgrund ihrer sexuellen Orientierung, ihrer Geschlechtsidentität und/oder ihres Geschlechtsausdrucks. Bei trans Jugendlichen sind es gar 68,8 %, bei nicht-binären Schüler*innen 52,5 %.
Dieses Unwohlsein oder fehlende Sicherheitsgefühl mündet darin, dass:
Neben den homo-, bi- und transfeindlichen Sprüchen macht den LGBTIQA+ Jugendlichen auch die fehlende Unterstützung und Akzeptanz im Schulumfeld zu schaffen: Knapp die Hälfte der Befragten (49,1 %) bekommt homofeindliche Bemerkungen vom Schulpersonal zu hören, 92,1 % von ihren Mitschüler*innen. Auch fehlt laut 53,7 % der Teilnehmenden eine Intervention von Lehrpersonen, wenn es zu abwertenden Sprüchen kommt. 60,2 % der trans und 60,3 % der nicht-binären Jugendlichen erfahren verbale Belästigung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität, 42,5 % der cisgeschlechtlichen homosexuellen Jugendlichen wegen ihrer sexuellen Orientierung.
Dies hat zur Folge, dass drei Viertel der befragten LGBTIQA+ Jugendlichen Belästigungen und Übergriffe den Lehrpersonen nie melden. Die häufigsten Gründe hierfür sind: keine Erfolgsaussichten, Angst vor ungewollter Aufmerksamkeit und das Beurteilen als «nicht schlimm genug». Und wer sich dann doch traut und Vorfälle meldet, erhält von den Lehrpersonen keine Unterstützung. Dies berichtet knapp die Hälfte (49 %) der befragten LGBTIQA+ Jugendlichen.
Oft sind Lehrpersonen und Schulleitungen auch überfordert, weil ihnen gut zugängliche Unterstützungsangebote fehlen. Das Projekt Lehrplan Q schafft hier Abhilfe – mit Materialien, Weiterbildungsangeboten und der Vermittlung von Klassenbesuchen zur Sensibilisierung der Schüler*innen. Hauptträgerin des Projekts ist Pink Cross. Zu den nationalen Projektpartnern gehören die Lesbenorganisation Schweiz (LOS) sowie das Transgender Network Switzerland (TGNS).

Projekt Lehrplan Q: Unterstützungsangebote für Schulleitungen und Lehrpersonen.
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) ist ebenfalls Projektpartnerin von Lehrplan Q. Sie organisiert Klassenbesuche in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden. Das Schulprojekt dazu heisst COMOUT und wird von Volks- und Berufsschulen rege genutzt. Dabei besuchen homo- und/oder bisexuelle Freelancer*innen Schulklassen oder Jugendgruppen.
Bei diesen Begegnungen geht es zum einen um grundlegende Wissensvermittlung im Bereich der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt. Zum anderen steht vor allem die persönliche Begegnung mit einer queeren Person im Fokus.
Die Schüler*innen erfahren durch das autobiografische Erzählen der Freelancer*innen, wie deren Coming-out abgelaufen ist, welche Schwierigkeiten damit verbunden waren und auch, was sich dadurch im Leben dieser Person zum Positiven verändert hat.
Interessierte Schulleitungen und Lehrpersonen aus St.Gallen und Appenzell wenden sich für das COMOUT-Projekt direkt an die Fachstelle unter: info@ahsga.ch | 071 223 68 08. Weitere Projektpartner*innen der Deutschschweiz finden Sie auf Lehrplan Q.
Sexualität ist ein grundlegender Aspekt des Menschseins mit vielfältigen Dimensionen, die sehr individuell geprägt werden. Sexualität umfasst das biologische Geschlecht, die Geschlechtsidentität, die Geschlechterrolle und die sexuelle Orientierung. Sie ist mit Lust, Intimität und Fortpflanzung verknüpft. Bis zu einem gewissen Grad ist Sexualität das, was wir aus ihr machen.
Sexuelle Selbstbestimmung ist grundlegend mit dem eigenen Verständnis von Sexualität verbunden. Somit ist es eine Entwicklungsoption und -ressource, die jeder Mensch hat, egal wie seine Lebensvoraussetzungen sind.
Unter Sexualpädagogik verstehen wir folglich weit mehr als die biologische Aufklärung. Sexualpädagogik ist vielmehr eine ganzheitliche Gesundheitsförderung. Das Ziel dabei ist es, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bei der Entwicklung ihrer sexuellen Identität altersgerecht, einfühlsam und kompetent zu begleiten und zu unterstützen.
Damit sie ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, selbstbestimmt, lustvoll und sinnlich entfalten und leben können.
Das WHO-Regionalbüro für Europa und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben ein Rahmenkonzept verfasst, das die «Standards der Sexualaufklärung in Europa» umfasst.
Das gesamte Dokument können Sie hier downloaden oder bestellen.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Eine ganzheitliche Sexualpädagogik beginnt bereits mit der Geburt und fusst auf einem Ansatz, der sich an sexuellen und reproduktiven Menschenrechten orientiert. Die Basis bilden dabei wissenschaftlich korrekte Informationen, die altersgerecht hinsichtlich Entwicklungs- und Wissensstand vermittelt werden. Kulturelle, soziale und genderspezifische Gegebenheiten sind ebenso berücksichtigt wie die Lebenswirklichkeit junger Menschen.
Ferner gehört zur ganzheitlichen Sexualpädagogik auch ein ganzheitliches Konzept des Wohlbefindens, das auch die Gesundheit einschliesst. Weitere zentrale Elemente bilden die Gleichstellung der Geschlechter sowie die Selbstbestimmung und Anerkennung der Vielfalt. So kann eine ganzheitliche Sexualpädagogik zu einer von Mitgefühl und Gerechtigkeit geprägten Gesellschaft beitragen, indem sie Menschen und Gemeinschaften zu einem respektvollen Umgang miteinander befähigt.
Sexuelle Bildung gehört zur schulischen Prävention. Sie ist im Lehrplan der Volksschule verankert und gilt als obligatorischer Bestandteil des Unterrichts. Ziel ist es, Kinder und Jugendliche altersgerecht über Körper, Beziehungen, Grenzen und Verantwortung zu informieren und sie in ihrer persönlichen und sozialen Entwicklung zu stärken. Prävention und Gesundheitsförderung sind dabei eine gemeinsame Aufgabe von Schule, Elternhaus und Fachstellen und werden fächer- und stufenübergreifend umgesetzt.
Damit Prävention wirksam wird, empfiehlt der Kanton St.Gallen den Schulen, zentrale Fragen gemeinsam zu klären und ein schulisches Präventionskonzept zu entwickeln. Ein solches Konzept legt Ziele, Zuständigkeiten und Vorgehensweisen fest und verankert Themen wie sexuelle Bildung dauerhaft im Schulalltag. So entsteht Orientierung für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern – und Prävention wird zu einem verbindlichen Teil der Schulentwicklung.
Weitere Infos zur Prävention in der Volksschule gibt es beim Amt für Volksschulen des Kantons St.Gallen. Informationen, Werkzeuge und Anlaufstellen zu Sexualität, sexueller Bildung und sexueller Gesundheit finden Sie auf sichergsund.ch.
Des Weiteren können sexualisierte Übergriffe im Kindergarten oder in der Schule Betreuungs- und Lehrpersonen stark herausfordern. Die Kriseninterventionsgruppe des Schulpsychologischen Dienstes (KIG) steht in solchen Fällen rund um die Uhr zur Verfügung: 0848 0848 48. Weitere Informationen zur KIG finden Sie hier.
Laut dem WHO-Regionalbüro für Europa und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) lässt sich die sexuelle Gesundheit wie folgt definieren:
«Sexuelle Gesundheit ist der Zustand körperlichen, emotionalen, geistigen und sozialen Wohlbefindens bezogen auf die Sexualität und bedeutet nicht nur die Abwesenheit von Krankheit, Funktionsstörungen oder Schwäche.
Sexuelle Gesundheit erfordert sowohl eine positive, respektvolle Herangehensweise an Sexualität und sexuelle Beziehungen als auch die Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen, frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt.
Wenn sexuelle Gesundheit erreicht und bewahrt werden soll, müssen die sexuellen Rechte aller Menschen anerkannt, geschützt und eingehalten werden.»
Quelle: WHO-Regionalbüro für Europa und BZgA (S. 19)
Sexuelle Rechte sind Teil der Menschenrechte. Sie sind allgemeingültig, in Wechselbeziehung stehend, miteinander verflochten und unteilbar. Sie stellen eine sich stetig entwickelnde Reihe von Rechtsansprüchen dar, die zu Freiheit, Gleichstellung und Würde aller Menschen beitragen. Die Charta der IPPF (International Planned Parenthood Federation) formuliert die sexuellen und reproduktiven Rechte wie folgt:
Sexualpädagogik wird als integrierender Teil der Gesamterziehung von Kindern und Jugendlichen betrachtet und ist obligatorischer Teil des Unterrichts. Die Aufgabe der Schule besteht darin, allen Kindern und Jugendlichen die vielfältigen Formen zu erläutern, in denen Menschen Sexualität, Liebe, Partnerschaft, Elternschaft und Familie leben.
Damit ermöglicht die Sexualpädagogik eine Auseinandersetzung mit Werten und Normen unserer Gesellschaft. In diesem Kontext lernen Kinder und Jugendliche verschiedene Orientierungs- und Entscheidungshilfen für verschiedene Herausforderungen kennen. Sie erfahren so eine Stärkung in ihren sozialen Kompetenzen (Bürgisser et al. 2018). Die schulische Sexualpädagogik umfasst gesellschaftliche, schulspezifische und individuelle Aspekte mit je eigenen Zielen (Bürgisser et al. 2018). Im Folgenden zeigen wir mit je einem Beispiel auf, wie sich die beschriebenen Aspekte im Unterricht umsetzen lassen.
Heute gibt es kaum eine Schule mit Kindern und Jugendlichen, die nicht …
Die Heterogenität der Schule bietet für das soziale Lernen eine optimale Voraussetzung. Wenn unterschiedliche Lebensformen erkannt, benannt und als gleichwertig anerkannt werden, entsteht ein Klima von Wertschätzung und Wohlwollen. Dies trägt wesentlich zur Integration bei.
Bei sexuellen Themen sind die Bedeutung von gruppendynamischen Prozessen sowie das Aufkommen unterschiedlicher Gefühle wie zum Beispiel Scham bei Schüler*innen und Lehrpersonen nicht zu unterschätzen. Die Erfahrung zeigt: Sexualpädagogische Themen lassen sich ab der Vorpubertät einfacher und entspannter in geschlechtshomogenen Gruppen besprechen. Dabei ist zu beachten, dass sich möglicherweise nicht alle Kinder und Jugendliche mit den zugewiesenen Geschlechtergruppen identifizieren.
Die Rahmenbedingungen sollten so beschaffen sein, dass sich Schüler*innen wohlfühlen und ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den Schüler*innen untereinander und zur Lehrperson besteht. Die Lehrperson sollte darauf hinweisen, dass jede*r Schüler*in das Recht auf Intimsphäre hat und auf Fragen und Nachfragen die Antwort schuldig bleiben darf.
Ferner möchten Jugendliche erfahrungsgemäss nicht nur biologische Zusammenhänge der Sexualität erfahren, sondern sich weit darüber hinaus Wissen aneignen.
Um die persönlichen Bedürfnisse von Schüler*innen nach Lernerfahrungen zu sexuellen und partnerschaftlichen Themen zu erfassen, lassen sich diese anonym erfragen. Die Ergebnisse dieser anonymen Befragung bilden den Ausgangspunkt im sexualpädagogischen Unterricht. So wird für die Lehrperson zugleich der Wissens- und Entwicklungsstand der Schüler*innen sichtbar. Zudem nimmt der Unterricht damit auf individuelle Aspekte Rücksicht, ohne dass sich Kinder und Jugendliche exponieren müssen.
Die psychosexuelle Entwicklung ist Teil unserer körperlichen, geistigen und seelischen Entwicklung. Kindliche Sexualität unterscheidet sich grundlegend von der Sexualität Erwachsener. Kinder erleben ihre Sexualität ganzheitlich und äussern ihre Bedürfnisse spontan und unbefangen.
Dabei sind die Übergänge im Verhalten und Erleben fliessend. Und nicht alle Entwicklungsschritte werden abgeschlossen. Diese tauchen in späteren Phasen wieder auf und können sich weiterentwickeln.
Nützliche Informationen sowie Beiträge aus der Forschung finden Sie in der Broschüre «Sexualaufklärung bei Kleinkindern» der Sexuellen Gesundheit Schweiz. Für die Aufklärung von Jugendlichen empfehlen wir Ihnen die Broschüre «Peer-Education bei Jugendlichen».
Übersicht zu den psychosexuellen Entwicklungsschritten nach Altersjahren
Im 4. Altersjahr
Entwicklungsschritte
Bewegungs- und Expansionsdrang,
Verstärkte Selbstständigkeit,
Bedürfnis nach eigenen Kontakten
Verhalten und Erleben
In die Welt gehen:
Entstehung körperlich-sexueller Schamgefühle
Das Selbst betreffend:
Genitale Körperlichkeit
Kindlicher Forschungsdrang und sexuelle Neugier:
Selbststimulation
Entdecken von Körperregionen als Quelle neuer Lustgefühle:
Im 5. Altersjahr
Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht – Entwickeln einer Vorstellung von Geschlechterrollen
Spielerisches Erkunden von Geschlechterrollen:
Ausdifferenzierung des emotionalen Erlebens
Emotional geprägte Beziehungswelten:
Im 6.–10. Altersjahr
Identitätssicherung/ Geschlechtsrollenfindung
(soziale Konzentration auf das eigene Geschlecht)
Aktivitäten mit Gleichaltrigen:
Entwicklung eines Körperbewusstseins
Beschäftigung mit dem eigenen Aussehen und den eigenen sowie motorischen Fähigkeiten
Kognitiver Schub
Selbstideal des Klugseins:
Im 9.–12. Altersjahr: Vorpubertät
Veränderung im Erleben und Empfinden des eigenen Körpers
Vermehrtes Interesse an nahen Beziehungen
Physische Veränderungen
Im 12.–16. Altersjahr: Pubertät
Psychische Veränderungen
(Festigung der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität)
Soziale Veränderungen (Autonomieentwicklung und Ablösung vom Elternhaus)
Pornografie ist die direkte Darstellung menschlicher Sexualität mit dem Ziel, die betrachtende Person sexuell zu erregen. Dabei betont die Pornografie häufig die Geschlechtsorgane bewusst und klammert partnerschaftliche und emotionale Aspekte aus.
Unter dem Begriff legale Pornografie fallen sexuelle Darstellungen, die nicht als Kunst oder Erotika bezeichnet werden. Das Gesetz verbietet es, legale Pornografie Kindern bzw. Jugendlichen unter 16 Jahren zugänglich zu machen (Art. 197 StGB). Unter illegaler Pornografie wird die Darstellung sexueller Handlungen mit Minderjährigen oder mit Tieren sowie die Darstellung von Gewalttätigkeiten unter Erwachsenen verstanden.
Gemäss der JAMES-Studie 2024 (S. 71) schauen 12 % der 12- bis 13-jährigen und 24 % der 14- bis 15-jährigen Schweizer Jugendlichen pornografische Darstellungen auf dem Handy oder Computer an. Mit zunehmendem Alter der Jugendlichen nimmt der Konsum von pornografischen Darstellungen deutlich zu.
Für Kinder und Jugendliche bietet das Internet neben wertvollen und positiven Informationen auch faszinierende bis schockierende Inhalte. Dabei stossen sie gewollt oder ungewollt auf sexualisierte Darstellungen. Diese können negative Gefühle auslösen und zeigen ein unwirkliches Bild von Sexualität und Beziehung. Sexualisierte Medieninhalte vermitteln unrealistische Vorstellungen in Bezug auf sexuelle Anbahnung, Geschlechterrollen, sexuelle Praktiken und Körperideale. Diese können verunsichern und Leistungsdruck auslösen. Ein häufiger, regelmässiger Konsum von Internet-Pornografie kann abhängig machen.
Selten wissen Lehrpersonen oder Eltern, welche Inhalte Kinder und Jugendliche abrufen, speichern oder miteinander teilen. Kinder und Jugendliche sollen die Möglichkeit erhalten, Fragen und Unsicherheiten bezüglich Sexualität zu äussern, damit sie von Erwachsenen eine Orientierung und Klärung erhalten. Denn die Neugier für Sexualität gehört zum Erwachsenwerden dazu.
Eine angemessene Thematisierung sexueller Inhalte kann für die Lehrperson, die neben der unterstützenden auch eine bewertende Rolle hat, eine Herausforderung sein. Daher ist es sinnvoll, mit sexualpädagogischen Fachpersonen zusammenzuarbeiten. Diese haben einen neutralen Zugang zur Klasse und ermöglichen freie Gespräche über intime Fragen.
Lesen Sie dazu auch unsere sexualpädagogischen Angebote:
Das Netz ist kein rechtsfreier Raum. Kinder und Jugendliche können auch im Internet mit dem Gesetz in Konflikt kommen und durch unbedachtes Handeln ungewollt straffällig werden (vgl. dazu Pornografie: «Alles, was Recht ist»).
Weitere Arbeitsmaterialien für die Schule und Jugendarbeit zum Thema Jugendsexualität, Internet und Pornografie finden Sie auf dieser Seite.
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Hier finden Sie weiterführende Links sowie didaktisches Material zur Sexualpädagogik.
Kinderschutz Schweiz
Pornografie und Pornografiekonsum: Aufklärungsinformationen für Eltern und Schutzstrategien für Jugendliche
Sexuelle Gesundheit Schweiz
Beratung und Unterstützung bei sexueller Belästigung und Diskriminierung
Beratung und Unterstützung bei sexualisierter Gewalt und sexualisierten Übergriffen
Aids-Hilfe Schweiz
Informationen zu sexueller Gesundheit und zu sexueller Bildung
Sexuelle Gesundheit Schweiz
Aktuelle und fachlich abgestützte Informationen in vielen Sprachen zu Themen der sexuellen Gesundheit
Profamilia Schweiz
Informationen zur sexuellen Bildung/Sexualpädagogik
LOVE LIFE Schweiz
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