Jahresbericht
2023

Historisch tief: Die HIV-Neudiagnosen in der Schweiz sind 2020 erstmals unter die Grenze von 300 Ansteckungen pro Jahr auf 290 gesunken. Grafik: BAG Bulletin 48 (2021).

HIV-Update: Neudiagnosen, PrEP und Zukunftsaussichten

6. April 2022

Die HIV-Neudiagnosen in der Schweiz sind 2020 erstmals unter die Grenze von 300 Ansteckungen pro Jahr auf 290 gesunken. Das ist ein historisches Tief. Der abnehmende Trend lässt sich seit 2008 beobachten und hält weiter an.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild und Grafiken im Text: BAG Bulletin 48 (2021), aidsmap.com, PD Dr. med. Dominique L. Braun

Seit Beginn der HIV-Epidemie Anfang der 1980er-Jahre hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) weniger als 300 Fälle gemeldet, nämlich 290. Im Vergleich dazu waren es in den 1990er-Jahren im Durchschnitt 1300 Fälle jährlich. Zu diesem erfreulichen Resultat beigetragen haben drei Dinge: vermehrte Tests bei besonders exponierten Personengruppen, eine immer früher einsetzende HIV-Therapie sowie die Präexpositionsprophylaxe (PrEP).

 

Historisch tief: Die HIV-Neudiagnosen in der Schweiz sind 2020 erstmals unter die Grenze von 300 Ansteckungen pro Jahr auf 290 gesunken. Grafik: BAG Bulletin 48 (2021).

Historisch tief: Die HIV-Neudiagnosen in der Schweiz sind 2020 erstmals unter die Grenze von 300 Ansteckungen pro Jahr auf 290 gesunken. Grafik: BAG Bulletin 48 (2021).

 

Corona-Pandemie: Einfluss auf HIV-/STI-Neudiagnosen?

PD Dr. med. Dominique L. Braun, Oberarzt an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene des Universitätsspitals Zürich (USZ), sagt dazu anlässlich des HIV-Updates der Aids-Hilfe Schweiz: «Die Pandemie hatte einen Einfluss, der sich noch nicht genau verorten lässt.» Am Universitätsspital Zürich gab es deutlich weniger HIV-Neudiagnosen im Vergleich zu den Vorjahren. Beim Checkpoint Zürich sah die Lage wieder anders aus: Dort gab es wöchentlich eine HIV-Neudiagnose.

Bei den STI-Diagnosen lagen die beobachteten Fallzahlen ebenfalls unter den zu erwarteten Fallzahlen (s. Grafik). Dies könnte ein Indiz dafür sein, dass die Corona-Pandemie einen Einfluss auf die HIV-/STI-Ansteckungen hatte. Die möglichen Gründe dafür:

  • weniger häufige Tests bzw. Zurückhaltung beim Aufsuchen von medizinischen Einrichtungen
  • verschobene Präventionskampagnen wegen der Pandemiemassnahmen
  • allgemein weniger soziale Kontakte und damit weniger sexuelle Risikosituationen als vor der Pandemie
  • temporäre Schliessungen von Bordellen und Clubs

 

HIV-/STI-Neudiagnosen 2020

HIV-/STI-Neudiagnosen 2020. Grafik: BAG Bulletin 48 in HIV-Update von PD Dr. med. Dominique L. Braun (USZ) vom 15. März 2022.

 

 

Männer am meisten von HIV betroffen

79 Prozent aller gemeldeten HIV-Fälle in der Schweiz betrafen im Jahr 2020 Männer. Dabei war Sex mit anderen Männern (MSM) der meist genannte Ansteckungsweg mit 50,8 Prozent. An zweiter Stelle standen heterosexuelle Kontakte mit 26,5 Prozent. Bei 2,2 Prozent der HIV-Diagnosen war das Benutzen von kontaminiertem Spritzbesteck bei intravenösem Drogenkonsum (IDU) der Grund für die Ansteckung. Bei rund 20 Prozent der HIV-Diagnosen bei Männern liess sich der Ansteckungsweg nicht ermitteln.

Die HIV-Infektionen bei den Frauen erfolgten mit 69,6 Prozent hauptsächlich über heterosexuelle Kontakte. Die anderen 30,4 Prozent liessen sich nicht ergründen.

 

HIV-Neudiagnosen 2020 bei Männern und Frauen

HIV-Neudiagnosen 2020 bei Männern und Frauen. Erklärung zu Abkürzungen: MSM: Männer, die mit Männern Sex haben. IDU: intravenous drug user (= intravenöser Drogenkonsum). Grafik: BAG Bulletin 48 in HIV-Update von PD Dr. med. Dominique L. Braun (USZ) vom 15. März 2022.

 

Rückgang der HIV-Infektionen dank HIV-Therapie und PrEP

In der Schweiz sind rund 17’100 Menschen mit HIV infiziert. Davon kennen 93 Prozent ihre Diagnose. 98 Prozent der Personen mit HIV-Diagnose erhalten eine medikamentöse HIV-Therapie. Von denen wiederum haben 96 Prozent eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. Sie geben das Virus also nicht mehr weiter. Die Schweiz liegt damit im weltweiten Vergleich weit vorn und hat das WHO-Ziel 90-90-90* übertroffen.

*WHO-Ziel bis 2020:

  • 90 Prozent aller Infizierten kennen ihre HIV-Diagnose
  • 90 Prozent aller diagnostizierten Personen erhalten eine HIV-Therapie
  • 90 Prozent aller therapierten Personen sind unter der Nachweisgrenze und geben das Virus nicht mehr weiter
HIV-Kaskade. Grafik: BAG Bulletin 48 (2021).

HIV-Kaskade: Anzahl infizierter, diagnostizierter und therapierter Personen bzw. Personen unter der der Nachweisgrenze. Grafik: BAG Bulletin 48 (2021).

 

Auch die PrEP (= orale HIV-Chemoprophylaxe) hat zur Abnahme der HIV-Neudiagnosen beigetragen: Ende 2020 nahmen mindestens 3000 Personen, überwiegend MSM, die PrEP als Schutz vor HIV. Der Blick nach London, wo die PrEP länger im Einsatz ist, lässt auf weiter sinkende HIV-Infektionen bei MSM hoffen: Demnach sind dank der PrEP die HIV-Infektionen bei MSM zwischen Oktober 2015 und September 2017 um 90 Prozent zurückgegangen. Und das bei gleichbleibender Anzahl HIV-Tests (s. Grafik). Aufgrund dieser Erfahrungen ist in der Schweiz auch für die kommenden Jahre ein rückläufiger Trend von HIV-Infektionen zu erwarten.

HIV-Neudiagnosen bei MSM in London: 90%iger Rückgang dank der PrEP. Grafik: HIV-Update von PD Dr. med. Dominique L. Braun (USZ) vom 15. März 2022.

HIV-Neudiagnosen bei MSM in London: 90%iger Rückgang dank der PrEP. Grafik: aidsmap.com in HIV-Update von PD Dr. med. Dominique L. Braun (USZ) vom 15. März 2022.

 

 

Langzeitinjektion für HIV-Therapie und PrEP in Sicht

Einen weiteren Meilenstein in der HIV-Therapie bedeuten Long-Acting-Medikamente: Das sind Medikamentendepots, die in Kombination von Tabletten und Langzeitinjektionen aufgebaut werden. So müssen HIV-Patient*innen nicht mehr täglich ihre Medikamente einnehmen. Dies könnte die Stigmatisierung in Zusammenhang mit der täglichen Medikamenteneinnahme reduzieren oder in vulnerablen Patientenpopulationen zu einer besseren Therapietreue führen.

Bei der Long-Acting-Therapie nehmen HIV-Patient*innen während eines Monats täglich zwei HIV-Medikamente oral ein. Im zweiten und dritten Monat erfolgt die Medikamentenabgabe der beiden Substanzen mittels Langzeitinjektion intramuskulär in den Gesässmuskel. Dieses Medikamentendepot wird danach alle zwei Monate aufgefrischt und erfordert eine genaue Planung. Denn das Zeitfenster für die Auffrischungsinjektion beträgt plus oder minus sieben Tage: Wer z. B. die letzte Langzeitinjektion am 15. April bekommt, kann die Auffrischung zwei Monate später zwischen dem 8. und 22. Juni vornehmen.

Gute Neuigkeiten betreffend Langzeitinjektionen gibt es auch bei der PrEP: Die Studie «HPTN 083» aus den USA zeigte gegenüber der täglichen Einnahme der PrEP eine signifikant höhere Wirksamkeit zur Risikoreduktion einer neuen HIV-Infektion. Das Risiko einer HIV-Infektion bestand hauptsächlich in der tiefen Therapietreue der Vergleichsgruppe (= unkorrekte PrEP-Einnahme). Somit spricht vieles für eine HIV-PrEP durch Langzeitinjektionen. Die Zulassung hierzu steht noch aus.

 

Warum eine HIV-Impfung-/Heilung noch nicht möglich ist

Im Zuge der raschen Impfstoffentwicklung während der Corona-Pandemie hat sich die breite Öffentlichkeit gefragt, ob dies auch im Falle von HIV möglich sei. Leider ist dies nicht der Fall, auch nicht in den nächsten fünf bis zehn Jahren. Denn das HI-Virus unterscheidet sich stark vom Coronavirus: Das HI-Virus mutiert sehr rasch und hat dadurch eine hohe genetische Vielfalt. Ausserdem versteckt es sich gut vor den Antikörpern. Zwar ermöglicht die mRNA-Technologie eine rasche Anpassung samt Studien und Produktion von Impfstoffen. Aber die Grundproblematik des komplexen HI-Virus löst sie dennoch nicht. Und: Das menschliche Immunsystem produziert bei HIV breit neutralisierende Antikörper nur sehr selten und wenn, dann erst spät. Ungelöst bleibt auch das ethische Dilemma, dass in HIV-Impfstudien keine Placebo-Gruppe eingeschlossen werden kann, um die genaue Wirksamkeit der Impfung ermitteln zu können.

Momentan gilt: Je früher eine HIV-Therapie beginnt, steigt mit zunehmendem medizinischen Fortschritt auch die Chance auf eine Heilung. Denn die Forschung bleibt weiterhin am Ball: Neben neuen Substanzklassen beschäftigt sie sich mit Therapieformen von breit neutralisierenden Antikörpern, Stammzelltransplantationen oder Genome Editing (Genscherenprinzip).

Quellen: BAG Bulletin 48 (2021), HIV-Update AHS Academy: Präsentation von PD Dr. med. Dominique L. Braun.

Safer Sex bei weiteren Praktiken

Sexualpraktiken wie Berühren und Küssen, Lecken, Blasen oder Masturbieren gehören auch zum Safer Sex. Ebenso wie das Rimming (Anuslecken), Natursekt (Urinspiele) oder Scat (Kot). Wer also keinen eindringenden Anal- oder Vaginalverkehr praktiziert, hat Safer Sex und ist damit vor HIV geschützt.

Wichtig zu wissen: Die anderen STI lassen sich trotz Safer-Sex-Praktiken übertragen. Darum gilt es, sich regelmässig zu testen. Das Kantonsspital St.Gallen führt dazu eine eigene HIV-/STI-Sprechstunde, die Sie auch anonym aufsuchen können. Mehr zur Sprechstunde sowie zu den HIV-/STI-Tests lesen Sie hier.

 

Wo ausserdem Vorsicht geboten ist

 

Sextoys/BDSM-Instrumente

Bei der gemeinsamen Benützung von Sextoys können HIV und STI übertragen werden. Ein Kondom kann hierbei schützen. Ausserdem ist es wichtig, die Sextoys nach dem Benutzen zu desinfizieren und nicht nur mit Seife abzuwaschen. Das gilt auch für BDSM-Instrumente.

Es gibt viele verschiedene BDSM-Spielarten

BDSM steht für «Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism», zu Deutsch: Fessel- und Disziplinierungsspiele, Lustgewinn durch Dominanz oder Unterwerfung bzw. durch Sadismus und Masochismus. Neben den Safer-Sex-Regeln sind hier noch andere Gefahren zu beachten: Atem- und Durchblutungsprobleme (bei Fesselspielen) oder Verletzungen, Quetschungen oder Verbrennungen. Darum sind klare Absprachen und das Akzeptieren von Grenzen bzw. des «Stopps» der Spielgefährt*innen elementar.

Fisten/Fisting

Beim Fisten werden die Hand bzw. Faust oder der ganze Unterarm in den Anus oder in die Vagina eingeführt. Als HIV-/STI-Schutz helfen jeweils saubere Handschuhe je Fist-Vorgang bzw. je Sexualpartner*in. Folgt anschliessend Anal- oder Vaginalsex, so schützen nur Kondome aus Polyurethan vor HIV, da beim Fisten häufig fetthaltige Gleitmittel zum Einsatz kommen. Sind bei mehreren Sexualpartner*innen auch Sextoys im Spiel, gilt es, diese nach dem Gebrauch gründlich abzuwaschen und zu desinfizieren, ehe sie eine andere Person verwendet. Besser noch: Jede Person hat eigene Sextoys. Das gilt auch für Gleitmittel: Jede Person sollte ein eigenes dabeihaben, da sonst ein hohes Risiko bezüglich einer Infektion mit Hepatitis C besteht. Denn das Hepatitis C-Virus ist besonders überlebensfähig. Das Rimming nach dem Fisten birgt ebenfalls ein hohes Risiko für eine STI-Übertragung.

Chemsex

Chemsex meint den Konsum von Drogen beim Sex. Jeder Drogenkonsum ist mit Risiken verbunden. Darum ist es wichtig zu wissen, welche Substanzen wie wirken, sich gegenseitig verstärken oder im Mischkonsum gar lebensgefährlich sind. Ausserdem ist der Erwerb, Besitz, Konsum oder Handel mit Drogen in den meisten Fällen strafbar. Auf know-drugs.ch finden Sie mehr Informationen zu Substanzen sowie aktuelle Warnungen zu bestimmten Produkten. In einigen Schweizer Städten können Sie Ihre Substanzen auch auf deren Inhalte testen lassen (Drug Checking).

Wenn Sie Drogen beim Sex konsumieren, achten Sie auf die folgenden Empfehlungen:

  • Substanzwirkungen im Kontext zum eigenen Wohlbefinden kennen: z. B. nicht konsumieren, wenn Sie sich körperlich oder psychisch nicht wohlfühlen.
  • Denken Sie an die eigenen Medikamente: z. B. PrEP nicht vergessen, Timer stellen.
  • Essen und trinken Sie genügend. Legen Sie Pausen für Erholungen ein.
  • Benutzen Sie beim Sniffen ein eigenes Röhrchen und eine eigene Unterlage.
  • Verwenden Sie beim Slammen (= intravenöse Injektion von Drogen) ein eigenes Spritzenbesteck.
  • Lassen Sie bei einem Bad Trip nie jemanden alleine, sondern bringen Sie diese Person an die frische Luft, reden Sie ihr gut zu, lassen Sie sie Wasser trinken und etwas Zuckerhaltiges essen.
  • Bei Verdacht auf eine Überdosis wählen Sie den Notruf (144). Eine Überdosis kann diese Symptome aufzeigen: Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Orientierungslosigkeit, komatöser Zustand, Herzrasen, Hitzewallungen, Paranoia oder blaue Lippen/Fingerspitzen.

Weitere Informationen zu Chemsex finden Sie hier.

Safer Sex mit Kondomen: So geht’s richtig

Beim Analsex, Vaginalsex sowie bei Sextoys schützen Kondome vor HIV. Wichtig: Beachten Sie die Kondomgrösse und das Ablaufdatum. Benutzen Sie keine alten, bereits benutzten oder porösen Kondome. Achten Sie dabei auf kondomverträgliche Gleitmittel, die das Kondom nicht beschädigen oder durchlässig machen.

Ausserdem: Verwenden Sie das Kondom richtig:

  • Öffnen: Kondomverpackung an der Einreisskerbe vorsichtig öffnen (= ohne Zähne bzw. ohne scharfe Gegenstände) und das Kondom herausnehmen
  • Aufsetzen: mit der einen Hand die Penisvorhaut ganz zurückziehen, mit der anderen das Reservoir des Kondoms mit Daumen und Zeigefinger festhalten (= keine Luft mehr drin) und auf die Eichel setzen
  • Abrollen: Kondom nun bis zum Schaft abrollen (falls das nicht mühelos geht, ist das Kondom zu eng oder zu weit)
  • Gleitmittel: zur besseren Gleitfähigkeit das Kondom grosszügig mit einem wasserlöslichen oder silikonbasierten Gleitmittel (keine fetthaltigen Mittel wie Öle, Cremes, Vaseline etc.) einschmieren
  • Geschlechtsverkehr: zwischendurch kontrollieren, ob das Kondom gut sitzt und mit Gleitmittel nachschmieren
  • Abnehmen: nach dem Geschlechtsverkehr Kondom am Schaft festhalten, Penis rausziehen und das gebrauchte Kondom im Abfall und nicht in der Toilette entsorgen

Ein Kondom ist der günstigste Schutz vor HIV. Richtig verwendet schützt es zuverlässig vor einer HIV-Infektion. Bitte bedenken Sie: Das Kondom schützt nicht zuverlässig gegen andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Syphilis, Chlamydien, Tripper, Hepatitis A/B oder HPV. Hier erreichen Sie den besten Schutz durch regelmässiges Testen und gezieltes Impfen.

Allerdings können oder wollen nicht alle ein Kondom benutzen – zum Beispiel wegen Erektionsproblemen, Alkohol, Drogen oder Liebe. Deshalb gibt es noch andere Schutzmöglichkeiten wie die PrEP. Sollten Sie das Kondom vergessen oder sollte das Kondom reissen, gibt es die ärztliche Notfallbehandlung mit der PEP (= Postexpositionsprophylaxe). Diese muss innert 48 Stunden nach dem Risikokontakt erfolgen.

Mehr zur PEP lesen Sie hier.

Safer Sex in einer Partnerschaft

Für Paare in einer festen Beziehung sind die Kommunikation und Transparenz über das eigene sexuelle Verhalten der erste Schritt zum Safer Sex: Vertrauen ist gut, Reden ist besser – egal, ob beim monogamen Partnerschaftsmodell oder bei einer offenen Beziehung. Über Sexualität zu sprechen ist für viele Menschen eine Herausforderung. Deshalb liegt es in der Verantwortung von jeder Person, die Thematik immer wieder aufzunehmen. Gerade bei Paaren – ob monogam oder offen lebend – kommt es nicht zuletzt zu einer unwissentlichen HIV-Ansteckung, weil es an offener Kommunikation fehlt.

 

HIV-Status von beiden kennen

Bevor Sie Sex ohne Kondom oder ohne PrEP haben, müssen Sie den HIV-Status Ihrer besseren Hälfte kennen. Dazu ist es wichtig, während mindestens sechs Wochen kein HIV-Risiko einzugehen und sich danach gemeinsam testen zu lassen – auch auf die anderen STI.

Danach gilt es, auszuhandeln, wie die Partnerschaft gestaltet sein soll: sexuelle Exklusivität bzw. Treue (= Monogamie) oder offene Partnerschaft. Ebenso gilt es, die Safer-Sex-Regeln festzulegen – besonders in einer offenen Partnerschaft bzw. im Falle eines Seitensprungs in einer monogamen Beziehung.

Für Frauen, die Sex mit Frauen haben (FSF), empfehlen wir die Broschüre «Safer Sex zwischen Frauen» zu lesen.

 

Ob monogam oder offen – Hauptsache ehrlich

Monogamie schützt vor Ansteckungen nicht: Selbst in einer liebevollen und langjährigen Partnerschaft, in der sich beide Personen die sexuelle Treue geschworen haben, können Ausrutscher passieren. Sollte es dabei zu einem Risiko gekommen sein: Seien Sie ehrlich zu Ihrer Partnerin bzw. zu Ihrem Partner. Denn damit schützen Sie sie*ihn vor einer möglichen HIV-Infektion.

Ferner empfiehlt es sich, einen STI-Test zu machen: Bei einem positiven Ergebnis gilt es, seine*n Partner*in zu informieren, damit er*sie sich ebenfalls testen und behandeln lassen kann. Auch bei Paaren in einer offenen Beziehung sind eine ehrliche Kommunikation sowie regelmässige HIV- und STI-Tests wichtig. So lassen sich allfällige Infektionen früh erkennen und behandeln. Die Infektiologie des Kantonsspitals St.Gallen bietet hierzu eine STI-Sprechstunde an.

 

Jemand ist HIV-positiv, jemand HIV-negativ: Was nun?

Sofern die betroffene Person unter einer wirksamen HIV-Therapie ist, braucht es keinen zusätzlichen HIV-Schutz wie das Kondom oder die PrEP. Dies gilt auch, wenn beide Personen in einer Partnerschaft HIV-positiv und in Behandlung sind. Ein STI-Test sollte hingegen trotzdem gemacht werden, um Infektionen mit anderen Geschlechtskrankheiten auszuschliessen.

 

Neue Safer-Sex-Regeln

Seit der Aids-Epidemie in den 1980er Jahren gab es mehrere medizinische Durchbrüche in der Behandlung von HIV und Aids, ebenso in der Prophylaxe. Verschwunden sind die Ansteckungsrisiken aber nicht. Nach heutigem Wissensstand sind HIV und Aids behandelbar, jedoch nicht heilbar. Darum sind drei Dinge nach wie vor wichtig: die Risiken kennen, sich eigenverantwortlich schützen und wissen, was bei einer Risikosituation zu tun ist.

 

Neue Safer-Sex-Regeln

Dank medizinischer Fortschritte haben sich auch die Safer-Sex-Regeln weiterentwickelt, die über die Benützung von Kondomen hinausgehen. Diese Safer-Sex-Regeln helfen Ihnen, sich vor HIV zu schützen:

 

Kondome bei Analsex, Vaginalsex und Sextoys

Die Kondome müssen intakt sein. Das heisst, sie dürfen nicht alt, abgelaufen, benutzt oder porös sein. Zudem müssen Sie Kondome richtig anwenden, um einen zuverlässigen Schutz zu erreichen.

Mehr zum Schutz mit Kondomen

 

PrEP (= Prä-Expositions-Prophylaxe) als zuverlässiger Schutz vor HIV

Die PrEP ist ein vorbeugendes Medikament, das HIV-negative Personen zum Schutz vor HIV einnehmen. Die PrEP schützt wie das Kondom vor HIV. Allerdings muss die Einnahme unter ärztlicher Kontrolle und nach einem festgelegten Schema erfolgen. Achtung: Nehmen Sie keine PrEP ohne ärztliche Begleitung.

Mehr zur PrEP

 

TasP bzw. #undetectable

Beide Begriffe meinen den Schutz vor HIV dank wirksamer HIV-Therapie. TasP ist die Abkürzung für «treatment as prevention», auf Deutsch: Therapie als Prävention. Der Begriff «undetectable» bedeutet, dass die Virenlast von HIV-Betroffenen unter der Nachweisgrenze liegt. Das heisst, es lassen sich keine HI-Viren nachweisen (= undetectable). HIV-positive Menschen unter der Nachweisgrenze sind somit nicht mehr ansteckbar, auch nicht beim Sex ohne Kondom.

Mehr zum Schutz durch Therapie

 

Wann besteht ein HIV-Risiko?

Zu HIV-Risiken zählen:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr (auch nur kurzes «Dipping» bzw. Eintauchen)
  • geteilte Utensilien beim Drogenkonsum (z. B. Spritzen)
  • Geburt und Stillen

Kein HIV-Risiko besteht in diesen Fällen:

  • Händedruck, Umarmungen
  • Arbeiten und Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Anhusten, Anniesen
  • gemeinsames Benutzen von Geschirr, Besteck, Handtüchern, Bettwäsche, Zahnbürsten, Rasierklingen, Toiletten
  • Betreuen und Pflegen von HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Erste-Hilfe-Massnahmen, medizinische und kosmetische Behandlungen, sofern die hygienischen Vorschriften eingehalten werden: Dazu zählen Zahnbehandlungen, Maniküre, Pediküre, Haareschneiden, Barbierbesuche, Piercen und Tätowieren (fragen Sie hier nach dem Hygiene-Protokoll und Einwegnadeln, da beim Tätowieren ein Hepatitis-C-Risiko besteht).
  • Sauna-, Fitness- und Schwimmbadbesuche
  • Küssen, Streicheln und Oralsex
  • Insektenstiche
  • Schweiss, Speichel und Tränen
  • Wunde, Aphte im Mund
  • Kot, Urin (bei Kontakt mit Kot besteht ein Hepatitis-A-Risiko; dagegen können Sie sich impfen lassen)
  • herumliegende Spritzen (HI-Viren sind an der Luft nicht mehr infektiös; bislang ist weltweit noch nie eine Infektion über herumliegende Spritzen nachgewiesen worden)

Zum Oralsex erhalten wir in Beratungen häufig Fragen zum HIV-Risiko: Beim Lutschen oder Lecken des Penis, der Scheide oder des Afters gibt es praktisch kein HIV-Risiko, sogar wenn Sperma, Vaginalflüssigkeit oder Menstruationsblut in den Mund gelangen. Denn die Mundschleimhaut ist sehr stabil und bildet so eine natürliche Barriere gegen HI-Viren. Weltweit sind nur wenige Fälle beschrieben, in denen es auf diesem Weg zu einer HIV-Infektion kam.

 

Safer Sex schützt nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI)

Wichtig zu wissen: Andere sexuell übertragbare Infektionen (STI) wie Chlamydien, Genitalherpes, Syphilis oder Gonorrhö (Tripper) lassen sich trotz Safer-Sex-Regeln übertragen. Denn Kondome schützen nur ausreichend bei Anal- und Vaginalsex vor HIV und anderen STI.

Bei anderen Praktiken sieht die Situation anders aus: Bei Oralsex, Petting, Fingern oder Küssen sind STI-Infektionen möglich. Ausschlaggebend ist dabei der Kontakt mit den Schleimhäuten. Den besten Schutz gegen HIV und STI bieten nur regelmässige Tests und gezielte Impfungen wie gegen Hepatitis A und Hepatitis B oder HPV (= humane Papillomaviren).

Welcher Schutz für Sie am besten geeignet ist, erfahren Sie im Safer-Sex-Check auf lovelife.ch. 

 

Wie häufig soll ich mich testen lassen?

Regelmässige HIV-/STI-Tests sind in diesen Situationen empfohlen: beim Partnerwechsel, beim Beginn einer neuen Beziehung oder bei sexuellen Risikosituationen. So lassen sich allfällige Infektionen früh erkennen und behandeln, aber auch Ansteckungsketten unterbrechen.

Darum empfehlen wir: Je häufiger jemand seine Partner*innen wechselt, umso häufiger sollte er*sie sich auf HIV und STI testen. Und das unabhängig von Symptomen. Dabei gibt es eine Faustregel zur Orientierung:

  • Wer Sex hat: alle zwölf Monate.
  • Wer Sex mit etwa zehn Personen pro Jahr hat: alle sechs Monate.
  • Wer Sex mit mehr als zwanzig Personen pro Jahr hat: alle drei Monate.
  • Wer die PrEP nimmt: alle drei Monate im Rahmen der PrEP-Untersuchung.
  • Wer HIV-positiv ist: im Rahmen der ärztlichen Routinekontrolle.

Zusätzlich sollten Sie sich auf Hepatitis C testen lassen, wenn Sie:

  • HIV-positiv sind: im Rahmen der ärztlichen Routinekontrolle, mindestens einmal pro Jahr.
  • die PrEP nehmen: im Rahmen der PrEP-Untersuchung, mindestens einmal pro Jahr.
  • Sex haben, wo Blut im Spiel ist (Fisting): mindestens einmal pro Jahr.
  • Drogen sniffen oder spritzen: ebenfalls einmal pro Jahr.

Wann, wie und wo Sie sich testen bzw. impfen lassen können, erfahren Sie hier.

Medien: News, Medienmitteilungen, Anfragen

Arbeiten Sie in den Medien? Oder möchten Sie sich über unsere Arbeit in der Öffentlichkeit informieren? Auf unserer Medienseite finden Sie dazu interne und externe Publikationen sowie Mitteilungen.


Aktuelle Medienmitteilungen der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Ob HIV-/STI-Testaktionen, Podiumsdiskussionen oder Open-Air-Teilnahmen – hier informieren wir Sie laufend über unsere Öffentlichkeits- und Präventionsarbeit.

Reden über HIV – auch am Theater St.Gallen
PDF zur Medienmitteilung (15.05.2024)

Living Library: Eintauchen in queere Lebenswelten mit anschliessender Vielfalt-Party
PDF zur Medienmitteilung (16.11.2022)

Living Library: Lernen Sie Menschen aus der LGBTIQA+ Community kennen
PDF zur Medienmitteilung (01.11.2021)

Transgender Day of Visibility (TDoV): Tag der Sichtbarkeit von trans Menschen 2021
PDF zur Medienmitteilung (29.03.2021)

Living Library: LGBTIQA+ Begegnung im Zeichen des Regenbogens
PDF zur Medienmitteilung (21.09.2020)

Anti-Rassismus-Strafnorm: Ein Ja stärkt die Schweizer Demokratie
PDF zur Medienmitteilung (04.02.2020)

 


News-Blog zur sexuellen Gesundheit und zur sexuellen Bildung

Wir veröffentlichen regelmässig Beiträge in unserem News-Blog. Unter anderem berichten wir über diese Themen und Anlässe:

  • Kampagnen zur HIV-/STI-Prävention
  • Anlässe zur HIV-/STI-Prävention, z. B. in Form von Open-Air-Teilnahmen, Podiumsdiskussionen oder Tagungen
  • Schulprojekte
  • Interviews mit Expert*innen zu den Themen HIV, Aids und STI
  • Persönliche Geschichten von Betroffenen
  • Öffentlichkeitsarbeit, die die LGBTIQA+ Community stärkt
  • Fachbeiträge zu relevanten Themen aus der sexuellen Gesundheit und sexuellen Bildung
Für weitere Auskünfte nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Bürozeiten

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Medienberichte über die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Hier finden Sie sämtliche Artikel, Interviews und Beiträge, die Medien über die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen publiziert haben.

Im Kampf gegen Chlamydien und Syphilis: St.Galler Regierung lehnt Gratistests für sexuell übertragbare Krankheiten ab
Tagblatt (08.11.2023)

Kennenlernen im Zeitraffer: Queeres Speedfriending im St.Gallen Libre
MANNSCHAFT (08.11.2023)

Podiumdiskussion für ein inklusives St.Gallen
Pride Month (30.10.2023)

St. Galler Regierung gegen Gratis-Test für Tripper & Co
toggenburg24.ch (29.10.2023)

Queeres Speedfriending
Pink Cross (04.10.2023)
St.Gallen-Bodensee Tourismus (04.10.2023)

Eintauchen in die queere Geschichte der Stadt
St.Galler Tagblatt (12.07.2023)

«Ideologisch», «moralisierend», «bevormundend»: Der Genderstern als böser Feind im Kreuzlinger Gemeinderat
Thurgauer Zeitung (12.05.2023)

«Gemeinsam unterwegs» – ein Elternbildungsmodul zum Umgang mit Vielfalt in Geschlechtsidentität
Kanton St.Gallen (30.03.2023)

Erste Pride Parade in St.Gallen – Mitveranstalter Andi Giger: «Ich möchte gefahrlos zum Bahnhof spazieren können – ohne oder mit Freund»
St.Galler Tagblatt (11.03.2023)

Geschlechterklischees überwinden
Pfarrei Forum (28.11.2022)

Braucht die Stadt St.Gallen ein LGBTI-Label? Das sagen Betroffene und Verbände
Luzerner Zeitung (25.11.2022)

SEX DAYS: DAY 2 ORGASMS & STIS
Square HSG St.Gallen (04.10.2022)

«Chemsex – mehr als Sex unter Drogen»: Ein unerforschtes Phänomen im Gesundheitswesen
Swiss Medical Forum (22.06.2022)

Männlichkeit matters
Saiten (17.06.2022)

LGBTQIA+-Community: «Schulen müssen Aufklärungsarbeit leisten»
FM1 Today (15.06.2022)

Mächtig ohnmächtige Männer
MANNSCHAFT (15.06.2022)

Das musst du über den Pride Month wissen.
FM1 Today (03.06.2022)

Kern als Ratsschreiber gewählt
stgallen24.ch (06.05.2022)

Pink Cross Co-Präsident aus dem Thurgau​
Kreuzlinger Nachrichten (04.04.2022)

Fragen zur sexuellen Orientierung? Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen gibt anonym Auskunft.
St.Galler Tagblatt (24.03.2022)

«Von einem Idealzustand sind wir noch weit entfernt»
Die Ostschweiz (28.02.2022)

Frische Energie für die Zukunft
Pink Cross (24.02.2022)

St.Gallen möchte mehr Schutz für nicht heterosexuelle Menschen
Radio Liechtenstein (26.01.2022)

Kanton will LGBTIQ*-Beratung ausbauen
Saiten (26.01.2022)

Schikanen für queere Community beseitigen: Zwei Politisierende aus der Region setzen sich ein
Werdenberger und Obertoggenburger (19.01.2022)

Tabus brechen: Queers erzählen von Liebe, Outing und Hass
TVO (07.11.2021)

Living Library in St.Gallen
Queer Lake (07.11.2021)

«Für viele war es die erste Begegnung mit einem Bisexuellen»
Die Ostschweiz (05.11.2021)

Begegnungen mit queeren Menschen
stgallen24 (04.11.2021)

Klischees hinterfragen und Vorurteile abbauen: Queere Personen laden am Sonntag zum Tischgespräch ein
St.Galler Tagblatt Live-Ticker (04.11.2021, 16:05)

Living Library: Begegnungen mit queeren Menschen
Kanton St.Gallen (04.11.2021)

The winner takes it all! 25hours feiert “Ehe für alle” mit B.U.T.C.H.E.S. & F.A.G.S.
25hours Hotels Zürich (17.09.2021)

Eine Zeltstadt für Respekt und Frieden in St. Gallen
SRF (16.09.2021)

Eine filmische Begegnung mit trans Jugendlichen
Die Ostschweiz (02.09.2021)

Filmische Begegnung mit Transjugendlichen
stgallen24.ch (02.09.2021)

«Meine Mutter hatte das Gefühl, eine Tochter zu verlieren»: Ein 21-jähriger Transmann erzählt von seinem Coming-out und seiner Transition.
St.Galler Tagblatt (08.09.2021)

Ein soziales pornografisches Netzwerk
Gastbeitrag in den Swiss Aids News (SAN: S. 16–18) (09.08.2021)

Homophobie: Wer hilft bei Hate Crimes?
rheintal24 (10.06.2021)

Hass gegen Schwule: Wer hilft bei Hate Crimes?
stgallen24 (10.06.2021)

Ein respektvoller Umgang dient allen
Forum 2/2021 (01.06.2021)

Referendum eingereicht: Ehe für Alle kommt an die Urne
TVO (12.04.2021)

Kinderzimmer in Rosa und Hellblau? DAS ist Gender-Gaga!
MANNSCHAFT (10.04.2021)

Coming-out im Neckertal – eine Zeitreise
DISPLAY (01.04.2021)

Wenn das Aussen nicht mit dem Innen übereinstimmt
hallowil.ch (31.03.2021)

Gemeinsam für mehr Trans-Sichtbarkeit
stgallen24 (31.03.2021)

Gemeinsam für mehr Trans-Sichtbarkeit
linth24.ch (31.03.2021)

Trans Menschen zeigen sich
Queer-Lake.net (31.03.2021)

Am Mittwoch sollen Probleme von Transgender-Menschen sichtbar gemacht werden: Aufruf für mehr Toleranz und Akzeptanz
Grenchner Tagblatt (29.03.2021)

Vatikan: Kein Segen für homosexuelle Paare
TVO (16.03.2021)

Liebe dich wie deinen Nächsten – Selbstbefriedigung ist gesund!
MANNSCHAFT (26.02.2021)

«In der Coronakrise könnte die Arbeit rund um Aids zusammenbrechen»
FM 1 Today (01.12.2020)

HIV im Jahr 2020: Die Bevölkerung braucht dringend ein Update
MANNSCHAFT (01.12.2020)

«Living Library»: Regenbogenvielfalt in St.Gallen
MANNSCHAFT (10.10.2020)

HIV-Tests und Gespräche mit queeren Menschen
FM 1 Today (06.10.2020)

«Jeden Sonntag musste ich mich zurückverwandeln»
MANNSCHAFT (03.10.2020)

Die LGBTIQ Community hat viel erreicht, aber auch noch viel vor
MANNSCHAFT (21.09.2020)

Vertraut anders. Ein Porträt über eine polyamouröse Regenbogenfamilie aus der Ostschweiz:
MANNSCHAFT (13.07.2020)

Interview-Reihe zum Coming-out mit «Die Ostschweiz»:
Joel Müller (30.06.2020)

Predrag Jurisic (13.07.2020)

Pascal Rotach (19.07.2020)

Fritz Rufer (22.07.2020)

Coming-out: Es braucht mehr Vorbilder wie Curdin Orlik
MANNSCHAFT (13.03.2020)

So sieht der Sexualunterricht von heute aus
stgallen24.ch (04.03.2020)

«Let’s Talk About Sex» – Sexualaufklärung und Gleichstellung
Kanton St.Gallen (02.03.2020)

Aufklärung und Gleichstellung
linth24.ch (02.03.2020)

«Ein Ja am 9. Februar stärkt die Aufklärung an Schulen»
MANNSCHAFT (31.01.2020)

 

Aids-Hilfe St.Gallen / Appenzell sucht einen MSM-Mitarbeiter (80%)
Queer Lake (15.08.2019)

«Die Schweiz hinkt bei Transmenschen hinterher»
Radio FM1 (15.07.2019)

Otherside – die andere Seite der Queers
kanti live (29.03.2019)

«Frau Meier? In Ihrer Krankenakte steht aber Herr Meier!»
Swiss Aids News SAN (Juli 2018, S. 6–9)

AIDS: Was taugt der HIV-Test für zu Hause?
Der Beobachter (28.06.2018)

«Es ist wichtig, über Pornos zu reden»
FM1 Today (17.01.2018)

Akzeptanz von Homosexuellen – mehr Schein als Sein?
MANNSCHAFT (18.12.2017)

«Ich hatte lange Zeit Angst, dass mich die Frauen von der Bettkante stossen»
Saiten (30.11.2017)

Belastung statt Betreuung
VSAO Journal Nr. 4 (August 2017)

«Schwul sein ist keine Qualifikation»
Südostschweiz (27.05.2017)

Ein kritischer Rückblick auf die Podiumsdiskussion «Vielfalt im Alter» in St.Gallen
hab queer bern (21.05.2017)

Führungswechsel bei der Aidshilfe
Limmattaler Zeitung (13.05.2017)
Appenzeller Zeitung (13.05.2017)
Grenchner Tagblatt (13.05.2023)

Aids-Hilfe St.Gallen mit neuer Führung
Südostschweiz (12.05.2017)

«Natürlichkeit – das ist das A und O»
MANNSCHAFT (02.04.2017)

Sprechstunde Gendervarianz in St.Gallen
Queer Lake (14.03.2017)

OSTSCHWEIZ: Wenn man anders liebt
St.Galler Tagblatt (22.02.2017)

Ein kritischer Rückblick auf die Podiumsdiskussion «Vielfalt im Alter» in St.Gallen
hab queer bern (21.01.2017)

Vielfalt im Alter: wenig Wissen vorhanden
Queer Lake (16.01.2017)

Schwul und lesbisch: doch nicht so cool?
Queer Lake (20.12.2016)

Impressionen der 2. Aids Charity, St. Gallen
Queer Lake (02.12.2016)

Aids und HIV-Positiv auch in Liechtenstein ein Thema
Radio Liechtenstein (01.12.2016)

«Vergessen ist ansteckend»
Saiten (29.11.2016)

Bi üs im Thurgau gits das nöd …
Queer Lake (23.11.2016)

«Ich möchte als eine der unendlich vielen Varianten von Frausein akzeptiert werden»
Franziska Schutzbach/LOS-INFO 3/2016 (23.11.2016)

«Die Schweiz hinkt bei Transmenschen hinterher» (dreiteilige Serie «Gott und d Wält» zu Trans- und Intermenschen zum Nachhören)
Radio FM1 (22.11.2016)

1. Dezember: Aids-Charity in St.Gallen
Queer Lake (21.11.2016)

Bei Sack&Pack sich testen lassen
Queer Lake (04.11.2016)

«Sich testen lassen bringt’s»
Queer Lake (25.10.2016)

Auf zum gratis Syphilis-Test
Queer Lake (28.09.2016)

LGBTI und HIV+/aidskranke Menschen in Alters- und Pflegestrukturen
hab queer bern (24.09.2016)

Lesben, Schwule und Transsexuelle auf der Flucht
Saiten (19.09.2016)

«Wir wollen alle Gruppen erreichen – egal, ob lesbisch, schwul, bi oder trans»
Saiten (02.09.2016)

Queer Refugees – Auch rund um den Bodensee!
Queer Lake (31.08.2016)

Anonyme HIV-Tests im Mann-o-Mann
Queer Lake (24.08.2016)

«I just started to change my mind»
Queer Lake (09.08.2016)

Sex ohne Gummi? Geht das nun?
Queer Lake (03.08.2016)

Der Weg für Trans-Personen ist steinig
Queer Lake (19.07.2016)

Internalisierte Homophobie
Queer Lake (04.07.2106)

Beherzter Aufklärer und kritischer Antreiber
Zuger Zeitung (28.06.2016)
St.Galler Tagblatt (28.06.2016)
BZ Basler Zeitung (28.06.2016)

Kinder kriegen – klar doch!
magazin.hiv (17.06.2016)

«Kennt ihr euren Testosteronspiegel?»
Network Schweiz (01.06.2016)

IDAHOT EVENTS 2016: SWITZERLAND
may17.org (17.05.2016)

Gründe für Transphobie in der lesbischen Community
LOS Info Nr. 3 (Mai 2016)

Queering Psychotherapie: Geschlechtervarianz, Geschlechtsidentität und die Ideologie der Zweigeschlechtlichkeit
Arbeit erschienen in Psychotherapie-Wissenschaft Band 6 / Heft 2 (26.01.2016)
Ganzes Heft 2 hier als Download

 

Keine Erfassung antischwuler Gewalt
St.Galler Nachrichten (09.07.2015)

Der Wert der Vielfalt auch in der Sexualität
St.Galler Nachrichten (28.06.2015)

Der Wert der Vielfalt auch in der Sexualität
Herisauer Nachrichten (28.06.2015)

«Ein Präventionshaus für die Ostschweiz»
SRF (17.03.2015)

Sexualpädagogischer Leerplan
Saiten (27.01.2015)

 

Rastplatz-Sex bleibt gefährlich
Südostschweiz (19.06.2014)

Im Einsatz für sexuelle Gesundheit
St.Galler Nachrichten (10.10.2013)

Schläpfer übergibt Amt an Baeriswyl
St.Galler Tagblatt (09.03.2013)
Nidwaldner Zeitung (09.03.2023)

 

«Aids nicht banalisieren»
Luzerner Zeitung (02.12.2012)

Detektivisch gegen HIV
Limmattaler Zeitung (27.10.2012)

«Rastlos-Mobil» gegen HIV
St.Galler Tagblatt (26.10.2012)

Zum Feierabendbier ein HIV-Test
Thurgauer Zeitung (18.10.2012)

Zweiter St. Galler Kreuzweg
Bistum St.Gallen (03.08.2012)

«Vorsichtiger als Heterosexuelle»
St.Galler Tagblatt (29.02.2012)

Sexualität im Leben der Kinder
Teufener Post (01.02.2012)

Aids
WOZ – Die Wochenzeitung (01.12.2011)

«Im Minimum en Gummi drum»
St.Galler Tagblatt (25.11.2011)

Lernen, wie Sexualität funktioniert
St.Galler Tagblatt (11.07.2011)

Schüler sprechen ungehemmt über Sex, Liebe und Aids
Südostschweiz (19.05.2011)

Wissenswertes zu Liebe und Erotik
St.Galler Tagblatt (08.02.2011)

Solidaritäts-Tisch für Aidskranke
St.Galler Tagblatt (15.11.2010)

Theater um Sex und Aids
St.Galler Tagblatt (24.08.2010)

Theater als Prävention
Appenzeller Zeitung (24.08.2010)

«Aids ist immer noch tödlich»
St.Galler Tagblatt (12.07.2010)

HIV und Aids auch am Kathi ein Thema
St.Galler Tagblatt (17.05.2010)

Sicher im Verkehr
St.Galler Tagblatt (07.05.2010)

SchutzFaktor6
St.Galler Tagblatt (07.05.2010)

Gabriela Jaegge
NZZ (02.12.2007)

Welt-Aids-Tag 2007 :«Work Place Policy» für Menschen mit HIV
RAOnline (01.11.2007)

Sauna, Sex and Piercing – und die «innocent bystander»
infekt.ch Blog (25.03.2007)

Aids-Präventionskampagne wird international
persoenlich.com (02.05.2006)

Mit Kondomdose und Selbstbewusstsein: Aids-Hilfen wenden sich an «Frauen unterwegs»
PRESSEPORTAL (21.10.2003)


Offizielle Bilder, Logos und Videos

Unsere Präventionsarbeit in Bildern finden Sie in unserem Bildarchiv. Alle unsere Videos befinden sich auf unserem YouTube-Kanal.

Falls Sie weitere Bilder, Videos oder Logos der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Ihren Medienbeiträgen verwenden möchten, nehmen Sie mit uns Kontakt auf: info@ahsga.ch / 071 223 68 08.

Für weitere Auskünfte nehmen Sie mit uns Kontakt auf

Bürozeiten

Montag bis Mittwoch
9–12 Uhr
14–17 Uhr

Donnerstag geschlossen

Freitag 
9–12 Uhr (E-Mail/Telefon)

info@ahsga.ch071 223 68 08


Medienkontakt für Anfragen und Auskünfte

Simone Dos Santos

Geschäftsleitung

simone.dossantos@ahsga.ch

Beratung für Sexworker*innen

Beratung für Sexworker*innen

Arbeiten Sie im Sexgewerbe? Oder suchen Sie Sexworker*innen auf? Dann bietet Ihnen diese Seite Informationen zu diesen Fragen und Themen:

  • Wie schütze ich mich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)?
  • Wo kann ich mich auf HIV und STI testen lassen?
  • Welche Beratungsstelle passt zu meinen Bedürfnissen?

Infos zur sexuellen Gesundheit für Sexworker*innen

Persönliche Beratung und Informationen für Sexworker*innen


Beratung und Information für Männer, die als Male Sexworker arbeiten

Auch in unserer Region gibt es Männer, die sexuelle Dienstleistungen für Männer (MSM) anbieten. Einige machen dies professionell, andere verdienen sich mit Sexwork gelegentlich etwas dazu. Wichtig ist dabei, auf die eigene sexuelle Gesundheit sowie auf die der anderen zu achten (Safer-Sex-Regeln kennen).

Als Fachstelle für Aids- und Sexualfragen helfen wir Male Sexworkern bei gesundheitlichen, rechtlichen und anderen Fragen weiter. Nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch / 071 223 68 08.

Oder folgen Sie uns auf unseren sozialen Netzwerken: Auf diesen informieren wir regelmässig über mögliche HIV-/STI-Testaktionen. Diese können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie sich in unserer Region aufhalten und/oder Ihre Dienstleistungen hier anbieten.

Informationen zur rechtlichen Ausgangslage für Sexwork in der Schweiz gibt es bei Dr. Gay.

Falls Sie als Mann Sexwork anbieten oder einen Sexworker aufsuchen, lesen Sie dazu unsere Tipps:

  • Neue Safer-Sex-Regeln kennen
  • Regelmässig testen lassen (min. einmal pro Jahr, bei mehr als 10 Partnern min. zweimal pro Jahr)
  • Sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen sowie HPV (bis 27 Jahren empfohlen)
  • Bei Symptomen wie Jucken, Brennen oder anderen auffälligen Veränderungen wie z. B. Geschwüren, Bläschen oder Ausschlag ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.
  • Ansteckungsketten unterbrechen: Wenn Sie eine sexuell übertragbare Infektion haben, warten Sie mit dem Sex, bis die Infektion ausgeheilt ist. Informieren Sie ausserdem alle letzten Partner, damit sich diese auch untersuchen und behandeln lassen können.

Regelmässige HIV-/STI-Tests und anonyme Sprechstunde beim Kantonsspital St.Gallen


MariaMagdalena: Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe

MariaMagdalena …

  • setzt sich zum Ziel, die Gesundheit und Lebensqualität der Personen im Sexgewerbe zu optimieren. Und zwar durch die Förderung der Sozialkompetenz und den Zugang zu Angeboten im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Rechtssystem. 
  • führt Prävention und Gesundheitsförderung in den Angeboten des Sexgewerbes im Kanton St.Gallen mittels der aufsuchenden Sozialarbeit durch.
  • vermittelt Informationen über HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare Infektionen.
  • ist Mitglied der Aids-Hilfe Schweiz und verantwortlich für die Umsetzung des nationalen Präventionsangebotes «Aidsprävention im Sexgewerbe » (APiS) im Kanton St.Gallen.
  • unterstützt Einzelpersonen und Gruppen im Sexgewerbe durch Information, Beratung und Begleitung.
  • bietet in der Beratung Informationen zum Gesundheits-, Sozial- und Rechtssystem in der Schweiz und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Dabei werden die spezifischen Gegebenheiten des Sexgewerbes und insbesondere die migrationsspezifischen Aspekte berücksichtigt. Die Beratung und Begleitung von Personen im Sexgewerbe und/oder deren Umfeld ist als ein komplexer, integrativer und interdisziplinärer Prozess mit systemischem Verständnis und sozialarbeiterischen Handlungskompetenzen zu verstehen.

Die Angebote sind anonym und kostenlos; die Mitarbeitenden stehen unter der beruflichen Schweigepflicht.

Quelle: MariaMagdalena

Weitere Informationen finden Sie unter MariaMagdalena

 

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen


Beratung und Information für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen

Jeder fünfte Mann zwischen 18 und 65 Jahren nimmt in der Schweiz mindestens einmal in seinem Leben die Dienste einer Sexarbeiterin in Anspruch. Manche Männer machen es aus Neugier oder als Mutprobe. Manche gehen regelmässig zu einer Sexarbeiterin oder ritualisiert als Start ins Wochenende, bevor es mit der Clique zum Feiern geht.

Der Genuss an der Lust sollte keine unerwünschten Folgen nach sich ziehen. Darum lohnt sich ein genauer Blick auf die möglichen Risikosituationen, auf das eigene Risikoverhalten sowie auf das eigene Verhalten gegenüber Sexarbeitenden:

Zu HIV-Risiken zählen:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr (auch nur kurzes «Dipping» bzw. Eintauchen)
  • geteilte Utensilien beim Drogenkonsum (z. B. Spritzen)
  • Geburt und Stillen

Kein HIV-Risiko besteht in diesen Fällen:

  • Küssen und Oralsex
  • Insektenstiche
  • Schweiss, Speichel und Tränen
  • Wunde im Mund
  • Zahnbürste

Kondome schützen vor HIV, nicht aber vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie Syphilis, Chlamydien oder Tripper (Gonorrhö). Diese lassen sich auch durch Küssen und Oralsex übertragen.

Darum ist es wichtig, sich regelmässig testen zu lassen. Besuchen Sie für HIV-/STI-Tests die anonyme Sprechstunde beim Kantonsspital St.Gallen.

Beratung über E-Mail, Live-Chat und Telefon

Montag bis Mittwoch
9–12 Uhr
14–17 Uhr

Donnerstag geschlossen

Freitag
9–12 Uhr (E-Mail/Telefon)

info@ahsga.ch071 223 68 08WhatsApp

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

«ProPriS» – ein Beratungsangebot für Freier*innen

«ProPriS» ist ein Präventionsprojekt und aufsuchendes kantonales Beratungsangebot für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Oberstes Ziel ist die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten für die Bevölkerung. Die Sensibilisierung der Freier*innen für die besonderen Umstände und Herausforderungen der Sexarbeit und die Befähigung zu Übernahme von Eigenverantwortung sind weitere Schwerpunkte der Beratung.

ProPriS berät bei diversen Themen, die aus dem Gang zu einem*einer Sexarbeiter*in entstehen können. Diese können:

  • emotionaler Natur sein – beispielsweise durch unglückliche Liebe zu einem*einer Sexarbeiter*in oder Krise mit dem*der Partner*in
  • finanzieller Art – zum Beispiel, wenn die regelmässige Aufsuche sexueller Dienstleistungen zu einer zunehmenden finanziellen Bedrohung wird
  • psychosoziale Gründe haben – wie regelmässige oder zwanghafte Häufigkeit der Besuche

Die Beratungen erfolgen persönlich, per Mail oder per Telefon. Sie sind anonym, kostenfrei und unterliegen der Schweigepflicht.

Das Projekt ProPris vertritt eine wertungsfrei-annehmende Haltung gegenüber den Sexarbeitenden, ihrer Kundschaft und der Sexarbeit.

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen


Beratung und Information für Betreiber*innen von Erotik- und Sexlokalen

Wenn Sie ein Erotik- oder Sexlokal betreiben, können Sie einen grossen Beitrag an die Gesundheit von Sexarbeiter*innen sowie Freiern leisten. Dabei unterstützen wir Sie gerne mit:

  • Beratung und Informationen vor Ort
  • Vermittlung weiterer Fachstellen bei gesundheitlichen, rechtlichen oder sozialen Fragen

Für eine direkte Kontaktaufnahme steht Ihnen das Team von MariaMagdalena gerne zur Seite:

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen

Beratung für Migrant*innen zu Aids- und Sexualfragen

Beratung für Migrant*innen zu Aids- und Sexualfragen

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet Informationen und Beratungen zu HIV-/STI-Prävention und sexueller Gesundheit an – sowohl für Migrant*innen als auch für Fachpersonen im Migrationsbereich.

Angebote/Infos für Migrant*innen

Angebote/Infos für Fachpersonen im Migrationsbereich


Angebote und Infosfür Migrant*innen

Auf dieser Seite finden Sie hilfreiche Informationen zu Ihrem Körper, zu Ihrer Sexualität sowie zu Ihrer sexuellen Gesundheit. Ausserdem bekommen Sie hier einen Überblick zu weiteren Themen wie:

  • Familienplanung und Schwangerschaft
  • Beziehungsgestaltung
  • Rechte und Gesetze

Für zusätzliche Informationen empfehlen wir die Plattform «Zanzu». Zanzu ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Sensoa, dem Flämischen Expertenzentrum für Sexuelle Gesundheit. Zanzu ist mehrsprachig aufgebaut und bietet umfassende Informationen zum eigenen Körper sowie zur sexuellen Gesundheit. Die Informationen sind leicht verständlich und in Form von Bildern verfügbar. Die Texte können Sie lesen oder auch hören.

Ebenfalls hilfreich ist die Broschüre «Klipp und klar» der Stadt Zürich: Hier finden Sie Informationen zur sexuellen Gesundheit in leichter Sprache. Die Broschüre ist geeignet für Menschen ab 16 Jahren.


Sexualität und ihre vielfältigen Formen

Was Sex ist, ist für jeden Menschen anders. Sex ist vor allem eins: vielfältig. Beim Sex geht es einerseits um das Erregen und Fühlen des eigenen Körpers sowie desjenigen der Partnerin bzw. des Partners. Es geht andererseits auch darum, Fantasien und Träume gemeinsam zu entwickeln und zu teilen sowie Intimität und Vergnügen zu erleben.

Sex ist eine zwischenmenschliche Kommunikation. Sex berührt alle Sinne und bringt verschiedene Gefühle wie Zärtlichkeit, Zuneigung und Liebe zum Ausdruck.

Ob in einer Liebesbeziehung, zum Entspannen oder aus purem Vergnügen – es gibt verschiedene Gründe, um Sex zu haben:

  • Sexuelle Lust empfinden und befriedigen – mit sich selbst oder mit einer Partnerin oder mit einem Partner
  • Liebe ausdrücken und Intimitäten austauschen
  • Kinderwunsch erfüllen
  • Geistige und körperliche Entspannung erleben

Menschen erleben Sex individuell, weil jeder Mensch eigene Bedürfnisse, Vorlieben und Vorstellungen von Sex hat. Darum gibt es den Sex in verschiedenen Formen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Selbstbefriedigung (= Sex mit sich selbst)
  • das Küssen und Streicheln
  • der Oralsex (= gegenseitige, körperliche Stimulation mit Mund und Zunge)
  • der Geschlechtsverkehr in Form von Vaginal- oder Analsex
  • der gleichgeschlechtliche Sex (= Frau mit Frau, Mann mit Mann)
  • weitere Sexualpraktiken oder Fetischsex

Sex haben können ein Mann und eine Frau (Heterosexualität), aber auch zwei Frauen oder zwei Männer (Homosexualität). Wichtig ist: Beide Personen wünschen den sexuellen Kontakt und geben dazu ihre Zustimmung. Lassen Sie sich nie zu Sex drängen. Machen Sie nur das, was Sie möchten. Wenn Sie auf Grenzen stossen, respektieren Sie diese.

Ferner sind beim Sex Verhütung und Schutz wichtig: Wenn Sie nicht richtig oder gar nicht verhüten, kann es beim Sex zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Oder Sie können sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) anstecken. Wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie hier.

Weitere Informationen zur Sexualität finden Sie auf diesen Seiten (einfach gewünschtes Thema anklicken):


Körper und Körperhygiene

Infos zum Körper und zur Körperhygiene

Körper der Frau

Der Körper jeder Frau ist einzigartig. Er kann sich in der Grösse und Körperform, im Gewicht oder in der Hautfarbe unterscheiden. Ebenso unterscheiden sich Frauenkörper bei den Brüsten, bei der Vulva oder der Körper- und Schambehaarung. Manche Frauen bevorzugen eine Intimrasur, manche nicht. Für die Körperhygiene ist das nicht wichtig. Es ist eine persönliche Entscheidung jeder Frau.

Lesen, hören und sehen Sie hier weitere Informationen zum Körper der Frau:

 

 

Körper des Mannes

Auch bei Männern sind die Körper einzigartig. Sie können sich in der Grösse und der Körperform unterscheiden, aber auch im Gewicht oder in der Hautfarbe. Weitere Unterschiede lassen sich beim Penis oder bei der Körper- und Schambehaarung feststellen. Einige Männer rasieren sich ihre Körper- oder Schambehaarung, andere nicht. Auf die Hygiene hat dies keinen Einfluss. Es ist mehr ein persönlicher Geschmack.

Lesen, hören und sehen Sie hier weitere Informationen zum Körper des Mannes:


Rechtliche Situation in der Schweiz bezüglich Sexualität und Pornografie

In der Schweiz sind bezüglich Sexualität und Pornografie diese Situationen gesetzlich erlaubt:

  • Sex ab 16 Jahren (Schutzalter)
  • Sex zwischen Jugendlichen unter 16 Jahren, sofern beide urteilsfähig sind, keine Kinderrechte verletzt werden und der Altersunterschied max. 3 Jahre beträgt
  • Sex zwischen verschieden- oder gleichgeschlechtlichen Menschen
  • Freiwillige Prostitution ab 18 Jahren
  • Freiwilliges Mitwirken in sexuellen Darstellungen (ob selber oder professionell hergestellte pornografische Schriften, Ton-, Bild- oder Videoaufnahmen) ab 18 Jahren
  • Ab 16 Jahren: Konsum, Besitz und Teilen von legaler Pornografie*

* Als legale Pornografie gelten nur sexuelle Darstellungen mit Darsteller*innen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben und freiwillig darin mitwirken.

Dagegen sind diese Formen der Pornografie illegal:

  • sexuelle Darstellungen mit Tieren
  • sexuelle Darstellungen mit Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren
  • sexuelle Darstellungen mit Gewalttätigkeiten zwischen Erwachsenen

Achtung: Oftmals ist es Jugendlichen unter 16 Jahren nicht bewusst, dass sie sich in Bezug auf Pornografie strafbar machen. Und zwar, wenn sie pornografische Inhalte von sich selbst machen und anderen geben oder pornografische Inhalte von unter 18-Jährigen konsumieren und teilen. Solche Darstellungen zählen zur Kinderpornografie und werden somit zum Offizialdelikt.

Einzig straffrei bleiben minderjährige Jugendliche ab 16 Jahren, wenn sie voneinander einvernehmlich pornografische Darstellungen im Sinne der legalen Pornografie herstellen, besitzen oder konsumieren. Nicht erlaubt sind jedoch die Weiterverbreitung bzw. der Vertrieb dieser Darstellungen an Dritte. Verstösse dagegen werden von der Polizei geahndet.


Schutz vor HIV und STI

Vor HIV schützen Sie sich, indem Sie beim Anal- oder Vaginalverkehr ein Kondom benutzen. Ebenso bieten Kondome Schutz, wenn Sie Sexspielzeuge (Sextoys) mit jemandem teilen.

Kondome reduzieren beim eindringenden Geschlechtsverkehr das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) anzustecken. Allerdings lassen sich STI auch über andere Sexualpraktiken übertragen:

  • beim Oralsex
  • beim Küssen
  • über den Hautkontakt mit einer infizierten Stelle (= Berühren von Bläschen bei Herpes und Affenpocken, von Geschwüren bei Syphilis oder von Genitalwarzen)

HIV-/STI-Tests in St.Gallen

Wir arbeiten mit der Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene des Kantonsspitals St.Gallen (KSSG) zusammen. Hier können Sie STI-Sprechstunden für HIV-Tests und Impfungen vereinbaren. Diese sind auch anonym und ohne Voranmeldung möglich.

Sie können dabei einzelne oder kombinierte Tests (= Full-HIV-/STI-Test) durchführen lassen:

  • HIV-Test per Blutabnahme
  • Syphilis-Test per Blutabnahme
  • Chlamydien-Test über oralen, genitalen sowie analen Abstrich
  • Test für Gonorrhö (Tripper) über oralen, genitalen sowie analen Abstrich

Parallel empfehlen wir Ihnen, sich gegen Hepatitis A und B sowie gegen HPV (= Humane Papillomaviren) zu impfen (bis 27 Jahre empfohlen). Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. Eine Vorabklärung mit der eigenen Krankenkasse ist in jedem Fall ratsam.

Möchten Sie einen Termin vereinbaren oder sich anonym testen lassen? Hier finden Sie dazu weitere Informationen.

Welche STI es gibt und wie Sie sich vor HIV und STI schützen können, erfahren Sie auf diesen Seiten:


Beziehungen und Gefühle

In der Liebe, Sexualität und Beziehungsvielfalt gibt es verschiedene Lebens- und Beziehungsformen:

  • Feste Paarbeziehungen mit und ohne Heirat, mit und ohne Kinder
  • Paare, die zusammen oder getrennt wohnen
  • Singledasein mit und ohne gelegentliche Partner*innen
  • Hetero- oder homosexuelle Beziehungen
  • Gleichzeitige Beziehungen zu mehreren Partner*innen
  • Kontakte für Gelegenheitssex

 

Vertiefende Informationen zu Beziehungsarten können Sie hier nachschauen.

Rechtliche Situation in der Schweiz bezüglich Partnerwahl

In der Schweiz haben Sie das Recht zu entscheiden, mit wem Sie eine Beziehung führen und/oder Sex haben möchten. Auch dürfen Sie in der Schweiz heiraten, wen Sie möchten.

Eltern, Geschwister oder andere Verwandte dürfen Sie nicht zwingen:

  • gegen Ihren Willen zu heiraten
  • mit jemandem eine Beziehung zu führen
  • mit jemandem Sex zu haben

Wenn dies dennoch gegen Ihren Willen geschieht, so rufen Sie die Polizei (112) und zeigen Sie diese Person an. Suchen Sie sich zudem Hilfe bei einer der folgenden Beratungsstelle:

 

Gute Beziehungen dank offener Gespräche

Damit Beziehungen funktionieren, braucht es eine offene Gesprächskultur, die eigene Gedanken, Gefühle und Wünsche zulässt. Eine gleichberechtigte Kommunikation stärkt das gegenseitige Vertrauen und fördert die gegenseitige Verbundenheit. Worüber Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner sprechen können und wie, erfahren Sie auf dieser Seite.

 

Sexuelle Probleme, Probleme in der Beziehung oder Gewalt

Es kann sein, dass Sie innerhalb Ihrer Beziehung Probleme mit der Sexualität haben. Solche Probleme können Frust oder Angst auslösen. Oder es kann sein, dass Ihr*e Partner*in Gewalt gegen Sie ausübt oder Ihnen droht.

Viele Menschen, die sowas erleben, bleiben oft schockiert und sprachlos. Deshalb ist es wichtig, nach einer solchen Situation sofort Hilfe zu holen, um die Gewalt und die Drohungen schnell zu stoppen.

Manchmal ist es nicht einfach, über sexuelle Probleme, Gewalt oder Probleme in der Beziehung zu sprechen. In einem solchen Fall lohnt sich ein Gespräch mit einer neutralen Fachperson. Diese untersteht der Schweigepflicht und behandelt Ihr Anliegen seriös und vertraulich.

In diesen Situationen können Ihnen Fachpersonen weiterhelfen:

  • Psychologische Probleme wie Depressionen oder Ängste: Hier helfen Ihnen Psycholog*innen weiter.
  • Beziehungsprobleme: Hier können Sie Paartherapeut*innen aufsuchen.
  • Familienplanung und Schwangerschaft: Neben Gynäkolog*innen und Hebammen können Sie sich auch an unsere Partnerorganisation, der Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität, wenden.
  • Sexuell übertragbare Krankheiten (HIV/STI): Die Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene des Kantonsspitals St.Gallen ist hierfür die richtige Adresse. Auf dieser Seite finden Sie weitere Informationen für eine Beratung sowie HIV- und STI-Tests.
  • Gewalt in der Beziehung: Suchen Sie sich in diesem Fall Hilfe bei einer der kantonalen Fachstellen wie beim Frauenhaus St.Gallen, beim Kinderschutzzentrum St.Gallen oder bei der Opferhilfe St.Gallen-Appenzell.

 

Gleichberechtigung und sexuelle Vielfalt

In der Schweiz sind Frauen, Männer und non-binäre Geschlechter (= weder ganz/immer weiblich noch ganz/immer männlich) gleichwertig. Das heisst: Alle Menschen haben die gleichen Rechte und Pflichten – egal, welches Geschlecht sie haben. Dies gilt auch für die Vielfalt bei der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität – ob heterosexuell, homosexuell (lesbisch und schwul), trans*, inter*, queer oder asexuell.

Diskriminierungen in Bezug auf das Geschlecht, die Ethnie oder Religion sind verboten. Das gilt auch in Bezug auf die sexuelle Orientierung: Niemand darf deswegen anders behandelt werden.

Warum jemand homo- oder bisexuell ist, unterliegt dem eigenen inneren Gefühl: Die Homo- oder Bisexualität passiert ganz natürlich. Sowohl hetero- als auch homosexuelle Paare können in der Schweiz heiraten.

Wenn Sie bi- oder homosexuell sind, müssen Sie das anderen Menschen nicht sagen, wenn Sie es nicht wünschen oder wenn eine unmittelbare Gefahr für Sie besteht. In einem solchen Fall sollten Sie sich Hilfe von aussen holen: Die LGBT-Helpline bietet Ihnen eine erste Unterstützung und Beratung im Falle von Gewalt oder Diskriminierung.

 

Ehrbezogene Gewalt

Verschiedene Gesellschaften haben verschiedene Vorstellungen über Ehre. Ehre steht oft in Verbindung mit der gesellschaftlichen Anerkennung und Wertschätzung eines Menschen. Es gilt, bestimmte Erwartungen zu erfüllen – wie zum Beispiel:

  • keinen Sex vor der Ehe zu haben
  • nur heterosexuell zu leben
  • eine Person zu heiraten, die einem die Familie vorschlägt (= arrangierte Ehen bzw. Zwangsehen)

Erfüllt eine Person diese Erwartungen nicht, interpretieren deren Familienmitglieder das oft als Verletzung der Familienehre. Um die Ehre wiederherzustellen, greifen Familien oft zu Gewalt – sei dies mit Drohungen, Nötigungen oder mit körperlicher Gewalt. In einem solchen Fall ist die Rede von ehrbezogener Gewalt.

Die Schweiz verbietet jede Form von Gewalt gegenüber anderen Menschen – auch die ehrbezogene Gewalt.

Diese Beispiele gelten in der Schweiz nicht als Verletzung der Ehre:

  • Sex und/oder Beziehungen vor der Ehe
  • Verlust der Jungfräulichkeit vor dem Heiraten
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Scheidung
  • Homo- und Bisexualität, gleichgeschlechtlicher Sex bzw. gleichgeschlechtliche Beziehungen
  • Wenn die Kleidung, Frisur oder der Körperschmuck (Piercings, Tattoos) nicht dem Willen der Familie entsprechen

 

Vergewaltigung und Zwangsheirat sind keine Ehrverletzung, sondern gesetzlich verboten

Vergewaltigungen sind in der Schweiz gesetzlich verboten. Sie sind keine Ehrverletzung: Denn das Opfer hat sich nichts zuschulden kommen lassen und damit niemanden entehrt. Die Schuld liegt alleine bei den Tatpersonen, die dafür strafrechtlich verfolgt werden.

Ebenfalls verboten ist die Zwangsverheiratung: Personen dürfen sich in der Schweiz gegen eine arrangierte Ehe wehren. Sie dürfen somit die Person ablehnen, die einem die Familie als Ehepartner*in vorschlägt. Wenn eines oder mehrere Familienmitglieder eine Zwangsheirat dennoch durchsetzen, so droht diesen Personen eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren. Zudem wird eine solche Ehe sofort annulliert.

Im Übrigen ist die Zwangsheirat sowohl bei minder- als auch bei volljährigen Personen verboten. Auch wenn eine Eheschliessung im Heimatland erfolgt ist, verliert eine solche Ehe in der Schweiz sofort ihre Gültigkeit. In der Schweiz dürfen nur Personen ab 18 Jahren heiraten und das nur, wenn sie dies selbst bestimmen.

Wurden oder werden Sie gezwungen, eine Zwangsheirat einzugehen, und suchen nun Hilfe, um dem zu entkommen?

Bei der Fachstelle Zwangsheirat finden Sie eine Helpline sowie eine vertrauliche Beratungsmöglichkeit:
0800 800 007 / www.zwangsheirat.ch

Weitere Informationen zu rechtlichen Fragen in Bezug auf die Zwangsheirat finden Sie hier.

Formen ehrbezogener Gewalt

In einigen Gesellschaften sind Frauen und Männer nicht gleichberechtigt: Dabei geniessen Männer mehr Rechte und Freiheiten als Frauen und sind ihnen höhergestellt. Dieses Machtgefälle ist Gewalt gegenüber Frauen.

In der Schweiz sind solche Ungleichbehandlungen sowie Gewalttaten verboten. Die ehrbezogene Gewalt kann dabei verschiedene Formen annehmen:

  • Kontrolle und Überwachung von Mädchen und Frauen seitens der Familienmitglieder bezüglich Kleidung, Sport und Kontakt zu Menschen ausserhalb der Familie
  • Zwangsheirat
  • Psychologische Gewalt in Form von Drohungen, Beleidigungen oder durch Verachtung
  • Körperliche Bestrafung durch Schläge und Tritte
  • Anstiftung zum Selbstmord oder Mord
  • Häusliche Gewalt und Unterdrückung in der Ehe oder Partnerschaft

In Gesellschaften, in denen Frauen schlechter gestellt sind als Männer, sind auch homo- und bisexuelle Menschen ehrbezogener Gewalt ausgesetzt. In der Schweiz ist ehrbezogene Gewalt auch homo- und bisexuellen Menschen gegenüber verboten.

 

Sind auch Sie ehrbezogener Gewalt ausgesetzt? Diese Fachstellen helfen Ihnen:


Familienplanung und Schwangerschaft

Haben Sie Fragen zur Familienplanung/Familiengründung, Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung? Oder möchten Sie sich über Verhütung oder über einen Schwangerschaftsabbruch informieren und beraten lassen?

Dann hilft Ihnen gerne unsere Partnerorganisation, die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität, weiter.

Rechtliche Situation in der Schweiz bei einem Schwangerschaftsabbruch

Ein Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz ist in den ersten 12 Wochen nach der Befruchtung gesetzlich erlaubt. Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind persönlich wie zum Beispiel:

  • eine Frau ist ungewollt schwanger geworden
  • durch das Austragen der Schwangerschaft ist das Leben der Mutter bedroht

Vor dem Schwangerschaftsabbruch erfolgt eine fachliche Beratung bei einer Familienplanungs- bzw. Schwangerschaftsberatungsstelle. Diese Beratung unterliegt der Schweigepflicht und ist kostenlos.

Weitere Informationen zum Schwangerschaftsabbruch finden Sie hier. Auch können Sie den Leitfaden für Schwangere hier herunterladen.


AfriTISCHE – ein Projekt für Frauen und Männer aus der Subsahara-Region

«AfriTISCHE» ist ein Projekt der AHSGA für Frauen und Männer aus der Subsahara-Region. Es existiert seit mehreren Jahren und befasst sich spezifisch mit der HIV-/STI-Prävention. Neu auch mit den Themen Homosexualität, Diskriminierung und Genitalbeschneidungen.

Entstanden ist das Projekt AfriTISCHE aus den FemmesTISCHEN. Es ist ein lizenziertes, nationales und mehrfach preisgekröntes Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm. Es bringt mehrheitlich Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zu Diskussionsrunden zusammen.

Diese Diskussionsrunden erfolgen im privaten oder institutionellen Rahmen. Unter Anleitung einer Moderatorin setzen sich die Teilnehmer*innen mit Fragen zu Erziehung, Lebensalltag und Gesundheit auseinander. Zahlreiche Regionen der Schweiz, aber auch andere Länder setzen dieses Programm seit 1996 erfolgreich um.

Links

http://femmestische.ch/

https://www.caritas-stgallen.ch/was-wir-tun/femmes-tische


Angebote für Fachpersonenim Migrationsbereich

Für Fachpersonen im Migrationsbereich bietet die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen Beratungen, Informationen und Schulungen in zwei Themengebieten an:

  • Verbesserung der sexuellen Gesundheit dank gezielter HIV-/STI-Prävention
  • Stärkung der sexuellen Bildung von Migrant*innen aus Ländern mit hoher Prävalenz und bei HIV-/STI-infizierten Migrant*innen sowie deren Partner*innen und Familien

Migration löst psychosoziale und sozioökonomische Belastungen aus. Diese äussern sich in Form eines unsicheren Aufenthaltsstatus sowie eines fehlenden oder ungenügenden sozialen Bezugsnetzes.

Solche Belastungen sind oft Ursachen des schlechteren Gesundheitszustandes vieler Migrant*innen und Asylsuchenden in der Schweiz. Denn viele von ihnen befinden sich in Lebensumständen, die ein konsequentes Schutzverhalten in den Hintergrund rücken lassen. Sei dies die eigene sexuelle Gesundheit oder die Motivation für einen HIV-Test. Ferner sind in vielen Ländern Sexualität, gleichgeschlechtliche Liebe, sexuelle Gewalt, HIV und Krankheit ein Tabuthema.


Beratungen und Schulungen für Migrant*innen

Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbare Krankheiten (STI) ist eine unserer Kernaufgaben. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Migrant*innen aus Ländern, in denen das HI-Virus stark verbreitet ist und das Wissen über die Prävention, Infektion und Behandlungsmöglichkeiten oft fehlt.

Wir führen Schulungen für Migrant*innen durch, in denen wir die Grundlagen zu HIV/STI und zu sexueller Gesundheit vermitteln. Diese Schulungen erfolgen beispielsweise in Kursen für Asylsuchende oder auf Anfrage in Beratungsstellen im Migrationsbereich. Die Schulungen führen wir in der Regel nach Frauen-, Männer- und Sprachgruppen getrennt durch, zusammen mit der Unterstützung von Übersetzer*innen in der jeweils benötigten Sprache.


Angebote für Fachpersonen im Asyl-, Migrations- und Integrationsbereich

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet für Fachpersonen im Migrationsbereich Fachberatungen und Schulungen zu HIV/STI und sexueller Gesundheit im Migrationsbereich an.

Schulungsangebot zur HIV-/STI-Prävention im Migrationsbereich

Konzept zur Aids-, HIV- und STI-Prävention in Asylzentren

 

 

Beratungsstelle für MSM, FSF & LGBTIQA+

Lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, queer, asexuell …? Als Beratungsstelle für LGBTIQA+ Menschen bieten wir Informationen und persönliche Beratungen zur sexuellen Gesundheit sowie zu Community-Themen an.

Wir setzen uns für eine Haltung ein, die die Vielfalt der Menschen (LGBTIQA+) abbildet. Dabei engagieren wir uns unter anderem für:

  • mehr Akzeptanz am Arbeitsplatz, in Schulen, Familien und in der Religion
  • mehr Sichtbarkeit und Gleichstellung in Gesellschaft und Politik
  • mehr Lebensqualität von LGBTIQA+ Menschen dank Förderung ganzheitlicher Gesundheit

Wir bestärken LGBTIQA+ Menschen darin, gesundheitsfördernd zu handeln. Unsere Fachstelle hat dazu die Kompetenz, Beratungen im Bereich der sexuellen Vielfalt anzubieten.

Infos und Beratung für Männer, die mit Männern Sex haben (MSM)

Infos und Beratung für Frauen, die mit Frauen Sex haben (FSF)

Infos und Beratung für die LGBTIQA+ Community


Beratung zum Coming-out und zur Männergesundheit

So vielfältig, wie die Menschen sind, sind auch ihre Fragen in Bezug auf die sexuelle Vielfalt sowie die persönliche sexuelle Orientierung. Das können Fragen zu HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sein oder die Standortbestimmung zum Coming-out-Prozess.

Welches Anliegen Sie auch immer haben, wir beraten Sie dabei – unter anderem zu diesen Fragen:

  • Wie stehe ich zu meiner sexuellen Orientierung und Identität? Was brauche ich, um sie anzunehmen?
  • Bin ich Diskriminierungen ausgesetzt? Was kann ich dagegen tun?
  • Würde mir eine therapeutische oder rechtliche Unterstützung in bestimmten Lebensphasen helfen? Wo erhalte ich sie?
  • Was brauche ich, um mich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie outen zu können?
  • Wie handle ich, wenn mir ein Coming-out unmöglich erscheint?
  • Wo kann ich mich mit anderen LGBTIQA+ Menschen austauschen?

Unsere Erstberatungen sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Wenn es angezeigt ist, beraten und informieren die Mitarbeitenden unserer Fachstelle auch Angehörige. Dabei unterstützen sie Angehörige in der Gestaltung eines Umfeldes, in dem sexuelle Vielfalt akzeptiert ist.

Darüber hinaus arbeiten wir mit anderen Fachstellen aus der Region zusammen – z. B. in diesen Bereichen:

  • Recht
  • Budgetberatung
  • Opferhilfe
  • medizinische Aspekte
  • psychologische Begleitung

Fragen Sie uns – wir vermitteln Ihnen die entsprechenden Kontakte gerne.

Beratung über E-Mail, Live-Chat und Telefon

Montag bis Mittwoch
9–12 Uhr
14–17 Uhr

Donnerstag geschlossen

Freitag 
9–12 Uhr (E-Mail/Telefon)

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.


In Fällen von homo- und transphober Gewalt – unabhängig vom Kontext – wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline:

0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

 

Weitere Informationen, Literatur und Links zur Homosexualität finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten


Beratung zum Coming-out und zur Frauengesundheit

In der Öffentlichkeit fehlt es oft an Informationen und Anlaufstellen zur sexuellen Gesundheit von Frauen, die Sex mit anderen Frauen haben (FSF). Unsere Fachstelle bietet Ihnen hierzu Informationen, Beratungen und Vernetzungsmöglichkeiten an. Unsere Erstberatungen erfolgen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Unter anderem beraten und informieren wir Sie zu diesen Themen:

  • Sexuelle Orientierung und Identität: Wie stehe ich dazu? Was benötige ich, um sie anzunehmen?
  • Diskriminierungen und Gewalt: Wie kann ich mich davor schützen? Wo bekomme ich Hilfe?
  • Sexuelle Gesundheit: Weiss ich über Safer Sex zwischen Frauen genug Bescheid? Wie geht es mir mental?
  • Brauche ich eine therapeutische oder rechtliche Unterstützung in bestimmten Lebensphasen? Wo bekomme ich diese?
  • Wie kann ich mich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie outen?
  • Was tun, wenn mir ein Coming-out unmöglich erscheint?
  • Wo kann ich mich mit anderen LGBTIQA+ Menschen austauschen?

Wenn es angezeigt ist, beraten und informieren unsere Mitarbeiter*innen auch Angehörige und bieten Hand in der Gestaltung eines Umfeldes, in dem sexuelle Vielfalt akzeptiert wird.

Überdies arbeiten wir mit anderen Fachstellen aus der Region zusammen – z. B. in diesen Bereichen:

  • Recht
  • Budgetberatung
  • Opferhilfe
  • medizinische Aspekte
  • psychologische Begleitung

Fragen Sie uns – wir vermitteln Ihnen die entsprechenden Kontakte gerne.

Beratung über E-Mail, Live-Chat und Telefon

Montag bis Mittwoch
9–12 Uhr
14–17 Uhr

Donnerstag geschlossen

Freitag 
9–12 Uhr (E-Mail/Telefon)

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

In Fällen von homo- und transphober Gewalt – unabhängig vom Kontext – wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline:

0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

 

Weitere Informationen, Literatur und Links zur Homosexualität finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten

Hier finden Sie weiterführende Seiten zur sexuellen Gesundheit sowie zu Vernetzungsmöglichkeiten von Frauen, die Frauen lieben.

 

Informationen zur sexuellen Gesundheit von Frauen, die mit Frauen Sex haben (FSF)

 

Informationen zu Sex und Drogen

 

Beratungsstellen, Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten


LGBTIQA+: Beratung zur sexuellen Orientierung, zur Geschlechtsidentität und zum Coming-out

Sie fragen sich, ob sie lesbisch, bisexuell, schwul, asexuell, pansexuell oder queer sind? Oder Sie haben Fragen zur Transidentität? Oder Sie möchten sich gerne outen, wissen aber noch nicht ganz, wie?

Auf der Fachstelle sind Menschen aller sexueller Orientierungen sowie Geschlechtervarianten herzlich willkommen – egal, ob gendervariante, gendernonkonforme, queere oder trans Menschen. Wir meinen alle Menschen, die sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht ganz oder nur teilweise identifizieren können.

Unser Team ist vernetzt mit kompetenten, queer- und transfreundlichen psychologisch-therapeutischen Begleitungen und Endokrinolog*innen. Die Fachstelle triagiert und leitet Personen an die gewünschten Fachstellen bzw. Fachpersonen weiter.

Auch beraten wir Menschen, die in ihrem Umfeld betroffene Personen kennen und im Coming-out-Prozess unterstützen möchten.

Sie erreichen uns wie folgt:

Beratung über E-Mail, Live-Chat und Telefon

Montag bis Mittwoch
9–12 Uhr
14–17 Uhr

Donnerstag geschlossen

Freitag 
9–12 Uhr (E-Mail/Telefon)

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

In Fällen von homo- und transphober Gewalt wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline: 0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

Weitere Informationen und Beratung unter Checkpoint ZH und Transgender Network Switzerland sowie im TransFlyer «trans Menschen. Das Wichtigste in Kürze»; sowie die Broschüre Trans.


LGBTIQA+: Definition

Die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten ist grösser als generell angenommen. Diese Vielfalt wird mit Kürzeln wie «LGBT», «LGBTI» oder «LGBTIQA+» beschrieben.

Was ist LGBT?

LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung. Sie steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender – also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Es geht also einerseits um die sexuelle Orientierung (LGB), anderseits um die Geschlechtsidentität (T). Heute wird der Term häufig durch IQA+ erweitert, was für «inter», «queer» und «asexual» steht. Durch das Plus sind alle geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen inkludiert.

Sexuelle Orientierung vs. Geschlechtsidentität

Bei Transgender und auch Intersexualität handelt es sich um eine Frage der Geschlechtsidentität und nicht um eine sexuelle Orientierung. Trans Menschen können sowohl eine heterosexuelle als auch eine bi- oder homosexuelle Orientierung haben. In jüngerer Zeit wird auch das aus dem englischen Sprachraum stammende «queer» (dt. «seltsam» oder «sonderbar») als positives Synonym für LGBTIQA+ verwendet.

Ein Blick in die LGBT-Geschichte

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Begriff «Drittes Geschlecht» als Sammelbegriff für Menschen, die von heteronormativen Regeln abweichen. Beginnend mit Magnus Hirschfeld und vor allem ab Ende der 1940er Jahre unterschied die Wissenschaft immer mehr zwischen Homo- und Transsexualität. Der Begriff «Drittes Geschlecht» verschwand somit wieder. Besonders seit Stonewall* verwenden progressivere Kreise die ursprünglich negativ gemeinten Begriffe gay oder schwul mit verstärktem Selbstbewusstsein.

*Stonewall, auch Stonewall-Aufstand oder Stonewall-Unruhen genannt, war eine Serie von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften, Homosexuellen und Transmenschen in New York im Jahr 1969.

Geschlechtliche und sexuelle Minderheiten in der Gesundheitsförderung und Prävention

«Die Strategie «Gesundheit2020» des Bundesrates hält fest, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben und auf eine optimale Lebenserwartung haben sollen (EDI, 2013). Welche Menschen sind gemeint? Menschen sind im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend durch Stigmatisierung ihrer Geschlechtsidentität bzw. sexuellen Orientierung von gewissen Suchterkrankungen, Depressionen und Suizidversuchen deutlich mehr betroffen als gleichaltrige heterosexuelle Cis-Menschen.» (Gesundheitsförderung Schweiz, Faktenblatt 19). Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen setzt sich deshalb dafür ein, geschlechtliche und sexuelle Minderheiten und die damit verbundene Vielfalt in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Durch diese Sensibilisierung der Gesellschaft sollen Menschen aus der LGBTIQA+ Community mehr Akzeptanz erfahren.

Wurden oder werden Sie wegen ihrer sexuellen Orientierung oder sexuellen Geschlechtsidentität diskriminiert? Unsere Partnerorganisationen verfügen über eine rechtliche Beratungsstelle, die Sie kontaktieren können:

Bei Diskriminierung zu Intersexualität empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit InterAction, dem Schweizer Verein für intergeschlechtliche Menschen.


Was ist Diskriminierung?

Der Ausdruck «Diskriminierung» bzw. «Diskriminieren» stammt vom lateinischen Verb «discriminare» ab und steht für «trennen», «Unterscheidungen treffen», «aussondern». Soziale Diskriminierung umfasst die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie:

  • ethnische und/oder nationale Herkunft
  • Hautfarbe und/oder Sprache
  • politische und/oder religiöse Überzeugungen
  • sexuelle Orientierung und/oder Geschlecht
  • Alter
  • Behinderung

Die Basis jeder sozialen Diskriminierung bildet das Konstruieren von Unterschieden: Eine gesellschaftliche Mehrheit definiert, wie ein Mensch zu sein hat und legt damit die gesellschaftliche Norm fest – z. B. «weiss, männlich, heterosexuell, christlich etc.». Gruppen, die nicht den dominanten Normen entsprechen, werden somit diskriminiert.  

Rechtliche und alltägliche Diskriminierung

Es wird unterschieden zwischen rechtlicher Diskriminierung (de jure) und tatsächlicher, alltäglicher Diskriminierung (de fakto). Die rechtliche Diskriminierung beschreibt die Ungleichbehandlung durch den Staat aufgrund von geltenden Gesetzen.

Abseits der Ungleichstellung vor dem Gesetz führen gesellschaftliche Zustände zur Stigmatisierung und Diskriminierung von LGBTIQA+ Menschen. Insbesondere diese im Alltag erlebte Diskriminierung kann emotional belastend sein. LGBTIQA+ Menschen sind dieser Situation nicht durch bestimmte Handlungen ausgesetzt, sondern bereits durch das blosse Bestehen ihrer Persönlichkeit. Erlebte Diskriminierung in Form von Ablehnung, Anfeindung, Mobbing, Bedrohung und Gewalt sind Risikofaktoren für die psychische Gesundheit von LGBTIQA+ Menschen.

Was kann eine Diskriminierung auslösen?

Diskriminierungen von LGBITQA+ Personen können unterschiedliche Folgen für die gesamte Gesundheit nach sich ziehen:

  • Verunsicherung und Ängste
  • Scham- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Depressionen und Schlafstörungen
  • Erhöhung der Sucht- und Suizidgefahr

Massive körperliche Übergriffe wie eine Vergewaltigung oder eine schwerwiegende Prügelattacke können neben schweren körperlichen Verletzungen auch Traumata und Todesängste auslösen. Oftmals führt dies zu langjährigen Trauma-Behandlungen. Auch andauernde psychische Ausgrenzung und Gewalt über einen längeren Zeitraum können Angstzustände und Depressionen auslösen.

Was kann ich bei Diskriminierung tun?

Bei einem körperlichen Übergriff ist es wichtig, Hilfe zu holen und Hilfe anzunehmen:

  • Notruf wählen (112) und Polizei und Rettungswagen anfordern
  • Zeugen bitten, auf die Polizei zu warten und auszusagen
  • Allfällige Beweise sichern
  • Täter*innenmerkmale und Fluchtrichtung merken
  • Vorfall der LBGTI+ Helpline melden: 0800 133 133 oder via https://www.lgbt-helpline.ch/

 

Die LBTI+ Helpline hilft mit ihrem Beratungsangebot auch bei rechtlichen oder alltäglichen Diskriminierungsfragen: https://www.lgbt-helpline.ch/beratung/


Interessenvertretungen und Vernetzungsmöglichkeiten für die LGBTIQA+ Community

Weitere Informationen, Beratungs- sowie Vernetzungsmöglichkeiten in der LGBTIQA+ Community finden Sie hier:

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)
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