Jahresbericht

Aktion «HIV heute» mit Theater und Kantonsspital St.Gallen

Reden über HIV – auch am
Konzert und Theater St.Gallen

15. Mai 2024

So geschehen am Samstag, dem 20. April 2024: Anlässlich einer Aufführung des rockigen Kult-Musicals «Rent» führte die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen zusammen mit HOCH Health Ostschweiz und dem Konzert und Theater St.Gallen die Aktion «HIV heute» durch. Zudem konnten sich Besucher*innen kostenlos vor Ort auf HIV testen lassen.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA)

 

Aktion «HIV heute» mit Theater und Kantonsspital St.Gallen

«HIV heute» im Konzert und Theater St.Gallen (v. l. n. r.): Adrian Knecht (Fachstelle für Aids- und Sexualfragen), Julia Notter (Oberärztin an der Klinik für Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz) und Simone Toppino (Assistenzarzt) sprachen mit den Musicalgästen über HIV.

 

Das Musical «Rent» spielt im New York der 1990er Jahre. Im Zentrum stehen junge Künstler*innen, die nach Liebe und Akzeptanz suchen und darauf hoffen, mit ihrer Kunst erfolgreich zu sein. Gleichzeitig ist ihr Leben vom Kampf gegen HIV geprägt. In den 1990ern kam eine HIV-Diagnose einem Todesurteil gleich – so auch im Musical. Die Medizin konnte in dieser Zeit den Ausbruch von Aids nur hinauszögern.

 

Doch was bedeutet HIV heute?

Darüber sprachen Fachpersonen der Klinik für Infektiologie, Infektionsprävention und Reisemedizin von HOCH Health Ostschweiz und der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen mit Besucher*innen der «Rent»-Vorstellung am 20. April. Dazu Oberärztin Julia Notter: «HIV ist heute immer noch nicht heilbar, lässt sich aber gut behandeln wie andere chronische Erkrankungen. Menschen mit HIV haben unter einer wirksamen HIV-Therapie eine normale Lebenserwartung und können dank der Therapie das Virus auch beim Sex nicht übertragen.»

 

Diskriminierungsfreier Umgang nötig

Trotz Fortschritten in der Medizin und eines gesteigerten Bewusstseins in der Gesellschaft erleben HIV-positive Menschen in der Schweiz nach wie vor Stigmatisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung. Diffuse Ängste und die immer noch präsenten Bilder der Aids-Epidemie in den 1980er- und 1990er-Jahren tragen dazu bei. «Deshalb haben wir zusammen mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz die Aktion ‹HIV heute› an einer Vorstellung des Musicals ‹Rent› am Konzert und Theater St.Gallen durchgeführt», erklärt Adrian Knecht, Projektleiter Prävention an der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen, und fügt an: «Uns ist es ein Anliegen, die Allgemeinbevölkerung mit aktuellen Infos zu HIV zu versorgen und Ängste zu nehmen. Ausserdem setzen wir uns für einen diskriminierungsfreien Umgang mit Menschen mit HIV ein.»

HIV lässt sich im Alltagskontakt nicht übertragen – weder beim Händedruck noch beim gemeinsamen Benutzen von Toiletten, Bettwäsche oder Geschirr. Auch Küssen, Streicheln und Oralsex (ohne Blut oder Sperma) bedeuten kein HIV-Risiko. «Zu HIV-Risiken zählen ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr, geteilte Utensilien beim Drogenkonsum sowie Geburt», erläutert Julia Notter, und ergänzt: «Menschen unter wirksamer HIV-Therapie können ohne Angst vor Übertragung Kinder bekommen.»

 

Individuelle Schutzstrategien und kostenloser HIV-Test

Angesichts der medizinischen Fortschritte und des veränderten Dating- und Liebesverhaltens empfiehlt die aktuelle LOVE-LIFE-Kampagne des Bundesamts für Gesundheit (BAG) den Safer-Sex-Check: Weil jeder Mensch anders liebt, sind individuelle Schutzstrategien angezeigt – ganz im Sinne einer selbstbestimmten und verantwortungsbewussten Sexualität. «Die Gestaltung der eigenen Sexualität kann sich im Verlauf des Lebens immer wieder ändern. Darum ist das Wissen über Risiken und passende Schutzstrategien zentral beim Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten (STI)», betont Adrian Knecht, und fügt hinzu: «Unsere Aktion «HIV heute» nahmen die Theaterbesucher*innen mit Interesse auf. Es fanden Gespräche zum Umgang mit HIV, zu Stigmatisierung und zu Schutzstrategien statt. Darüber hinaus boten wir vor Ort einen kostenlosen HIV-Test an. Und besonders erfreulich: Es gab Eltern, die Kondome und Informationsbroschüren für ihre Teenager mitnahmen. Zudem legten wir das ‹Positive Life Magazine› auf – ein Magazin der Aids-Hilfe Schweiz für Menschen mit HIV.»

 

Anonyme und regelmässige Testmöglichkeiten

Ein HIV-/STI-Test gibt Klarheit über den eigenen Gesundheitsstatus. Anonymes und regelmässiges Testen ist wichtig und soll unkompliziert zugänglich sein. Darum führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Zusammenarbeit mit HOCH Health Ostschweiz Tests auf der Fachstelle durch. Alle Informationen und Termine dazu finden Sie auf der Seite «Testen auf der Fachstelle».

Weitere Testmöglichkeiten bietet die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.

 

Medienbeitrag als PDF zum Download

 

GET TESTED – Aktionsmonat Mai

28. März 2024

Wer anderen sexuell nahe kommt, sollte sich regelmässig testen. Eine Testroutine schützt die eigene Gesundheit und die der Sexpartner*innen. Im Mai 2024 gibt es vergünstigte HIV- und STI-Tests für Männer und trans Personen, die Sex mit Männern haben. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

 
Wer Sex hat, kann sich nicht vor allen STI schützen, denn sie übertragen sich sehr leicht. Wir empfehlen darum impfen, schützen und regelmässig testen – auch ohne Symptome. Das gibt dir ein gutes Gefühl und Sicherheit. Am günstigsten gibt es den Test im Mai.

 

In Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz und der Aids-Hilfe Schweiz führen wir eine Informations- und Testkampagne durch. Die Testkampagne leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit. Für Männer trans Personen, die Sex mit Männern haben, kostet der HIV-STI-Test nur 75 Franken. Jugendliche bis Jahrgang 1999 und jünger können sogar gratis zum HIV- und STI-Test. Wir testen auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper. Neu ist der Tests für Personen der Zielgruppe, die eine KulturLegi vorweisen können, ebenfalls kostenlos.

 

 

Hier kannst du dich testen lassen

Buche dir deinen Test-Termin direkt online bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.

Die genaue Adresse sowie zusätzliche Informationen zum HIV-/STI-Test findest du hier. Weitere Teststellen in der Schweiz gibt’s in dieser Übersicht.

 

Testing-Aktion in der Sauna

Am Freitag, 3. Mai 2024, gibt es das Testangebot vor Ort in der mann-o-mann Sauna. Von 17:00 bis 20:00 Uhr können Saunagäste von zusätzlichen 10 Franken Rabatt vom mann-o-mann auf den Aktionspreis profitieren. Du kannst bar oder mit Karte zahlen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

 

 

Fragen?

Wenn du Fragen zur Testing-Aktion, zum Kampagnenmonat oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

Präventionsnews

Präventionsnews: Check at Home, MPox-Impfung, PrEP

23. Januar 2024

Für das Jahr 2024 gibt es hinsichtlich der HIV-/STI-Prävention Neuigkeiten: Das Selbsttest-Kit «Check at Home» ist vorerst nicht verfügbar. Die Impfung zu MPox (Affenpocken) erfolgt neu über die Krankenkassen. Das PrEP-Medikament übernehmen die Krankenkassen ab Juli 2024.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild: Antonio Corigliano (pixabay.com)

Präventionsnews

Präventionsnews: Check at Home vorerst eingestellt. MPox-Impfung neu über Krankenkassen. Kostenübernahme der PrEP durch Krankenkassen.

 

Die Aids-Hilfe Schweiz überarbeitet derzeit Komponenten des Test-Kits für Zuhause «Check at Home», weshalb der Verkauf der HIV-/STI-Selbsttests für Zuhause vorerst eingestellt ist. Wer in den Kantonen St.Gallen, Appenzell Inner- und Ausserrhoden wohnhaft ist und sich anonym testen lassen möchte, hat dazu folgende Möglichkeiten:

 

Tests auf der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen und bei HOCH Health Ostschweiz

Dienstag, 13. Februar 2024
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 13. März 2024
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 10. April 2024 [exklusiv für trans Personen!]
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 12. Juni 2024
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 17. Juli 2024
17:30–19:00 Uhr

Dienstag, 27. August 2024
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 16. Oktober 2024
17:30–19:00 Uhr

Mittwoch, 18. Dezember 2024
17:30–19:00 Uhr

Diese Tests sind anonym und ohne Voranmeldung (weitere Infos zu Terminen, Preisen der HIV-/STI-Tests sowie zu Konditionen für Jugendliche bis 25 Jahren).

Alternativ zum Testing auf der Fachstelle gibt es die offene HIV-STI-Sprechstunde mit Online-Voranmeldung in der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Die Terminbuchung erfolgt über https://termin.infekt-kssg.ch/sti.

Personen, die in anderen Kantonen leben, wenden sich an spezialisierte Gesundheitszentren in ihrer Region.

 

MPox-Impfung neu über die Krankenkasse

Ab dem 1. Januar 2024 erfolgt die Abrechnung für die Mpox-Impfung über die Krankenkasse. Somit ist die Impfung neu auch Teil des Selbstbehalts und der Franchise, da sie der Bund nicht mehr übernimmt. Derzeit ist unklar, wie hoch die Kosten der Verabreichung sein werden.

Weiterhin gilt die Impfempfehlung für Personen, die mit dem MPox-Virus in Kontakt kommen könnten. Dazu gehören:

  • Männer mit wechselnden männlichen Sexpartnern
  • trans Personen mit wechselnden männlichen Sexpartnern
  • medizinisches Personal, das mit dem Virus in Kontakt kommt
  • alle, die mit einer infizierten Person engen Kontakt hatten

Wer sich zur MPox-Impfung und den damit verbundenen Kosten informieren möchte, kontaktiert dazu die kantonalen Impfstandorte.

 

Krankenkassen übernehmen ab Juli 2024 die PrEP

Die PrEP (= Prä-Expositions-Prophylaxe) ist ein Medikament, das beim Anal- oder Vaginalverkehr zuverlässig vor HIV schützt. Neu übernehmen ab dem 1. Juli 2024 die Krankenkassen die Kosten für die PrEP (abzüglich Franchise und Selbstbehalt). Bisher kostete das Medikament Nutzer*innen des PrEP-Programms  SwissPrEPared 40 Franken pro Monatspackung.

Weitere Informationen zur PrEP, zur Eignung für die PrEP und den Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten finden Sie auf unserer PrEP-Seite.

Wenn Sie Fragen zum Testing oder allgemein zu Ihrer sexuellen Gesundheit haben, kontaktieren Sie uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

Praktisch: Testen auf der Fachstelle

21. Dezember 2023

Ein HIV-STI-Test gibt Klarheit über den eigenen Gesundheitsstatus. Regelmässiges Testen ist wichtig und soll unkompliziert zugänglich sein. Wir führen das erfolgreiche Pilotprojekt fort und bieten auch im Jahr 2024 in Kooperation mit HOCH Health Ostschweiz ein niederschwelliges Testing vor Ort auf der Fachstelle an.

 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

 

Männer, die mit Männern Sex haben, sowie trans Personen sind von bestimmten Infektionen besonders betroffen. Deshalb testen sie sich regelmässig auf HIV, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien. Denn: Trotz einer Infektion kannst du dich gesund fühlen und oft keine  Symptome haben.

Der Zugang zum Test soll möglichst niederschwellig sein. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz und die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bieten für Menschen der Zielgruppe gemeinsam eine zusätzliche Test-Möglichkeit in St.Gallen an. An bestimmten Terminen testen wir direkt auf der Fachstelle. Die Zeitfenster liegen ausserhalb der Bürozeiten, was für viele Menschen praktisch ist. Der Standort ist zentral und nur wenige Minuten vom Bahnhof St.Gallen entfernt. Bist du ein Mann, der Sex mit Männern hat? Komm einfach vorbei! Eine Anmeldung ist nicht nötig.

Für trans Personen organisieren wir am Mittwoch, 10. April 2024, ein exklusives Testing. Alle trans Menschen, die Sex mit Männern haben, sind zum Test willkommen. Cis Männer suchen sich bitte einen anderen Termin aus. Wir wollen an diesem Abend einen Safer Space für trans Personen bieten.

Sämtliche Tests und Labor-Analysen führt das Team die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz durch.

Termine:

Dienstag, 16. Januar 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Dienstag, 13. Februar 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 13. März 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 10. April 2024 [exklusiv für trans Personen!]
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 12. Juni 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 17. Juli 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Dienstag, 27. August 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 16. Oktober 2024
17:30 – 19:00 Uhr

Mittwoch, 18. Dezember 2024
17:30 – 19:00 Uhr

 

Preis:

Der Preis für einen Test auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper beträgt CHF 178.95. Es kann vor Ort bar oder mit Karte bezahlt werden.

 

Gratis-Test für Jugendliche: 
Für MSM (Männer und trans Personen, die Sex mit Männern haben) mit Jahrgang 1999 oder jünger ist der Test an den oben definierten Terminen bei uns auf der Fachstelle kostenlos.

 

Gratis-Test für trans Personen:
Am Mittwoch, 10. April 2024, findet das Testing exklusiv für trans Personen statt. Der Test ist an diesem Termin bei uns auf der Fachstelle für alle trans Personen kostenlos.

 

Ort:

Das Testing findet auf der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen an der Tellstrasse 4 in St.Gallen statt. Du findest unser Büro im 2. Obergeschoss. Hier geht’s zur Karte.

 

Wenn du Fragen zum Testing oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

 

Gut zu wissen: Alternativ zum Testing auf der Fachstelle gibt es die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz mit Online-Voranmeldung. Hier kannst du direkt einen Termin buchen: https://termin.infekt-kssg.ch/sti.

 

Snack-Päckli zum Welt-Aids-Tag für KSSG-Mitarbeitende

Snack-Päckli zum Welt-Aids-Tag

1. Dezember 2023

Gemeinsam stark für eine stigmatisierungsfreie Gesundheitsversorgung von Menschen mit HIV: So lautete das diesjährige Motto der Aids-Hilfe Schweiz (AHS). Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) nahm die nationale AHS-Kampagne auf und organisierte eine Aktion für das Gesundheitspersonal von HOCH Health Ostschweiz.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild/Bildgalerie: Andrea Dörig

Snack-Päckli zum Welt-Aids-Tag für KSSG-Mitarbeitende

Snack-Päckli zum Welt-Aids-Tag als Dankeschön für das Gesundheitspersonal von HOCH Health Ostschweiz im stigmatisierungsfreien Umgang mit Menschen mit HIV.

Heute leben schätzungsweise 17’000 Menschen mit HIV in der Schweiz. Obwohl ihre medizinische Versorgung immer besser wird, stehen sie weiterhin vor einer grossen Herausforderung – der Stigmatisierung. Die Aids-Hilfe Schweiz erhält jährlich rund 100 Meldungen von Diskriminierung, wovon die meisten das Gesundheitswesen betreffen.

Es ist daher entscheidend, eine angemessene Betreuung und einen respektvollen Umgang für HIV-Betroffene im Gesundheitswesen sicherzustellen. Aus diesem Grund wollte die diesjährige Kampagne zum Welt-Aids-Tag Werte einer inklusiven Gesundheitsversorgung vermitteln.

 

Snack-Päckli für das Gesundheitspersonal von HOCH Health Ostschweiz

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) nahm die nationale AHS-Kampagne auf und organisierte Snack-Päckli für das Gesundheitspersonal von HOCH Health Ostschweiz. Mit dieser Aktion dankte die Fachstelle dem Gesundheitspersonal für die inklusive Betreuung und Behandlung von Menschen mit HIV.

Begleitet wurde das Snack-Päckli mit medizinischem Fachwissen zum Thema HIV/Aids sowie mit der Botschaft, dass Menschen mit HIV unter einer erfolgreichen Therapie nicht mehr ansteckend sind. Somit ist eine Übertragung im Berufsalltag nicht möglich – eine Ansteckungsgefahr im medizinischen Alltag besteht also keine.

Weitere Informationen dazu stellt die Aids-Hilfe Schweiz auf einem eigenen Portal für Fachpersonen zur Verfügung.

 

Anonyme HIV- und STI-Tests auf der Infektiologie und Fachstelle

Bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz ist es möglich, ohne Voranmeldung einen anonymen HIV- und STI-Test zu machen. Das Zeitfenster dafür ist jeweils freitags zwischen 14:30 und 16:00 Uhr. Wer dagegen lieber einen anderen Termin online reservieren möchte, kann dies unter diesem Link vornehmen: https://termin.infekt-kssg.ch/sti.

Seit 2023 gibt es auch auf der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen Möglichkeiten, sich testen zu lassen. Die Termine der Testtage finden ausserhalb der üblichen Bürozeiten an ausgewählten Tagen statt. Die Testtermine für 2024 sind hier publiziert.

Wenn Sie Fragen zur sexuellen Gesundheit haben, kontaktieren Sie uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp. Alles zu den neuen Safer-Sex-Regeln finden Sie hier.

Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene

Neu ab dem 9. Oktober am HOCH Health Ostschweiz: Online-Terminvereinbarung für HIV- und STI-Tests

4. Oktober 2023

Wer sich anonym auf HIV und STI testen lassen möchte, kann ab dem 9. Oktober 2023 dafür die Online-Terminvereinbarung der Infektiologie nutzen. Die offene Sprechstunde ohne Anmeldung gibt es freitags auch weiterhin zwischen 14:30 und 16:00 Uhr.

Text: Predrag Jurisic/Adrian Knecht
Beitragsbild: Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz

Klinik für Infektiologie/Spitalhygiene

Infektiologie/Spitalhygiene von HOCH Health Ostschweiz

 

Kondome oder PrEP schützen vor HIV, aber nicht zuverlässig vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (= STI). HIV übertragen oft Menschen, die nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind. Nur regelmässiges Testen schafft Klarheit.

Um dies zu fördern, bieten wir zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz vergünstigte HIV- und STI-Test im November an – für nur 75 Franken. Für Jugendliche bis Jahrgang 1998 und jünger ist der HIV-STI-Test kostenlos.

Das Angebot vom 1. bis 30. November 2023 gilt nur für Männer und trans Personen, die Sex mit Männern haben. Das Angebot gilt nicht für PrEP-User, wenn die Tests im Rahmen der Verlaufskontrolle durch die Krankenkasse gedeckt sind. Mehr zu den Test-Angeboten im November findest du hier.

 

Neu ab dem 9. Oktober 2023: Online-Terminvereinbarung für deinen anonymen HIV-/STI-Test

Kenne deinen Status und buche deinen nächsten Termin für deinen HIV- und STI-Test unter diesem Link: https://termin.infekt-kssg.ch/sti

Falls du ohne Voranmeldung zum Test möchtest, kannst du zu folgenden Zeiten bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz vorbeigehen:

jeweils freitags
14:30–16:00 Uhr

Wenn du Fragen zur Testing-Aktion, zum Kampagnenmonat oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

Neu kannst du dich auch auf der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen testen lassen. Die Termine der Testtage finden ausserhalb der üblichen Bürozeiten an ausgewählten Terminen statt. Diese findest du hier.

Die Safer-Sex-Regeln auffrischen kannst du hier.

Vergünstigte HIV- und STI-Tests im November

2. Oktober 2023

Auch dieses Jahr gibt es sie wieder – die vergünstigten HIV-STI-Tests im November. Überprüfe deinen Status, lass dich testen. 

 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

Kondome oder PrEP schützen vor HIV, aber nicht zuverlässig vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (= STI). HIV übertragen oft Menschen, die nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind. Nur regelmässiges Testen schafft Klarheit.

Um dies zu fördern, bieten wir zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz vergünstigte HIV- und STI-Test im November an – für nur 75 Franken. Für Jugendliche bis Jahrgang 1998 und jünger ist der HIV-STI-Test kostenlos.

Das Angebot vom 1. bis 30. November 2023 gilt nur für Männer und trans Personen, die Sex mit Männern haben. Das Angebot gilt nicht für PrEP-User, wenn die Tests im Rahmen der Verlaufskontrolle durch die Krankenkasse gedeckt sind.

 

Termin buchen

Deinen Termin zum Test kannst du direkt hier buchen: https://termin.infekt-kssg.ch/sti

Zu folgenden Zeiten kannst du bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz ohne Voranmeldung zum Test vorbeigehen:

jeweils Freitag
14:30 – 16:00 Uhr

 

Spezialaktion in der mann-o-mann Sauna

Wir bringen den Test da hin, wo du bist. Am Freitag, 3. November 2023, führen wir in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 16 bis 19 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vor Ort vergünstigt testen lassen. Dank einem Beitrag vom mann-o-mann wird der Test noch günstiger!

 

Spezialaktion in der St.Gallen Libre Bar

Am Freitag, 10. November 2023, sind wir von 19:00 bis 22:00 Uhr in der St.Gallen Libre Bar. Nutze die Gelegenheit, dich zum Start ins Wochenende vor Ort testen zu lassen.

Kurz davor gibt’s die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schliessen. Zusammen mit Pink Cross organisieren wir ein Speed-Friending. Hier gehts zur Anmeldung.

 

Wenn du Fragen zur Testing-Aktion, zum Kampagnenmonat oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

 

Die Safer-Sex-Regeln auffrischen kannst du hier.

Test und Impfung in der Sauna am 15. September 2023

15. August 2023

Rundum-Service: Wir testen dich direkt in der mann-o-mann Sauna auf HIV und andere STI. Diesmal haben wir auch die wichtigsten Impfstoffe dabei. Komm am Freitag, 15. September 2023, ins mann-o-mann.  

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

Am Freitag, 15. September 2023, führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 16 bis 19 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vergünstigt testen lassen. Ein Oberarzt der Infektiologie berät dich zusätzlich zum Impfschutz und impft dich auf Wunsch direkt vor Ort.

 

Statt üblicherweise CHF 179.– kostet ein Test für Saunabesucher an dem Abend nur CHF 90.–. Dieser Preis wird möglich dank Beiträgen vom mann-o-mann und HOCH Health Ostschweiz sowie von der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen. Getestet wird auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Für Jugendliche MSM bis 25 Jahre ist das Testpaket komplett kostenlos. Du darfst auch nur für den Test vorbeikommen, ohne die Sauna zu besuchen. Dann zahlst du für das Testpaket CHF 100.-, da der Rabatt vom mann-o-mann entfällt. Sag einfach am Eingang, dass zu zum Test kommst.

 

Die Aktion leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe. Damit verhindert die Aktion präventiv, dass HIV/STI unbewusst weitergegeben werden.

 

 

Vor bestimmten Infektionen kannst du dich nur mit einer Impfung schützen. Eine Ansteckung kann schwere Folgen haben. Deshalb lohnt sich eine Schutzimpfung vor Hepatitis A/B, HPV und Mpox (Affenpocken). Dank Dr.Gay und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) ist ein Oberarzt der Infektiologie extra vor Ort und kann dich zu den Impfmöglichkeiten beraten. Bring dein Impfbüechli mit und erhalte auf Wunsch eine Impfung direkt vor Ort. Du kannst mit Karte oder bar bezahlen.

 

Wenn du Fragen zur Aktion hast oder allgemein zur sexuellen Gesundheit, kontaktiere uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

NEU: Testen auf der Fachstelle

7. Februar 2023 (aktualisiert: 24. April 2023)

Ein HIV-STI-Test gibt Klarheit über den eigenen Gesundheitsstatus. Regelmässiges Testen ist wichtig und soll unkompliziert zugänglich sein. Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet neu in Kooperation mit HOCH Health Ostschweiz ein niederschwelliges Testing vor Ort auf der Fachstelle an.

 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

 

Männer, die mit Männern Sex haben, sowie trans Personen sind von bestimmten Infektionen besonders betroffen. Deshalb testen sie sich regelmässig auf HIV, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien. Denn: Trotz einer Infektion kannst du dich gesund fühlen und oft keine  Symptome haben.

Regelmässiges Testen schafft Klarheit. Der Zugang zum Test soll deshalb möglichst niederschwellig sein. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz und die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen haben zusammen ein neues Test-Angebot geschaffen. Neu werden Tests an bestimmten Terminen direkt auf der Fachstelle angeboten. Eine Anmeldung ist nicht nötig. Komm einfach vorbei!

 

Termine:

Dienstag, 25. April 2023
17:30 – 19:00 Uhr

Donnerstag, 17. August 2023
17:30 – 19:00 Uhr

Donnerstag, 7. Dezember 2023
17:30 – 19:00 Uhr

 

Preis:

Der Preis für einen Test auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper beträgt CHF 178.95. Es kann vor Ort bar oder mit Karte bezahlt werden.

 

Graits-Test für Jugendliche: 
NEU: Für MSM (Männer und trans Personen, die Sex mit Männern haben) mit Jahrgang 1998 oder jünger ist der Test kostenlos.

 

Aktionspreise: 
An bestimmten Terminen bietet die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen einen besonderen Rabatt an.
Donnerstag, 17. August 2023: CHF 90.- statt CHF 178.95 mit 50%-Rabatt-Gutschein von der St.Gallen Pride. Komm an unserem Informationsstand vorbei und frag nach einem Gutschein!

 

Ort:

Das Testing findet auf der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen an der Tellstrasse 4 in St.Gallen statt. Du findest unser Büro im 2. Obergeschoss. Hier geht’s zur Karte.

 

Wenn du Fragen zum Testing oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

 

Gut zu wissen: Alternativ zum Testing auf der Fachstelle gibt es die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz mit einer HIV-/STI-Sprechstunde ohne Voranmeldung. Hier findest du die Walk-in Zeiten und den Ort.

 

Reden wir. Über uns. Wie es uns geht. Wie wir uns schützen und testen.

26. April 2023

Wohin mit unseren Gefühlen, Sorgen und Wünschen? Darüber reden hilft. Das tun wir zusammen mit Dr.Gay. Ausserdem bieten wir im Juni in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz  vergünstigte HIV- und STI-Tests an. 

 

Text: Dr.Gay / Adrian Knecht
Beitragsbilder: Aids-Hilfe Schweiz

 

Reden wir.

Um über unsere Gefühle, Sorgen und Wünsche reden zu können, müssen wir uns mit Menschen umgeben, denen wir vertrauen. Freund*innen geben uns Sicherheit und Halt. Ein Gegenüber zu haben, das zuhört, sich interessiert und mitfühlt, entlastet und tut gut. Verschiedene Aspekte der Freundschaft beleuchtet Dr.Gay in der diesjährigen Kampagne. Wir laden ein zum Kennenlernen.

Freundschaften können nicht alle Probleme lösen. Manchmal braucht es die Unterstützung einer Fachperson. Deshalb bieten die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen Beratungen auf verschiedenen Kanälen an. Unsere Erstberatungen sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

 

Testen wir.

Männer, die mit Männern Sex haben, sowie trans Personen sind von bestimmten Infektionen besonders betroffen. Deshalb testen sie sich regelmässig auf HIV, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien. Denn: Trotz einer Infektion kannst du dich gesund fühlen und oft keine  Symptome haben.

 

 

Um dies zu fördern, bieten wir zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz vergünstigte HIV- und STI-Test im Juni an – für nur 75 Franken. Für Jugendliche mit Jahrgang 1998 und jünger ist der HIV-STI-Test kostenlos. Das Angebot gilt für Männer, die Sex mit Männern haben, sowie für trans Personen.

 

Zu folgenden Zeiten kannst du bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz ohne Voranmeldung zum Test vorbeigehen:

Montag
16:45 – 17:45 Uhr

Dienstag
08:00 – 08:45

Mittwoch
16:45 – 17:45 Uhr

Freitag
15:15 – 16:45 Uhr

 

Am Sonntag, 4. Juni 2023, gibt es eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna. Von 16 bis 19 Uhr können sich Saunabesucher vor Ort vergünstigt testen lassen. Das mann-o-mann unterstützt die Tests für alle Gäste mit 10 Franken Zusatzrabatt. Du kannst bar oder mit Karte zahlen. Eine Anmeldung ist nicht nötig.

 

Frage uns.

Wenn du Fragen zur Testing-Aktion, zum Kampagnenmonat oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

 

Die Safer-Sex-Regeln auffrischen kannst du hier.

HIV-Risiko? Die PEP kann helfen.

HIV-Risiko? Die PEP kann helfen.

25. April 2023

Hatten Sie ein HIV-Risiko infolge eines ungeschützten Anal- oder Vaginalverkehrs? Oder gab es eine Kondompanne? Falls ja, kann die PEP als Notfallbehandlung vor einer HIV-Infektion schützen, sofern sie innerhalb von 48 Stunden nach dem Risikokontakt erfolgt.

Text: Predrag Jurisic/Dr. Gay
Beitragsbild: Dr.Gay

HIV-Risiko? Die PEP kann helfen.

HIV-Risiko? Die PEP kann helfen. Sie muss allerdings innerhalb von 48 Stunden nach dem Risikokontakt erfolgen.

Die PEP ist eine Abkürzung für Post-Expositions-Prophylaxe und dient als Notfallbehandlung nach einem möglichen HIV-Risiko. Mit einer PEP lässt sich eine HIV-Ansteckung unmittelbar nach einer HIV-Risikosituation verhindern. Allerdings muss die Einnahme der 28 Tage dauernden Therapie innerhalb von 48 Stunden erfolgen. Je früher, desto grösser ist die Chance, eine HIV-Ansteckung zu verhindern. Denn bereits sechs bis acht Stunden nach einer Risikosituation sinken die Erfolgschancen.

 

Wann besteht ein HIV-Risiko?

Zu HIV-Risiken zählen:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr (auch nur kurzes «Dipping» bzw. Eintauchen)
  • geteilte Utensilien beim Drogenkonsum (z. B. Spritzen)
  • Geburt und Stillen

Kein HIV-Risiko besteht in diesen Fällen:

  • Händedruck, Umarmungen
  • Arbeiten und Zusammenleben mit HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Anhusten, Anniesen
  • gemeinsames Benutzen von Geschirr, Besteck, Handtüchern, Bettwäsche, Zahnbürsten, Rasierklingen, Toiletten
  • Betreuen und Pflegen von HIV-positiven Menschen bzw. Menschen mit Aids
  • Erste-Hilfe-Massnahmen, medizinische und kosmetische Behandlungen, sofern die hygienischen Vorschriften eingehalten werden: Dazu zählen Zahnbehandlungen, Maniküre, Pediküre, Haareschneiden, Barbierbesuche, Piercen und Tätowieren (fragen Sie hier nach dem Hygiene-Protokoll und Einwegnadeln, da beim Tätowieren ein Hepatitis-C-Risiko besteht).
  • Sauna-, Fitness- und Schwimmbadbesuche
  • Küssen, Streicheln und Oralsex
  • Insektenstiche
  • Schweiss, Speichel und Tränen
  • Wunde, Aphte im Mund
  • Kot, Urin (bei Kontakt mit Kot besteht ein Hepatitis-A-Risiko; dagegen können Sie sich impfen lassen)
  • herumliegende Spritzen (HI-Viren sind an der Luft nicht mehr infektiös; bislang ist weltweit noch nie eine Infektion über herumliegende Spritzen nachgewiesen worden)

Zum Oralsex erhalten wir in Beratungen häufig Fragen zum HIV-Risiko: Beim Lutschen oder Lecken des Penis, der Scheide oder des Afters gibt es praktisch kein HIV-Risiko, sogar wenn Sperma, Vaginalflüssigkeit oder Menstruationsblut in den Mund gelangen. Denn die Mundschleimhaut ist sehr stabil und bildet so eine natürliche Barriere gegen HI-Viren. Weltweit sind nur wenige Fälle beschrieben, in denen es auf diesem Weg zu einer HIV-Infektion kam.

 

Was tun im Falle eines HIV-Risikos?

Prüfen Sie, ob eine Notfallbehandlung mit der PEP angezeigt ist. Lesen Sie dazu das PEP-Schema des aktuellen PEP-Flyers durch. Mit dem PEP-Schema können Sie das eigene Risiko rasch und richtig einschätzen. Auch können Sie einen Online-Check durchführen, ob eine PEP für Sie infrage kommt. Sowohl der Flyer als auch der Online-Check ersetzen keine Beratung durch eine Fachperson. Im Einzelfall kann es trotzdem sinnvoll sein, die PEP zu machen oder darauf zu verzichten.

 

PEP-Schema: Brauche ich eine PEP?

Ob der Einsatz einer PEP angezeigt ist, zeigt diese Grafik. Allerdings ersetzt das PEP-Schema keine Beratung durch eine Fachperson. Im Zweifelsfall direkt zur Notfallaufnahme des nächsten Spitals fahren. Dort ist die PEP erhältlich.

 

Wo gibt’s die PEP?

Die PEP erhalten Sie in jedem Spital. Nach einer HIV-Risikosituation, wie im obigen PEP-Schema beschrieben, sollten Sie so schnell wie möglich die Notfallaufnahme des nächsten Spitals aufsuchen. Die zentrale Notfallaufnahme für die Region St.Gallen finden Sie bei HOCH Health Ostschweiz:

Kontakt
HOCH Health Ostschweiz
Zentrale Notfallaufnahme
Rorschacher Strasse 95
CH-9007 St.Gallen
Telefon +41 71 494 11 11

Die Notfallaufnahmen der Spitäler sind 24 Stunden erreichbar. Zögern Sie im Falle einer HIV-Risikosituation nicht, diese zu kontaktieren, auch wenn Sie im Ausland sind. Kontaktieren Sie dabei Ihre Krankenkasse wegen der Kostenübernahme und lassen Sie sich im Spital am besten von einer Fachperson der Infektiologie beraten.

 

Was kostet die PEP und wer zahlt?

Die Kosten für eine PEP übernehmen die Krankenkassen. Bedenken Sie aber, dass Sie die Franchise und den Selbstbehalt bezahlen müssen. Die Kosten für die PEP lassen sich reduzieren, indem Sie beispielsweise ein Generikum verlangen. Auch hier hilft das Beratungsgespräch mit der Fachperson der Notfallaufnahme.

 

PEP oder PrEP?

Sobald Sie die PEP abgeschlossen haben, empfehlen wir Ihnen ein Beratungsgespräch bei einer Fachstelle. So können Sie abklären, welche Schutzstrategien zu Ihrem Sexleben passen. Wenn Sie häufiger HIV-Risiken ausgesetzt sind, könnte die PrEP (= Prä-Expositions-Prophylaxe) für Sie infrage kommen. Die PrEP ist ein vorbeugendes Medikament, das vor dem sexuellen Kontakt eingenommen wird. Beim richtigen Einnahmeschema schützt die PrEP vor einer HIV-Infektion so zuverlässig wie ein Kondom. Für eine Beratung sowie weitere Informationen zur PrEP klicken Sie hier.

Der Unterschied zwischen PEP und PrEP ist ganz einfach: Die PEP ist ein Notfallmedikament, das nach einer HIV-Risikosituation innerhalb von 48 Stunden eingenommen werden muss. Die PrEP ist ein vorbeugendes Medikament, das vor dem Sex eingenommen wird. So sind Sie vor HIV geschützt. Allerdings schützt die PrEP nicht vor anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (= STI). Hier ist der beste Schutz, wenn Sie sich regelmässig auf Chlamydien, Gonorrhö (= Tripper) und Syphilis testen lassen.

Eine anonyme HIV-/STI-Beratung sowie anonyme HIV-/STI-Tests können Sie in der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz in Anspruch nehmen.

Vergünstigte HIV- und STI-Tests im November

Vergünstigte HIV- und STI-Tests im November

5. Oktober 2022

«Wann ist dein nächstes Mal?», lautet die Frage der November-Kampagne von Dr. Gay (Aids-Hilfe Schweiz). Denn: Nach wie vor übertragen Menschen HIV, die glauben, HIV-negativ zu sein. Verschaff dir Klarheit und lass dich im November günstig testen.

 

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

Vergünstigte HIV- und STI-Tests im November

Vergünstigte HIV- und STI-Tests im November: Statt der üblichen 160 bis 190 Franken zahlst du nur 75 Franken für einen Full-HIV-STI-Test.

 

Männer, die mit Männern Sex haben, sowie trans Personen sind von bestimmten Infektionen besonders betroffen. Deshalb testen sie sich regelmässig auf HIV, Syphilis, Gonorrhö und Chlamydien. Denn: Trotz einer Infektion kannst du dich gesund fühlen und oft keine  Symptome haben.

Kondome oder PrEP schützen vor HIV, aber nicht zuverlässig vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (= STI). HIV übertragen oft Menschen, die nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind. Nur regelmässiges Testen schafft Klarheit.

Um dies zu fördern, bieten wir zusammen mit der Aids-Hilfe Schweiz vergünstigte HIV- und STI-Test im November an – für nur 75 Franken. Für Jugendliche bis Jahrgang 1997 und jünger ist der Full-HIV-STI-Test kostenlos. Das Angebot gilt für schwule, bi und queere Männer sowie für trans Personen.

Zu folgenden Zeiten kannst du beim Ambulatorium der Klinik für Infektiologie ohne Voranmeldung zum Test vorbeigehen:

Montag
16:45–17:45 Uhr

Dienstag
08:00–08:45

Mittwoch
16:45–17:45 Uhr

Freitag
15:15–16:45 Uhr

 

Am Sonntag, 27. November 2022, führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 16 bis 19 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vor Ort vergünstigt testen lassen.

Wenn du Fragen zur Testing-Aktion, zum Kampagnenmonat oder allgemein zu deiner sexuellen Gesundheit hast, kontaktiere  uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

Die Safer-Sex-Regeln auffrischen kannst du hier.

Living Library und Vielfalt-Party 2022

Living Library: Eintauchen in queere Lebenswelten mit Vielfalt-Party

 

5. Oktober 2022

Am Samstag, dem 19. November 2022, veranstaltet die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit otherside und buntes Grüppli die dritte Ausgabe der Living Library. Von 17 bis 19 Uhr können Interessierte im talhof in St.Gallen Gespräche mit queeren Menschen führen und so etwas über die Lebensrealität dieser Personen erfahren. Ab 21 Uhr steigt in der St.Gallen Libre Bar eine Party zur Feier der Vielfalt.

 

Text: Adrian Knecht/Predrag Jurisic
Bild: Lena Hohl

 

Lernen Sie die LGBTIQA+ Community kennen und lassen Sie sich dazu etwas von einem lebendigen Buch erzählen. Die Living Library ermöglicht es, im Bistro-Ambiente vom Wissen und der Erfahrungen der LGBTIQA+ Community zu profitieren und in queere Lebenswelten einzutauchen. Dazu sind Personen mit unterschiedlichen sexuellen Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten vor Ort.

Parallel zur Living Library bietet die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen zusammen mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine HIV-/STI-Test-Aktion für Jugendliche an. Der Test auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper kostet 75 Franken. Wer Jahrgang 1997 oder jünger ist, profitiert von einem kostenlosen Test. Von den rabattierten Preisen profitieren sowohl Männer, die Sex mit Männern haben, als auch trans Menschen.

Von 19 bis 21 Uhr verwandelt sich der talhof zur Karaokebar. Für alle, die später noch Energie haben, steigt ab 21 Uhr in der St.Gallen Libre Bar eine Party, um die Vielfalt zu feiern.

 

Hier gibt es die Eindrücke von den letzten beiden Jahren:

Bildergalerien

Blog-Beitrag 2021

Blog-Beitrag 2020

 

Was zum Anlass in den Medien darüber stand:

Tabus brechen: Queers erzählen von Liebe, Outing und Hass
TVO (07.11.2021)

Living Library in St.Gallen
Queer Lake (07.11.2021)

«Für viele war es die erste Begegnung mit einem Bisexuellen»
Die Ostschweiz (05.11.2021)

Begegnungen mit queeren Menschen
stgallen24 (04.11.2021)

Klischees hinterfragen und Vorurteile abbauen: Queere Personen laden am Sonntag zum Tischgespräch ein
St.Galler Tagblatt Live-Ticker (04.11.2021, 16:05)

Living Library: Begegnungen mit queeren Menschen
Kanton St.Gallen (04.11.2021)

23. September: Vergünstigte HIV-/STI-Tests in der mann-o-mann Sauna

6. September 2022

Kennst du deinen Status? Nutze die Testing-Aktion vor Ort in der mann-o-mann Sauna, um diesen zu überprüfen. Am Freitag, dem 23. September 2022, bieten wir HIV-/STI-Tests an. Männer, die Sex mit Männern haben, können sich dann von 18 bis 21 Uhr testen lassen. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Am Freitag, dem 23. September 2022, führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 18 bis 21 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vergünstigt testen lassen.

 

Statt üblicherweise CHF 179.– kostet ein Test für Saunabesucher an dem Abend nur CHF 95.–. Dieser Preis wird möglich dank Beiträgen vom mann-o-mann und HOCH Health Ostschweiz sowie von der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen. Getestet wird auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Für Jugendliche bis 25 Jahre kostet das Testpaket nur CHF 20.–.

 

Die Aktion leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe. Damit verhindert die Aktion präventiv, dass HIV/STI unbewusst weitergegeben werden.

 

Wenn Sie Fragen zur Testing-Aktion haben oder allgemein zu Ihrer sexuellen Gesundheit, kontaktieren Sie uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

40 Jahre HIV/Aids (Bild: pixabay)

Wir geben dieser Krankheit ein Gesicht

17. Mai 2022

Für die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen war Claudia zwanzig Jahre beim Projekt «Menschen mit HIV» im Einsatz. Dabei erzählte sie Schüler*innen aus ihrem Leben mit der Krankheit HIV/Aids. Zum Abschluss ihres Engagements liess sie die letzten zwanzig Jahre Revue passieren.

Interview: Predrag Jurisic
Beitragsbild: pixabay.com

 

40 Jahre HIV/Aids (Bild: pixabay)

40 Jahre HIV/Aids: Claudia (vollständiger Name der Redaktion bekannt) blickt zurück auf das Schulprojek «Menschen mit HIV» (Bild: pixabay.com).

 

Claudia, wie kamst du zum Projekt? 
Zunächst einmal suchte ich die Fachstelle auf, um mich mit HIV-Betroffenen regelmässig auszutauschen. Hier traf ich Menschen, die wie ich die gleichen Probleme hatten und unter dem Stigma der Aids-Epidemie litten. 1992 kam das Schulprojekt «Menschen mit HIV» auf und die Frage, ob ich ein Teil davon sein wollte.   

Die Projektidee fand ich von Anfang an gut: HIV-Betroffene besuchten im Rahmen der Sexualpädagogik Schulklassen. Dort erzählten sie aus ihrem Leben und gaben einen Einblick in den Umgang mit der Krankheit. Ich konnte mir aber überhaupt nicht vorstellen, dabei mitzuwirken. Doch der Gedanke liess mich nicht mehr los. Ich studierte zwei Jahre darum herum, ob ich das könnte oder überhaupt möchte, bis ich es schliesslich wagte. Als ich vor dem Klassenzimmer stand, wäre ich vor Nervosität lieber im Boden versunken, als dort hineinzugehen.  

Legte sich die Nervosität irgendwann?
Nein, sie legte sich eigentlich nie. Ich war bis zum letzten Einsatz immer nervös im Vorfeld. Ich denke, das muss auch so sein. Denn dann gibt man sich auch Mühe, es gut zu machen. Ich sagte immer: ‹Wenn ich einmal an den Punkt komme, an dem ich meine Geschichte nur noch gleichgültig runterleiere, ist es Zeit, aufzuhören.› Soweit kam es aber nie. Und das Interesse der Schüler*innen und die vielen positiven Rückmeldungen bestärkten mich in meinem Tun. 

Was bewirkten die Einsätze bei dir?
Vor den Einsätzen hatte ich für Abstand gesorgt, indem ich mich von der Drogenszene abwandte. Erst dieser Abstand ermöglichte es mir, über meine HIV-Diagnose und meine Erlebnisse in der offenen Drogenszene zu reden. Alle Gefühle, die ich all die Jahre verdrängt hatte, kamen beim Erzählen wieder hoch. Aber ich merkte mit der Zeit, dass das sehr heilsam für mich war. Zudem konnte ich junge Menschen – unsere zukünftige Gesellschaft – davor warnen, dasselbe Schicksal zu erleben. So konnte ich dem Staat auch etwas dafür zurückgeben, dass ich IV bekam. Etwas Besseres gab es für mich in meiner Situation gar nicht. 

Wie hat sich das Projekt entwickelt, seit du dabei bist?
Zu Beginn waren bis zu zehn Personen beim Projekt dabei. Danach wurden es immer weniger. Einige starben, einige hatten keine Lust mehr oder wandten sich anderen Dingen zu. Beim Projekt im Einsatz waren hauptsächlich Leute, die aus dem Drogenmilieu oder aus der Schwulenszene stammten. Es gab nur eine Mutter mit HIV-Diagnose, die über ihr Leben mit HIV in Beruf und Familie sprechen konnte. Ansonsten war die Angst zu gross, sich als HIV-positiver Mensch zu outen. Die Stigmatisierung und Ausgrenzung im Berufs- und Privatleben waren allgegenwärtig. Das war einerseits schade, weil HIV und Aids nicht nur in der Drogen- und der Schwulenszene präsent waren. Andererseits war es auch nachvollziehbar, weil die sozialen Konsequenzen enorm waren. 

Warum waren HIV-Betroffene derart stigmatisiert?
HIV bzw. Aids galten damals als eine «Randgruppenkrankheit», die nur Leute betraf, die ein nach damaligen gesellschaftlichen Massstäben «schlechtes» Leben führten. Und deshalb hatten sie es ja irgendwie verdient – das war damals die Haltung: Wer HIV/Aids hatte, war selbst schuld. Bis sich Hausfrauen, Familienväter und die ersten Kinder infizierten. Da musste die Gesellschaft nochmals über die Bücher. Deswegen war es wichtig, möglichst viele Menschen möglichst früh zu informieren, um solche Vorurteile abzubauen. Es ging bei unseren Einsätzen folglich nicht um die Schuldfrage, sondern darum, die Krankheit in den Griff zu bekommen. 

Wie hat dich diese Arbeit geprägt, was konntest du für dich gewinnen?
Dank dieser Arbeit konnte ich meine Vergangenheit aufarbeiten und meinen Platz im Leben und der Gesellschaft neu definieren. Ich stehe zu allem, was geschehen ist, und verurteile nichts und niemanden. Ich bin auch dankbar, dass der Staat viel Gutes in der Drogenpolitik bewirkt hat: Es gibt heute keine offene Drogenszene mehr, die Prävention dank sauberer Spritzen und Drogenabgabestellen funktioniert.  

Soviel Leid diese Krankheit über uns alle brachte, so hat sie mir doch auch die Augen für das Leben geöffnet und mir klargemacht, dass man viel mehr im «Jetzt» leben muss. Jeden Moment, in dem es einem gut geht, sollte man bewusst geniessen und dafür dankbar sein. Und es war Dr. Pietro Vernazza, der einmal zu uns sagte, er fände unser Wirken an den Schulen deshalb so toll, weil wir dieser Krankheit ein Gesicht geben. 

In den 90er Jahren war die Diagnose ganz klar ein Todesurteil, das war jedem bewusst. Es gab Zeiten, da starb jede Woche jemand aus meinem damaligen Umfeld. Es war lediglich eine Frage der Zeit. Deshalb nutzte ich jeden Moment und konnte mit meiner Arbeit viel Gutes tun. 

 

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza ist ehemaliger Chefarzt der Infektio- logie am Kantonsspital St.Gallen. Er hat jahrzehntelang zu HIV und Aids geforscht und sich für bessere Bedingungen in der Behandlung, aber auch in der Akzeptanz von HIV-positiven Menschen eingesetzt. Mehr zu seiner Arbeit und zu möglichen Heilungschancen in Zukunft in seinem Interview zum Welt-Aids-Tag 2020. Bild: Kantonsspital St.Gallen.

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza ist ehemaliger Chefarzt der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Er hat jahrzehntelang zu HIV und Aids geforscht und sich für bessere Bedingungen in der Behandlung, aber auch in der Akzeptanz von HIV-positiven Menschen eingesetzt. Mehr zu seiner Arbeit und zu möglichen Heilungschancen in Zukunft in seinem Interview zum Welt-Aids-Tag 2020. Bild: Christoph Ruckstuhl, NZZ.

 

Welche Momente sind dir besonders in Erinnerung geblieben?
Was mir in den Schulklassen immer wieder begegnet ist, ist Bewunderung. Bewunderung dafür, dass ich mich traue, über alles offen zu reden. In der heutigen Gesellschaft wird so viel gelogen. Selten setzt sich jemand einfach mal hin und redet so, wie es wirklich ist. Lügen ist heute Normalität. Und das erschüttert mich! Darum war es für mich auch wichtig, dass mal jemand kommt und die Wahrheit erzählt, auch wenn sie nicht immer schön ist. 

Woran liegt das? 
Die Menschen wollen gut dastehen und ihr Gesicht nicht verlieren oder haben Angst davor, was andere von ihnen denken. Du darfst nicht immer nur darauf achten, was andere von dir denken. Wenn es dir schlecht geht, hilft dir keiner von denen. Darum solltest du auf dich, dein Bauchgefühl und dein Herz hören, nicht auf die anderen! 

Was konntest du mit deiner Lebens- und Krankheitsgeschichte den Schüler*innen mit auf den Weg geben?
Ich zeigte ihnen auf, wie wertvoll das Leben ist. Ich sagte ihnen jeweils: «Ihr müsst nicht erst fast sterben, bis ihr den Wert eures Lebens erkennt.» Als Teenagerin wäre ich froh gewesen, wenn jemand in meine Klasse gekommen wäre und uns von seinen*ihren Erfahrungen berichtet hätte. Vielleicht hätte ich einen anderen Weg eingeschlagen als den der Drogenabhängigen. Damals war der Film «Wir Kinder vom Bahnhof Zoo» aktuell, und dieser Film hat mich sehr beeinflusst. Ich dachte damals «so will ich auch leben». Es faszinierte mich irgendwie. Bis ich selbst soweit war und die Faszination sich längst in eine schwere Abhängigkeit verwandelt hatte. 

Was hat dich beim Anschauen dieses Films so in den Bann gezogen?
Ich war damals ein Teenager. Gerade in dieser Zeit sind Jugendliche oft sehr dünnhäutig und vulnerabel – sprich anfällig für Einflüsse von aussen. Und da damals unsere Familie auseinanderfiel und mein Bruder und ich mit der schwierigen Situation völlig alleingelassen wurden, war ich sehr enttäuscht: über die Familie, aber auch über die ganze Gesellschaft. Ich fühlte mich total im Stich gelassen und fiel in ein bodenloses Loch. Da kamen mir die Drogen wie eine Rettung vor. Rückblickend betrachtet sind Drogen für mich ganz klar ein Liebesersatz. Sie gaben mir – jedenfalls kurzzeitig – die Wärme, die mir fehlte. Aber die Wärme und Liebe der Eltern kannst du nicht durch Drogen ersetzen. Zudem entwickelte ich sehr selbstzerstörerische Züge.  

Und genau darum ging es mir bei meiner Arbeit mit den Schüler*innen: Ich wollte ihnen aufzeigen, dass wir alle mal Situationen erleben, in denen wir vulnerabel und dünnhäutig sind. Und wenn wir dann falsche Entscheidungen treffen, anstatt uns Hilfe zu holen, geraten wir in einen Strudel, der einen schnell weit nach unten ziehen kann. 

Wie hat sich deine Arbeit im Laufe der Jahre verändert?
Heute ist die Hauptdroge das Handy, nicht mehr das Heroin. Wenn ich die Schüler*innen bei meinen Einsätzen beobachte, wie sie nach Schulschluss drauf losrennen, finde ich es bedenklich. Dies wird in Zukunft ebenfalls Folgen für die psychische Gesundheit haben. Darum wird auch die Medienkompetenz für die Jungen immer wichtiger. Was sich in Bezug auf die Drogenprävention geändert hat, ist, dass die Drogen in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind: Die Menschen konsumieren mehr privat statt öffentlich. Wir sehen den Konsum nicht mehr, aber er findet dennoch statt. Hier gilt es, eine Art «Safer Drugs Prävention» zu betreiben, um die gravierenden Folgen von Drogen zu minimieren.

Die da wären?
Zum Beispiel erlebe ich, dass junge Leute heute viel mehr Alkohol trinken als damals, als ich weit und breit die Einzige war, die so jung schon so viel trank. Auch Medien haben öfters darüber berichtet. Heute ist das normal geworden, was ich sehr bedenklich finde. Heroin und andere Drogen werden privater konsumiert, aber der Alkoholkonsum ist in der ganzen Gesellschaft präsent: in jedem Restaurant, in der Öffentlichkeit oder in den Läden, in denen Alkohol erhältlich ist. 

Die «Junkie-Kultur», die ich erfahren habe, gibt es so nicht mehr. Auch erlebe ich, dass die meisten neben Alkohol auch Medikamente konsumieren. Und die, die noch Heroin konsumieren, holen es bei der staatlichen Abgabestelle. Da stimmt wenigstens die Qualität, die auf der Strasse sehr viel schlechter geworden ist.  

Ich stelle fest, dass sich die ganze Gesellschaft seit den 90er Jahren sehr verändert hat – auch durch all das Digitale wie Handys und Computer. Aber auch darin, was Respekt, Anstand und Mitgefühl betrifft. Die meisten sind sehr egoistisch geworden. Alles ist so oberflächlich. Und ich spüre richtig, wie es darunter immer schlimmer wird, wie die Leute viel schneller aggressiv und gewaltbereit sind. 

Was hat sich in Bezug auf HIV und Aids verändert?
HIV und Aids sind als Thema von der Bildfläche verschwunden. Ein Grund dafür liegt auch in der besseren medizinischen Behandlung: Heute ist HIV/Aids eine chronische Erkrankung. Die Medizin geht von einer normalen Lebenserwartung aus. Aber wirklich wissen tut das keiner. Es ist meines Wissens nach noch niemand dank Medikamenten 80 Jahre alt geworden, der Aids hatte. Deshalb finde ich, sollten wir als Gesellschaft eine solche Aussage mit Vorsicht geniessen. Zudem meinen viele, Aids sei heute heilbar. Dabei ist die Krankheit nach wie vor tödlich. Sie ist lediglich behandelbar geworden. Ich selbst merke, wie die Krankheit und die Medikamente ihren Tribut fordern. Die Zellen im Körper altern mit HIV und den Medikamenten schneller, als wenn jemand gesund ist und keine HIV-Medikamente zu sich nimmt. 

 

2020 starben weltweit 680‘000 Menschen an Aids. 2010 waren es noch 1,3 Millionen. Parallel infizierten sich weltweit 1,5 Millionen Menschen mit HIV, im Vergleich zu 2010 ein Rückgang von 31 Prozent. Weltweit leben heute etwa 38 Millionen Menschen mit HIV, 73 Prozent von ihnen erhalten Medikamente, 27 Prozent nicht. Das südliche Afrika ist am stärksten betroffen. Auch in Osteuropa und Zentralasien haben dieInfektionen in den letzten Jahren stark zugenommen.

Quelle: Aids-Hilfe Schweiz, Welt-Aids-Tag.de

 

Was gibt es in der HIV-Prävention noch zu tun?
Weltweit natürlich noch viel, besonders in Afrika oder auch in Russland. In der Schweiz funktioniert die Prävention gut. Was ich mir für die Ostschweiz mehr wünsche, ist eine engere Betreuung von HIV-Betroffenen: In Bern/Biel arbeiten beispielsweise die Gassenleute bei der spezifischen Prävention von vulnerablen Gruppen mit. Auch ist die Betreuung im Kleinen stärker: In der Ostschweiz gibt es zwar Anlaufstellen, allerdings bleiben viele Betroffene häufig auf sich alleine gestellt. Eine persönliche Ansprache wäre gut.  

Wie liessen sich HIV-Betroffene in der Ostschweiz persönlicher ansprechen?
Das ist schwierig zu sagen: In unserer Region habe ich immer noch das Gefühl, dass sich die Leute nicht trauen, über ihren HIV-Status zu reden. Sie wollen ihren Status für sich behalten – aus Angst vor Anfeindungen und Mobbing. Deshalb sprechen sie nur mit ihren Ärtz*innen darüber. Es gibt auch heute noch HIV-Betroffene, die es nicht einmal ihrer*ihrem Partner*in sagen.  

Stichwort Stigmatisierung und Diskriminierung: Wo siehst du für HIV-Betroffene im Alltag Hürden bzw. Verbesserungspotenzial?
Ich hatte mal ein negatives Erlebnis in einer Zahnarztpraxis in Ungarn: Kaum hatte ich auf dem Eintrittsformular meinen HIV-Status bekanntgegeben, wurde ich total stehengelassen. Alle anderen im Warteraum kamen an die Reihe, nur ich nicht. Als ich daraufhin den Zahnarzt ansprach, bekam ich zunächst eine faule Ausrede und danach die Aussage, es wäre ihm lieber, mich nicht zu behandeln. Und falls doch, sollte ich irgendeine Erklärung vor der Behandlung unterschreiben, was ich dann nicht tat.  

Zurück im Hotel, das für diese Zahnarztbehandlung mitgebucht war, merkte ich schnell: Meine Aussage beim Zahnarzt hatte ganz schnell die Runde gemacht – und das sowohl bei den Praxis- als auch bei den Hotelangestellten. Sie behandelten mich von einem Moment auf den anderen nur noch mit Verachtung, was mich sehr irritierte. Den Fall meldete ich schliesslich der Aids-Hilfe Schweiz. Denn auch in der Schweiz passieren gerade im medizinischen Bereich solche Diskriminierungen, weil das medizinische Personal zu wenig über die Krankheit und die Behandlung Bescheid weiss. 

 

«Die Gesellschaft braucht dringend ein Update bezüglich HIV/Aids», meint Caroline Suter, stellvertretende Geschäftsleiterin der Aids-Hilfe Schweiz. Ihre Aussage bezieht sich auf die nach wie vor andauernde Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit HIV in verschiedenen Alltagssituationen. Mehr dazu im Interview. Bild: Marlyn Manser.

«Die Gesellschaft braucht dringend ein Update bezüglich HIV/Aids», meint Caroline Suter, stellvertretende Geschäftsleiterin der Aids-Hilfe Schweiz. Ihre Aussage bezieht sich auf die nach wie vor andauernde Ausgrenzung und Diskriminierung von Menschen mit HIV in verschiedenen Alltagssituationen. Mehr dazu im Interview. Bild: Marlyn Manser.

 

Wie lassen sich solche Vorfälle verhindern?
Die Menschen tragen die Welt im Hosensack: Sie können sich über alles informieren oder eben auch nicht. Anstatt sieben Stunden TikTok zu schauen, wäre ein Gespräch mit queeren Menschen oder HIV-Positiven hilfreich. So liessen sich Vorurteile, Klischees und Halb- oder Nichtwissen beseitigen. 

Begegnest du solchen Vorurteilen oder Klischees auch heute noch?
Ja. Die Leute tun sehr tolerant und offen. Ich sage ausser den Schüler*innen niemandem, dass ich im letzten Stadium aidskrank bin. Die, die es wissen müssen, wissen es schon lange. Sobald ich von HIV rede, merke ich, wie die Menschen langsam und möglichst unauffällig von mir Abstand nehmen. Mit wenigen Ausnahmen. Und das sind meist selbst Betroffene. Hier braucht es mehr Wissen darüber, was HIV und Aids heutzutage bedeuten. 

Eine andere Situation erlebte ich bei der Wohnungssuche: Zwar gab sich die Person bei der Wohnungsbesichtigung offen und tolerant, als ich HIV als IV-Grund angab. ‹Es wäre überhaupt kein Problem.› Danach kam eine Absage, weil ein Verwandter die Wohnung bekommen sollte, von dem vorher aber nie die Rede war. 

Das Schulprojekt «Menschen mit HIV» geht zu Ende: Welche Gefühle und Gedanken begleiten dich dabei?
Zum einen sind es sehr freudige Gefühle: Das Projekt war für mich eine sehr tolle und wertvolle Sache. Ich habe etwas bewegt und den jungen Leuten etwas mitgegeben. Auch werde ich die Gefühle nie vergessen, die einzelne Schulklassen mit mir geteilt haben: Als sie beim Erzählen meiner Lebensgeschichte mitgefiebert, mitgeheult und mitgelacht haben. Die letzten zwanzig Jahre waren eine heilsame Zeit für mich. Ich fand mein Plätzchen und lernte die andere Claudia kennen: die Claudia, die überlebt und positiv eingestellte Leute kennengelernt hat.   

Zum anderen aber begleiten mich auch sehr traurige Gefühle: Ich finde es schade, dass dieses wertvolle und wichtige Projekt mit mir zu Ende geht. Viele Schüler*innen fanden, meine Präventionsarbeit sollte in den Lehrplan aufgenommen werden. Aber ich bin dankbar, dass ich noch die Chance und die Kraft bekam, diese Arbeit zu machen. Ich habe sie immer sehr gern getan und gab immer alles. Meine Devise war und ist: Was du tust, das tue richtig. Und ich spürte, dass ich das Richtige tat. Das war, ist und wird immer ein schönes Gefühl bleiben.
 

Wie hast du während der letzten zwanzig Jahre die Entwicklung der Fachstelle erlebt?
Die Fachstelle hat sich extrem verändert: In den 90er Jahren stand die Aids-Hilfe im Vordergrund. Es ging um unmittelbare Hilfe für Leute mit Aids sowie die HIV-Prävention. Später kamen weitere Angebote hinzu wie die Sexualpädagogik oder das COMOUT-Projekt mit Lebensgeschichten aus der queeren Community. Heute geht es mehr um sexuelle Gesundheit bzw. Gesundheit im Ganzen. Dieser ganzheitliche Ansatz ist viel umfassender als die Präventionsarbeit in den Anfangsjahren. Es ist eine Art von Lebensschulung. Und mehr solcher Lebensschulungen statt nur Algebra und anderer Fächer wären für die Gesellschaft von morgen sehr hilfreich. 

«I feel good»-Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz: Im Mai vergünstigte HIV- und STI-Tests.

HIV- und STI-Test im Mai günstiger

4. April 2022

Wer sich testet, schützt seine Gesundheit und die der Sexpartner*innen. Vom 2. bis 31. Mai 2022 gibt es vergünstigte HIV- und STI-Tests für Männer, die mit Männern Sex haben (MSM), sowie für trans Personen. 

Text: Adrian Knecht & Predrag Jurisic
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

 
Wer Sex hat, kann sich nicht vor allen STI schützen, denn sie übertragen sich sehr leicht. Wir empfehlen darum impfen, schützen und regelmässig testen – auch ohne Symptome. Am günstigsten gibt es den Test im Mai.

 

Im Mai gibt's für schwule, bi und queere Männer (MSM) sowie für trans Personen den HIV- und STI-Test für 75 Franken. MSM und trans Personen bis Jahrgang 1997 oder jünger können gratis zum Test.

 

Vom 2. bis 31. Mai 2022 führen die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz und der Aids-Hilfe Schweiz eine Informations- und Testkampagne durch. Die Testkampagne leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit. Für Männer, die Sex mit Männern haben, sowie für trans Personen kostet der HIV-STI-Test nur 75 Franken. Jugendliche bis Jahrgang 1997 und jünger können sogar gratis zum HIV- und STI-Test.

 

Hier kannst du dich testen lassen

Nutze die STI-Sprechstunde der Infektiologie des KSSG für einen Test ohne Voranmeldung:

Montag 16:45 – 17:45 Uhr
Dienstag 08:00 – 08:45 Uhr
Mittwoch 16:45 – 17:45 Uhr
Freitag 15:15 – 16:45 Uhr
Die genaue Adresse sowie zusätzliche Informationen zum HIV-/STI-Test findest du auf der Website der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Weitere Teststellen in der Schweiz gibt’s in dieser Übersicht.

 

Testing-Aktion in der Sauna

Am Sonntag, 1. Mai 2022, gibt es das Testangebot vor Ort in der mann-o-mann Sauna. Von 16:00 bis 19:00 Uhr können Saunagäste von zusätzlichen 10 Franken Rabatt auf den Aktionspreis profitieren.
 

 

Kann sein T-Shirt im Seebad nicht ausziehen: Transmann Logan in «Sous la Peau».

«Ich bin verliebt in mich»

13. September 2021

Tiefgründig, intim und berührend: Die Filmvorführung «Sous la Peau» mit anschliessendem Thementalk hat am 9. September rund 90 Besucher*innen ins Palace St.Gallen gelockt und im Herzen ergriffen. Eine Rückschau zur siebten Edition der Gender-Matters-Veranstaltungsreihe.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild: Aardvark Film Emporium
Bilder im Palace: Adrian Knecht

Während der gesamten Spielzeit bleibt der Genfer Regisseur Robin Harsch dem Titel seines Dokumentarfilms treu: In «Sous la Peau» (zu Deutsch: «Unter der Haut») begleitet er drei trans Jugendliche während zwei Jahren auf dem Weg ihrer Transition. Mit Momenten, die buchstäblich unter die Haut gehen. Wie bei trans Frau Effie Alexandra, einer Protagonistin im Film, als sie nach ihrer Transition mit geschlechtsangleichenden Operationen ihr aktuelles Befinden beschreibt: «Ich bin verliebt in mich.» Dieser Satz verdeutlicht eindrücklich, was trans Menschen erleben, wenn sie nach aussen hin endlich so sein können, wie sie im Inneren sind: eine Befreiung vom bisherigen und ein freudvolles Ankommen im eigentlichen Ich.

 

«Wie ein Gefängnis, das man einreissen möchte»

Ein weiterer Protagonist im Film ist trans Mann Logan. In einer Szene sitzt er auf dem Steg eines Seebads und beobachtet das Treiben im Wasser und am Strand. Er selbst geht nicht ins Wasser. Er könne seinen Oberkörper nicht zeigen. Dieser sei für ihn wie ein Gefängnis, das er einreissen möchte. Bis zur Angleichung an die männliche Brust bindet Logan seinen Oberkörper ab, damit die Konturen der weiblichen Brust nicht zu sehen sind. Umso befreiter und stolzer zeigt Logan am Ende des Films Söan, dem dritten Protagonisten und trans Mann im Film, das Resultat der Mastektomie (= operative Entfernung von Brustgewebe).

Kann im Seebad sein T-Shirt nicht ausziehen: Trans Mann Logan im Dokumentarfilm «Sous la Peau». (Quelle: YouTube-Trailer von Aardvark Film Emporium)

 

Trans Personen im Zentrum

Trans Personen kommen nur selten selber zu Wort. Oft wird über sie statt mit ihnen gesprochen – ob in den Medien, in Expert*innenrunden oder im Alltag. Dabei sind sie es, die am besten wissen, was trans sein bedeutet, wie es sich anfühlt und welchen Hürden sie im Alltag begegnen.

Diesem Zustand wirkt die siebte Edition von Gender Matters, der Veranstaltungsreihe des Kompetenzzentrums Integration und Gleichstellung (KIG), entgegen: Nach der Filmvorführung von «Sous la Peau» lädt Rahel Fenini, Gleichstellungsbeauftragte des Kantons St.Gallen (KIG), das Publikum zum Thementalk mit trans Personen ein.

Auf der Bühne vertreten sind: Jason Zellweger (trans Mann), Amanda Künzle (trans Frau) und Fabian Marcionetti (trans Mann und Aktivist in St.Gallen). Als Fachexperte anwesend ist Thomas Egger (stellvertretender Chefarzt Psychosomatik der Klinik Gais). Durch den Talk führt Adrian Knecht, Projektleiter MSM/LGBTIQA+ der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen.

Rahel Fenini, Gleichstellungsbeauftragte des Kantons St.Gallen, eröffnet den Themenabend im Palace St.Gallen. (Bild: Adrian Knecht)

 

«Eltern verlieren nicht einen Sohn oder eine Tochter»

«Wie viele trans Menschen gibt es in der Schweiz?», lautet eine der Fragen, die Adrian Knecht dem Plenum stellt. Laut Transgender Network Switzerland (TGNS) wurden trans Menschen hierzulande nie gezählt. Studien aus dem Ausland zeigen verschiedene Häufigkeiten auf: von 0,5 bis 3 Prozent der Bevölkerung. Umgerechnet auf die 8,7 Millionen Schweizer*innen (Stand 2020: Bundesamt für Statistik) hiesse dies, dass zwischen 43’500 und 261’000 trans Menschen in der Schweiz leben. Dies entspricht der Grösse einer mittleren bis grösseren Stadt.

Auf die Frage, was sich die drei trans Personen auf der Bühne in ihrer Kindheit oder Jugend gewünscht hätten, antworten sie: «Mehr Unterstützung im Umfeld, mehr Informations- und Beratungsmöglichkeiten oder auch die Einstellung, dass Eltern nicht einen Sohn oder eine Tochter verlieren. Sie behalten schlicht und einfach ihr Kind.»

 

«Trans ist ein Thema, aber kein Trend»

Zahlreiche Medienberichte und Fernsehbeiträge greifen das Thema Trans/Transgender auf. Häufig ist dabei die Rede von einem Trans-Trend oder einem Zeitgeist-Phänomen. Darauf angesprochen entgegnet Thomas Egger, stellvertretender Chefarzt Psychosomatik der Klinik Gais: «Trans ist ein Thema, aber kein Trend. Heute gibt es nicht mehr trans Personen als früher.» Der Unterschied zu früher: Es gibt heute mehr Vorbilder, mehr Informationen und mehr Sichtbarkeit zu diesem Thema. Dies wiederum macht trans Menschen Mut, mehr zu sich zu stehen, Beratungen in Anspruch zu nehmen und den Weg ihrer Transition zu gehen. «Ausserdem ist trans sein ganz normal, wenn es um Geschlechtsidentitäten geht. Es ist weder eine Krankheit noch eine Modeerscheinung», ergänzt Thomas Egger seine Antwort.

«Ab wann ist denn ein Mensch trans?», wirft Adrian Knecht die nächste Frage in die Runde. «Eine Person ist dann trans, sobald sie sich als trans definiert», erklärt Amanda Künzle. Es gebe keine weiteren Faktoren oder Merkmale, die einen trans Menschen definieren, insbesondere von aussen.

Rund 90 Besucher*innen kamen zur Filmvorführung von «Sous la Peau» sowie zum Thementalk im Anschluss. (Bild: Adrian Knecht)

 

Beratungs-, Treff- und Austauschmöglichkeiten in der Ostschweiz

Zum Schluss will Adrian Knecht noch wissen, welche Beratungs-, Treff- und Austauschmöglichkeiten es für trans Menschen in der Ostschweiz gibt. Fabian Marcionetti, trans Mann und Aktivist in St.Gallen, erwähnt «otherside» sowie «s bunte Grüppli». In diesen Gruppen finden trans Personen Gleichgesinnte und können sich ungezwungen treffen und austauschen. Amanda Künzle ergänzt dazu das Transgender Network, das sich national für trans Menschen einsetzt und als erste Anlaufstelle für verschiedene Fragen dient.

Die einzelnen Adressen dazu gibt es hier:

Neben den Peer-to-Peer-Gruppen gibt es zusätzliche Beratungsstellen:

 

Nächster Anlass: Living Library

Gemeinsam mit der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) hat das Kompetenzzentrum Integration und Gleichstellung (KIG) den Anlass im Palace St.Gallen durchgeführt. Ein weiterer Anlass zu queeren Themen findet am Sonntag, 7. November von 15 bis 19 Uhr im talhof St.Gallen statt: Living Library.

An diesem Anlass berichten die «lebenden Büchern» aus der LGBTIQA+ Community aus ihrem Leben: Sie erklären den Besucher*innen in einem Bistro-Ambiente, wie es ist, anders zu sein. Dabei vermittelten sie Wissen und Erfahrungen zu verschiedenen sexuellen Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten. Parallel dazu bieten die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen und die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine HIV-/STI-Test-Aktion für queere Jugendliche an.

Wie die Living Library 2020 war, sehen Sie hier.

Living Library 2020: Die Erstausgabe war ein geglückter Start.

10. September: Nächste HIV-/STI-Test-Aktion im mann-o-mann

10. September: Nächste HIV-/STI-Test-Aktion im mann-o-mann

3. August 2021

Am 10. September 2021 findet die nächste HIV-/STI-Test-Aktion im mann-o-mann statt. Männer, die Sex mit Männern haben, können sich dann von 18 bis 21 Uhr günstiger testen lassen. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

10. September: Nächste HIV-/STI-Test-Aktion im mann-o-mann

Am Freitag, 10. September 2021 führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 18:00 bis 21:00 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vergünstigt testen lassen.

 

Statt üblicherweise CHF 179.– kostet ein Test für Saunabesucher an dem Abend nur CHF 90.–. Dieser Preis wird möglich dank Beiträgen vom mann-o-mann und HOCH Health Ostschweiz sowie von der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen. Getestet wird auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper. Für Jugendliche bis 25 Jahre kostet das Testpaket nur CHF 40.–.

 

Die Aktion leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe. Damit wird präventiv verhindert, dass HIV/STI unbewusst weitergegeben werden.

 

Wenn Sie Fragen zur Testing-Aktion haben oder allgemein zu Ihrer sexuellen Gesundheit, kontaktieren Sie uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

YPrEP für junge MSM: Die PrEP schützt vor einer HIV-Ansteckung. Das Projekt YPrEP unterstützt dich bei der Finanzierung. Kontaktiere uns für mehr Infos.

YPrEP – Schutz für junge Männer

25. November 2025

Bist du ein junger Mann im Alter zwischen 16 und 25 Jahren? Hast du Sex mit verschiedenen Männern? Verfügst du nicht über genug Geld, um eine PrEP zu bezahlen? Deine Gesundheit ist uns ein Anliegen. Zusammen mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz bieten wir mit dem Projekt «YPrEP» Unterstützung bei der Finanzierung. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

PrEP Einnahmeschema 2025

Die PrEP (= Präexpositionsprophylaxe) ist eine wirksame Möglichkeit, sich beim Analverkehr vor HIV zu schützen. Die PrEP ist ein ärztlich verordnetes Medikament. Korrekt eingenommen schützt sie mindestens so zuverlässig wie ein Kondom. Hier erfährst du mehr zur PrEP als Safer Sex.

 

Dein Weg zur PrEP

Der Zugang zur PrEP ist nicht ganz günstig. Es fallen Kosten für Beratung, Verlaufskontrollen und das Medikament an. Für junge Menschen, die sich in einer Ausbildung befinden oder kein regelmässiges Einkommen haben, kann das zu teuer sein. Wir wollen nicht, dass du deswegen auf einen passenden Schutz verzichten musst.

 

Wir beraten dich zur PrEP

Wie geht das mit der PrEP? Ist das der passende Schutz für dich? Wie läuft die Finanzierung? Kannst du am Projekt teilnehmen? Welche Beratung und Begleitung darfst du von uns erwarten? Wir erklären es dir gerne bei einem Beratungsgespräch.

Michael ist Projektleiter für Prävention im Bereich MSM. Nimm mit ihm Kontakt auf, um mehr über das Projekt «YPrEP» zu erfahren: michael.harms@ahsga.ch oder 071 223 68 08. Oder einfach per WhatsApp.

Du kannst auch Patrick Schmid, Oberarzt an der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz, kontaktieren: prep@kssg.ch oder 071 494 10 28.

26. Juni: Nächste HIV-/STI-Testing-Aktion im mann-o-mann

26. Juni: Nächste HIV-/STI-Testing-Aktion im mann-o-mann

10. Juni 2021

Die nächste HIV-/STI-Testing-Aktion im mann-o-mann gibt es am 26. Juni. Von 18 bis 21 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, günstiger testen lassen. Dazu ist das Testing-Team direkt vor Ort in der mann-o-mann Sauna. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

26. Juni: Nächste HIV-/STI-Testing-Aktion im mann-o-mann

Am Samstag, 26. Juni 2021, führt die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz eine Testingaktion in der mann-o-mann Sauna durch. Von 18:00 bis 21:00 Uhr können sich Männer, die Sex mit Männern haben, vergünstigt testen lassen.

 

Statt üblicherweise CHF 179.– kostet ein Test an dem Abend nur CHF 90.–. Dieser Preis wird möglich dank Beiträgen vom mann-o-mann und HOCH Health Ostschweiz sowie von der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen. Getestet wird auf HIV, Chlamydien, Syphilis und Tripper.

 

Die Aktion leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe. Damit wird präventiv verhindert, dass HIV/STI unbewusst weitergegeben werden.

 

Wenn Sie Fragen zur Testingaktion haben oder allgemein zu Ihrer sexuellen Gesundheit, kontaktieren Sie uns über einen dieser Kanäle: info@ahsga.ch | 071 223 68 08 | WhatsApp.

Glossar zu Geschlechtskrankheiten (STI)

Glossar zu Geschlechtskrankheiten

Neben dem HI-Virus gibt es eine ganze Reihe von Geschlechtskrankheiten, vor denen Sie sich schützen sollten. Diese heissen STI (Sexual Transmittable Infections), also sexuell übertragbare Infektionen. Die meisten STI sind gut behandelbar, wenn sie erkannt werden.

Die drei häufigsten STI – Syphilis, Tripper und Chlamydien – lassen sich kaum verhindern, wenn man Sex hat. Denn sie übertragen sich sehr leicht, vor allem auch beim Oralsex oder manchmal auch beim Küssen. Selbst Kondome schützen nicht ausreichend. Die STI verlaufen häufig ohne Symptome. Ein Mensch kann also zu Beginn nicht spüren oder merken, ob er eine Infektion hat. Allerdings kann er sie bereits weitergeben.

Deshalb lohnt es sich, sich regelmässig zu testen und mögliche Infektionen rasch zu behandeln. So tragen Sie zu Ihrer eigenen Gesundheit Sorge und verhindern eine (unwissentliche) Weiterverbreitung.

Hier finden Sie Informationen zu den wichtigsten STI:

  • Chlamydien: heilbar, oft tritt eine Spontanheilung ein; Inkubationszeit: 1 bis 3 Wochen
  • Gonorrhö (Tripper): heilbar; Inkubationszeit: 2 bis 8 Tage
  • Syphilis (Lues): heilbar, sofern frühzeitig erkannt; Inkubationszeit: 2 bis 3 Wochen, in seltenen Fällen bis zu 3 Monate
  • Hepatitis A: imfpbar; heilt von alleine aus (= lebenslängliche Immunität nach einer Infektion); Inkubationszeit: 2 bis 7 Wochen
  • Hepatitis B: impfbar; nicht heilbar, aber behandelbar; Inkubationszeit: 1 bis 6 Monate
  • Hepatitis C: nicht impfbar, aber heilbar; Inkubationszeit: 2 Wochen bis 6 Monate
  • Herpes genitalis: nicht heilbar, aber behandelbar; Inkubationszeit: 3 bis 7 Tage
  • Humanes Papillomavirus (HPV; Folgen: Feigwarzen, Gebärmutterhalskrebs): nicht heilbar, aber impf- und behandelbar; Inkubationszeit (= bis Genitalwarzen entstehen): 2 Wochen bis 3 Monate, in seltenen Fällen bis zu 8 Monate

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) empfiehlt Jugendlichen und jungen Erwachsenen die HPV-Impfung.

 

Weitere Informationen zu Safer Sex und HIV-/STI-Testing

 

Weitere Informationen zu Sex und Drogen

 

Safer Sex bei weiteren Praktiken

Sexualpraktiken wie Berühren und Küssen, Lecken, Blasen oder Masturbieren gehören auch zum Safer Sex. Ebenso wie das Rimming (Anuslecken), Natursekt (Urinspiele) oder Scat (Kot). Wer also keinen eindringenden Anal- oder Vaginalverkehr praktiziert, hat Safer Sex und ist damit vor HIV geschützt.

Wichtig zu wissen: Die anderen STI lassen sich trotz Safer-Sex-Praktiken übertragen. Darum gilt es, sich regelmässig zu testen. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz führt dazu eine eigene HIV-/STI-Sprechstunde, die Sie auch anonym aufsuchen können.

 

Wo ausserdem Vorsicht geboten ist

 

Sextoys/BDSM-Instrumente

Bei der gemeinsamen Benützung von Sextoys können HIV und STI übertragen werden. Ein Kondom kann hierbei schützen. Ausserdem ist es wichtig, die Sextoys nach dem Benutzen zu desinfizieren und nicht nur mit Seife abzuwaschen. Das gilt auch für BDSM-Instrumente.

Es gibt viele verschiedene BDSM-Spielarten

BDSM steht für «Bondage & Discipline, Dominance & Submission, Sadism & Masochism», zu Deutsch: Fessel- und Disziplinierungsspiele, Lustgewinn durch Dominanz oder Unterwerfung bzw. durch Sadismus und Masochismus. Neben den Safer-Sex-Regeln sind hier noch andere Gefahren zu beachten: Atem- und Durchblutungsprobleme (bei Fesselspielen) oder Verletzungen, Quetschungen oder Verbrennungen. Darum sind klare Absprachen und das Akzeptieren von Grenzen bzw. des «Stopps» der Spielgefährt*innen elementar.

Fisten/Fisting

Beim Fisten werden die Hand bzw. Faust oder der ganze Unterarm in den Anus oder in die Vagina eingeführt. Als HIV-/STI-Schutz helfen jeweils saubere Handschuhe je Fist-Vorgang bzw. je Sexualpartner*in. Folgt anschliessend Anal- oder Vaginalsex, so schützen nur Kondome aus Polyurethan vor HIV, da beim Fisten häufig fetthaltige Gleitmittel zum Einsatz kommen. Sind bei mehreren Sexualpartner*innen auch Sextoys im Spiel, gilt es, diese nach dem Gebrauch gründlich abzuwaschen und zu desinfizieren, ehe sie eine andere Person verwendet. Besser noch: Jede Person hat eigene Sextoys. Das gilt auch für Gleitmittel: Jede Person sollte ein eigenes dabeihaben, da sonst ein hohes Risiko bezüglich einer Infektion mit Hepatitis C besteht. Denn das Hepatitis C-Virus ist besonders überlebensfähig. Das Rimming nach dem Fisten birgt ebenfalls ein hohes Risiko für eine STI-Übertragung.

Chemsex

Chemsex meint den Konsum von Drogen beim Sex. Jeder Drogenkonsum ist mit Risiken verbunden. Darum ist es wichtig zu wissen, welche Substanzen wie wirken, sich gegenseitig verstärken oder im Mischkonsum gar lebensgefährlich sind. Ausserdem ist der Erwerb, Besitz, Konsum oder Handel mit Drogen in den meisten Fällen strafbar. Auf know-drugs.ch finden Sie mehr Informationen zu Substanzen sowie aktuelle Warnungen zu bestimmten Produkten. In einigen Schweizer Städten können Sie Ihre Substanzen auch auf deren Inhalte testen lassen (Drug Checking).

Wenn Sie Drogen beim Sex konsumieren, achten Sie auf die folgenden Empfehlungen:

  • Substanzwirkungen im Kontext zum eigenen Wohlbefinden kennen: z. B. nicht konsumieren, wenn Sie sich körperlich oder psychisch nicht wohlfühlen.
  • Denken Sie an die eigenen Medikamente: z. B. PrEP nicht vergessen, Timer stellen.
  • Essen und trinken Sie genügend. Legen Sie Pausen für Erholungen ein.
  • Benutzen Sie beim Sniffen ein eigenes Röhrchen und eine eigene Unterlage.
  • Verwenden Sie beim Slammen (= intravenöse Injektion von Drogen) ein eigenes Spritzenbesteck.
  • Lassen Sie bei einem Bad Trip nie jemanden alleine, sondern bringen Sie diese Person an die frische Luft, reden Sie ihr gut zu, lassen Sie sie Wasser trinken und etwas Zuckerhaltiges essen.
  • Bei Verdacht auf eine Überdosis wählen Sie den Notruf (144). Eine Überdosis kann diese Symptome aufzeigen: Schwindel, Übelkeit/Erbrechen, Orientierungslosigkeit, komatöser Zustand, Herzrasen, Hitzewallungen, Paranoia oder blaue Lippen/Fingerspitzen.

Weitere Informationen zu Chemsex finden Sie hier.

Safer Sex in einer Partnerschaft

Für Paare in einer festen Beziehung sind die Kommunikation und Transparenz über das eigene sexuelle Verhalten der erste Schritt zum Safer Sex: Vertrauen ist gut, Reden ist besser – egal, ob beim monogamen Partnerschaftsmodell oder bei einer offenen Beziehung. Über Sexualität zu sprechen ist für viele Menschen eine Herausforderung. Deshalb liegt es in der Verantwortung von jeder Person, die Thematik immer wieder aufzunehmen. Gerade bei Paaren – ob monogam oder offen lebend – kommt es nicht zuletzt zu einer unwissentlichen HIV-Ansteckung, weil es an offener Kommunikation fehlt.

 

HIV-Status von beiden kennen

Bevor Sie Sex ohne Kondom oder ohne PrEP haben, müssen Sie den HIV-Status Ihrer besseren Hälfte kennen. Dazu ist es wichtig, während mindestens sechs Wochen kein HIV-Risiko einzugehen und sich danach gemeinsam testen zu lassen – auch auf die anderen STI.

Danach gilt es, auszuhandeln, wie die Partnerschaft gestaltet sein soll: sexuelle Exklusivität bzw. Treue (= Monogamie) oder offene Partnerschaft. Ebenso gilt es, die Safer-Sex-Regeln festzulegen – besonders in einer offenen Partnerschaft bzw. im Falle eines Seitensprungs in einer monogamen Beziehung.

Für Frauen, die Sex mit Frauen haben (FSF), empfehlen wir die Broschüre «Safer Sex zwischen Frauen» zu lesen.

 

Ob monogam oder offen – Hauptsache ehrlich

Monogamie schützt vor Ansteckungen nicht: Selbst in einer liebevollen und langjährigen Partnerschaft, in der sich beide Personen die sexuelle Treue geschworen haben, können Ausrutscher passieren. Sollte es dabei zu einem Risiko gekommen sein: Seien Sie ehrlich zu Ihrer Partnerin bzw. zu Ihrem Partner. Denn damit schützen Sie sie*ihn vor einer möglichen HIV-Infektion.

Ferner empfiehlt es sich, einen STI-Test zu machen: Bei einem positiven Ergebnis gilt es, seine*n Partner*in zu informieren, damit er*sie sich ebenfalls testen und behandeln lassen kann. Auch bei Paaren in einer offenen Beziehung sind eine ehrliche Kommunikation sowie regelmässige HIV- und STI-Tests wichtig. So lassen sich allfällige Infektionen früh erkennen und behandeln. Die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz bietet hierzu eine STI-Sprechstunde an.

 

Jemand ist HIV-positiv, jemand HIV-negativ: Was nun?

Sofern die betroffene Person unter einer wirksamen HIV-Therapie ist, braucht es keinen zusätzlichen HIV-Schutz wie das Kondom oder die PrEP. Dies gilt auch, wenn beide Personen in einer Partnerschaft HIV-positiv und in Behandlung sind. Ein STI-Test sollte hingegen trotzdem gemacht werden, um Infektionen mit anderen Geschlechtskrankheiten auszuschliessen.

 

Vergünstigte HIV-/STI-Tests im Mai

Vergünstigte HIV-/STI-Tests im Mai

13. April 2021

Wer sich testet, schützt seine Gesundheit und die der Sexpartner*innen. Vom 1. bis 31. Mai 2021 gibt es vergünstigte HIV-STI-Tests für schwule, bi und queere Männer und trans Personen. 

Text: Adrian Knecht
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

Vergünstigte HIV-/STI-Tests im Mai

Im Mai sind HIV-STI-Tests günstiger.

 

Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), sind nach wie vor die am stärksten von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) betroffene Bevölkerungsgruppe. Die Zahl der infizierten MSM ist immer noch hoch und zeigt, dass die Infektionen nicht unter Kontrolle sind. Gerade die Zahl der Diagnosen bakterieller STI wie Syphilis, Tripper (Gonorrhoe) oder Chlamydien nimmt stetig zu. Etwa jeder fünfte MSM lebt heute mit einer Infektion, ohne es zu wissen. Denn oft treten bei einer STI keine Symptome auf. So werden STI unwissentlich und ungewollt verbreitet. Kondome oder PrEP schützen vor HIV, aber nicht zuverlässig vor anderen STI.

Vom 1. bis 31. Mai 2021 führen die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen in Kooperation mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz und der Aids-Hilfe Schweiz eine Informations- und Testkampagne durch. Die Testkampagne leistet mit der Vergünstigung einen Beitrag für die Gesundheit der am meisten betroffenen Bevölkerungsgruppe: für schwule, bi und queere Männer sowie trans Menschen kostet der HIV-STI-Test nur 75 Franken, junge Männer bis Jahrgang 2001 bezahlen sogar nur 25 Franken. Damit wird präventiv verhindert, dass HIV/STI unbewusst weitergegeben werden.

 

Solidarität im Zentrum

Im Rahmen der Kampagne wird während dem Monat Mai in der schwulen Community über HIV und STI informiert. Ebenfalls kann im ganzen Monat bei der Infektiologie des KSSG ein vergünstigter Test mit Beratung durchgeführt werden. Der Clou dabei: die Aids-Hilfe Schweiz spendet für jeden durchgeführten Test 10 Franken in einen Topf. Weiter können Männer im Rahmen der Kampagne zusätzlich selbst spenden. Der Erlös wird zur Finanzierung von Gutscheinen kostenloser Tests verwendet, welche LGBTQ-Jugendlichen ab Juni über unsere Kooperationspartner „otherside“ und „buntes Grüppli“ zur Verfügung gestellt werden.

Mit einem HIV-STI-Test – selbst gemacht oder für Jugendliche gespendet – schützt man nicht nur sich selbst: Wenn sich alle testen lassen, sind auch alle besser geschützt. Das unterbricht Übertragungsketten und schützt die individuelle Gesundheit.

 

Hier kannst du dich testen lassen

Nutze die STI-Sprechstunde der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz für einen Test ohne Voranmeldung:

Montag 16:45 – 17:45 Uhr
Dienstag 08:00 – 08:45 Uhr
Mittwoch 16:45 – 17:45 Uhr

Freitag 15:15 – 16:45 Uhr

Die genaue Adresse und weitere Informationen findest du auf der Website der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.
Eine Übersicht weiterer Teststellen in der Schweiz findest du hier
 

Spenden-Ticker

HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie sind nicht ansteckend.

Welt-Aids-Tag: Stopp Diskriminierung

1. Dezember 2020

Der 1. Dezember findet seit 1988 als Welt-Aids-Tag statt. Das Ziel des gemeinsamen Programms der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) ist es, Solidarität mit HIV-Betroffenen zu zeigen. Als Fachstelle für Aids- und Sexualfragen beleuchten wir dieses Jahr das Thema HIV/Aids aus drei Perspektiven: persönlich, rechtlich und medizinisch.

Text: Predrag Jurisic
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie sind nicht ansteckend.

Obwohl HIV-positive Menschen unter erfolgreicher Therapie nicht ansteckend sind, erleben sie Diskriminierungen im Alltag.

 

HIV-Betroffene sehen sich auch 2020 mit Diskriminierungen konfrontiert: Sei dies im Liebesleben, im Alltag oder beim Gang zur Zahnarztpraxis. Und das, obschon HIV-positive Menschen unter einer wirksamen HIV-Therapie nicht mehr ansteckend sind. In der Schweiz sind das immerhin 95 % aller HIV-positiven Personen. Doch nur 10 % der Bevölkerung wissen das. Es wird Zeit für ein HIV-Update.

 

HIV ist längst kein Todesurteil mehr. Trotzdem erleben HIV-Betroffene auch 2020 Diskriminierungen.

HIV ist längst kein Todesurteil mehr. Trotzdem sind HIV-Betroffene auch 2020 Diskriminierungen ausgesetzt. Bild: pixabay.com.

 

Die entschärfte Bombe

Er sei eine entschärfte Bombe, erzählt Riccardo (36) aus Winterthur. Dank seiner HIV-Therapie ist er nicht mehr ansteckend – auch beim Sex ohne Kondom. Trotzdem stösst er auf Dating-Portalen auf Ängste und Vorbehalte: Männer, denen er von seinem HIV-Status erzählt, suchen das Weite.

Dies ist einer der Gründe, warum uns Riccardo nur in anonymisierter Form über sein Leben mit HIV berichtet. Dennoch will er aufklären und zeigen, dass ein Leben mit HIV heute völlig normal abläuft: Das einzige, was sich bei ihm im Alltag geändert hat, ist die Medikamenteneinnahme. Ansonsten fühlt er sich fit wie vor seiner HIV-Infektion.

Warum es noch Diskriminierungen gibt und wie seine Freunde auf seine HIV-Infektion reagiert haben, gibt’s im Porträt nachzulesen: «Ich bin entschärft.»

 

«HIV/Aids: Die Bevölkerung braucht dringend ein Update.» Caroline Suter, stellvertretende Geschäftsleiterin und Leiterin der Rechtsberatung bei der Aids-Hilfe Schweiz. Bild: Marilyn Manser.

 

Die Gesellschaft braucht dringend ein HIV-Update

Sobald HIV und Aids als Schlagworte auftauchen, haben viele Menschen noch immer die dramatischen Bilder der 80er Jahre im Kopf: abgemagerte Körper, Lungenentzündungen, Hautkrebs. Darum braucht die Gesellschaft dringend in HIV-Update, wie Caroline Suter im Interview erklärt: Sie ist bei der Aids-Hilfe Schweiz stellvertretende Geschäftsleiterin und Leiterin der Rechtsberatung und berät HIV-Betroffene in Diskriminierungsfällen.

Jährlich erhält die Aids-Hilfe Schweiz hundert solcher Diskriminierungsmeldungen. Die Dunkelziffer liege jedoch um ein Zehnfaches höher. Erschreckend dabei: Die meisten Diskriminierungsmeldungen erfolgen im Gesundheitswesen. Da gibt es Zahnarztpraxen, die HIV-Betroffenen nur Randtermine geben, weil sie angeblich eine besondere Desinfektion der eingesetzten Instrumente vornehmen müssen. Oder auch Physiotherapie- und Allgemeinpraxen, die eine Behandlung abbrechen, sobald sie vom HIV-Status einer betroffenen Person erfahren.

Welche weiteren Diskriminierungen HIV-positive Menschen erleben, erzählt Caroline Suter im Interview: «HIV/Aids: Die Bevölkerung braucht dringend ein Update.»

 

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen (KSSG). Bild: KSSG.

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene bei HOCH Health Ostschweiz (ehemals Kantonsspital St.Gallen (KSSG). Bild: KSSG.

 

Ist HIV in naher Zukunft heilbar?

Ja, wenn es um die Einschätzung von Pietro Vernazza geht: Der Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene bei HOCH Health Ostschweiz ist überzeugt, dass eine Heilung von HIV in näherer Zukunft möglich sein wird. Es gebe einen Therapieansatz mit körpereigenen T-Zellen, der in Tierversuchen bereits erfolgreich getestet worden ist.

Im Interview beschreibt er zudem, wie sich die HIV-Prävention seit den Anfängen entwickelt hat, aber nicht nur: Er nimmt zu den aktuellen HIV-Infektionen Stellung sowie zur PrEP – der Präexpositionsprophylaxe. Das ist ein HIV-Medikament, das HIV-negative Personen einnehmen, um sich prophylaktisch gegen HIV zu schützen. Die tägliche PrEP-Pille bietet denselben zuverlässigen Schutz vor HIV wie ein Kondom und zählt seit wenigen Jahren ebenfalls zum Safer Sex – nebst der HIV-Therapie (TasP).

Ob es die Schweiz schafft, die HIV-Infektionen bis 2030 auf null zu senken und wie die HIV-Prävention global aussieht, zeigt Pietro Vernazza im Interview auf: «Ist eine Heilung von HIV/Aids in näherer Zukunft möglich?»

 

Menschen mit HIV – die Stigmatisierung ist noch immer gross

Living Library: Regenbogenvielfalt in St.Gallen

8. Oktober 2020

Am 6. Oktober 2020 fand die erste Living Library im talhof in St.Gallen statt. Ein Anlass mit «lebenden Büchern» aus der LGBTIQA+ Community. Diese lebenden Bücher erzählten Besucher*innen in einem Bistro-Ambiente aus ihrem Leben. Dabei vermittelten sie Wissen und Erfahrungen zu unterschiedlichen sexuellen Orientierungen sowie Geschlechtsidentitäten. Parallel dazu bot die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen zusammen mit HOCH Health Ostschweiz eine HIV-/STI-Test-Aktion für Jugendliche an.

Text: Predrag Jurisic und Adrian Knecht
Bilder: Jugendinformation tipp

 

Bunte Buchstaben begrüssen einen an diesem grauen Herbstabend beim Eingang des talhofs. Wo sonst Partys und Konzerte die Gäste begeistern, sind es an diesem Abend lebende Bücher, die aus ihrem Leben berichten. Menschen, die pansexuell, non-binär, lesbisch, bi, schwul, trans oder cis-hetero sind.

 

Lebendige Bücher am Bistro-Tisch

Die Living Library ist eine lebendige Bibliothek mit Menschen, die als Buch über sich und ihr Leben erzählen. Am Eingang können sich die Besucher*innen darüber informieren, welche «lebendigen Bücher» an diesem Abend etwas zu erzählen haben. Danach führt der*die Bibliothekar*in den*die Besucher*in zum jeweiligen lebendigen Buch an einen Bistro-Tisch, zur Sofaecke oder an einen Stehtisch.

Einmal bei einem der lebendigen Bücher angelangt können die Gäste Fragen stellen, wie zum Beispiel: «Was ist Pansexualität? Was darf ich mir unter non-binär vorstellen? Wie war dein Coming-out?» Wer nach einem Gespräch noch Lust auf ein anderes hat, steuert das nächste lebendige Buch an.

 

«Solche Anlässe müsste es an den Schulen geben»

Kaum hat die Uhr 19 geschlagen, strömen auch schon die ersten Gäste herein. Zaghaft, aber neugierig suchen sie sich den Weg zu ihrem lebendigen Buch, setzen sich hin und beginnen, sich über die Regenbogenvielfalt zu unterhalten. Das gemütliche Bistro-Ambiente lässt jede Anfangsnervosität verschwinden, sodass sich bald rege Gespräche entwickeln. Bei einem dieser Gespräche sagt ein lebendiges Buch, das selbst cis-hetero ist: «Solche Anlässe müsste es an den Schulen geben.» Diese würden die Gesellschaft weiterbringen und mehr zum gegenseitigen Verständnis und Respekt führen. «Zudem würden solche Veranstaltungen Jugendlichen helfen, eine gesunde Identität und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.»

 

Günstige HIV-/STI-Tests für Jugendliche

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen setzt sich nicht nur für mehr Akzeptanz der LGBTIQA+ Community ein, sondern auch für deren Wohlergehen. Darum hat sie zusammen mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz im Rahmen der Living Library günstige HIV-/STI-Tests organisiert und durchgeführt. Dank der Super-Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz und einem Beitrag der Fachstelle für Aids- und Sexualfragen hat der komplette Test für Jugendliche nur 20 Franken gekostet. Regulär kostet ein solcher Test auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper 180 Franken. Vom Spezialpreis haben sowohl Männer profitiert, die Sex mit Männern haben, als auch Trans Menschen bis 30 Jahre.

 

Das Organisationsteam ist zufrieden

Nach den Aufräumarbeiten trifft sich das Organisationsteam – zusammengesetzt aus Vertreter*innen der queeren Gruppierungen «otherside» und «buntes Grüppli» – zu einer kurzen Auswertung. Die jugendlichen Veranstalter*innen sind begeistert von der Vielzahl interessierter Besucher*innen und der guten Stimmung im talhof. In wochenlanger Vorbereitung haben die jungen Menschen auf den Abend hingearbeitet und viel Kreativität in das Projekt gesteckt. Nun stellt sich Erleichterung und Freude ein. «Die Gespräche haben mir gut getan», resümiert Jason vom bunten Grüppli. Alle sind sich einig: Die Living Library soll im nächsten Jahr wiederholt werden. Hoffentlich gelingt es, die Hemmschwelle dann noch tiefer anzusetzen und insbesondere Menschen ausserhalb der Community für eine Auseinandersetzung mit Themen des Regenbogens zu begeistern.

Vorschau FM 1 Today zur Living Library

Rückblick zur Living Library in der MANNSCHAFT

Bildergalerie

Moodvideo von @tipp.sg

Story von @tipp.sg

Living Library: Begegnungen im Zeichen des Regenbogens

Living Library: Begegnungen im Zeichen des Regenbogens

Text: Adrian Knecht
Grafik: Chris Knöpfl

Living Library: Begegnungen im Zeichen des Regenbogens

Pansexuell? Non-binär? Lesbisch? Trans-Mann? Viele Fragezeichen. Die queeren Gruppierungen «otherside» und «buntes Grüppli» laden ein, diese und andere Fragen an der «Living Library», der LGBTIQA+ Begegnung, zu klären. Die «Living Library» findet am 6. Oktober 2020 von 19 bis 21 Uhr im talhof statt.

Parallel dazu bietet unsere Fachstelle zusammen mit HOCH Health Ostschweiz eine Testing-Aktion speziell für Jugendliche vor Ort an: Männer, die Sex mit Männern haben, und trans Menschen unter 30 Jahren können sich für nur 20 Franken auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper testen lassen.

Medienmitteilung

Mehr zur Definition von LGBTIQA+

Die SUPER Testing-Kampagne

Text: Adrian Knecht
Bilder/Grafiken: Aids-Hilfe Schweiz

In den Monaten September und Oktober 2020 läuft eine weitere Testing-Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz. Dieses Mal unter dem Motto «Du bist super, wie du bist». Dabei geht es darum, sich und seinen Körper anzunehmen und zu lieben. Parallel finden zwei HIV-/STI-Tests in der Männersauna Mann-o-Mann statt: Am Sonntag, 27. September von 16 bis 19 Uhr sowie am Samstag, 24. Oktober von 18 bis 21 Uhr.

Du bist super, wie du bist

Kennst du das Gefühl, nicht gut genug zu sein? Nicht sexy genug oder zu wenig erfolgreich? Kein Sixpack oder zu wenig Action beim Sex? Das Verrückte dabei: Es geht uns allen so. Viele Menschen in der LGBTIQA+ Community stehen unter Druck und sind deshalb unglücklich. Obwohl wir super sind, wie wir sind. Wir wünschen uns, dass wir uns alle annehmen können, wie wir sind. Das ist leichter gesagt als getan. Darum mach mit uns den ersten Schritt und sag deinen Liebsten: Super, wie du bist!

Mach einen vergünstigten HIV-/STI-Test!

Regelmässiges Testen hilft, damit du dich beim Sex super fühlst. Darum gibt es im September und Oktober die Tests auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper für nur 40 Franken – für alle (schwulen, bi, trans und queeren) Männer, die Sex mit Männern haben. Als Teststelle empfehlen wir die Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.

Eine Übersicht weiterer Teststellen in der Schweiz findest du hier. Es finden zudem zwei Testing-Aktionen in der Mann-o-Mann Sauna statt:

  • Sonntag, 27.09.2020, 16–19 Uhr
  • Samstag, 24.10.2020, 18–21 Uhr

Komm vorbei und lass dich in entspannter Atmosphäre testen.

Flyer zur Test-Aktion im Mann-o-Mann

Beratung für Sexworker*innen

Beratung für Sexworker*innen

Arbeiten Sie im Sexgewerbe? Oder suchen Sie Sexworker*innen auf? Dann bietet Ihnen diese Seite Informationen zu diesen Fragen und Themen:

  • Wie schütze ich mich vor HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI)?
  • Wo kann ich mich auf HIV und STI testen lassen?
  • Welche Beratungsstelle passt zu meinen Bedürfnissen?

Infos zur sexuellen Gesundheit für Sexworker*innen

Persönliche Beratung und Informationen für Sexworker*innen


Beratung und Information für Männer, die als Male Sexworker arbeiten

Auch in unserer Region gibt es Männer, die sexuelle Dienstleistungen für Männer (MSM) anbieten. Einige machen dies professionell, andere verdienen sich mit Sexwork gelegentlich etwas dazu. Wichtig ist dabei, auf die eigene sexuelle Gesundheit sowie auf die der anderen zu achten (Safer-Sex-Regeln kennen).

Als Fachstelle für Aids- und Sexualfragen helfen wir Male Sexworkern bei gesundheitlichen, rechtlichen und anderen Fragen weiter. Nehmen Sie dazu Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch / 071 223 68 08.

Oder folgen Sie uns auf unseren sozialen Netzwerken: Auf diesen informieren wir regelmässig über mögliche HIV-/STI-Testaktionen. Diese können Sie in Anspruch nehmen, wenn Sie sich in unserer Region aufhalten und/oder Ihre Dienstleistungen hier anbieten.

Informationen zur rechtlichen Ausgangslage für Sexwork in der Schweiz gibt es bei Dr. Gay.

Falls Sie als Mann Sexwork anbieten oder einen Sexworker aufsuchen, lesen Sie dazu unsere Tipps:

  • Neue Safer-Sex-Regeln kennen
  • Regelmässig testen lassen (min. einmal pro Jahr, bei mehr als 10 Partnern min. zweimal pro Jahr)
  • Sich gegen Hepatitis A und B impfen lassen sowie HPV (bis 27 Jahren empfohlen)
  • Bei Symptomen wie Jucken, Brennen oder anderen auffälligen Veränderungen wie z. B. Geschwüren, Bläschen oder Ausschlag ärztliche Behandlung in Anspruch nehmen.
  • Ansteckungsketten unterbrechen: Wenn Sie eine sexuell übertragbare Infektion haben, warten Sie mit dem Sex, bis die Infektion ausgeheilt ist. Informieren Sie ausserdem alle letzten Partner, damit sich diese auch untersuchen und behandeln lassen können.

Regelmässige HIV-/STI-Tests und anonyme Sprechstunde der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz


MariaMagdalena: Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe

MariaMagdalena …

  • setzt sich zum Ziel, die Gesundheit und Lebensqualität der Personen im Sexgewerbe zu optimieren. Und zwar durch die Förderung der Sozialkompetenz und den Zugang zu Angeboten im Gesundheits- und Sozialbereich sowie im Rechtssystem. 
  • führt Prävention und Gesundheitsförderung in den Angeboten des Sexgewerbes im Kanton St.Gallen mittels der aufsuchenden Sozialarbeit durch.
  • vermittelt Informationen über HIV/Aids und weitere sexuell übertragbare Infektionen.
  • ist Mitglied der Aids-Hilfe Schweiz und verantwortlich für die Umsetzung des nationalen Präventionsangebotes «Aidsprävention im Sexgewerbe » (APiS) im Kanton St.Gallen.
  • unterstützt Einzelpersonen und Gruppen im Sexgewerbe durch Information, Beratung und Begleitung.
  • bietet in der Beratung Informationen zum Gesundheits-, Sozial- und Rechtssystem in der Schweiz und zeigt Handlungsmöglichkeiten auf. Dabei werden die spezifischen Gegebenheiten des Sexgewerbes und insbesondere die migrationsspezifischen Aspekte berücksichtigt. Die Beratung und Begleitung von Personen im Sexgewerbe und/oder deren Umfeld ist als ein komplexer, integrativer und interdisziplinärer Prozess mit systemischem Verständnis und sozialarbeiterischen Handlungskompetenzen zu verstehen.

Die Angebote sind anonym und kostenlos; die Mitarbeitenden stehen unter der beruflichen Schweigepflicht.

Quelle: MariaMagdalena

Weitere Informationen finden Sie unter MariaMagdalena

 

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen


Beratung und Information für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen

Jeder fünfte Mann zwischen 18 und 65 Jahren nimmt in der Schweiz mindestens einmal in seinem Leben die Dienste einer Sexarbeiterin in Anspruch. Manche Männer machen es aus Neugier oder als Mutprobe. Manche gehen regelmässig zu einer Sexarbeiterin oder ritualisiert als Start ins Wochenende, bevor es mit der Clique zum Feiern geht.

Der Genuss an der Lust sollte keine unerwünschten Folgen nach sich ziehen. Darum lohnt sich ein genauer Blick auf die möglichen Risikosituationen, auf das eigene Risikoverhalten sowie auf das eigene Verhalten gegenüber Sexarbeitenden:

Zu HIV-Risiken zählen:

  • ungeschützter Anal- und Vaginalverkehr (auch nur kurzes «Dipping» bzw. Eintauchen)
  • geteilte Utensilien beim Drogenkonsum (z. B. Spritzen)
  • Geburt und Stillen

Kein HIV-Risiko besteht in diesen Fällen:

  • Küssen und Oralsex
  • Insektenstiche
  • Schweiss, Speichel und Tränen
  • Wunde im Mund
  • Zahnbürste

Kondome schützen vor HIV, nicht aber vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) wie Syphilis, Chlamydien oder Tripper (Gonorrhö). Diese lassen sich auch durch Küssen und Oralsex übertragen.

Darum ist es wichtig, sich regelmässig testen zu lassen. Besuchen Sie für HIV-/STI-Tests die anonyme Sprechstunde der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz.

Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

Telefonzeiten
Montag
9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Dienstag bis Donnerstag
9–12 Uhr

Freitag 
geschlossen

info@ahsga.ch 071 223 68 08WhatsApp

Barrierefreiheit
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) ist nicht barrierefrei zugänglich. Gerne bieten wir Ihnen individuelle Alternativen an – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch 071 223 68 08.
Gemeinsam finden wir eine für Sie passende Lösung.

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

«ProPriS» – ein Beratungsangebot für Freier*innen

«ProPriS» ist ein Präventionsprojekt und aufsuchendes kantonales Beratungsangebot für Personen, die sexuelle Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Oberstes Ziel ist die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten für die Bevölkerung. Die Sensibilisierung der Freier*innen für die besonderen Umstände und Herausforderungen der Sexarbeit und die Befähigung zu Übernahme von Eigenverantwortung sind weitere Schwerpunkte der Beratung.

ProPriS berät bei diversen Themen, die aus dem Gang zu einem*einer Sexarbeiter*in entstehen können. Diese können:

  • emotionaler Natur sein – beispielsweise durch unglückliche Liebe zu einem*einer Sexarbeiter*in oder Krise mit dem*der Partner*in
  • finanzieller Art – zum Beispiel, wenn die regelmässige Aufsuche sexueller Dienstleistungen zu einer zunehmenden finanziellen Bedrohung wird
  • psychosoziale Gründe haben – wie regelmässige oder zwanghafte Häufigkeit der Besuche

Die Beratungen erfolgen persönlich, per Mail oder per Telefon. Sie sind anonym, kostenfrei und unterliegen der Schweigepflicht.

Das Projekt ProPris vertritt eine wertungsfrei-annehmende Haltung gegenüber den Sexarbeitenden, ihrer Kundschaft und der Sexarbeit.

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen


Beratung und Information für Betreiber*innen von Erotik- und Sexlokalen

Wenn Sie ein Erotik- oder Sexlokal betreiben, können Sie einen grossen Beitrag an die Gesundheit von Sexarbeiter*innen sowie Freiern leisten. Dabei unterstützen wir Sie gerne mit:

  • Beratung und Informationen vor Ort
  • Vermittlung weiterer Fachstellen bei gesundheitlichen, rechtlichen oder sozialen Fragen

Für eine direkte Kontaktaufnahme steht Ihnen das Team von MariaMagdalena gerne zur Seite:

Kontakt

MariaMagdalena
Beratungsangebot für Personen im Sexgewerbe
Friedaustrasse 1
9000 St. Gallen

Beratung für Migrant*innen zu Aids- und Sexualfragen

Beratung für Migrant*innen zu Aids- und Sexualfragen

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet Informationen und Beratungen zu HIV-/STI-Prävention und sexueller Gesundheit an – sowohl für Migrant*innen als auch für Fachpersonen im Migrationsbereich.

Angebote/Infos für Migrant*innen

Angebote/Infos für Fachpersonen im Migrationsbereich


Angebote und Infosfür Migrant*innen

Auf dieser Seite finden Sie hilfreiche Informationen zu Ihrem Körper, zu Ihrer Sexualität sowie zu Ihrer sexuellen Gesundheit. Ausserdem bekommen Sie hier einen Überblick zu weiteren Themen wie:

  • Familienplanung und Schwangerschaft
  • Beziehungsgestaltung
  • Rechte und Gesetze

Für zusätzliche Informationen empfehlen wir die Plattform «Zanzu». Zanzu ist ein Projekt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und Sensoa, dem Flämischen Expertenzentrum für Sexuelle Gesundheit. Zanzu ist mehrsprachig aufgebaut und bietet umfassende Informationen zum eigenen Körper sowie zur sexuellen Gesundheit. Die Informationen sind leicht verständlich und in Form von Bildern verfügbar. Die Texte können Sie lesen oder auch hören.

Ebenfalls hilfreich ist die Broschüre «Klipp und klar» der Stadt Zürich: Hier finden Sie Informationen zur sexuellen Gesundheit in leichter Sprache. Die Broschüre ist geeignet für Menschen ab 16 Jahren.


Sexualität und ihre vielfältigen Formen

Was Sex ist, ist für jeden Menschen anders. Sex ist vor allem eins: vielfältig. Beim Sex geht es einerseits um das Erregen und Fühlen des eigenen Körpers sowie desjenigen der Partnerin bzw. des Partners. Es geht andererseits auch darum, Fantasien und Träume gemeinsam zu entwickeln und zu teilen sowie Intimität und Vergnügen zu erleben.

Sex ist eine zwischenmenschliche Kommunikation. Sex berührt alle Sinne und bringt verschiedene Gefühle wie Zärtlichkeit, Zuneigung und Liebe zum Ausdruck.

Ob in einer Liebesbeziehung, zum Entspannen oder aus purem Vergnügen – es gibt verschiedene Gründe, um Sex zu haben:

  • Sexuelle Lust empfinden und befriedigen – mit sich selbst oder mit einer Partnerin oder mit einem Partner
  • Liebe ausdrücken und Intimitäten austauschen
  • Kinderwunsch erfüllen
  • Geistige und körperliche Entspannung erleben

Menschen erleben Sex individuell, weil jeder Mensch eigene Bedürfnisse, Vorlieben und Vorstellungen von Sex hat. Darum gibt es den Sex in verschiedenen Formen. Dazu gehören unter anderem:

  • die Selbstbefriedigung (= Sex mit sich selbst)
  • das Küssen und Streicheln
  • der Oralsex (= gegenseitige, körperliche Stimulation mit Mund und Zunge)
  • der Geschlechtsverkehr in Form von Vaginal- oder Analsex
  • der gleichgeschlechtliche Sex (= Frau mit Frau, Mann mit Mann)
  • weitere Sexualpraktiken oder Fetischsex

Sex haben können ein Mann und eine Frau (Heterosexualität), aber auch zwei Frauen oder zwei Männer (Homosexualität). Wichtig ist: Beide Personen wünschen den sexuellen Kontakt und geben dazu ihre Zustimmung. Lassen Sie sich nie zu Sex drängen. Machen Sie nur das, was Sie möchten. Wenn Sie auf Grenzen stossen, respektieren Sie diese.

Ferner sind beim Sex Verhütung und Schutz wichtig: Wenn Sie nicht richtig oder gar nicht verhüten, kann es beim Sex zu einer ungewollten Schwangerschaft kommen. Oder Sie können sich mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) anstecken. Wie Sie sich davor schützen können, erfahren Sie hier.

Weitere Informationen zur Sexualität finden Sie auf diesen Seiten (einfach gewünschtes Thema anklicken):


Körper und Körperhygiene

Infos zum Körper und zur Körperhygiene

Körper der Frau

Der Körper jeder Frau ist einzigartig. Er kann sich in der Grösse und Körperform, im Gewicht oder in der Hautfarbe unterscheiden. Ebenso unterscheiden sich Frauenkörper bei den Brüsten, bei der Vulva oder der Körper- und Schambehaarung. Manche Frauen bevorzugen eine Intimrasur, manche nicht. Für die Körperhygiene ist das nicht wichtig. Es ist eine persönliche Entscheidung jeder Frau.

Lesen, hören und sehen Sie hier weitere Informationen zum Körper der Frau:

 

 

Körper des Mannes

Auch bei Männern sind die Körper einzigartig. Sie können sich in der Grösse und der Körperform unterscheiden, aber auch im Gewicht oder in der Hautfarbe. Weitere Unterschiede lassen sich beim Penis oder bei der Körper- und Schambehaarung feststellen. Einige Männer rasieren sich ihre Körper- oder Schambehaarung, andere nicht. Auf die Hygiene hat dies keinen Einfluss. Es ist mehr ein persönlicher Geschmack.

Lesen, hören und sehen Sie hier weitere Informationen zum Körper des Mannes:


Rechtliche Situation in der Schweiz bezüglich Sexualität und Pornografie

Bezüglich Sexualität und Pornografie sind in der Schweiz diese Situationen gesetzlich erlaubt:

  • Sex ab 16 Jahren (Schutzalter)
  • Sex zwischen Jugendlichen unter 16 Jahren, sofern beide urteilsfähig sind, keine Kinderrechte verletzt werden und der Altersunterschied maximal 3 Jahre beträgt
  • Sex zwischen verschieden- oder gleichgeschlechtlichen Menschen
  • Freiwillige Prostitution ab 18 Jahren
  • Freiwilliges Mitwirken in sexuellen Darstellungen (ob selber oder professionell hergestellte pornografische Schriften, Ton-, Bild- oder Videoaufnahmen) ab 18 Jahren
  • Ab 16 Jahren: Konsum, Besitz und Teilen von legaler Pornografie*

* Als legale Pornografie gelten nur sexuelle Darstellungen mit Darsteller*innen, die das 18. Lebensjahr erreicht haben und freiwillig darin mitwirken.

Strafrechtlich geahndet werden folgende Situationen:

* Achtung: Oftmals ist es Jugendlichen unter 16 Jahren nicht bewusst, dass sie sich in Bezug auf Pornografie strafbar machen. Und zwar, wenn sie pornografische Inhalte von sich selbst machen und anderen geben oder pornografische Inhalte von unter 18-Jährigen konsumieren und teilen. Solche Darstellungen zählen zur Kinderpornografie und werden somit zum Offizialdelikt. Straflos bleibt, wenn bestimmte Kriterien erfüllt sind – siehe dazu den Abschnitt «Vorbehalt» nach Art. 197 Abs. 8 und 8bis StGB.

Weitere Informationen zum Thema Pornografie und deren rechtlichen Rahmenbedingungen


Schutz vor HIV und STI

Vor HIV schützen Sie sich, indem Sie beim Anal- oder Vaginalverkehr ein Kondom benutzen. Ebenso bieten Kondome Schutz, wenn Sie Sexspielzeuge (Sextoys) mit jemandem teilen.

Kondome reduzieren beim eindringenden Geschlechtsverkehr das Risiko, sich mit anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STI) anzustecken. Allerdings lassen sich STI auch über andere Sexualpraktiken übertragen:

  • beim Oralsex
  • beim Küssen
  • über den Hautkontakt mit einer infizierten Stelle (= Berühren von Bläschen bei Herpes und Affenpocken, von Geschwüren bei Syphilis oder von Genitalwarzen)

HIV-/STI-Tests in St.Gallen

Wir arbeiten mit der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz zusammen. Hier können Sie STI-Sprechstunden für HIV-Tests und Impfungen vereinbaren. Diese sind auch anonym und ohne Voranmeldung möglich.

Sie können dabei einzelne oder kombinierte Tests (= Full-HIV-/STI-Test) durchführen lassen:

  • HIV-Test per Blutabnahme
  • Syphilis-Test per Blutabnahme
  • Chlamydien-Test über oralen, genitalen sowie analen Abstrich
  • Test für Gonorrhö (Tripper) über oralen, genitalen sowie analen Abstrich

Parallel empfehlen wir Ihnen, sich gegen Hepatitis A und B sowie gegen HPV (= Humane Papillomaviren) zu impfen (bis 27 Jahre empfohlen). Die Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten. Eine Vorabklärung mit der eigenen Krankenkasse ist in jedem Fall ratsam.

Möchten Sie einen Termin vereinbaren oder sich anonym testen lassen? Hier finden Sie dazu weitere Informationen.

Welche STI es gibt und wie Sie sich vor HIV und STI schützen können, erfahren Sie auf diesen Seiten:


Beziehungen und Gefühle

In der Liebe, Sexualität und Beziehungsvielfalt gibt es verschiedene Lebens- und Beziehungsformen:

  • Feste Paarbeziehungen mit und ohne Heirat, mit und ohne Kinder
  • Paare, die zusammen oder getrennt wohnen
  • Singledasein mit und ohne gelegentliche Partner*innen
  • Hetero- oder homosexuelle Beziehungen
  • Gleichzeitige Beziehungen zu mehreren Partner*innen
  • Kontakte für Gelegenheitssex

 

Vertiefende Informationen zu Beziehungsarten können Sie hier nachschauen.

Rechtliche Situation in der Schweiz bezüglich Partnerwahl

In der Schweiz haben Sie das Recht zu entscheiden, mit wem Sie eine Beziehung führen und/oder Sex haben möchten. Auch dürfen Sie in der Schweiz heiraten, wen Sie möchten.

Eltern, Geschwister oder andere Verwandte dürfen Sie nicht zwingen:

  • gegen Ihren Willen zu heiraten
  • mit jemandem eine Beziehung zu führen
  • mit jemandem Sex zu haben

Wenn dies dennoch gegen Ihren Willen geschieht, so rufen Sie die Polizei (112) und zeigen Sie diese Person an. Suchen Sie sich zudem Hilfe bei einer der folgenden Beratungsstelle:

 

Gute Beziehungen dank offener Gespräche

Damit Beziehungen funktionieren, braucht es eine offene Gesprächskultur, die eigene Gedanken, Gefühle und Wünsche zulässt. Eine gleichberechtigte Kommunikation stärkt das gegenseitige Vertrauen und fördert die gegenseitige Verbundenheit. Worüber Sie mit Ihrer Partnerin oder Ihrem Partner sprechen können und wie, erfahren Sie auf dieser Seite.

 

Sexuelle Probleme, Probleme in der Beziehung oder Gewalt

Es kann sein, dass Sie innerhalb Ihrer Beziehung Probleme mit der Sexualität haben. Solche Probleme können Frust oder Angst auslösen. Oder es kann sein, dass Ihr*e Partner*in Gewalt gegen Sie ausübt oder Ihnen droht.

Viele Menschen, die sowas erleben, bleiben oft schockiert und sprachlos. Deshalb ist es wichtig, nach einer solchen Situation sofort Hilfe zu holen, um die Gewalt und die Drohungen schnell zu stoppen.

Manchmal ist es nicht einfach, über sexuelle Probleme, Gewalt oder Probleme in der Beziehung zu sprechen. In einem solchen Fall lohnt sich ein Gespräch mit einer neutralen Fachperson. Diese untersteht der Schweigepflicht und behandelt Ihr Anliegen seriös und vertraulich.

In diesen Situationen können Ihnen Fachpersonen weiterhelfen:

 

Gleichberechtigung und sexuelle Vielfalt

In der Schweiz sind Frauen, Männer und non-binäre Geschlechter (= weder ganz/immer weiblich noch ganz/immer männlich) gleichwertig. Das heisst: Alle Menschen haben die gleichen Rechte und Pflichten – egal, welches Geschlecht sie haben. Dies gilt auch für die Vielfalt bei der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität – ob heterosexuell, homosexuell (lesbisch und schwul), trans*, inter*, queer oder asexuell.

Diskriminierungen in Bezug auf das Geschlecht, die Ethnie oder Religion sind verboten. Das gilt auch in Bezug auf die sexuelle Orientierung: Niemand darf deswegen anders behandelt werden.

Warum jemand homo- oder bisexuell ist, unterliegt dem eigenen inneren Gefühl: Die Homo- oder Bisexualität passiert ganz natürlich. Sowohl hetero- als auch homosexuelle Paare können in der Schweiz heiraten.

Wenn Sie bi- oder homosexuell sind, müssen Sie das anderen Menschen nicht sagen, wenn Sie es nicht wünschen oder wenn eine unmittelbare Gefahr für Sie besteht. In einem solchen Fall sollten Sie sich Hilfe von aussen holen: Die LGBT-Helpline bietet Ihnen eine erste Unterstützung und Beratung im Falle von Gewalt oder Diskriminierung.

 

Ehrbezogene Gewalt

Verschiedene Gesellschaften haben verschiedene Vorstellungen über Ehre. Ehre steht oft in Verbindung mit der gesellschaftlichen Anerkennung und Wertschätzung eines Menschen. Es gilt, bestimmte Erwartungen zu erfüllen – wie zum Beispiel:

  • keinen Sex vor der Ehe zu haben
  • nur heterosexuell zu leben
  • eine Person zu heiraten, die einem die Familie vorschlägt (= arrangierte Ehen bzw. Zwangsehen)

Erfüllt eine Person diese Erwartungen nicht, interpretieren deren Familienmitglieder das oft als Verletzung der Familienehre. Um die Ehre wiederherzustellen, greifen Familien oft zu Gewalt – sei dies mit Drohungen, Nötigungen oder mit körperlicher Gewalt. In einem solchen Fall ist die Rede von ehrbezogener Gewalt.

Die Schweiz verbietet jede Form von Gewalt gegenüber anderen Menschen – auch die ehrbezogene Gewalt.

Diese Beispiele gelten in der Schweiz nicht als Verletzung der Ehre:

  • Sex und/oder Beziehungen vor der Ehe
  • Verlust der Jungfräulichkeit vor dem Heiraten
  • Schwangerschaftsabbruch
  • Scheidung
  • Homo- und Bisexualität, gleichgeschlechtlicher Sex bzw. gleichgeschlechtliche Beziehungen
  • Wenn die Kleidung, Frisur oder der Körperschmuck (Piercings, Tattoos) nicht dem Willen der Familie entsprechen

 

Vergewaltigung und Zwangsheirat sind keine Ehrverletzung, sondern gesetzlich verboten

Vergewaltigungen sind in der Schweiz gesetzlich verboten. Sie sind keine Ehrverletzung: Denn das Opfer hat sich nichts zuschulden kommen lassen und damit niemanden entehrt. Die Schuld liegt alleine bei den Tatpersonen, die dafür strafrechtlich verfolgt werden.

Ebenfalls verboten ist die Zwangsverheiratung: Personen dürfen sich in der Schweiz gegen eine arrangierte Ehe wehren. Sie dürfen somit die Person ablehnen, die einem die Familie als Ehepartner*in vorschlägt. Wenn eines oder mehrere Familienmitglieder eine Zwangsheirat dennoch durchsetzen, so droht diesen Personen eine Gefängnisstrafe bis zu fünf Jahren. Zudem wird eine solche Ehe sofort annulliert.

Im Übrigen ist die Zwangsheirat sowohl bei minder- als auch bei volljährigen Personen verboten. Auch wenn eine Eheschliessung im Heimatland erfolgt ist, verliert eine solche Ehe in der Schweiz sofort ihre Gültigkeit. In der Schweiz dürfen nur Personen ab 18 Jahren heiraten und das nur, wenn sie dies selbst bestimmen.

Wurden oder werden Sie gezwungen, eine Zwangsheirat einzugehen, und suchen nun Hilfe, um dem zu entkommen?

Bei der Fachstelle Zwangsheirat finden Sie eine Helpline sowie eine vertrauliche Beratungsmöglichkeit:
0800 800 007 / www.zwangsheirat.ch

Weitere Informationen zu rechtlichen Fragen in Bezug auf die Zwangsheirat finden Sie hier.

Formen ehrbezogener Gewalt

In einigen Gesellschaften sind Frauen und Männer nicht gleichberechtigt: Dabei geniessen Männer mehr Rechte und Freiheiten als Frauen und sind ihnen höhergestellt. Dieses Machtgefälle ist Gewalt gegenüber Frauen.

In der Schweiz sind solche Ungleichbehandlungen sowie Gewalttaten verboten. Die ehrbezogene Gewalt kann dabei verschiedene Formen annehmen:

  • Kontrolle und Überwachung von Mädchen und Frauen seitens der Familienmitglieder bezüglich Kleidung, Sport und Kontakt zu Menschen ausserhalb der Familie
  • Zwangsheirat
  • Psychologische Gewalt in Form von Drohungen, Beleidigungen oder durch Verachtung
  • Körperliche Bestrafung durch Schläge und Tritte
  • Anstiftung zum Selbstmord oder Mord
  • Häusliche Gewalt und Unterdrückung in der Ehe oder Partnerschaft

In Gesellschaften, in denen Frauen schlechter gestellt sind als Männer, sind auch homo- und bisexuelle Menschen ehrbezogener Gewalt ausgesetzt. In der Schweiz ist ehrbezogene Gewalt auch homo- und bisexuellen Menschen gegenüber verboten.

 

Sind auch Sie ehrbezogener Gewalt ausgesetzt? Diese Fachstellen helfen Ihnen:


Familienplanung und Schwangerschaft

Haben Sie Fragen zur Familienplanung/Familiengründung, Schwangerschaft und Geburtsvorbereitung? Oder möchten Sie sich über Verhütung oder über einen Schwangerschaftsabbruch informieren und beraten lassen?

Dann hilft Ihnen gerne unsere Partnerorganisation, die Beratungsstelle für Familienplanung, Schwangerschaft und Sexualität, weiter.

Rechtliche Situation in der Schweiz bei einem Schwangerschaftsabbruch

Ein Schwangerschaftsabbruch in der Schweiz ist in den ersten 12 Wochen nach der Befruchtung gesetzlich erlaubt. Die Gründe für einen Schwangerschaftsabbruch sind persönlich wie zum Beispiel:

  • eine Frau ist ungewollt schwanger geworden
  • durch das Austragen der Schwangerschaft ist das Leben der Mutter bedroht

Vor dem Schwangerschaftsabbruch erfolgt eine fachliche Beratung bei einer Familienplanungs- bzw. Schwangerschaftsberatungsstelle. Diese Beratung unterliegt der Schweigepflicht und ist kostenlos.

Weitere Informationen zum Schwangerschaftsabbruch finden Sie hier. Auch können Sie den Leitfaden für Schwangere hier herunterladen.


AfriTISCHE – ein Projekt für Frauen und Männer aus der Subsahara-Region

«AfriTISCHE» ist ein Projekt der AHSGA für Frauen und Männer aus der Subsahara-Region. Es existiert seit mehreren Jahren und befasst sich spezifisch mit der HIV-/STI-Prävention. Neu auch mit den Themen Homosexualität, Diskriminierung und Genitalbeschneidungen.

Entstanden ist das Projekt AfriTISCHE aus den FemmesTISCHEN. Es ist ein lizenziertes, nationales und mehrfach preisgekröntes Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramm. Es bringt mehrheitlich Frauen mit Zuwanderungsgeschichte zu Diskussionsrunden zusammen.

Diese Diskussionsrunden erfolgen im privaten oder institutionellen Rahmen. Unter Anleitung einer Moderatorin setzen sich die Teilnehmer*innen mit Fragen zu Erziehung, Lebensalltag und Gesundheit auseinander. Zahlreiche Regionen der Schweiz, aber auch andere Länder setzen dieses Programm seit 1996 erfolgreich um.

Links

http://femmestische.ch/

https://www.caritas-stgallen.ch/was-wir-tun/femmes-tische


Angebote für Fachpersonenim Migrationsbereich

Für Fachpersonen im Migrationsbereich bietet die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen Beratungen, Informationen und Schulungen in zwei Themengebieten an:

  • Verbesserung der sexuellen Gesundheit dank gezielter HIV-/STI-Prävention
  • Stärkung der sexuellen Bildung von Migrant*innen aus Ländern mit hoher Prävalenz und bei HIV-/STI-infizierten Migrant*innen sowie deren Partner*innen und Familien

Migration löst psychosoziale und sozioökonomische Belastungen aus. Diese äussern sich in Form eines unsicheren Aufenthaltsstatus sowie eines fehlenden oder ungenügenden sozialen Bezugsnetzes.

Solche Belastungen sind oft Ursachen des schlechteren Gesundheitszustandes vieler Migrant*innen und Asylsuchenden in der Schweiz. Denn viele von ihnen befinden sich in Lebensumständen, die ein konsequentes Schutzverhalten in den Hintergrund rücken lassen. Sei dies die eigene sexuelle Gesundheit oder die Motivation für einen HIV-Test. Ferner sind in vielen Ländern Sexualität, gleichgeschlechtliche Liebe, sexualisierte Gewalt, HIV und Krankheit ein Tabuthema.


Beratungen und Schulungen für Migrant*innen

Die Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbare Krankheiten (STI) ist eine unserer Kernaufgaben. Besondere Aufmerksamkeit benötigen Migrant*innen aus Ländern, in denen das HI-Virus stark verbreitet ist und das Wissen über die Prävention, Infektion und Behandlungsmöglichkeiten oft fehlt.

Wir führen Schulungen für Migrant*innen durch, in denen wir die Grundlagen zu HIV/STI und zu sexueller Gesundheit vermitteln. Diese Schulungen erfolgen beispielsweise in Kursen für Asylsuchende oder auf Anfrage in Beratungsstellen im Migrationsbereich. Die Schulungen führen wir in der Regel nach Frauen-, Männer- und Sprachgruppen getrennt durch, zusammen mit der Unterstützung von Übersetzer*innen in der jeweils benötigten Sprache.


Angebote für Fachpersonen im Asyl-, Migrations- und Integrationsbereich

Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen bietet für Fachpersonen im Migrationsbereich Fachberatungen und Schulungen zu HIV/STI und sexueller Gesundheit im Migrationsbereich an.

Schulungsangebot zur HIV-/STI-Prävention im Migrationsbereich

Konzept zur Aids-, HIV- und STI-Prävention in Asylzentren

 

 

Beratungsstelle für MSM, FSF & LGBTIQA+

Lesbisch, schwul, bi, trans*, inter*, queer, asexuell …? Als Beratungsstelle für LGBTIQA+ Menschen bieten wir Informationen und persönliche Beratungen zur sexuellen Gesundheit sowie zu Community-Themen an.

Wir setzen uns für eine Haltung ein, die die Vielfalt der Menschen (LGBTIQA+) abbildet. Dabei engagieren wir uns unter anderem für:

  • mehr Akzeptanz am Arbeitsplatz, in Schulen, Familien und in der Religion
  • mehr Sichtbarkeit und Gleichstellung in Gesellschaft und Politik
  • mehr Lebensqualität von LGBTIQA+ Menschen dank Förderung ganzheitlicher Gesundheit

Wir bestärken LGBTIQA+ Menschen darin, gesundheitsfördernd zu handeln. Unsere Fachstelle hat dazu die Kompetenz, Beratungen im Bereich der sexuellen Vielfalt anzubieten.

Infos und Beratung für Männer, die mit Männern Sex haben (MSM)

Infos und Beratung für Frauen, die mit Frauen Sex haben (FSF)

Infos und Beratung für die LGBTIQA+ Community


Beratung zum Coming-out und zur Männergesundheit

So vielfältig, wie die Menschen sind, sind auch ihre Fragen in Bezug auf die sexuelle Vielfalt sowie die persönliche sexuelle Orientierung. Das können Fragen zu HIV, Aids und sexuell übertragbaren Infektionen (STI) sein oder die Standortbestimmung zum Coming-out-Prozess.

Welches Anliegen Sie auch immer haben, wir beraten Sie dabei – unter anderem zu diesen Fragen:

  • Wie stehe ich zu meiner sexuellen Orientierung und Identität? Was brauche ich, um sie anzunehmen?
  • Bin ich Diskriminierungen ausgesetzt? Was kann ich dagegen tun?
  • Würde mir eine therapeutische oder rechtliche Unterstützung in bestimmten Lebensphasen helfen? Wo erhalte ich sie?
  • Was brauche ich, um mich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie outen zu können?
  • Wie handle ich, wenn mir ein Coming-out unmöglich erscheint?
  • Wo kann ich mich mit anderen LGBTIQA+ Menschen austauschen?

Unsere Erstberatungen sind kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Wenn es angezeigt ist, beraten und informieren die Mitarbeitenden unserer Fachstelle auch Angehörige. Dabei unterstützen sie Angehörige in der Gestaltung eines Umfeldes, in dem sexuelle Vielfalt akzeptiert ist.

Darüber hinaus arbeiten wir mit anderen Fachstellen aus der Region zusammen – z. B. in diesen Bereichen:

  • Recht
  • Budgetberatung
  • Opferhilfe
  • medizinische Aspekte
  • psychologische Begleitung

Fragen Sie uns – wir vermitteln Ihnen die entsprechenden Kontakte gerne.

Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

Telefonzeiten
Montag
9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Dienstag bis Donnerstag
9–12 Uhr

Freitag 
geschlossen

info@ahsga.ch 071 223 68 08WhatsApp

Barrierefreiheit
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) ist nicht barrierefrei zugänglich. Gerne bieten wir Ihnen individuelle Alternativen an – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch 071 223 68 08.
Gemeinsam finden wir eine für Sie passende Lösung.

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.


In Fällen von homo- und transphober Gewalt – unabhängig vom Kontext – wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline:

0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

 

Weitere Informationen, Literatur und Links zur Homosexualität finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten


Beratung zum Coming-out und zur Frauengesundheit

In der Öffentlichkeit fehlt es oft an Informationen und Anlaufstellen zur sexuellen Gesundheit von Frauen, die Sex mit anderen Frauen haben (FSF). Unsere Fachstelle bietet Ihnen hierzu Informationen, Beratungen und Vernetzungsmöglichkeiten an. Unsere Erstberatungen erfolgen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym.

Unter anderem beraten und informieren wir Sie zu diesen Themen:

  • Sexuelle Orientierung und Identität: Wie stehe ich dazu? Was benötige ich, um sie anzunehmen?
  • Diskriminierungen und Gewalt: Wie kann ich mich davor schützen? Wo bekomme ich Hilfe?
  • Sexuelle Gesundheit: Weiss ich über Safer Sex zwischen Frauen genug Bescheid? Wie geht es mir mental?
  • Brauche ich eine therapeutische oder rechtliche Unterstützung in bestimmten Lebensphasen? Wo bekomme ich diese?
  • Wie kann ich mich am Arbeitsplatz, in der Schule oder in der Familie outen?
  • Was tun, wenn mir ein Coming-out unmöglich erscheint?
  • Wo kann ich mich mit anderen LGBTIQA+ Menschen austauschen?

Wenn es angezeigt ist, beraten und informieren unsere Mitarbeiter*innen auch Angehörige und bieten Hand in der Gestaltung eines Umfeldes, in dem sexuelle Vielfalt akzeptiert wird.

Überdies arbeiten wir mit anderen Fachstellen aus der Region zusammen – z. B. in diesen Bereichen:

  • Recht
  • Budgetberatung
  • Opferhilfe
  • medizinische Aspekte
  • psychologische Begleitung

Fragen Sie uns – wir vermitteln Ihnen die entsprechenden Kontakte gerne.

Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

Telefonzeiten
Montag
9–12 Uhr und 14–17 Uhr

Dienstag bis Donnerstag
9–12 Uhr

Freitag 
geschlossen

info@ahsga.ch 071 223 68 08WhatsApp

Barrierefreiheit
Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen (AHSGA) ist nicht barrierefrei zugänglich. Gerne bieten wir Ihnen individuelle Alternativen an – nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf: info@ahsga.ch 071 223 68 08.
Gemeinsam finden wir eine für Sie passende Lösung.

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

In Fällen von homo- und transphober Gewalt – unabhängig vom Kontext – wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline:

0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

 

Weitere Informationen, Literatur und Links zur Homosexualität finden Sie in den nachfolgenden Abschnitten.

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten

Hier finden Sie weiterführende Seiten zur sexuellen Gesundheit sowie zu Vernetzungsmöglichkeiten von Frauen, die Frauen lieben.

 

Informationen zur sexuellen Gesundheit von Frauen, die mit Frauen Sex haben (FSF)

 

Informationen zu Sex und Drogen

 

Beratungsstellen, Verbände und Vernetzungsmöglichkeiten


LGBTIQA+: Beratung zur sexuellen Orientierung, zur Geschlechtsidentität und zum Coming-out

Sie fragen sich, ob sie lesbisch, bisexuell, schwul, asexuell, pansexuell oder queer sind? Oder Sie haben Fragen zur Transidentität? Oder Sie möchten sich gerne outen, wissen aber noch nicht ganz, wie?

Auf der Fachstelle sind Menschen aller sexueller Orientierungen sowie Geschlechtervarianten herzlich willkommen – egal, ob gendervariante, gendernonkonforme, queere oder trans Menschen. Wir meinen alle Menschen, die sich mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht nicht ganz oder nur teilweise identifizieren können.

Unser Team ist vernetzt mit kompetenten, queer- und transfreundlichen psychologisch-therapeutischen Begleitungen und Endokrinolog*innen. Die Fachstelle triagiert und leitet Personen an die gewünschten Fachstellen bzw. Fachpersonen weiter.

Auch beraten wir Menschen, die in ihrem Umfeld betroffene Personen kennen und im Coming-out-Prozess unterstützen möchten.

Sie erreichen uns wie folgt:

Beratung über E-Mail, Telefon oder Chat

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Gemeinsam finden wir eine für Sie passende Lösung.

Hinweis zur WhatsApp-Beratung
WhatsApp ist keine sichere Verbindung. Übermitteln Sie in der WhatsApp-Beratung deshalb keine Angaben zu Ihrer Person wie Namen, Alter, Adresse, Wohnort, Geburtsdatum etc., sondern nur Ihr Pronomen. Nach einer WhatsApp-Beratung löscht die jeweils beratende Fachperson den gesamten Chatverlauf. Falls Sie eine Beratung über eine sichere Verbindung wünschen, dürfen Sie uns während der Bürozeiten gerne unter 071 223 68 08 anrufen oder eine E-Mail senden.

In Fällen von homo- und transphober Gewalt wenden Sie sich an die LGBT+ Helpline: 0800 133 133 / hello@lgbt-helpline.ch.

Weitere Informationen und Beratung unter Checkpoint ZH und Transgender Network Switzerland sowie im TransFlyer «trans Menschen. Das Wichtigste in Kürze»; sowie die Broschüre Trans.


LGBTIQA+: Definition

Die Vielfalt an sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten ist grösser als generell angenommen. Diese Vielfalt wird mit Kürzeln wie «LGBT», «LGBTI» oder «LGBTIQA+» beschrieben.

Was ist LGBT?

LGBT ist eine aus dem englischen Sprachraum kommende Abkürzung. Sie steht für Lesbian, Gay, Bisexual und Transgender – also Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Es geht also einerseits um die sexuelle Orientierung (LGB), anderseits um die Geschlechtsidentität (T). Heute wird der Term häufig durch IQA+ erweitert, was für «inter», «queer» und «asexual» steht. Durch das Plus sind alle geschlechtlichen Identitäten und sexuellen Orientierungen inkludiert.

Sexuelle Orientierung vs. Geschlechtsidentität

Bei Transgender und auch Intersexualität handelt es sich um eine Frage der Geschlechtsidentität und nicht um eine sexuelle Orientierung. Trans Menschen können sowohl eine heterosexuelle als auch eine bi- oder homosexuelle Orientierung haben. In jüngerer Zeit wird auch das aus dem englischen Sprachraum stammende «queer» (dt. «seltsam» oder «sonderbar») als positives Synonym für LGBTIQA+ verwendet.

Ein Blick in die LGBT-Geschichte

Bis nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Begriff «Drittes Geschlecht» als Sammelbegriff für Menschen, die von heteronormativen Regeln abweichen. Beginnend mit Magnus Hirschfeld und vor allem ab Ende der 1940er Jahre unterschied die Wissenschaft immer mehr zwischen Homo- und Transsexualität. Der Begriff «Drittes Geschlecht» verschwand somit wieder. Besonders seit Stonewall* verwenden progressivere Kreise die ursprünglich negativ gemeinten Begriffe gay oder schwul mit verstärktem Selbstbewusstsein.

*Stonewall, auch Stonewall-Aufstand oder Stonewall-Unruhen genannt, war eine Serie von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizeikräften, Homosexuellen und Transmenschen in New York im Jahr 1969.

Geschlechtliche und sexuelle Minderheiten in der Gesundheitsförderung und Prävention

«Die Strategie «Gesundheit2020» des Bundesrates hält fest, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen die gleichen Chancen auf ein gesundes Leben und auf eine optimale Lebenserwartung haben sollen (EDI, 2013). Welche Menschen sind gemeint? Menschen sind im Verlauf ihrer Kindheit und Jugend durch Stigmatisierung ihrer Geschlechtsidentität bzw. sexuellen Orientierung von gewissen Suchterkrankungen, Depressionen und Suizidversuchen deutlich mehr betroffen als gleichaltrige heterosexuelle Cis-Menschen.» (Gesundheitsförderung Schweiz, Faktenblatt 19). Die Fachstelle für Aids- und Sexualfragen setzt sich deshalb dafür ein, geschlechtliche und sexuelle Minderheiten und die damit verbundene Vielfalt in der Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Durch diese Sensibilisierung der Gesellschaft sollen Menschen aus der LGBTIQA+ Community mehr Akzeptanz erfahren.

Wurden oder werden Sie wegen ihrer sexuellen Orientierung oder sexuellen Geschlechtsidentität diskriminiert? Unsere Partnerorganisationen verfügen über eine rechtliche Beratungsstelle, die Sie kontaktieren können:

Bei Diskriminierung zu Intersexualität empfehlen wir die Kontaktaufnahme mit InterAction, dem Schweizer Verein für intergeschlechtliche Menschen.


Was ist Diskriminierung?

Der Ausdruck «Diskriminierung» bzw. «Diskriminieren» stammt vom lateinischen Verb «discriminare» ab und steht für «trennen», «Unterscheidungen treffen», «aussondern». Soziale Diskriminierung umfasst die Benachteiligung von Menschen aufgrund gruppenspezifischer Merkmale wie:

  • ethnische und/oder nationale Herkunft
  • Hautfarbe und/oder Sprache
  • politische und/oder religiöse Überzeugungen
  • sexuelle Orientierung und/oder Geschlecht
  • Alter
  • Behinderung

Die Basis jeder sozialen Diskriminierung bildet das Konstruieren von Unterschieden: Eine gesellschaftliche Mehrheit definiert, wie ein Mensch zu sein hat und legt damit die gesellschaftliche Norm fest – z. B. «weiss, männlich, heterosexuell, christlich etc.». Gruppen, die nicht den dominanten Normen entsprechen, werden somit diskriminiert.  

Rechtliche und alltägliche Diskriminierung

Es wird unterschieden zwischen rechtlicher Diskriminierung (de jure) und tatsächlicher, alltäglicher Diskriminierung (de fakto). Die rechtliche Diskriminierung beschreibt die Ungleichbehandlung durch den Staat aufgrund von geltenden Gesetzen.

Abseits der Ungleichstellung vor dem Gesetz führen gesellschaftliche Zustände zur Stigmatisierung und Diskriminierung von LGBTIQA+ Menschen. Insbesondere diese im Alltag erlebte Diskriminierung kann emotional belastend sein. LGBTIQA+ Menschen sind dieser Situation nicht durch bestimmte Handlungen ausgesetzt, sondern bereits durch das blosse Bestehen ihrer Persönlichkeit. Erlebte Diskriminierung in Form von Ablehnung, Anfeindung, Mobbing, Bedrohung und Gewalt sind Risikofaktoren für die psychische Gesundheit von LGBTIQA+ Menschen.

Was kann eine Diskriminierung auslösen?

Diskriminierungen von LGBITQA+ Personen können unterschiedliche Folgen für die gesamte Gesundheit nach sich ziehen:

  • Verunsicherung und Ängste
  • Scham- und Minderwertigkeitsgefühle
  • Depressionen und Schlafstörungen
  • Erhöhung der Sucht- und Suizidgefahr

Massive körperliche Übergriffe wie eine Vergewaltigung oder eine schwerwiegende Prügelattacke können neben schweren körperlichen Verletzungen auch Traumata und Todesängste auslösen. Oftmals führt dies zu langjährigen Trauma-Behandlungen. Auch andauernde psychische Ausgrenzung und Gewalt über einen längeren Zeitraum können Angstzustände und Depressionen auslösen.

Was kann ich bei Diskriminierung tun?

Bei einem körperlichen Übergriff ist es wichtig, Hilfe zu holen und Hilfe anzunehmen:

  • Notruf wählen (112) und Polizei und Rettungswagen anfordern
  • Zeugen bitten, auf die Polizei zu warten und auszusagen
  • Allfällige Beweise sichern
  • Täter*innenmerkmale und Fluchtrichtung merken
  • Vorfall der LBGTI+ Helpline melden: 0800 133 133 oder via https://www.lgbt-helpline.ch/

 

Die LBTI+ Helpline hilft mit ihrem Beratungsangebot auch bei rechtlichen oder alltäglichen Diskriminierungsfragen: https://www.lgbt-helpline.ch/beratung/


Interessenvertretungen und Vernetzungsmöglichkeiten für die LGBTIQA+ Community

Weitere Informationen, Beratungs- sowie Vernetzungsmöglichkeiten in der LGBTIQA+ Community finden Sie hier:

  • Dawson, J. (2015). How tob e gay. Alles über Coming-out, Sex, Gender und Liebe. Frankfurt: Fischer.
  • Diverse Autor*innen (2020). QUEER SEX – whatever the fuck you want!
  • Downs, A. (2012). The Velvet Rage: Overcoming the Pain of Growing Up Gay in a Straight Man’s World (Englisch). USA, Little, Brown and Company.
  • Mildenberger, F. (2014). Was ist Homosexualität? Forschungsgeschichte, gesellschaftliche Entwicklungen und Perspektiven. Hamburg: Männerschwarm Verlag.
  • Pommerenke, S. (2008). Küsse in Pink. Das lesbische Coming-Out-Buch. Berlin: Krug & Schadenberg.
  • Rauchfleisch, U. (2012). Mein Kind liebt anders. Ein Ratgeber für Eltern homosexueller Kinder. Ostfildern: Patmos.
  • Thorens-Gaud, E. (2012). Lesbische und schwule Jugendliche. Ratschläge für Lehrpersonen. Hilfe für Eltern. Zug, Klett & Balmer.
  • Voss, H.J. (2013). Biologie & Homosexualität. Theorie und Anwendung im gesellschaftlichen Kontext. Münster: Unrast.
  • Aimée & Jaguar (D, 2008)
  • Blau ist eine warme Farbe (La vie d’adèle) (F, 2013)
  • Call me by your name (USA, 2017)
  • Carol (USA, 2015)
  • Der Kreis (CH, 2014)
  • Die verborgene Welt (SA, 2008)
  • Freeheld (USA, 2015)
  • Jongens (NL, 2015)
  • Love, Simon (USA, 2018)
  • Milk (USA, 2008)
  • Mario (CH, 2018)
  • Prayers for Bobby (USA, 2008)
  • Pride (GB, 2014)
  • Women love Women (USA, 2000)

Let’s talk about PrEP

Let’s talk about PrEP

7. November 2017

Mit rund 50 Teilnehmenden war die Informationsveranstaltung der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz sowie unserer Fachstelle sehr gut besucht. Ein ärztlicher Vortrag, ein Erlebnisbericht eines PrEP-Nutzers sowie die Vorstellung der PrEP-Sprechstunde seitens der Infektiologie gaben einen interessanten Einblick in die HIV-Prophylaxe PrEP.

Text: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Let’s talk about PrEP

Let’s talk about PrEP: PrEP steht für die Prä-Expositions-Prophylaxe. Das ist ein Medikament, das zuverlässig vor einer Ansteckung mit HIV schützt.

Am Freitag, 3. November 2017 war das Café STGALL in der Bibliothek der Hauptpost in St.Gallen gut besucht. Thema des Abends war die PrEP – die Prä-Expositions-Prophylaxe, ein Medikament, das Sex ohne Kondom ermöglicht und eine HIV-Ansteckung verhindert. «Die Pille schützt wirklich vor einer HIV-Infektion», erklärte der Arzt Axel Schmidt von der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz in seinem Vortrag.

 

Allerdings sei es gefährlich, die PrEP-Pillen ohne ärztliche Begleitung irgendwo im Netz zu bestellen und einzunehmen. Denn im Netz kursieren Pillen, die unter Umständen nicht die richtigen Wirkstoffe enthalten, um den nötigen Schutz zu gewährleisten. Zudem brauche es regelmässige Gesundheitskontrollen der PrEP-Nutzer: «Die PrEP schützt zwar zuverlässig vor HIV, nicht aber vor anderen Geschlechtskrankheiten wie Syphilis, Tripper oder Chlamydien», so Axel Schmidt weiter. Auch die Leber- und Nierenwerte gilt es zu kontrollieren, weshalb ein PrEP-Check alle drei Monate stattfindet. Wer die PrEP einnehmen möchte, muss HIV-negativ sein und über gesunde Leber- und Nierenwerte verfügen.

 

In der PrEP-Sprechstunde erfahren PrEP-Nutzer auch, wie privat importierte Pillen beim Zoll nicht hängenbleiben. Derzeit ist die PrEP in der Schweiz (noch) nicht zugelassen, weshalb Importe nötig sind. Denn das Originalmedikament Truvada kostet bei täglicher Einnahme rund 900 Franken im Monat, was sich nicht jeder leisten kann. Hinzu kommt, dass die Krankenkassen die PrEP nicht bezahlen. Generika aus dem Ausland gibt es bereits ab 70 Franken pro Monatspackung. Jedoch müssen es die richtigen Medikamente sein.

 

Für wen ist die PrEP?
Die PrEP eignet sich für Menschen, die Gefahr laufen, sich mit HIV anzustecken, weil sie keine Kondome benutzen können oder möchten. Je nach Situation können PrEP-Nutzer die PrEP dauernd oder für ein bestimmtes Ereignis nutzen, zum Beispiel für eine Reise in Risikogebiete als sogenannte «Holiday-PrEP». Um herauszufinden, welches PrEP-Einnahmeschema individuell sinnvoll ist, ist eine Beratung bei der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz wesentlich. Auskünfte hierzu gibt es unter +41 71 494 10 28 und prep@kssg.ch.

 

Das Risiko, sich als PrEP-Nutzer häufiger mit anderen Geschlechtskrankheiten zu infizieren, sei allerdings nicht viel höher als beim Sex mit Kondom. Denn die anderen Geschlechtskrankheiten lassen sich bereits über Oralsex oder Küssen übertragen. Sämtliche Informationen zur PrEP in St.Gallen gibt es hier nachzulesen.

PrEP schützt vor HIV

«Aids hat den Schrecken verloren» – ein Gespräch über PrEP

3. Juli 2017

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza ist Aids-Spezialist und Chef der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Bis zur Mitgliederversammlung 2017 war er zudem Mitglied des Vorstandes der Aids-Hilfe St.Gallen-Appenzell (AHSGA). Ein Gespräch über die PrEP als neue Möglichkeit in der HIV-Prävention, deren Kosten und die Fortschritte der Schweiz in diesem Bereich.

Interview: Corinne Riedener
Beitragsbild: Aids-Hilfe Schweiz

PrEP schützt vor HIV

PrEP schützt so zuverlässig vor HIV wie ein Kondom.

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza, Chefarzt der Klinik für Infektiologie und Spitalhygiene am Kantonsspital St.Gallen (KSSG). Bild: KSSG.

Prof. Dr. med. Pietro Vernazza, Chefarzt der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz (ehemals Kantonsspital St.Gallen (KSSG)). Bild: KSSG.

Was ist PrEP?
Pietro Vernazza: PrEP steht für Prä-Expositions-Prophylaxe. Man benutzt das Medikament zur Behandlung bzw. Vorbeugung gegen HIV. Es wird in Tablettenform verabreicht und ist eigentlich eine Kombination aus zwei Medikamenten, quasi eine «Pille davor und danach» – allerdings nicht ganz frei von Nebenwirkungen.

 

Die da wären?
Es kann Nierenschäden verursachen, manche klagen auch über Übelkeit, Durchfall, Kopf-, Bauch- und Gelenkschmerzen, Müdigkeit oder Schlafstörungen. Wichtig ist, dass man vor der Behandlung mit PrEP eine HIV-Infektion ausschliessen kann. Dasselbe gilt auch für Hepatitis B, Tripper, Chlamydien und Syphilis.

 

Was genau bewirkt das Medikament?
Richtig eingenommen, verhindert PrEP eine HIV-Infektion in über 90 Prozent der Fälle. Somit ist die Wirkung etwa gleich gut wie die eines Kondoms. Der grosse Unterschied: Ein Kondom muss man verwenden, damit es wirkt. PrEP wirkt auch dann, wenn man es ein oder zwei Tage nicht einnimmt bzw. vergisst. Bei korrekter Verwendung ist das Kondom aber nach wie vor die bessere Variante. Wir empfehlen PrEP zur Prävention darum grundsätzlich nur Personen mit einem relevanten Ansteckungsrisiko (über drei Prozent).

 

Was sagt die Statistik über die PrEP-Nachfrage?
In der Ostschweiz nutzen diese Möglichkeit etwa ein Dutzend Personen. Anfragen gibt es zwar wesentlich mehr, aber oft stellt sich im Rahmen der Beratung heraus, dass die PrEP gar nicht nötig oder eine andere Behandlung besser ist. Gesamtschweizerisch gehen wir von einigen hundert Personen aus, die PrEP nutzen.

 

Mit der PrEP kann von einer «Pharmakologisierung der HIV-Prävention» gesprochen werden. Wie stehen Sie zu dieser Entwicklung?
So wahnsinnig gross ist der Hype nun auch wieder nicht. Es sind vor allem die Medien, die das Präparat pushen und dafür sorgen, dass darüber geredet wird, habe ich den Eindruck. Es gibt aus meiner Sicht durchaus Personen bzw. Situationen, bei denen sich die Einnahme von PrEP lohnt. Wenn sich zum Beispiel jemand – meist Männer, die Sex mit Männern haben – bewusst in eine Risikosituation begibt, etwa an einer Sex-Party teilnimmt oder in den Ferien ungeschützten Geschlechtsverkehr haben will. In diesen Fällen ist es mir lieber, die Person schützt sich mit PrEP, statt auf Risiko zu spielen.

 

Wirkt denn das Medikament gleich nach der ersten Einnahme oder braucht es dafür einen ständigen «Pegel»?
Gute Frage. Die Studien geben uns bisher leider nur Anhaltspunkte. Man weiss zum Beispiel, dass es einige Tage braucht, bis der Schutz ausreichend hoch ist. Deshalb empfehlen wir, das Medikament etwa drei bis vier Tage vor dem Geschlechtsverkehr und zwei Tage darüber hinaus einzunehmen. PrEP wurde bis jetzt auf zwei Arten erforscht: Bei der Einnahme von einer Tablette jeden Tag und bei der Einnahme von zwei Tabletten vor dem Sex und zweien danach. Die erste Studie bescheinigte dem Präparat eine gute Wirkung, vorausgesetzt, dass das Medikament regelmässig eingenommen wird. Bei der zweiten Studie hat man gesehen, dass die Wirksamkeit ebenfalls gewährleistet ist – allerdings haben die Probanden durchschnittlich an 15 Tagen pro Monat PrEP eingenommen. So haben wir wenig Sicherheit für die Situation, wenn jemand nur einmal die Behandlung nimmt und nur 2 Stunden vor dem Sex die Pille einwirft.

 

Wer verdient am PrEP-Geschäft?
Alle, die in irgendeiner Weise damit zu tun haben: Medien, Ärzte, Krankenkassen usw. Man muss dazu aber sagen, dass mit PrEP nicht wirklich Geld zu holen ist, da der Aufwand auf allen Seiten relativ hoch ist.

 

Sollte es dann nicht gratis abgegeben oder via Krankenkasse bezahlt werden?
In der Schweiz werden präventive Massnahmen nicht von der Krankenkasse vergütet. Zur HIV-Prävention gibt es genügend gute Methoden und in den meisten Fällen ist der präventive Effekt aufgrund eines tiefen Risikos nicht kosteneffizient. Viele Männer nehmen die Tablette auch, um endlich wieder einmal freien Sex ohne Angst zu haben. Das kann ich gut verstehen. Es erinnert uns auch an die befreiende Wirkung der Anti-Babypille in den 60er Jahren. Für den heute erreichten tiefen Preis der Generika ist dies auch ein durchaus vernünftiger Weg.

 

Und was halten Sie von Billigimporten aus dem Ausland?
Wir unterstützen das. Die Behandlung mit PrEP in der Schweiz kostet pro Monat über 800 Franken. Wenn man sich das Präparat im Ausland organisiert, zum Beispiel in Indien, das vom Patentschutz ausgenommen ist und das Präparat in einwandfreier Qualität herstellt, kostet eine Behandlung heute weniger als 50 Franken. Anfangs hatten wir noch die Befürchtung, dass PrEP unter der Hand weiterverkauft werden könnte, was bis jetzt aber kaum der Fall ist.

 

PrEP wird heute vor allem von Männern genutzt, die Sex mit Männern haben. Gibt es auch andere Zielgruppen, etwa Sexworkerinnen, trans Menschen oder Migrant*innen?
In der Schweiz ist das HIV-Risiko für Sexworkerinnen sehr gering. Anders in Afrika oder Thailand, wo HIV auch durch Prostitution übertragen wird. Auch trans Menschen haben nicht a priori ein erhöhtes Risikoverhalten. Die Ansteckungsgefahr ist primär vom sexuellen Verhalten jeder einzelnen Person und nicht nur von der Gruppenzugehörigkeit abhängig. Was die Migration betrifft, stehen vor allem Personen im Fokus, die aus hochendemischen Gebieten stammen, allerdings sind da HIV-Diagnostik und -Behandlung wesentlich wichtiger, weniger die Vorbeugung mittels PrEP.

 

Hat das Kondom als Präventionsmittel bald ausgedient?
Die Universität Lausanne studiert seit vielen Jahren das Kondomverhalten der Schweiz. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass das Kondom immer noch einigermassen gut in Gebrauch ist, vor allem bei jungen Leuten und solchen mit geringem HIV-Risiko. Es gibt aber auch Personen mit hohem Risikoverhalten und eine ganze Generation, die das Kondom nicht mehr will. Das sieht man unter anderem daran, dass die Geschlechtskrankheiten wieder zunehmen. Dieser Schluss ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, da es bei den Geschlechtskrankheiten mehrere Übertragungsmöglichkeiten gibt. Grundsätzlich ist der Kondomgebrauch leicht rückläufig, kann man sagen – was einerseits mit einer gewissen «Kondommüdigkeit» zu tun hat und andererseits damit, dass eine HIV-Infektion heute nicht mehr das Todesurteil ist, das es einmal war. Aids hat den Schrecken verloren – ähnlich wie die Syphilis anno dazumal.

 

Angesichts dieser Fortschritte: Müsste man auch die Präventionsbotschaften in den Schulen verändern?
In der ärztlichen Beratung haben sich die Inhalte mit der PrEP sicher verändert, die Botschaft an die Allgemeinbevölkerung wird jedoch weiterhin dieselbe bleiben. Natürlich soll man auf die neuen Möglichkeiten in der Behandlung und Prävention hinweisen, aber ich wehre mich dagegen zu sagen, dass mit der PrEP alle Probleme gelöst sind. Insofern: nein.

 

«Undetectable» ist eine Kampagne der Aids-Hilfe Schweiz, die sagt: Wer in kontrollierter Therapie ist und eine Virenlast unter der Nachweisgrenze hat, ist nicht mehr ansteckend. Ein enormer Gewinn für die HIV-Positiven, da dieses Wissen zur Entstigmatisierung beiträgt. Wieso wird das der breiten Bevölkerung nicht offensiver vermittelt?
Die besagte Kampagne der Aids-Hilfe war sehr präsent, finde ich – viel mehr konnte man ja fast nicht machen. Als wir 2008 verkündet haben, dass Aids mit der richtigen Behandlung nicht mehr ansteckend ist, gab es einen riesigen Hype. Das grösste Feedback kam damals von den Patient*innen: Viele haben mit der ständigen Angst gelebt, jemanden anzustecken, obwohl das gar nicht mehr möglich war. Das hatte eine starke Wirkung und hat auch die Bereitschaft, sich behandeln zu lassen, deutlich erhöht. Ich wurde von vielen Kollegen kritisiert damals, mittlerweile ist es zum Glück Common Sense, dass ein*e HIV-Patient*in mit der richtigen Therapie nicht mehr ansteckend ist – auch ausserhalb der Fachkreise. Im Moment rechnen wir damit, dass es in der Schweiz nur noch etwa 1000 bis 1500 Männer gibt, die Sex mit Männern haben und noch ansteckend sein könnten.

 

Schweden erreichte kürzlich als erstes Land das von UNAIDS gesetzte Ziel «90-90-90», mit dem die weitere Ausbreitung des HI-Virus gestoppt werden soll: Bis 2020 sollen 90 Prozent der HIV-Infizierten ihren Status kennen, 90 Prozent der Diagnostizierten antiretroviral behandelt werden und 90 Prozent der Behandelten wiederum eine Viruslast unterhalb der Nachweisgrenze haben. Wo steht die Schweiz diesbezüglich?
Schwer zu sagen. Das Problem ist, dass dieser Ansatz ja nur die Diagnostizierten erfasst. Die Zahl der nicht-diagnostizierten HIV-Betroffenen kann man nur schätzen – hierzulande gehen wir davon aus, dass nur etwa 85 bis 90 Prozent aller HIV-Betroffenen diagnostiziert sind. Was Behandlung und Virenlast angeht, bewegt sich die Schweiz in einem Spektrum zwischen 90 und 95 Prozent, was befriedigend ist. Die USA beispielsweise sind diesbezüglich viel weniger weit, weil deren Gesundheitssystem schlechter ist. Eine lebenslange Behandlung wird dort nicht von der Allgemeinheit getragen, was dazu führt, dass viele HIV-Patienten sich die Medikamente nicht mehr finanzieren können und es für sie somit unmöglich wird, die Virenlast dauerhaft unter der Nachweisgrenze zu halten.

 

Die Aids-Hilfe Schweiz spricht von drei Monaten Wartezeit bis zu einem 100 Prozent verlässlichen HIV-Test, HOCH Health Ostschweiz und die AHSGA von sechs Wochen. In anderen Ländern gelten noch kürzere Fristen. Woher kommen diese Unterschiede?
In der eidgenössischen Kommission für Aidsfragen haben wir vor sechs Jahren beschlossen, bei den drei Monaten zu bleiben, weil diese Zeitangabe in der Schweizer Öffentlichkeit sehr gut etabliert ist. Dass es auch andere Angaben gibt – in Frankreich etwa redet man von sechs Wochen, in England von vier –, hat primär damit zu tun, dass die HIV-Tests heutzutage besser bzw. empfindlicher sind als jene vor 30 Jahren. Wir haben aber auch mehr Erfahrung.

 

In vielen Oststaaten steigen die Infektionsraten massiv an, vor allem bei Drogenabhängigen und Männern, die Sex mit Männern haben. Es herrschen teils Zustände wie bei uns vor 30 Jahren. Was bedeutet das für die Schweiz und die Resistenzentwicklung allgemein?
Die Migrationsbewegung aus den Oststaaten in die Schweiz ist insgesamt noch relativ schwach. Russland hat aber ein riesiges HIV- und Hepatitis-C-Problem. Mehr als ein Prozent der Bevölkerung ist HIV infiziert und die Behandlungsqualität ist schlechter als in Afrika. Als Folge der HIV-Infektion hat auch die multiresistente Tuberkulose in Russland massiv zugenommen. Das sind schwerwiegende Risiken für Europa, deren Ausmass wir noch gar nicht richtig abschätzen können.

 

Was halten sie vom Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Aids bis 2030 besiegt zu haben?
Tatsächlich wissen wir, dass HIV – gut behandelt – nicht übertragbar ist. Daher hilft die Therapie nicht nur dem Einzelnen, sie führt auch zu einer Abnahme von Neuinfektionen. Wenn es gelingt, fast allen Personen mit HIV eine wirksame Therapie anzubieten, dann haben wir tatsächlich ein wesentliches Ziel erreicht: HIV kann sich nicht mehr ausbreiten. Natürlich bedeutet dies, dass all diese Personen lebenslang unter einer Behandlung bleiben müssen. Viele Länder sind auf gutem Wege, das UNAIDS Ziel zu erreichen, so zum Beispiel auch Botswana. Andere haben es schon erreicht, dazu gehören Schweden und vermutlich auch die Schweiz.

 

Sämtliche Informationen zur PrEP in St.Gallen gibt es hier nachzulesen.

Frauenpower im AHSGA-Vorstand

Mehr Frauenpower im AHSGA-Vorstand

13. Juni 2017

Der AHSGA-Vorstand bekommt Unterstützung durch Frauenpower: Colette Künzle, Kerstin Wissel und Jacqueline Schneider berichten im Interview über die neue Frauenpower im AHSGA-Vorstand, die HIV-Sprechstunden von HOCH Health Ostschweiz sowie die Arbeit mit migrantischen Jugendlichen.

Interview: Corinne Riedener
Beitragsbild: Fachstelle für Aids- und Sexualfragen

Frauenpower im AHSGA-Vorstand

Im Bild von links nach rechts:

Colette Künzle unterrichtet bei den Brückenangeboten der GBS St.Gallen hauptsächlich jugendliche Flüchtlinge. Sie ist seit Mai 2017 im AHSGA-Vorstand und zuständig für das Ressort Schule.

Kerstin Wissel ist Fachassistentin an der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Sie ist seit Mai 2017 im AHSGA-Vorstand und zuständig für das Ressort Medizin.

Jacqueline Schneider ist seit Mai 2016 im Vorstand und verantwortlich für das Ressort Politik. Sie ist SP-Kantonsrätin und Geschäftsführerin der Frauenzentrale St.Gallen.

Wie kamt ihr zum AHSGA-Vorstand und was wollt ihr mit eurem Mandat bewirken?
Jacqueline Schneider: Ich wurde von meiner Vorgängerin angefragt. Sie suchte jemanden mit einem guten Netzwerk, NGO-Kenntnissen und einem Schwerpunkt bei Frauenanliegen. Ich ging also an eine erste Sitzung, mehr um zu «schnuppern», denn ich wusste gar nicht recht, was mich erwartet, und danach war für mich klar: Das will ich machen. Mir geht es primär darum, für die Themen der AHSGA eine Öffentlichkeit zu schaffen und den Verein noch weiter bekannt zu machen. Und natürlich sollen dabei auch Frauenthemen vermehrt eine Rolle spielen.

Kerstin Wissel: Bei mir dasselbe: Ich wurde von meinem Vorgänger, Dr. Pietro Vernazza, angeworben. Er ist mein Chef an der Infektiologie von HOCH Health Ostschweiz. Beruflich habe ich sehr viele Überschneidungspunkte mit den Themen der Fachstelle, deshalb war es für mich keine Frage, dass ich das Vorstandsmandat übernehmen will. Ich werde für die medizinischen Fragen zuständig sein. Wie mein Beitrag konkret aussehen wird, kann ich noch nicht sagen, da wir in dieser Zusammensetzung noch ein sehr junger Vorstand sind. Demnächst soll es aber eine Standortbestimmung geben.

Colette Künzle: Ich kam ebenfalls durch meinen Vorgänger in den Vorstand. Die Themen Aids und Sexualität sind eine spannende Abwechslung zu meiner Arbeit in der Schule und haben gleichzeitig einen starken Bezug zu den Jugendlichen, die ich unterrichte. Der Sexualpädagogik-Unterricht bei uns beispielsweise, den Profis der Fachstelle leiten, kommt immer sehr gut an. Ich finde es – als Lehrerin und als Mutter – wichtig, dass es solche Angebote gibt und dass sie weiter ausgebaut werden. Deshalb engagiere ich mich im Vorstand.

Gibt es schon Themen, Projekte oder Ideen für die nächste Zeit, die der Vorstand als Ganzes ins Auge gefasst hat?
Jacqueline: Noch nicht, aber bald. Vorderhand geht es darum, dass wir uns neu formieren können und alle ihren Platz finden. Dann wissen wir, wer wir sind und wohin wir wollen – als Verein, aber auch als Arbeitgeber.

Kerstin: Eines meiner Ziele wäre, wie auch Jacqueline gesagt hat, dass die Fachstelle bekannter wird. Bei unserer anonymen Sprechstunde im Spital beispielsweise merken wir tagtäglich, wie enorm der Rede- und Informationsbedarf ist. Viele trauen sich nicht, Fragen zu sexuell übertragbaren Krankheiten zu stellen oder offen über ihre Sexualität zu sprechen. Die AHSGA ist dafür die ideale Anlaufstelle.

Seit Mai seid ihr drei Frauen im Vorstand, vorher war nur eine von neun Personen weiblich. Erhofft ihr euch etwas von dieser neuen «Frauenpower»? Gibt es Themen oder Diskussion, die aus eurer Sicht dringend angegangen werden müssten?
Jacqueline: Bei meinen ersten Sitzungen sind die schwulen Männer immer sehr im Vordergrund gestanden. Ich würde da gerne einen Ausgleich schaffen und die gleichgeschlechtliche Liebe bei Frauen wie Männern gleich stark gewichten. Mir ist natürlich klar, dass dieser männliche Überhang auch historisch bedingt ist: Der Verein wurde einst vorwiegend von schwulen Männern gegründet, aber nun ist es an der Zeit, auch den Frauen Gewicht zu geben.

Colette: Hat diese männliche Prägung nicht auch damit zu tun, dass Schwule einfach einem grösseren Risiko ausgesetzt sind, wenn es um Aids und HIV geht?

Kerstin: Aus fachlicher Sicht kann ich das nur bestätigen. Ein Grossteil derer, die zu uns in die Sprechstunde kommen, Fragen haben oder sich testen lassen wollen, sind Männer.

Könnte es auch damit zu tun haben, dass die schwulen Männer im Kampf für die Homosexualität früher einfach sichtbarer und präsenter waren? Lesbische oder bisexuelle Frauen stehen bis heute eher im Abseits, habe ich den Eindruck …
Jacqueline: Das sehe ich auch so. Lesbisch zu sein ist eher noch ein gesellschaftliches Tabu. Erst kürzlich habe ich in einer Studie gelesen, dass Frauen viel länger warten, bis sie den Schritt an die Öffentlichkeit wagen. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Männer sich weniger scheuen oder diskriminiert fühlen.

Kerstin: Da bin ich mir nicht so sicher. Ich erlebe Männer, die sich nicht richtig trauen, alles zu erzählen – was wichtig wäre für die Beratung bei uns. Ich glaube, manche kommen erst, wenn sie gewisse Beschwerden und Ängste nicht länger ignorieren können. Dass wir vergleichsweise wenig Frauen sehen, könnte auch daran liegen, dass sie bereits von einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin betreut werden.

Colette, du arbeitest mit migrantischen Jugendlichen. Jürg Bläuer von der Fachstelle sagte letztes Jahr in einem Saiten-Interview, dass das Thema Homosexualität bei dieser Anspruchsgruppe zunehmend wichtiger wird. Wie sind deine Erfahrungen?
Colette: Bis jetzt ist das bei uns kein Thema – weil Homosexualität nicht wirklich thematisiert wird. Unsere Schülerinnen und Schüler reden von sich aus nicht über solche Dinge. Diese schwer einzuordnende Haltung erlebe ich unabhängig von der Herkunft der Jugendlichen, und das hat auch jüngst eine AHSGA-Studie gezeigt: Viele sagen zwar, sie hätten kein Problem mit Homosexualität, aber nur solange sie selber keine schwulen oder lesbischen Bekannten haben. Wir reden wohl über Rollenbilder in der Schule, aber alles andere ginge bei acht Lektionen Unterricht pro Woche zu weit, denke ich. Und der Aufklärungsunterreicht wird ja ohnehin von den Profis der Fachstelle abgedeckt.

Ist es nie vorgekommen, dass du eine Person in der Klasse hattest, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung flüchten musste?
Colette: Nein. Jedenfalls ist mir kein solcher Fall bekannt. Im Moment haben wir viele Junge aus Eritrea, die haben andere Fluchtgründe. Zwei Jugendliche aus Afghanistan haben mir einmal erzählt, wie in ihrem Herkunftsland Homosexuelle hingerichtet werden, aber konkret auf mich zugekommen ist nie jemand. Ich bezweifle aber, dass sich eine betroffene Person überhaupt an mich als Lehrerin wenden würde … Und – das klingt jetzt vielleicht blöd – leider gibt es noch viel akutere Probleme, die wir zusammen mit den Jugendlichen lösen müssen, sprich Deutsch lernen, Ausbildung organisieren, Wohnverhältnisse klären etc. Die Frage nach der sexuellen Identität stellt sich darum bei vielen erst später.

Jacqueline: Und das Thema Sexualität und Aufklärung soll ja auch nicht allein an der Schule hängen bleiben, sondern mit zu den familiären Aufgaben gehören. Ich finde es enorm wichtig, dass Jugendliche auch mit ihren Eltern offen über diese Dinge reden können.

Colette: Wenn sie denn entsprechend aufgeklärte Eltern und ein liebevolles Zuhause haben …

Kerstin, ihr bietet anonyme Sprechstunden an bei der Infektiologie. Wer kommt zu euch?
Kerstin: Unsere Kundschaft ist bunt gemischt und wie gesagt vorwiegend männlich. Vom Teenager bis zum Greis ist alles dabei. In der Beratung mache ich immer wieder die Erfahrung, dass die älteren Männer viel weniger Probleme haben und deutlich offener umgehen mit ihrer Sexualität oder einer allfälligen HIV-Erkrankung. Bei den Jungen ist das ganz anders. Viele haben grosse Hemmungen und es braucht teilweise sehr lange Gespräche, damit sich jemand ein kleines bisschen öffnet.

Liegt das am Alter? An der Reife? Oder hat es mit dem vielfach beschworenen Backlash der «Generation Y» zu tun?
Kerstin: Gute Frage … Ich glaube, dass die älteren Männer in ihrem Leben mehr Möglichkeiten hatten, sich mit ihrer Sexualität und möglichen Risiken auseinanderzusetzen. Die Jungen stehen noch am Anfang dieser Entwicklung und haben sich im Gegensatz zu den älteren oft noch nicht geoutet.

Und die Frauen?
Kerstin: Die Quote bei den weiblichen HIV-Neuansteckungen in der Schweiz liegt konstant etwa bei 20 Prozent. Hier finden sich sowohl Migrantinnen, die sich in Herkunftsländern mit starker Prävalenz angesteckt haben, als auch Schweizerinnen, die sich «ganz normal» beim ungeschützten Geschlechtsverkehr angesteckt haben.

Jacqueline, du führst unter anderem auch ein Leben als Politikerin. Wo, denkst du, müsste man noch Pflöcke für eine bunte Zukunft einschlagen und sich zusammentun?
Jacqueline: Die «Ehe für alle» zum Beispiel können wir nicht ohne das Thema Adoption behandeln, finde ich. Wir müssen uns diesen Themen gegenüber aber grundsätzlich öffnen und weniger bünzlig werden. Unsere Gesellschaft gibt sich ja gern wahnsinnig weltoffen, aber wenn man ein wenig nachbohrt, ist es in vielen Fällen gar nicht mehr so weit her mit der Toleranz … Darum braucht es noch mehr Aufklärung und Sensibilisierung – schliesslich leben wir im Jahr 2017 und nicht mehr im 19. Jahrhundert! Wenn wir es schaffen, dass die Leute das Rad nicht mehr zurückdrehen wollen, sondern das, was ist, akzeptieren, haben wir schon wahnsinnig viel erreicht. Und das, ohne einen einzigen Franken auszugeben.

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